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Subaru SVX – Granturismo-Raumschiff

Erstellt am 11. Januar 2022
, Leselänge 7min
Text:
Bruno von Rotz
Fotos:
Daniel Reinhard 
35
Subaru 
1
Archiv 
9
Subaru SVX (1992) - die Front fällt nicht aus dem Rahmen
Subaru SVX (1992) - dank Allradantrieb sicher auf Schnee unterwegs
Subaru SVX (1992) - dank kleiner Scheinwerfer war eine flache Front möglich
Subaru SVX (1992) - fährt auch auf Schnee sicher
Subaru SVX (1992) - auch quer geht, aber normalerweise folgt er der Spur
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Subaru baute zwar bereits Ende der Fünfzigerjahre mit dem Modell 360 sein erstes (kleines) Automobil, hierzulande nahm man von der Marke aber erst in den späten Siebzigerjahren mit dem Subaru Leone und dem noch bekannteren 1800 4WD wirklich Kenntnis. Der mithilfe von Bernhard Russi eingeführte Kombi verfügte bereits über jene Ingredienzen, die Subaru als Hersteller weltweit erfolgreich machten, nämlich Boxermotor und Allradantrieb.

Bild Subaru Alcyone XT (1985) - im Schnee
Subaru Alcyone XT (1985) - im Schnee

Bereits Mitte der Achtzigerjahre brachte Subaru mit dem (Alcyone) XT einen Sportwagen auf den Markt, der mit seiner keilförmigen Karosserie gehörig auffiel. Fast 100’000 Exemplare konnten bis 1991 weltweit verkauft werden, ein Teil war mit Sechszylindermotoren ausgerüstet.

Ein Konzeptfahrzeug für die Strasse

Im Spätherbst 1989 zeigte Subaru den Prototyp SVX auf der Tokyo Motor Show. Die Studie überraschte mit einem Strauss an fortschrittlichen Technologien und einer futuristischen Karosserieform, die mit flacher Frontpartie und einem grossen Glaspavillon überaus modern wirkte.

Subaru SVX Vorstellung in Tokio im Jahr 1989

Offiziell trug der Subaru-Chefdesigner Hiroshi Sarukawa die Verantwortung für das Design, aber normalerweise wird Giorgetto Giugiaro und dessen Firma ItalDesign als Schöpfer genannt. Tatsächlich finden sich im Schaffen des Italieners in jener Zeit Prototypen, die durchaus Ähnlichkeiten mit dem Subaru aufweisen, so etwa der Oldsmobile Incas.

Bild Oldsmobile Incas (1986) - elegante Schöpfung von ItalDesign
Oldsmobile Incas (1986) - elegante Schöpfung von ItalDesign

Als Konzeptfahrzeug verfügte das windschlüpfige (cw 0.27) Coupé über eine aktive Federung mit hydropneumatischen Elementen und eine elektronisch gesteuerte Allradlenkung. Für den 3,3-Liter 24-Ventil-Sechszylinder-Boxermotor wurden 250 PS bei 6400 Umdrehungen versprochen.
Eine Serienversion wurde bereits für das Frühjahr 1990 angekündigt, der Export in die Schweiz sollte allerdings erst 1991 beginnen.

Leicht reduziertes Technologie-Paket

Der Subaru SVX ging schliesslich im Jahr 1991 in Produktion, die Nähe zum Konzeptfahrzeug blieb bestehen. Am grossen Glasaufbau, dessen optische Wirkung noch durch die schwarze Lackierung des Oberteils verstärkt wurde, hatte sich nichts geändert, kleine Anpassungen gab es dagegen an Front und Heck.

Auch technisch hatte sich am Coupé nichts grundlegendes geändert, allerdings mussten die Käufer auf die elektronisch geregelte hydropneumatische Federung und auf die Allradlenkung verzichten.

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Serienversion ohne Abstriche

Während die Amerikaner bereits 1991 zugreifen konnten, mussten sich die Schweizer noch etwas länger bis 1992 gedulden, bis sie sich einen SVX in die Garage stellen konnten. 250 PS leistete der Leichtmetallmotor in der hiesigen Variante allerdings nicht mehr, auf dem Typenschein waren es noch 230 PS bei 5600 Umdrehungen, die aber ohne Turbolader und mit aufwändiger Technik verfügbar gemacht wurden.

Bild Subaru SVX (1992) - wassergekühlter Sechszylinder-Boxermotor
Subaru SVX (1992) - wassergekühlter Sechszylinder-Boxermotor

Vier obenliegende Nockenwellen steuerten die 24 Ventile, deren Spielausgleich hydraulisch kontrolliert wurde. Die Treibstoffzufuhr wurde über eine Bosch Multipoint Einspritzung elektronisch gesteuert. Der geregelte Dreiwegekatalysator war Standard.

Das Fahrwerk mit einzeln agierenden Federbeinen vorne und hinten war genauso modern wie der Antriebsstrang, der die vier Räder via ein Zentraldifferential und eine Visco-Sperre hinten mit Kraftzufuhr versorgte. Als Getriebe gab es nur eine Vierstufen-Automatik, ein Fünfganghandschaltgetriebe, das sich wohl mancher Sportwagenfahrer gewünscht hätte, gab es offiziell nie. In den USA existieren aber umgebaute SVX.

Unvergleichlich?

Knapp über 50’000 Franken kostete die bereits gut ausgestattete Grundversion, die Schweizer bevorzugten aber die Variante mit "Swiss Pack", die für CHF 57’500 fast alles bot, was man sich an Luxus im Auto vorstellen konnte, u.a. Klimaautomatik, Radio/Tonband mit CD-Wechsler, elektrisches Stahlschiebedach, Ledersitze, achtfach elektrisch verstellbarer Fahrersitz, elektrische Fensterheber vorne und hinten, Zentralverriegelungen, Tempomat und vieles mehr. In Deutschland verlangte der Händler für den SVX DM 77'280.

Die Automobil Revue sah sich beim Test im Jahr 1992 ausserstande, einen wirklich vergleichbaren Konkurrenten zu nennen. Nissan Skyline oder Mitsubishi 3000 GT boten zwar Ähnliches, wurden aber in der Schweiz nicht verkauft, andere waren deutlich teurer oder hatten keinen Allradantrieb.

Ein “harmonisches Power-Team” habe der SVX an Bord, Traktion und Temperament überzeugten im Text, obschon die Beschleunigungs-Werksangabe mit 9,0 Sekunden für den Spurt von 0 auf 100 km/h verfehlt wurde. Dafür zeigte sich der Subaru mit 230 km/h ausreichend schnell und mit 12,9 Liter pro 100 km genügend sparsam. Gelobt wurden zudem die Fahrsicherheit und die Fertigungsqualität.

Trotz der positiven Bewertung brauchte der Käufer recht spezifische Anforderungen, befand die Automobil Revue:
"Es sind Leute, die einen schnellen, gut motorisierten Gran Turismo im klassischen Sinn suchen, gleichzeitig aber auch den fahrerischen Sturm-und-Drang-Jahren bereits entwachsen sind und deshalb vermehrt Wert auf Komfort-, Sicherheits- und Luxusmerkmale wie permanenten Allradantrieb, Automatik, ABS und reichhaltige Ausstattung legen. Beim Subaru SVX kommen sie auf ihre Rechnung."

Die deutsche Zeitschrift “auto motor und sport” sah dies ähnlich, kritisierte aber einige billig wirkende Interieurelemente und Karosseriegeräusche. Der Verbrauch stieg bei hohem Autobahnanteil stark an, im Test in Deutschland verbrauchte der SVX satte 15,8 Liter pro 100 km. Dafür lief er sogar 237 km/h und beschleunigte eine halbe Sekunde schneller auf 100 km/h als das Schweizer Exemplar. Auf die “High Tech Accessoires” des Showcars könne man im Alltag gut verzichten, auch so sei der Wagen verblüffend gutmütig und der Subaru eines der fahrsichersten Autos überhaupt, schrieb Götz Leyrer. Selbst die Bremsen, denen von der AR noch ein gewisses Fading vorgeworfen wurden, überzeugten in Deutschland. Nur der Federungskomfort überzeugte Leyrer ganz und gar nicht, was bei einem Coupé, das als komfortabler Reisewagen verstanden werden solle, doch erstaune. Trotzdem sei der SVX der beste Subaru, den es je gab.

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Anti-Porsche?

Mit einem Sechszylinder-Boxermotor vorne und Allradantrieb war der Subaru SVX das Gegenteil des Porsche 964 Carrera 4. Kein Wunder gab es auch Vergleiche zwischen diesen beiden Sportwagen. Beim Porsche sass bekanntlich der luftgekühlte Motor im Heck, 2+2 Sitze boten beide.

Bild Subaru SVX (1992) - guter Zugang nach hinten, Platz nach oben beschränkt
Subaru SVX (1992) - guter Zugang nach hinten, Platz nach oben beschränkt

Es zeigte sich allerdings dann doch, dass der Vergleich hinkte. Der Porsche kostete schliesslich fast das Doppelte und der Subaru wog mit über 1,6 Tonnen deutlich mehr als der Zuffenhausener. Trotz höherer Fahrsicherheit verlor der Subaru nach Zahlen. Aber dies dürfte die meisten Käufer nur wenig gestört haben.

Die Welt war nicht bereit

Die Hoffnungen Subarus jährlich alleine in den USA 10’000 SVX zu verkaufen, erfüllten sich nicht. Da half dann auch eine Vorderradantriebs-Magerversion nicht. Auch in Japan, wo das Coupé wegen seines Motors und seiner Aussenabmessungen steuerlich hart bestraft wurde, florierte der Absatz nicht. Insgesamt wurden bis 1996 24’379 SVX gebaut, rund 58 Prozent gingen in die USA.

In die Schweiz wurden knapp unter 1000 Exemplare importiert, etwa ein Zehntel davon ist immer noch im Einsatz. In Deutschland dürfte das Coupé damals einen noch höheren Seltenheitswert gehabt haben.

Angenehmer Grandtourisme

Wie ein Oldtimer fühlt sich der schwarze Subaru SVX wirklich nicht an, im Gegenteil. Die Rundumsicht ist grandios, beim Fahren in den Bergen fühlt man sich wie in einem Panorama-Eisenbahnwagon. Der Sechszylinder startet tadellos, sein Laufgeräusch bleibt dezent im Hintergrund, es lässt sich mit der Automatik sicherlich auch nicht so gut modulieren wie es bei einem handgeschalteten Wagen der Fall wäre. Kein Wunder bauten einige Amerikaner ihren SVX entsprechend um.

Bild Subaru SVX (1992) - helle Kabine
Subaru SVX (1992) - helle Kabine

Die Platzverhältnisse sind mehr als komfortabel, die vielfach verstellbaren Sitze überzeugen. Im Innenraum überraschen Gegensätze. Während die Alcantara-Verkleidungselemente richtig luxuriös wirken, verprellen billige Plastikholz-Verkleidungen den guten Eindruck. Es gibt eine Unzahl von Knöpfen und Schalter zu bedienen, die meisten sind selbsterklärend, einige wenige nicht. Selbst hinten wäre man bezüglich Sitzabstand gut untergebracht, allerdings ist der Platz nach oben doch sehr beschränkt.

Bild Subaru SVX (1992) - prall gefüllter Motorraum
Subaru SVX (1992) - prall gefüllter Motorraum

Ein wahres Highlight ist der Motorraum. Nur selten sieht man soviel schön drapierte Technik und man spürt, dass die Subaru-Ingenieure sich viel Mühe gaben, alles wertig und optimal zu gestalten.

Das Fahren im Subaru SVX erfordert keine besonderen Fähigkeiten, man kann ihn getrost auch der Grossmutter zum Einkaufen überlassen. Die Automatik schaltet feinfühlig, das durchaus vorhandene Temperament wirkt nie bedrohlich. Die relativ direkte Servolenkung überzeugt genauso wie die Bremsen. Das Fahrwerk hätte für die angepeilte Zielkundschaft wohl noch etwas komfortabler sein können, für den Sportfahrer ist es genau richtig. Wegen seines hohen Gewichts und der doch beträchtlichen Dimensionen ( 462,6 x 177 x 130 cm)) ist der SVX trotz sicheren Fahreigenschaften kein eigentliches Kurvenwiesel.

Bild Subaru SVX (1992) - auch quer geht, aber normalerweise folgt er der Spur
Subaru SVX (1992) - auch quer geht, aber normalerweise folgt er der Spur

Mit dem Subaru SVX griff der japanische Hersteller im wahrsten Sinne des Wortes nach den Sternen, die in Japan genutzte Typenbezeichnung “Alcyone” bezog sich schliesslich auch auf den hellsten Stern des Sternhaufens der Plejaden, welche sich wiederum im Subaru-Logo wiederfinden.
Dass der SVX nicht der angepeilte Erfolg wurde, lag weniger an seiner Konzeption als an den Umständen. Aufgetretene Zuverlässigkeitsprobleme wurden von den Japanern zielgerichtet gelöst, über die Jahre wurde der Subaru immer besser. Sein Ende kam nur leider wegen nachlassender Nachfrage viel zu früh. Als Schneekönig jedenfalls konnte er sich jedenfalls 30 Jahre später sehr gut in Szene setzen.

Wir danken dem Besitzer Ruedi Müller ( O-iO ) für die Gelegenheit, den raren Japaner im Schnee fotografieren zu können.

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Bild Subaru SVX (1992) - die Front fällt nicht aus dem Rahmen
Bild Subaru SVX (1992) - dank Allradantrieb sicher auf Schnee unterwegs
Bild Subaru SVX (1992) - dank kleiner Scheinwerfer war eine flache Front möglich
Bild Subaru SVX (1992) - fährt auch auf Schnee sicher
Bild Subaru SVX (1992) - auch quer geht, aber normalerweise folgt er der Spur
Bild Subaru SVX (1992) - 225 km/h will man auf Schnee nicht unbedingt erreichen
Bild Subaru SVX (1992) - eine Besonderheit ist sicherlich die Verglasung des Coupés
Bild Subaru SVX (1992) - das Dach war immer dunkel, was man bei einem schwarzen Exemplar natürlich nicht erkennen kann
Bild Subaru SVX (1992) - ein Kind der Neunzigerjahre
Bild Subaru SVX (1992) - grosszügige Verglasung des 4,63 Meter langen Coupés
Bild Subaru SVX (1992) - mit 177 Zentimetern Breite noch vergleichsweise kompakt
Quelle:
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von ro******
22.01.2022 (09:56)
Antworten
In den 90 er Jahren habe ich einen SVX 3 jährig mit 35´000 km gekauft und bin in ca 3. Jahren 80´000 km damit gefahren. Der SVX hatte ordentlich Durst ca. 13 L / 100 km. Jedoch waren die Services extrem günstig und ich hatte die ganze Zeit keinerlei Reparaturen, nicht ein Lämpchen musste ersetzt werden. Als einzige Zusatzausgaben waren neue Bremsklötze. Insgesamt war der SVX ein super zuverlässiges und günstiges Auto mit grossem Spassfaktor.
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von phantom
19.01.2022 (08:53)
Antworten
Lieber ru*****
Gute Frage. Kühler und Auspuffanlage mussten neu hergestellt werden. Kostete eine Stangen Geld.
Antwort von ru******
20.01.2022 (09:12)
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....vielen Dank, ich hatte es befürchtet, Idealismus ist also angebracht, wünsche weiterhin viel Freude mit und keine irreparable Schäden an ihm!
Antwort von phantom
20.01.2022 (11:25)
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Thanks, ru****.
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