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Bild (1/5): Range Rover 4 Door Monteverdi Design (1982) - eine Rarität steht im Walde (© Daniel Reinhard, 2017)
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Land Rover Range Rover (1981-1986)
Geländewagen, 126 PS, 3470 cm3
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    Nicht nur für Heavy Metal Gitarristen - Range Rover dank Schweizer Hilfe mit vier Türen

    29. März 2017
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Daniel Reinhard 
    (57)
    Balz Schreier 
    (22)
    Bruno von Rotz 
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    Monteverdi / Werk 
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    Wer sich im Jahr 1970 auf dem Automarkt umschaute, der erblickte hauptsächlich Limousinen in Standardbauweise, also mit Motor vorne und Antrieb hinten. Versuche mit Frontantrieb begannen sich vor allem bei den kleineren Autos durchzusetzen, Allradantrieb aber erhielt man nach dem Ableben des Jensen FF nur bei reinrassigen Geländewagen.

    Ob Kaiser-Jeep, Land Rover, Toyota Land Cruiser oder Nissan Patrol, dies waren rustikale Geräte, ausgerichtet auf den Einsatz im schweren Gelände und mit Bergschuhen oder Stiefeln an den Füssen. Eine Ausnahme waren die luxuriöseren Jeep Wagoneer Varianten, die zumindest im Interieur Limousinen-Komfort verströmten, hierzulande aber kaum vertrieben und gekauft wurden.

    Neuartiger Mehrzweckwagen

    Bereits 1966 hatten die Land-Rover-Ingenieure Charles Spencer King und Gordon Bashford begonnen, eine komfortablere und vielseitig einsetzbare Version des Land Rovers, der ja seit 1948 mit viel Erfolg gebaut worden war, zu entwickeln. Ein erster Prototyp wurde bereits 1967 auf die Reise geschickt und im Juni 1970 konnte dann der Range Rover vorgestellt werden.

    Range Rover (1970) - auf der London Motorshow 1970
    © Zwischengas Archiv

    Geländewagentechnik

    Wie der Land Rover sass auch die Range-Rover-Karosserie auf einem massiven Stahl-Leiterrahmen.

    Range Rover (1971) - Technik sichtbar
    © Zwischengas Archiv

    Und auch im Ranger Rover wurden die Räder vorne und hinten je von einer Starrachse geführt. Den Ingenieuren wichtig waren aber gute Fahreigenschaften auf normalen asphaltierten Strassen, entsprechend verfeinerten sie die Geländewagen-Achsen umfangreich. Vorne half ein Panhard-Stab bei der Achsführung, hinten ein mittig angeordneter Dreieckslenker.

    Warum überhaupt Starrachsen? Es waren hauptsächlich Argumente hinsichtlich Robustheit, Dauerhaftigkeit und Geländetauglichkeit, die zu diesem Layout führten, das bis ins neue Jahrtausend (Stichwort P38A) Bestand hatte.

    Angebote von Zwischengas-Spezialisten
     

    Verfeinerter Antrieb

    Deutlich unterschied sich der Antrieb vom damaligen Land-Rover. Man wählte nämlich den von Buick in den Sechzigerjahren übernommenen Leichtmetall-V8-Motor, der bereits 1967 im Rover P5B eingebaut worden war.

    Range Rover 4 Door Monteverdi Design (1982) - der Motor kam einst von Buick zu Rover
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Für den Range Rover wurde eine auf 135 PS gedrosselte Variante eingebaut und mit einem Viergang-Getriebe gekoppelt, das mittels zusätzlichem Zweigang-Zwischengetriebe für 8 Vorwärts- und 2 Rückwärtsgänge sorgte, damit man im Gelände genügend kurze Übersetzungen zur Verfügung hatte. Ein sperrbares zentrales Differentialgetriebe verteilte die Kraft auf die beiden Achsen.

    Im modernen Kleid

    Für das Karosseriekleid zeichnete Chefdesigner David Bache verantwortlich. Und man muss ihm attestieren, dass er ganze Arbeit leistete. Schliesslich hatte der Entwurf rund ein Vierteljahrhundert Bestand und selber heute, bald 50 Jahre nach seiner Entstehung, wirkt der Range Rover “Classic”, so wurde er genannt, als sich in den Neunzigerjahren der Nachfolger ankündigte, überraschend modern.

    Range Rover (1971) - die Nutzung als Freizeitvehikel wird hier hervorgekehrt
    © Zwischengas Archiv

    So richtig bewusst wird einem dies, wenn man berücksichtigt, dass der Austin Allegro 1973 und der Austin Princess 1800/2200 (ADO71) 1975 vorgestellt wurden. Beide wiesen ein deutlich weniger zeitloses und nachhaltig elegantes Karosseriekleid auf.

    Range Rover (1971) - mit umgelegter Sitzbank
    © Zwischengas Archiv

    Als Bravourstück integrierten die Rover-Entwickler eine doppelte Heckklappe im Heck, sowie eine umklappbare hintere Sitzbank und machten den Wagen damit noch vielfältiger einsetzbar.

    Die Leichtmetall-Karosserie wurde in Land-Rover-Manier über einen Stahlrahmen gezogen

    “Gemsbock mit Manieren”

    Während die ersten Exemplare des Range Rovers im Heimmarkt verkauft worden waren, kam der Export am 1971 so richtig in Gang. Statt der ursprünglich erwarteten knapp 16’000 Franken kostete der Range Rover dann aber bereits 26’500 Franken, was ihn immerhin fast 10’000 Franken teurer machte als den günstigen Land Rover, aber auch 8000 Franken über einen Rover 3500 S V8 brachte. Ein Jeep Wagoneer war allerdings mit 27’500 Franken noch teurer.

    Range Rover (1974) - anlässlich eines Presseanlasses
    © Copyright / Fotograf: Land Rover Jaguar

    Die Redakteure der Automobil Revue nahmen sich den Range Rover im Sommer 1971 vor die Brust und lobten den erreichten Kompromiss aus schnellem Reisewagen und komfortablem Kletterer. Ausstattung und Sitze waren deutlich feiner und bequemer, als das, was man sich bis dahin sonst von Geländewagen gewöhnt gewesen war.

    Den Sprint von 0 bis 100 km/h legten die AR-Testfahrer in gerade einmal 14,9 Sekunden zurück, als Höchstgeschwindigkeit massen sie 163.5 Km/h, das Werk nannte 153 km/h. Als Gesamttestverbrauch resultierte 18,9 Liter pro 100 km, was angesichts des Leergewichts von 1783 kg (DIN) nicht überraschte, galt damals doch noch die Regel “pro 100 kg ein Liter Verbrauch”.

    Nicht ohne Nachteile

    Trotz der vielen guten Eigenschaften, immerhin wurden dem Geländewagen auch auf glattem Terrain gute Fahreigenschaften attestiert und bezüglich passiver Sicherheit hatten die Rover-Ingenieure mit an den Sitzen angebrachten Sicherheitsgurten und mehrteiliger Lenksäule weitergedacht als die meisten Konkurrenten, gab es auch Kritik am edlen Mehrzweckfahrzeug. So wurde der erschwerte Einstieg wegen der Bauhöhe und den fehlenden hinteren Türen genauso genannt, wie die schwergängige Lenkung und das im Verhältnis zum verlangten Preis doch recht nüchtern gehandelte Interieur.

    Range Rover (1971) - ursprünglich nur als Zweitürer erhältlich
    © Zwischengas Archiv

    Doch die Rover-Ingenieure hörten durchaus auf Kritik und peu-à-peu verbesserten sie ihren Geländewagen.

    Vier Türen mit Schweizer Hilfe

    Einen nicht unwichtigen Beitrag leistete der Schweizer Peter Monteverdi. Er besass nämlich selber einen Range Rover, der ihm als Anschauungsobjekt dafür diente, was man an dieser Fahrzeugkategorie noch verbessern könnte. Insbesondere fehlte im die Getriebeautomatik, die Rover dann 1982 einführte. Monteverdi entwickelte dann auf Basis des International Scout einen eigenen Offroader namens “Safari”.

    Range Rover 4 Door Monteverdi Design (1979) - frühes gebautes Fahrzeug im Prototypenstadium
    © Copyright / Fotograf: Monteverdi / Werk

    Im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Emil Frey AG entstand dann aber eine Range-Rover-Variante, die viele Kunden schon lange gefordert hatten - die vier- respektive fünftürige Version. Mehrere Firmen hatten für Land Rover Prototypen entwickelt, doch das Werk wählte schliesslich die Monteverdi-Version, die dann im März 1980 am Genfer Autosalon Premiere feierte.

    Aufwändig und teuer

    57’900 Franken kostete die neue viertürige Version, als sie verfügbar wurde. Sie war damit rund ein Drittel teurer als die zweitürige Variante, was einerseits im zusätzlichen Luxus der Monteverdi-Design-Version begründet war, andererseits aber auch in der aufwändigen Bauweise. So wurden nämlich die zweitürigen Range Rover nach Italien zu Fissore geliefert, wo die Vordertüren gekürzt, die B-Säule versetzt wurden und aus zwei zusätzlichen Vordertüren Hintertüren entstanden.

    Range Rover 4 Door Monteverdi Design (1980) - Umbau vom Zwei- zum Viertürer bei Fissore
    © Copyright / Fotograf: Monteverdi / Werk

    Mechanisch gab es keine Unterschiede zum zweitürigen Ranger Rover, innen aber sorgten neue Türverkleidungen, Spezialpolsterungen , ein verfeinertes Armaturenbrett mit Mittelkonsole (Platz für eine Telefonanlage) und sogar eine Klimaanlage für Luxusambiente.

    500 Exemplare sollten pro Jahr gefertigt werden, Vertrieb und Betreuung überliess Peter Monteverdi klugerweise British Leyland.

    Auch Monteverdi hatte eine viertürige Version seines Safari entwickelt entwickelt, verzichtete aber auf eine Serienproduktion, wohl auch, um den Lizenzvertrag mit BL nicht zu gefährden.

    Einer der letztgebauten Original-Monteverdi

    Im Herbst 1982 erhielt ein gewisser Tony Iommi einen der letzten von Fissore umgebauten Monteverdi-Range Rover in der Farbe Zypressen-Grün. Iommi konnte sich den nicht gerade wohlfeilen rechtsgelenkten Geländewagen sicherlich leisten, denn schliesslich war er der Lead-Gitarrist der bekannten Heavy-Metal-Rockband Black Sabbath, die man unter anderem für ihren Hit “Paranoid” aus dem Jahr 1970, der es immerhin auf den ersten Platz der deutschen und den zweiten Platz der Schweizer Single-Hitparade schaffte, kannte.

    Range Rover 4 Door Monteverdi Design (1982) - passt bestens in den Wald
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Iommi kaufte sich mit der Monteverdi-Ausstattung samt Klimaanalage einigen Luxus, konnte aber offenbar mit dem LT95-Vierganggetriebe und den manuellen Fensterhebern gut leben. Er investierte lieber in eine für die Zeit aufwändige Stereoanlage mit Pioneer-Radiotonband, Grafik-Equalizer und, zusätzlich zu den massiven Boxen in den Vordertüren, im Dach hinten integrierten vier 16-cm-Zusatzlautsprechern.

    Range Rover 4 Door Monteverdi Design (1982) - vier zusätzliche Lautsprecher liess sich der Erstbesitzer im Dachbereich einbauen
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Damit konnte er dann sicherlich den Heavy-Metal-Sound richtig zum Dröhnen bringen, wenn er mit Ozzy Osborne in London herumkurvte.