Fiat 132 GLS – zu alltäglich, um zu überleben?
Zusammenfassung
Der Fiat 132 hatte eigentlich alle Ingredienzen für einen grossen Erfolg, z.B. einen Doppelnockenwellenmotor, sichere Fahreigenschaften und generöse Platzverhältnisse. Trotzdem ist das Modell heute fast ausgestorben. Warum wohl? Dieser Fahrzeugbericht erzählt die Geschichte der Fiat 132 und seiner Nachfolger.
Dieser Artikel enthält folgende Kapitel
- Eine Neukonstruktion
- Verbesserte Technik vom Vorgänger
- Form durch Countach-Designer
- Preiswert …
- … aber auch in der Kritik
- Umfangreiche Überarbeitung bereits nach zwei Jahren
- Positive Resonanz
- Einer von wenigen
- Stetige Weiterentwicklung
Geschätzte Lesedauer: 9min
Leseprobe (Beginn des Artikels)
Bei Porsche spricht man gerne davon, dass rund 70 Prozent der je gebauten Autos noch auf der Strasse sind, bei Ferrari dürften es noch mehr sein. Von den vielen Tausenden der einst im Strassenverkehr zugelassenen Fiat 132 der ersten Serien mit 1600-er und 1800er-Motor dürfte aber kaum mehr als eine Promille noch mit einem Kennzeichen auf hiesigen Strassen verkehren. Vorgestellt wurde der Fiat 132 im April 1972 als Nachfolger des fünf Jahre gebauten Fiat 125, dessen Karosserie wiederum vom Fiat 124 abgeleitet worden war. Beim Fiat 132 handelte es sich allerdings um eine völlige Neukonstruktion, obwohl der Antriebsstrang in verbesserter Form vom Vorgänger übernommen werden konnte.
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Ende der 80er fing dann die Beliebigkeit an.
Gibts eigentlich eine Logik hinter der Fiat-Nummerierung? Der 124 ist größer als der 126, der 132 kam vor dem 131, der 127 kleiner als der 125 - verwirrend! Kein Wunder, daß man später auf Namen umgestellt hat... :-)
Mein Lieblingsfiat ist übrigens der (originale) 127 ...


Der Croma machte wieder Boden gut und war - wie alle Vertreter des Tipo-4-Quartetts - ein anerkannt gutes Auto. Aber Fiat hatte in seiner Klasse viele Kunden verloren, und Kunden zurück- oder neu zu gewinnen ist ungleich schwieriger als sie zu halten.
Dennoch war der 132er Modell, das zwar auf dem Papier alles richtiggemacht hatte und über die richtigen Zutaten verfügte (feine Motoren, gute Grösse, angemessene Fahrwerkskonstruktion, viel Auto fürs Geld), das aber in der Praxis nicht wirklich «passte». Keine Ahnung, was das Problem war, zumal die Entwicklung des 132er von FIAT von langer Hand über viele Jahre vorbereitet wurde.
Interessant übrigens, dass FIAT mit dem 124/125er und dann mit den 131/132er bis Mitte der 1980er jeweils zwei Fahrzeuge in der Mittelklasse hatte (auch wenn der 124er und der 131er teilweise der unteren Mittelklasse zugeordnet werden - für mich sind die Autos in Sachen Grösse und Leistung im Vergleich zur damaligen Konkurrenz Mittelklasse. Die «richtige» untere Mittelklasse wurde von FIAT damals abdecket mit dem 128er und später mit dem Ritmo und dem Regata, der ja intern den 131er ablöste).
Fiat übernahm 1928 gemeinsam mit der Dresdner Bank das Heilbronner NSU-Werk. Von 1929 bis 1973 wurden insgesamt 412.085 Fahrzeuge in Heilbronn montiert. Die Deutsche Fiat AG wurde ab 1973 dann eine reine Vertriebsgesellschaft.
Der Fiat 132 mit dem Kennzeichen von Heilbronn (HN) parkt in der Marktstraße vor dem Rathaus in Kirchheim unter Teck (Baden-Württemberg). Das Rathaus ist ein klassischer Fachwerkbau mit Zwiebelhauben-Turmaufsatz. Im Turm befindet sich unterhalb der Uhr an der Südfassade eine astronomische Uhr. Es handelt es sich um eine Mondphasenkugeluhr. Die drehbare Mondkugel hat eine schwarze und eine goldene Seite, mit denen die Mondphasen angezeigt werden.
In der Vergrößerung lässt sich der Zeitpunkt der Aufnahme gut erkennen (ca. 14:38 Uhr), die Mondphase allerdings nicht.
Und dass anfangs nur die Spezial-Ausführung auf den Fotos einen Außenspiegel hatte, wenn auch nur einen linken, aber die Normal-Ausführung, GL und GLS überhaupt keinen, ist aus heutiger Sicht faszinierend. Damals waren Sicherheitsfeatures wohl noch nicht so wichtig wie heute. Herr Kaiser hat anscheinend gleich zwei Außenspiegel auf seinem 132 nachgerüstet, der Nuova und Argenta bekamen dann ab Werk auch einen spendiert.


Bis heute ist mein Vater der Meinung, dass der 125 das bessere Auto war.
Nach dem 132 erwarb mein Vater den 131 Supermirafiori, der ihm aber innerhalb von 4 Jahren wortwörtlich unter dem Hintern weg rostete! Damit waren 20 Jahre Fiat Treue in unserer Familie Geschichte und mein Vater wechselte auf den damals brandneuen Audi 100 C3.

Die letzte Ausbaustufe ab 1981 war der Argenta. Hier wurde der 132 eigentlich nur dem damaligen Zeitgeschmack angepasst. Seinerzeit recht unspektakulär, heutzutage schon wieder kultig.
Interessanterweise berichten ehemalige 132-Fahrer heute immer sehr positiv von ihren Fiats. Insofern kann ich Sven Kaiser zu seinem 132-Exemplar nur gratulieren.




































































































































































































































































































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