Chevrolet Corvette Stingray Racer XP-87 - Stachelrochen als Vorläufer zur C2

Erstellt am 17. Juli 2012
, Leselänge 3min
Text:
Stefan Fritschi
Fotos:
Louis Galanos 
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Archiv 
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Chevrolet Corvette Stingray Racer XP-87 (1961) - glamouröse Präsentation
Chevrolet Corvette Stingray (1960) - Bill Mitchell posiert auf der New York Autoshow von 1977 vor einigen seiner "Idea Cars"
Chevrolet Corvette Stingray Racer XP-87 (1961) - kurz vor dem Start zu einem Rennen
Chevrolet Corvette Stingray Racer XP-87 (1961) - die Flunder wird für das Rennen vorbereitet
Chevrolet Corvette Stingray Racer XP-87 (1961) - Blick in das Cockpit
Chevrolet Corvette Stingray Racer XP-87 (1961) - Renneinsatz im Grenzbereich
Bild von Partner Württembergische

Bereits im Jahr 1957 arbeitete Chevrolet an der sogenannten „Q-Corvette“, einem heute vergessenen Experimental-Fahrzeug in Transaxle-Anordnung, moderner Hinterachsaufhängung und innenliegenden Trommelbremsen. Das Gehäuse der Getriebe/Differential-Einheit war aus Aluminium. Alles war auf einen grossen Innenraum, geringes Gewicht und eine ausbalancierte Gewichtsverteilung ausgelegt.

Das heute praktisch vergessene Projekt Q wurde aber nicht weiterentwickelt und zugunsten der Corvair aufgegeben. Die beiden Designer Bob Veryzer und Pete Brock orientierten sich beim Q an den Pininfarina-Abarth-Rekordwagen sowie am Ghia IXG-Showcar von Tom Tjaarda von 1957 mit jeweils stark ausgeprägten Formen auf der Oberseite der Kotflügel. Veryzer und Brock entwickelten ein Coupé mit festem Überrollbügel und leicht gezeichneter Glaskuppel und einer grosszügig verglasten Front.

Dieses Styling- Konzept war so gut, dass Bill Mitchell es nicht einfach so aufgeben wollte. Er kaufte das zweite Versuchsfahrzeug des XP-64 SS von 1957 für 500 Dollar. Zusammen mit seinen Designern ersetzte er ohne Wissen des Managements die Karosserie und adaptierte darauf das Designkonzept aus Projekt Q. Allerdings entstand dabei kein Fastback, sondern ein offener, roter Roadster ohne Windschutzscheibe.

Bill Mitchell’s privater Rennwagen und Referenz für die Designentwicklung

Der Wagen hatte eine Fiberglas-Haut mit Alustreben (später Balsaholz) und war sehr leicht. Er wog nur 1000 kg und war damit rund 450 kg leichter als das Serienauto von 1960. Der 283-cubic-inch (4.6-liter) V-8 leistete mit Benzineinspritzung 315 PS bei 6200 U/min.

Das Interieur war sehr nackt und zweckmässig ohne jeglichen designerischen Anspruch. Vor dem Fahrer war ein einfaches schwarzes Panel mit ein paar Uhren und Schaltern. Gelenkt wurde mit einem schlichte Dreispeichen-Lenkrad. Mitchell stellte den Stingray Racer als Versuchs- und Rennwagen zur Verfügung; beispielsweise um eine DeDion-Hinterachse aus Aluminium zu testen.

Der Stingray-Racer nahm 1959 und 1960 unter Dr. Dick Thompson erfolgreich an verschiedenen Rennen in den USA teil. Allerdings nur als Privatvergnügen von Bill Mitchell, weil offizielle Renneinsätze der Werke ja seitens der AMA (Automobile Manufacturer’s Association) verboten waren.

Vom Rennwagen zum Referenzmodell der C2

Nach den Renneinsätzen wurde der Wagen einmal mehr überarbeitet. Verschiedene Modifikationen, unter anderem der Einbau eines Beifahrersitzes und einer Windschutzscheibe, vervollständigten den einst rohen Rennwagen. In dieser Form wurde der Prototyp von der Designabteilung gefahren und als Referenzmodell für die Weiterentwicklung der Serie verwendet.

Die 1963 erschienene C2 lehnte sich offensichtlich formal stark am inzwischen in Silber umlackierten XP-87 an und gilt noch heute als absolute Design-Ikone - insbesondere als 1963er Ur-Version mit dem „Split Window“-Heckfenster. Auch der Zusatz „Sting Ray“ (bei der C2 in zwei Wörtern geschrieben) entstammt dem Showcar.

Der Prototyp XP-87 ist heute im GM-Werksmuseum zuhause und wird bei Veranstaltungen und Messen immer wieder gerne als epochalen Styling-Meilenstein gezeigt.

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Chevrolet Corvette Stingray Racer XP-87 (1961) - glamouröse Präsentation
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