Chevrolet Corvette Studie XP-700 von 1960 - seriennah und trotzdem zukunftsweisend

Erstellt am 12. Februar 2012
, Leselänge 3min
Text:
Stefan Fritschi
Fotos:
Archiv 
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Die seriennahe Studie XP-700, entstanden in den Jahren 1958-1959, experimentierte mit Formen aus Flugzeugbau und Rennsport. Das überzeugende Heck diente als Vorbild für das letzte Facelift der C1 und überlebte sogar in der nächsten Corvette-Generation C2.

GM-Chefdesigner und -Vizepräsident Bill Mitchell experimentierte viel mit Elementen aus Luft- und Raumfahrt. Daraus entstanden die unzähligen Dreamcars, welche auf den amerikanischen Messen die automobile Zukunft vorhersagen sollten.

In der Studie XP-700 ist davon erst mal nicht allzuviel zu sehen. Es handelt sich um eine recht seriennahe, rote Corvette, die mit einigen Features zum persönlichen Dienstwagen von Mitchell aufgewertet wurde.

Aber das flache „Bootsheck“ mit sechs runden Heckleuchten war sehr zukunftsweisend. Insbesondere die Rundleuchten fanden sehr grossen Anklang und sind bis heute in jeder Corvette zu finden, allerdings nur vier Stück. Die Heckform wurde in der letzten Corvette C1 ab 1961 verwendet und blieb auch der Generation C2 von 1963 erhalten.

Zuerst Dienstwagen, dann Showcar

Die Front bekam eine „Grand-Prix“-Optik mit speziellen Lufteinlässen und einem „Fischmaul“ im Stil eines Ferrari 250 GT. Die Stossfänger wurden entfernt und der vordere Bereich so geöffnet, dass die Räder fast freistehen und man die Aufhängung sehen kann.

Die rot/silberne Studie XP-700, aufgebaut auf einem Chassis mit Jahrgang 1958, diente ein Jahr als Dienstfahrzeug von Bill Mitchell, bis das GM-Management auf die Idee kam, den Wagen für PR-Zwecke zu nutzen. Dazu wurde er komplett überarbeitet. Die Front bekam einen zusätzlichen Lufteinlass unter dem Ferrari-Grill, der an Eintrittsöffnungen eines Düsenflugzeugs erinnerten. Zusätzlich wurde ein Double-Bubble-Glasdach aus Lexan mit einer aufgedampften Aluminiumschicht aufgesetzt.

Diese Art der transparenten und frei formbaren Formen aus der Luftfahrt faszinierte damals die Automobildesigner. Man dachte, dass die Abwesenheit von Säulen und der rundum freie Blick die Zukunft des Autos darstellen würde, weil man quasi in einem Cabriolet sitzt und trotzdem geschützt vor Wind und Wetter die Aussicht geniessen konnte. Entlüftet wurde das Ganze mit einem zentralen „Rückenmark“ mit integrierten Schlitzen im hinteren Teil des Dachs.

Dieses Stylingelement wurde immer wieder bei Showcars gezeigt, setzte sich in der Serie aber nie durch.

Das Heck von XP-700 ging 1961 in Serie

Auch das Heck wurde leicht gestreckt und im Detail modifiziert. Die Aussenlackierung hatte man von profanem Rot/Silber auf ein Warmsilber mit Perleffekt geändert, das auch im Interieur angewandt wurde.

In dieser neuen Ausführung wurde XP-700 an der International Auto Show New York 1960 vorgestellt. Bereits 1961 konnte man eine XP-700 in vereinfachter Form beim Händler kaufen. Nur die typischen Showcar-Features wie die transparente Sicherheits-Glaskuppel oder die übertriebenen stilistischen Rennsport-Details liess man beim Serienauto ganz weg. Das gelungene Heck blieb zum Glück erhalten. Es sollte noch eine lange Geschichte vor sich haben.

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