Kurz und gut – Audi 100 Coupé S im (historischen) Test
Zusammenfassung
Bei Audi nahmen sie 1970 die Bezeichnung "Coupé" noch wörtlich und schnitten elfeinhalb Zentimeter aus der Bodengruppe des 100, um die zweitürige Stufenhecklimousine in ein sportliches Schrägheck zu verwandeln. Das Ergebnis wusste als ebenso schneller wie fahrsicherer Tourenwagen zu gefallen. Nur das Raumangebot fiel natürlich etwas begrenzter aus, wie dieser historische Testbericht aufzeigt.
Dieser Artikel enthält folgende Kapitel
- Weniger Radstand, mehr Spurweite
- Weniger Platz, mehr Ausstattung
- mot-Gesamturteil
- Pluspunkte
- Minuspunkte
- Richtig schalten
- Technische Daten
Geschätzte Lesedauer: 8min
Leseprobe (Beginn des Artikels)
Coupé S, sagt Audi: "Für eine neue Sportfahrer-Klasse." Tatsächlich ist das Audi-Spitzenmodell nicht nur eine Karosserievariante (Coupé auf verkürztem Fahrwerk), sondern ein gründlich durchgearbeitetes Modell mit eigenem Charakter. Mehr Hubraum als die Audi 100-Limousinen: 1858 (effektiv 1871) statt 1760 ccm – durch größere Zylinderbohrung (84 statt 81,5 mm) bei gleichem Hub (84,4 mm). Zwei Registervergaser. Daten siehe Seite 13. Die hohe Leistung nicht aus hoher Drehzahl geholt, sondern aus fortschrittlicher Strömungstechnik in Ansaugsystem, Verbrennungsraum und Auspuffweg; sie ermöglicht die für Audi typische sehr hohe Verdichtung als Basis hoher Leistung ohne Überforderung des Kraftstoffs. Der Coupé-Motor ist nicht höher verdichtet als der vom 100 S oder LS (10,2), etwas geringer als der des Super 90 (10,6). Erstaunlich gute Elastizität – ruckfreies Beschleunigen aus 45 km/h im vierten Gang. Sauberer Lauf auch durch musterhaft gutes Auswuchten der Kurbelwelle.
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Heute besitzen wir, nach wohl ca. 150 Oldies (nie wirklich komplett gezählt), ganz langweilig nur noch eine Mercedes-Sammlung. Darunter drei Coupés, 250 CE ´69; 450 SLC ´74; 230 CE ´82. Ein Cabrio, eine Lim. und ein T-Modell und eine Sammlung von Dethleffs Oldtimerwohnwagen (´58 bis ´68).
Hatte das Audi 100 Coupé denn nicht wenigstens per Aufpreis hintere Ausstellfenster? Ich meine, ich kenne Ausstellfenster bei ihm, bin mir aber nicht mehr sicher. Sie gehörten eigentlich zwingend dazu, finde ich. Mir fehlen sie z. B. sehr beim auch schönen Peugeot 504 Coupé, da gibt es sie schlicht nicht.
Sehr witzig finde ich die Farbe des 100S: meiner erster 100C1 war ein 100LS auch in „rauchblau“ von 06/1970! Das Coupe war wie gesagt von 7/71 und war um Lichtjahre leiser und kultivierter als alle 1,8Liter Mitteldruckmotoren. Es stimmt, dass der 100S heute sehr selten ist; der frühe LS war einfach der „Topseller“, zumal der zum einen die magische 100PS-Marke erreichte und auch merklich flotter war. Wir hatten einen königsroten 100S von 1969 mit schwarzem Kunstleder. Die 1,6Liter-Typen waren ja fast ein anderes Auto; kein Holz, nur Folien, neue VA und neue HA von Audi80/Passat, dann den EA 827-Motor von diesen usw. Toll zu fahren, leise und drehzahlfest aber charakterarm. Alles in allem merkte man beim C1 noch stark den Mercedes-Einfluss (Ludwig Kraus); beim Typ 43 war da leider nichts von übrig.

Witzig, unsere MB-Doppelung. Wir müssen auch davon einen verkaufen, unser 280 CLK Cabriolet (3.0L 231PS) Bj. ´05. Es ist quasi noch neuwertig und somit zu schade für den Winter, war anders geplant.

Dem folgte eine Giulia-Super mit blauem Leder in weiss. Dann gab es den Fiat125S, der mir nicht so gut gefiel und der auch nach 2-3 Jahren von Rost übersäht war. Dann gab es einen Alfa 1750-Berlina und darauf folgte etwa 1973 eine 2000er-Berlina. Auch ein toller Wagen klassisch in Rot mit schwarzem Interieur. Hiernach kamen zwei Fiat 132 (…naja). Die waren selbst als „i.E.“ so lahm, dass ich meinem Vater mit dem 100LS davonfahren konnte. Der Frust saß tief bei ihm und so gab es einen Lancia Thema V6. Ein sehr ordentliches Auto, dessen Qualität schon deutlich über Fiat lag. Von da an war der Auto-Faible etwas abgeflacht und so kamen zwei Fiat Croma, denen schließlich ein Lancia Kappa folgte, den er bis zu seinem Tode fuhr.

Aber ein gut eingestelltes 2300 S Coupé fährt auch in der Beschleunigung dem 250 SE davon, man muß es nur drehen lassen (nur mit warmem Motor!). Unser 250 CE /8-Coupé mit der druckvollen D-Jetronic und 150 PS ist eine Spur schneller in der Beschleunigung, das konnte ich beim FIAT 2300 Coupé Jahrestreffen heuer sogar mit einem Freund testen. In der Spitze nehmen sie sich nichts, beide wurden mit ca. 195/198 km/h damals getestet, das quetscht man als Oldie ja nicht mehr aus Ihnen heraus heutzutage.
Mir hat immer sehr gut das Lancia Gamma Coupé gefallen, aber unsere Familie benötigte halt den Platz des HPE-Kombicoupés, wegen des Boxers. Am enttäuschendsten von allen Coupés "für die sportlichen 70er" fand ich immer das FIAT 130 Coupé, ein schwerer Klotz, der mit seiner ollen 3-Gg.-Automatik für diese Klasse als Italiener dermaßen lahm war und ist, daß es wahrlich keine Freude macht. Bei immerhin 165 PS werden gerade einmal 12,5 sek. und ca. 188 km/h realisiert. Da ist sogar das im Vergl. uralte 2300 S Coupé schneller, als Auto der frühen 60er! Mit 5-Gg.-Schaltgetriebe (es war nur "mit Nachdruck" zu bestellen!) war die Sache erträglicher, aber diese lahme Automatik..... Ein dt. MB 280 SLC Automatik fuhr dem FIAT als Italiener auf und davon, so etwas gab es ja sonst nie! Oder anders ausgedrückt: Das parallele FIAT 124 Sport Coupé 1600 mit 110 PS der Serie 2 fuhr seinem viel teureren Bruder auf und davon (in der Spitze ca. gleich). Schade, daß das 124 Sport Coupé dann mit der Serie 3 um so vieles häßlicher wurde als anfangs Serie 1 (nur ´67-´69, sehr hübsch!) und die auch gelungene Serie 2.
Zur Frage der Beschleunigung kann ich nur sagen, dass der 250SE merklich flotter auch als der CE ist. In „ams“ brauchte das S-Coupe 11,2 sek; der 250 SE anno 1965 aber nur 10,1Sek. von 0-100Km/h. Das erreichte der CE nie, ebenso das S-Coupe. Dafür war der CE zumindest sparsamer und günstiger in der Fertigung, da BOSCH ja ein Vermögen für die 6-Stempelpumpe aufrief. Hier hatte der Fiat echt das Nachsehen. Die kurze (3,92) Hinterachse des W108 wurde ihm aber in der Spitze zum Verhängnis, denn 6500 U/min waren halt „nur“ 193 Km/h und der Fiat lief je nach Test knapp 200. So oder so war der Fiat ein tolles Auto!!‘ Unserer war von 1964. Toll fand ich auch diese Rolle für dir Füße des Beifahrers und die Instrumente wie beim Glas V8. Nur unsere Heckscheibe war leider nie ganz dicht (zig Versuche) weswegen der Wagen dann irgendwann doch weg musste. Er hat aber bis zum Schluss gesagt, das sei sein bestes Auto gewesen. Der Fiat 124 war aber in seinem kurzen Leben auch nett und ganz schön spritzig. Der hatte (glaube ich) 118 PS und war ja sehr leicht; so um die 800 Kg. Was für tolle Autos die damals hatte; schon bitter was dann später so kam… Ich hätte diese „tollen Italiener heute gerne; leider haben kaum welche überlebt.
Das 130-Cpe mag ich auch nicht so. Mein Vater war oft am Gamma-Coupe dran aber ein großer 4-Zylinder nach den ThemaV6 „passte“ irgendwie nicht mehr….

Als Oldie kann man sich immerhin heute mit Italienimporten befassen, es gibt genug Firmen, die das tun und auch immer wieder echt tolle Angebote haben. Gerade das 2300 S Coupé ist nie wirklich teuer geworden, mehr als 50000,-€ sind es nicht, oft auch etwas darunter. Das kostet jeder Massen-Bertone. Der Alfa 2600 Sprint ist auch nur etwas teurer, obwohl er mir eher schlechter gefällt als das 2300 S Coupé. Und das Lancia Flaminia Coupé Pininfarina (also das "günstigste") ist auch teurer. Neulich bin ich in einer seltenen Alfa 2600 Berlina gesessen, auch eine interessante Limousine!
Das 504-Coupe ist auch ein sehr schönes Auto aber die schlechte Teileversorgung und lausige Qualität sprechen für mich klar dagegen. Das Beta-Coupe fand ich auch schön, mir fehlt da aber der letzte Reiz. Eine 2600 Berlina ist natürlich was ganz besonderes-die ist ja ein Juwel aber das wäre für mich heute aus den gleichen Gründen nicht mehr. So haben ich ein sehr gutes Neuteilelager für meine Mercedes und alle sind „besser 2“ im Zustand und ich kann einfach fahren und genießen. Mit dem 220 SE war ich im Oktober in Wien (Clubausfahrt); einfach toll und wie immer völlig ohne Probleme 1500 Km. So ändern sich eben auch die Vorlieben ein wenig.

Die Teileversorgung des Peugeot 504 Coupés ist in der Technik sehr gut, zum Fahren bekommt man schlicht alles und sogar zu günstigen Preisen. Was man nicht gut bekommt, das sind Innenraum- und Karosserieteile. Aber man kauft ja einen möglichst schönen Zustand und da ist das doch weniger relevant, oder? Trotzdem gefallen mir ein 124 Sport Coupé der Serien 1 und 2 mindestens genauso gut wie das 504 Coupé. Dieses war erst als 504 Ti V6 eine ganze Klasse höher, aber eben nur als Einspritzer mit 144 PS und mit 5-Gg.-Getriebe, als V6 "ohne Ti", also nur Vergaser mit 136 PS und 4-Gg.-Getriebe, kommt lange nicht das gleiche Gefühl auf. Das betrifft auch den großen Bruder Peugeot 604, der muß auch der STi-Einspritzer sein und 5 Gänge haben. Damit war er ein interessantes Oberklassemodell. Als später 604 GTi mit nochmals verbesserten 150 PS, mit superkomfortabler Michelin TRX-Bereifung und mit el. SSD oder sogar mit Klimaanlage war er etwas besonderes für "um 1980 herum".
Einen 220 SE hatten wir auch einmal, ein W111 Coupé Bj.´63, zweifarbig (papyrusweiß mit nachtblauem Dach). Aber mit Automatik war das doch eher eine träge Kiste, zu wenig Motor für solch einen teuren Wagen der früher 60er. Der 111er hätte vielleicht gleich den Motor des 230 SL (ab ´63) haben sollen, das wäre wohl besser gewesen. Welchen 220 SE haben Sie denn? Eine Heckflosse? Da gefällt mir speziell die kleine Flosse W110 als Typ "230" mit 120 PS sehr gut, Motto "mehr sein als Schein". Wir hatten nur eine 200er, aber die ist immerhin auch schon besser als die 190er.....
Meine Aussage zur Teileversorgung bezog sich vor allem auf Interieur und Blech. Technik ist meist zu kriegen.
Mein 220 SE ist in der Tat eine Limousine. Der wurde bei seinem Erscheinen als sehr schnell beschrieben aber hier trat ja bereits in der Mitte der 60er-Jahre ein Wandel hin zu mehr „Power“ ein, den MB wie andere ja auch mit mehr Hubraum (250/280) vollzogen hat. Heute als über 60 Jahre alter Oldie ist das wieder ganz egal, denn 130 Km/h schafft er an jeder Autobahnsteigung und mal kann bestens „mitschwimmen“. Diese Entwicklung hat MB ja auch an der „kleinen“ Flosse W110 vollzogen: mehr Leistung/Hubraum (zumindest Benziner) und dafür innen merklich sparsamer. Der 230 in der Version ab 08/66 ist da besonders „passend“. Schnöde Ausstattung aber flott unterwegs. Gleiches beim 230S. Power wie das alte Topmodell und innen noch unter dem alten 220b. Deswegen gefallen mir die Typen bis 07/65 (190/220( deutlich besser. Ein entfernter Bekannter hatte mal einen 230 mit 4,5Liter D-Jet drin. Lief flott mit 3,27er. Achse und somit 4Scheiben. Alles eingetragen und mit Schild „200“.

Was heutzutage bei der K-Jetronic oft nicht mehr intakt ist, das sind der Luftschieber und der sog. Mengenteiler. Beides muß instandgesetzt sein, damit der Motorlauf und somit Verbrauch wieder stimmen. Das machen z.B. Bosch-Dienste mit "Klassik"-Abteilung. Bei unserem 450 SLC brachte das ganze drei Liter weniger Verbrauch!
Noch eine FIAT-Frage: Hatte der Vater oder Sie selbst schon einmal ein 850 Sport Coupé der Serie 2 (ab ´68)? Die Serie 1 war zwar optisch auch ganz hübsch, weniger sportlich halt, aber sie lief doch merklich schwächer. Und die Serie 3 zum Schluß für ´71/´72 hatte leider eine optisch verkorkste Front bekommen mit "falsch herum" geformtem Frontblech oder auch viel zu großen Lampen für das kleine Wägelchen.
Mit „Luftschieber“ meinen Sie sicher den Zusatzluftschieber, der in der Tat bei der K-Jet häufig schwächelt. Die Überholung des Mengenteilers kann man auch selbst machen-der Rep.satz liegt unter 100€. Unsere 3 K/Ke-Jet -Autos sind dort alle neuwertig, da entweder <50.000Km (116;129) oder es ist alles neu mit NOS-Teilen (126) sprich Mengenteiler,EHS, LMM, Leerlaufstellglied, Kraftstoffpumpe usw.
Beim W116er (M116) werde ich n.Sommer den Mengenteiler überholen, da hier die Streuung der 8 Auslässe und damit die Mengen etwas variieren. Merkt man am nicht ganz perfekten Leerlauf. Das sind aber sicher nur Ablagerungen.Dennoch hsbe ich auch den Rep.satz Steuerkolben (NOS) auch im Lager-sicher ist sicher!So geht die Arbeit eben nie aus.
Wie bereits erwähnt hatte meine Tante kurz ein 850-Coupe im hellblau. Das hatte 52PS und Drehzahlmesser und wurde rasch durch einen Karmann-Ghia Typ 34 ersetzt. Der war echt klasse und rannte über 160-wss flott war.

Ich wünsche schöne Weihnachten und einen guten Rutsch, falls wir uns hier nicht mehr so schön schreiben sollten. Ab dem 26.12. verweilen wir bis zum 1.1. in der alten, schwäbischen Heimat, Raum A. - Dillingen/Donau. Viele Sternengrüße!
Ihnen auch schöne Weihnachten und einen guten Rutsch nach 2024 in der alten Heimat!




















































































































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