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RM/Sotheby’s St. Moritz 2022 Versteigerung – lieber ein Aston als ein Bugatti

Erstellt am 10. September 2022
, Leselänge 4min
Text:
Bruno von Rotz
Fotos:
Kevin Van Campenhout - Courtesy RM/Sotheby's 
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Neil Fraser - Courtesy RM/Sotheby's 
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Andrea Klainguti - Courtesy RM/Sotheby's 
7
Peter Singhof - Courtesy RM/Sotheby's 
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Ahmed Qadri-Pixelhaus Media - Courtesy RM/Sotheby's 
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Dario Fontana - Courtesy RM/Sotheby's 
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Simon Laufer - Courtesy RM/Sotheby's 
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Benjamin Hodara - Courtesy RM/Sotheby's 
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Paolo Carlini - Courtesy RM/Sotheby's 
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Ben Hodara - Courtesy RM/Sotheby's 
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Ferrari 250 GTE 2+2 Series II By Pininfarina (1962) - als Lot 102 angeboten von RM/Sotheby's am 9. September 2022 in St. Moritz
Mercedes-Benz AMG G 65 Final Edition (2018) - als Lot 103 angeboten von RM/Sotheby's am 9. September 2022 in St. Moritz
Mercedes-Benz 190 SL (1957) - als Lot 104 angeboten von RM/Sotheby's am 9. September 2022 in St. Moritz
Lancia Stratos HF Stradale (1975) - als Lot 105 angeboten von RM/Sotheby's am 9. September 2022 in St. Moritz
Aston Martin One-77 (2011) - als Lot 106 angeboten von RM/Sotheby's am 9. September 2022 in St. Moritz
Porsche 911 GT2 RS Weissach (2018) - als Lot 107 angeboten von RM/Sotheby's am 9. September 2022 in St. Moritz

Am Abend des 9. September 2022 wurden im Grand Hotel des Bains Kempinski St. Moritz, respektive in der zugehörigen Tennishalle 22 Autos im Wert von CHF 26,3 Millionen versteigert. Die Auktion fand wie letztes Jahr im Rahmen der Internationalen St. Moritzer Automobilwoche statt und bot dem sicherlich nicht armen Publikum die Gelegenheit, besondere Autos zu erstehen.

Die Autos waren im Schnitt nur knapp 36 Jahre alt und über eine Million teuer. Zwei davon wurden ohne Mindestpreis angeboten.

Bild Ferrari 360 Spider (2003) - als Lot 101 angeboten von RM/Sotheby's am 9. September 2022 in St. Moritz
Ferrari 360 Spider (2003) - als Lot 101 angeboten von RM/Sotheby's am 9. September 2022 in St. Moritz

Rund eineinviertel Stunden dauerte die Versteigerung, an der es an Höhepunkten nicht fehlte. Im Schnitt wurden 76 % des mittleren Schätzwerts geboten. Aber nur bei neun Fahrzeugen reichte es zum direkten Zuschlag, 13 konnten nicht sofort verkauft werden. Eine Verkaufsquote von 41 % ist nicht gut und dass der erste Wagen, ein Ferrari F360 Spider von 2003 für nur CHF 36’800 (EUR 38’272) vermittelt wurde, auch nicht. Er war eines der beiden “no reserve”-Fahrzeugen.

Bild Lamborghini Miura P400 By Bertone (1968) - als Lot 119 angeboten von RM/Sotheby's am 9. September 2022 in St. Moritz
Lamborghini Miura P400 By Bertone (1968) - als Lot 119 angeboten von RM/Sotheby's am 9. September 2022 in St. Moritz

Es fehlte eigentlich nicht an Geboten, auch wenn die höheren meist eher von der Ferne und nicht aus dem Saal selber kamen. Beim Lamborghini Miura P400 von 1968 zum Beispiel wurden immerhin CHF 1,3 Millionen geboten, was im Vergleich zu anderen Miura-Verkäufen der letzten Zeit kein schlechter Preis gewesen wäre, dem Einlieferer aber reichte dies nicht.

Auch der teure Schweizer Franken dürfte nicht mitgeholfen haben. Alleine seit der Ankündigung und der Offenlegung der Schätzwerte wurden die Autos für Briten oder Deutsche rund vier Prozent teurer.

Der verschmähte Bugatti

Bei weitem am meisten Geld waren in St. Moritz für einen Bugatti Type 57S Atalante aus dem Jahr 1936 erwartet. Beim fast überirdisch schönen Coupé mit Chassisnummer 57384 handelte es sich um den ersten 57S Atalante, der damals die Fabrik im Elsass verlassen hat und einen von nur 17 überhaupt gebauten Atalante Coupés auf der Basis des 57S. Es ist auch einer der wenigen Wagen dieses Typs, die im Rennsport eingesetzt wurde. Und das heute rot-schwarze Coupé war fast die letzten drei Jahrzehnte im selben Besitz.

Bild Bugatti Type 57S Atalante (1936) - als Lot 122 angeboten von RM/Sotheby's am 9. September 2022 in St. Moritz
Bugatti Type 57S Atalante (1936) - als Lot 122 angeboten von RM/Sotheby's am 9. September 2022 in St. Moritz

Doch die geforderten CHF 10 bis 12 Millionen waren den Bietern zu hoch angesetzt, mehr als CHF 7,8 Millionen wollte niemand einsetzen, der Bugatti blieb unverkauft.

Ferrari und Aston Martin

Am stärksten vertreten waren Ferrari und Aston Martin mit je sechs und fünf Fahrzeugen. Zwei Drittel der Autos aus Maranello und zwei Fünftel der Astons konnten verkauft werden.

Bild Aston Martin DB5 Convertible (1965) - als Lot 116 angeboten von RM/Sotheby's am 9. September 2022 in St. Moritz
Aston Martin DB5 Convertible (1965) - als Lot 116 angeboten von RM/Sotheby's am 9. September 2022 in St. Moritz

Am teuersten wurde der Aston Martin DB5 Convertible von 1965, der für immerhin CHF 2,143 Millionen (EUR 2,23 Millionen) einen neuen Besitzer fand.

Bild Aston Martin DB5 Vantage (1965) - als Lot 111 angeboten von RM/Sotheby's am 9. September 2022 in St. Moritz
Aston Martin DB5 Vantage (1965) - als Lot 111 angeboten von RM/Sotheby's am 9. September 2022 in St. Moritz

Auch der geschlossene Bruder, ein DB5 Vantage von 1965, konnte für CHF 1,13 Millionen (EUR 1,175 Millionen vermittelt werden.

Bild Ferrari 330 GT 2-2 Series I By Pininfarina (1964) - als Lot 117 angeboten von RM/Sotheby's am 9. September 2022 in St. Moritz
Ferrari 330 GT 2-2 Series I By Pininfarina (1964) - als Lot 117 angeboten von RM/Sotheby's am 9. September 2022 in St. Moritz

Bei Ferrari fanden neben dem bereits erwähnten 360 Spider auch ein 250 GTE von 1962 und ein 330 GT 2+2 von 1964 einen neuen Besitzer. Auch ein 599 GTO von 2010 konnte verkauft werden, während z.B. ein ansehnlicher 512 BB von 1979 bereits bei CHF 200’000 scheiterte.

Die beiden Sportwagenmarken Ferrari und Aston Martin machten zusammen genau die Hälfte des Fahrzeugangebots aus. Von allen anderen Marken sind maximal zwei Autos vor Ort, die mit unterschiedlichem Glück agierten. Beide Lamborghini blieben beispielsweise stehen.

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VW Polo Coupé Fox 1300 (1988)
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Mercedes Benz 220 SE W111 (1965)
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Datsun Roadster 1600 Myfairlady (1968)
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Fiat 124 AS Sport Spider (1969)
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Nicht genug Begeisterung für den F1-Wagen von Williams

Der Williams FWC12C mit Chassisnummer FW12C/10 aus dem Jahr 1989 gehört wohl nicht zu den erfolgreichsten Monoposti Frank Williams. Der Wagen wurde aber mit Ricardo Patrese immerhin Dritter beim Grand Prix von Frankreich, Vierter in Deutschland und Pole-Position Setter in Ungarn. Allerdings fehlen dem Renault-Motor ein paar Teile, so dass er deswegen und aufgrund einer langen Standzeit nicht so einfach zum Laufen zu bringen sein dürfte.

Bild Williams FW12C (1989) - als Lot 114 angeboten von RM/Sotheby's am 9. September 2022 in St. Moritz
Williams FW12C (1989) - als Lot 114 angeboten von RM/Sotheby's am 9. September 2022 in St. Moritz

Geschätzt waren CHF 1,25 bis 1,75 Millionen, aber niemand wollte mehr als CHF 750’000 bieten. Der F1 blieb unverkauft.

Bild Maserati 450S Recreation (1958) - als Lot 110 angeboten von RM/Sotheby's am 9. September 2022 in St. Moritz
Maserati 450S Recreation (1958) - als Lot 110 angeboten von RM/Sotheby's am 9. September 2022 in St. Moritz

Dafür fand ein sofort einsetzbarer Maserati 450 S von 1958 einen neuen Besitzer. Es handelte sich hier allerdings um eine “Recreation”, also um einen exakten Nachbau des schnellen Sportwagens der späten Fünfzigerjahre. Als Besonderheit weist der Wagen eine Strassenzulassung samt Veteranenausweis in der Schweiz auf. Zugeschlagen wurde der Wagen etwas unter den Erwartungen, er kostete schliesslich CHF 770’000 (EUR 800’800).

Bild Aston Martin One-77 (2011) - als Lot 106 angeboten von RM/Sotheby's am 9. September 2022 in St. Moritz
Aston Martin One-77 (2011) - als Lot 106 angeboten von RM/Sotheby's am 9. September 2022 in St. Moritz

Nicht brillieren konnten die Neoklassiker mit Ausnahme des 599 GTO. Weder der Aston Martin One-77 von 2011 noch der Porsche 911 GT2 RS ‘Weissach’ von 2018 erreichten den Mindestpreis.

Ingesamt kamen rund CHF 6,5 Millionen (EUR 6,7 Millionen) Umsatz zusammen in der Tennishalle, nicht schlecht für eine gute Stunde Auktion. Trotzdem dürfte RM/Sotheby’s ob der Verkaufsquote nicht zufrieden gewesen sein. Und auch die Einlieferer müssen sich fragen, ob sie nicht etwas flexibler pokern hätten sollen, schliesslich wurden ja für den nicht verkauften Lancia Stratos immerhin 480'000 harte Schweizer Franken geboten ...

Angebotene und verkaufte Fahrzeuge

Die folgende Tabelle listet alle angebotenen und verkauften Fahrzeuge mit Schätzpreisen, Höchstgeboten und Verkaufspreisen. Die Preis-Umrechnung erfolgte zum am Auktionstag gültigen Tageskurs. Alle Angaben ohne Gewähr.

Lot Fahrzeug Jahr CHF Est von CHF Est bis CHF HG CHF VP EUR VP % Est S
101 Ferrari 360 Spider 2003 70'000 90'000 32'000 36'800 38'272
-54%
V
102 Ferrari 250 GTE 2+2 Series II 1962 230'000 260'000 230'000 263'750 274'300
+7.65%
V
103 Mercedes-AMG G 65 'Final Edition' 2018 325'000 400'000 270'000
N
104 Mercedes-Benz 190 SL 1957 125'000 150'000 90'000
N
105 Lancia Stratos HF Stradale 1975 600'000 700'000 480'000
N
106 Aston Martin One-77 2011 1'800'000 2'000'000 1'600'000
N
107 Porsche 911 GT2 RS 'Weissach' 2018 400'000 450'000 340'000
N

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Mercedes-Benz AMG G 65 Final Edition (2018) - als Lot 103 angeboten von RM/Sotheby's am 9. September 2022 in St. Moritz
Mercedes-Benz 190 SL (1957) - als Lot 104 angeboten von RM/Sotheby's am 9. September 2022 in St. Moritz
Lancia Stratos HF Stradale (1975) - als Lot 105 angeboten von RM/Sotheby's am 9. September 2022 in St. Moritz
Aston Martin One-77 (2011) - als Lot 106 angeboten von RM/Sotheby's am 9. September 2022 in St. Moritz
Porsche 911 GT2 RS Weissach (2018) - als Lot 107 angeboten von RM/Sotheby's am 9. September 2022 in St. Moritz
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von vi******
10.09.2022 (23:32)
Antworten
Eine Verkaufsquote von 39% ist nicht enttäuschend, sie ist eine international einmalige Katastrophe. Abgesehen von dem hier völlig deplatzierten, natürlich unverkauften Bugatti - er hätte halt eine Woche vorher woanders stehen müssen - sind die Ergebnisse auch angesichts der angebotenen durchschnittlichen Ware schlicht desolat. St. Moritz ist eben doch eher ein Alpendorf, in Selbstgefälligkeit gefangen, und weder Pebble Beach noch Paris oder Como. Die relevanten Bieter verirren sich offensichtlich nicht ins Engadin, trotz schöner Pässe. RM wird sich sicher überlegen, noch einmal hier aufzutreten.
von Ri******
13.09.2022 (11:00)
Antworten
Immerhin blieb im August bei Bonhams in Pebble Beach auch ein Bugatti Atalante stehen...
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