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68. IAA Frankfurt 2019 – Gegensätze ziehen sich an …

Erstellt am 14. September 2019
, Leselänge 6min
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Bruno von Rotz
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Bruno von Rotz 
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Audi AG 
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Archiv 
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Schon im Vorfeld gab die 68. IAA, die vom 12. bis 22. September 2019 Treffenpunkt der Autobranche in Frankfurt ist, viel zu reden. Von 28 Autoherstellern war die Rede, die sich zurückgezogen hätten. Tatsächlich ist vom “International” in der Dreibuchstabenabkürzung IAA nicht mehr allzu viel geblieben, denn grosse Marken wie Citroën, Toyota, General Motors oder Fiat blieben der Messe genauso fern wie unzählige Kleinhersteller von Personenwagen.

Audi AI:TRAIL quattro (2019) - präsentiert sich als ein umfassendes Konzept nachhaltiger Mobilität für Wege abseits des Asphalts - IAA in Frankfurt 2019
Copyright / Fotograf: Audi AG

Das Messeverzeichnis der anwesenden Hersteller hatte einen eindeutig deutschen Anstrich, denn die Volkswagen-Gruppe, BMW und Mercedes-Benz dominierten das Geschehen, dazu kamen Ford und Opel, sowie Jaguar/Land Rover, Honda, Hyundai und einige weitere Marken vorwiegend aus der östlichen Hemisphäre, die für Abwechslung sorgten.

Einiges an Premieren

Zu sehen gab es trotzdem einiges und wer noch nicht an die elektrische Vorwärtsstrategie der Automobilindustrie glaubte, der wird in Frankfurt sicherlich eines Besseren belehrt. Kaum ein Auto steht da, das nicht an einem Kabel hängt.

Mercedes-Benz Vision EQS (2019) - die Front ändert ständig ihre Farben - IAA in Frankfurt 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Aushängeschilder sind natürlich der neue Volkswagen ID.3, die Mercedes-Benz Vision EQS, der Honda e und der Porsche Taycan, um nur einige Beispiele zu nennen.

Porsche Taycan (2019) - im Zentrum des Interesses - IAA in Frankfurt 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Vor allem die Anbieter aus dem fernen Osten legen sich kräftig ins Zeug, Neuheiten zu präsentieren. Der fleissige Internetsurfer allerdings konnte im Vorfeld viele der Premieren schon vorab betrachten, auch wenn sie in Frankfurt noch feierlich ausgepackt wurden.

Neu und alt

Natürlich ist die IAA eine Neuwagenmesse, doch einige Hersteller besinnen sich trotz geschichtsarmer Elektroantriebstechnologie noch an Verkaufsrenner vergangener Tage.

Skoda Octavia RS Kombi (2019) - mit 60-jährigem Vorgänger im Hintergrund - IAA in Frankfurt 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Bei Skoda etwa kann man eine Octavia Limousine, wie sie 1959 vorgestellt wurde, neben einem modernen Octavia Kombi sehen.

Opel Corsa GT (1987) - Ur-Corsa bei Opel - IAA in Frankfurt 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Opel stellt den frühen Corsa neben das neue Modell. Im Hintergrund sieht man auch noch den elektrisch angetriebenen Opel GT von 1971.

Opel Corsa (2019) - und im Hintergrund ein elektrischer Opel GT von 1971 - IAA in Frankfurt 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Und bei BMW feiert man 60 Jahre Mini (Classic) und zeigt einen klassischen Mini in auffälliger Musterung.

Mini Cooper (1988) - auf dem BMW-Stand - IAA in Frankfurt 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Damit hat es sich dann allerdings, mehr Tradition muss man in der eigens dafür dedizierten Halle 4 suchen.

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IAA Heritage by Motorworld

Wer von der Mercedes-Halle in die Halle 4 wechselt, verlässt die Neuwagenwelt (weitgehend) und tritt in die Vergangenheit über. Die umtriebige Motorworld-Organisation zeigt sich und ihre Partner auf ähnliche Weise, wie sich dies der Retro-Classics- oder Techno-Classica-Besucher gewöhnt ist.

Nicht nur Luxusschlitten, auch ganz normale Käfer gibt es zu kaufen - IAA Heritage by Motorworld 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Man hat sich im typischen Motorworld-Ambiente allerdings nicht auf eine Selbstdarstellung beschränkt, sondern wartet mit einigen Höhepunkten auf, die man nicht jeden Tag geboten bekommt.

Bugatti-Sonderschau

Ettore Bugatti baute einige der bemerkenswertesten Automobile der Vorkriegszeit. Einige davon sind in der Motorworld-Halle in einer von Kienle kuratierten Sonderschau zu besichtigen.

Blick in die Bugatti-Sonderschau, vorne der Type 13 Brescia - IAA Heritage by Motorworld 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Vom frühen Type 13 Brescia bis zum Typ 57C, wie er 1939 in Le Mans mit Jean-Pierre Wimille und Pierre Veyron am Steuer siegte, ist eine interessante Auswahl an Autos aus Bugattis Schaffen zu sehen.

Bugatti-Sonderschau mit aerodynamisch verkleidetem Type 57 - IAA Heritage by Motorworld 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Leider sind die Fahrzeuge eingezäunt und nicht besonders gut beleuchtet. Auch bei der Beschriftung gibt es (zumindest gemäss Stand 10. September) noch Verbesserungspotential, aber eine ähnliche Bugatti-Ausstellung dürfte man an der IAA noch nie gesehen haben.

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Drei besondere Sammler-Ferrari

Ein Trio im Wert von über EUR 30 Millionen, das gibt es an der 68. IAA nicht einmal bei den (inzwischen bekanntlich durchaus teuren) Neuwagen zu sehen. In der Halle 4 bei Motorworld allerdings schon.

Ferrari 250 GT SWB California Spider (1960) - zusammen mit 250 Testarossa und 365 GTB/4 Daytona - IAA Heritage by Motorworld 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Drei Ferrari-Raritäten zeigen sich auf schwarzem Hintergrund den Besuchern. Da ist einmal ein Ferrari 250 GT SWB California Spider von 1960, wie ihn einst Alain Delon oder James Coburn fuhr.

Ferrari 250 Testarossa (1958) - als Rennwagen noch elegant sein durften - IAA Heritage by Motorworld 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Flankiert wird er vom Rennsportwagen Ferrari 250 Testa Rossa von 1958, der einst auf den Rennstrecken dies- und jenseits des Atlantiks für Furore sorgte.

Ferrari 365 GTB/4 Daytona (1969) - wurde vor 50 Jahren in exakt denselben Spezifikation gezeigt an der IAA - IAA Heritage by Motorworld 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Ergänzt wird das Duo schliesslich durch einen Ferrari 365 GTB/4 Daytona, wie er fast gleich vor ziemlich exakt 50 Jahren auf dem Stand des Importeurs stand.

Zwei Schweizer in Deutschland

1967 zeigte der Schweizer Peter Monteverdi seinen ersten Serien-Luxus-Sportwagen High Speed in Frankfurt zum ersten Mal der grossen Öffentlichkeit.

Monteverdi 375 S High Speed (1967) - erstmals in Frankfurt zu sehen - Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt 1967
Archiv Automobil Revue

52 Jahre später gibt es keine Schweizer Premieren mehr zu bewundern an der IAA, dafür aber taucht ein sicherlich superseltener Rinspeed Yello Talbo in der Motorworld Halle 4 auf und kann dort sogar gekauft werden.

Rinspeed Yello Talbo (1996) - angeboten für EUR 125'000 - IAA Heritage by Motorworld 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Dieses Auto ist eines der ersten Ergebnisse Frank Rinderknechts Arbeit, nachdem er sich vom reinen Tuning abgewendet hatte und sich in Richtung Autokonzeption hingewandt hatte.

Ein Neuwagen unter Klassikern - isetta-inspirierter Microlino aus der Schweiz - IAA Heritage by Motorworld 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Und noch ein Schweizer Auto gibt es in Frankfurt zu bewundern, den Microlino.

Ganz neu ist er zwar nicht mehr, aber dafür nun in einer orange-farbenen Lackierung zu sehen und sicherlich wieder ein Stück näher an der Serienfertigung als zuvor.

Angebote für die unterschiedlichsten Interessen

An Vielfalt mangelt es sicherlich in der Halle 4 nicht.

Nicht einer, sondern gleich eine ganze Horde Mercedes-Benz 300 SL - IAA Heritage by Motorworld 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Fast ein Dutzend Mercedes-Benz 300 SL stehen einem Victoria Spatz, einer Horden von VW-Bussen, Porsche-911-Modellen, VW Käfern und vielen anderen mehr oder weniger exotischen Klassikern vom Vorkriegswagen bis zum Youngtimer gegenüber.

Neuauflage des berühmten BB Porsche 911 Turbo Targa - durfte die Vergangenheit farbiger sein als die Gegenwart? - IAA Heritage by Motorworld 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Da wird sicher fast jedermann seinen Lieblingsklassiker finden. Kaufen kann man sie auch, aber auch anschauen macht Freude.

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Im Gespräch mit Erich Bitter

Ein Mann, der perfekt die Brücke von der Vergangenheit zur Gegenwart schlagen kann, ist Erich Bitter.

Erich Bitter und sein überaus elegantes Bitter CD Coupé der Siebzigerjahre - IAA Heritage by Motorworld 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

In den Sechzigerjahren fuhr er auf Abarth Rennen, in den Siebzigerjahren gab er uns das elegante Bitter CD Coupé, später baute er den Bitter SC. Und jetzt, mit über 80 Jahren, ist er noch immer im Geschäft. Er veredelt aktuelle Opel-Modelle und hat eben gerade eine neue Niederlassung in Metzingen aufgemacht.

Erich Bitter ist immer noch im Geschäft - IAA Heritage by Motorworld 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Liebend gerne würde er auch heute noch Sportwagen wie den Bitter CD bauen, doch leider ist dies heute viel aufwändiger als früher und kaum mehr rentabel zu machen. Er habe damals über 5 Millionen für die Presswerkzeuge bezahlt, um den CD zu fertigen, heute würde dies ein Mehrfaches kosten. Zudem könne man heute natürlich keine “Know-Down-Kits” wie damals beim Opel Diplomat mehr kaufen.

Am Auto hat Erich Bitter seine Freude aber nicht verloren. Er entwickelt sogar bei einem Elektroauto mit. Und so wird es demnächst einen Ego Bitter geben, wenn alles gut läuft. “Schauen Sie sich einmal diese DeDion-Hinterachse im Ego an, sie ist ein Kunstwerk”, schwärmt der Grandseigneur des deutschen Sportwagenbaus und seine Augen glänzen. Und hat mich schon halb überzeugt.

Dass er lieber in der Neuwagenhalle gewesen wäre mit einem glänzenden und blitzenden Stand, das kann Erich Bitter, der seine eigenen Sportwagen auch restauriert, trotzdem nicht verhehlen und denkt dabe sicherlich an die grossen Zeiten zurück, als Fussballer und Skirennfahrer sich darum rissen, einen Bitter CD zu kaufen.

Geht die Rechnung auf?

Ob der Weg der IAA-Organisatoren, sich von einer reinen Neuwagenmesse in Richtung Klassiker und Oldtimer zu öffnen richtig ist, müssen diese selber herausfinden. Aus Sicht Besucher, der sowohl für neue als auch alte Autos etwas übrig hat, ist die Motorworld-Halle 4 sicherlich eine sehenswerte Ergänzung.

Mercedes-Benz 300 SL (1958) - als Roadster und Flügeltürer bei Arthur Bechtel - IAA Heritage by Motorworld 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Ob die Rechnung für alle Beteiligten, also Messe-Organisator, Ausstellung und Besucher aufgeht, wird sich zeigen, wenn die 69. IAA in zwei Jahren ihre Tore öffnen wird, oder eben nicht.

Bilder zu diesem Artikel

Quelle:
von ma******
18.09.2019 (18:24)
Antworten
gabs den nicht schon mal :
San Yuan Crossover Concept (2019) - aus Taiwan alias Sbarro Monster G 1987 ...
von le******
17.09.2019 (18:25)
Antworten
Ich war auch positiv von der Halle 4 überrascht und fand die Oldtimer eine gute Ergänzung, wobei ich mir doch noch ein paar Youngtimer gewünscht hätte ....
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