Der 356 Pre-A Speedster gehört zu den unverkennbarsten Sportwagen der frühen Porsche-Geschichte. Seine flache Frontscheibe, die knappe Karosserie und das minimalistische Interieur verleihen ihm eine Ausstrahlung, die selbst mehr als siebzig Jahre nach seiner Einführung immer noch die Fantasie beflügelt. Dieses Exemplar von 1955 verbindet den puren Charakter des frühen Speedsters mit einer ausführlich dokumentierten Restaurierung, einer besonderen Rallye-Historie und seltenen Details. Das Fahrzeug stammt aus einer Privatsammlung und wird derzeit über Route 66 Auctions auf dem Zwischengas-Marktplatz angeboten.
Inspiration durch Max Hoffman
Der Speedster erschien Ende 1954, unter anderem auf Initiative des einflussreichen amerikanischen Importeurs Max Hoffman, der nicht nur viele europäische Modelle einführte, sondern fast ebenso viele bei den Herstellern anregte. Auch im Fall des 356 sah er Potential für einen einfachen, aber relativ erschwinglichen Porsche, der sich sowohl auf öffentlichen Strassen als auch bei sportlichen Veranstaltungen einsetzen liess.
Porsche versah der 356 deshalb mit einer flachen, abnehmbaren Frontscheibe, einfachen Schalensitzen, einem schlichten Stoffdach und einem aufs Nötigste reduzierten Innenraum. Durch den Verzicht auf Komfort und überflüssiges Gewicht entstand ein leichter und direkter Sportwagen, der vollständig um das Fahrerlebnis herum konzipiert war.
Begehrt und selten
Die Bezeichnung «Pre-A» wird heute für jene Porsche 356 verwendet, die vor der Einführung des 356 A im September 1955 gebaut wurden. Von dieser frühen Speedster-Generation entstanden lediglich 1234 Exemplare. Aufgrund der geringen Stückzahl und seines wichtigen Platzes in der Historie von Porsche gehört der Pre-A Speedster zu den begehrtesten Ausführungen des 356. Das hier angebotene Exemplar wurde 1955 gebaut, im letzten Jahr der charakteristischen Pre-A-Generation, die noch den ursprünglichen Charakter des allersten Porsche-Modells in sich trägt,
Ohne überflüssige Elemente
Die Gestaltung des 356 Pre-A Speedster ist von Einfachheit geprägt. Die runden Kotflügel, das kompakte Heck und die stark abfallende Fronthaube bilden zusammen eine fliessende Silhouette. Die ausgesprochen niedrige Frontscheibe lässt den Wagen optisch noch länger und sportlicher wirken. Im Gegensatz zu vielen luxuriösen Cabriolets derselben Zeit braucht der Speedster kaum dekorative Elemente.Die Proportionen und funktionalen Details bestimmen das Design. Genau diese zielgerichtete Schlichtheit hat dazu geführt, dass das Modell zur Ikone geworden ist. Bei diesem Exemplar wird das Linienspiel durch die Lackierung in dunklem Schiefergrau betont. Der zurückhaltende Karosserieton bildet einen starken Kontrast zum roten Stoffdach und zu den sportlichen Details an der Front.
Umfassend dokumentiert
Der jetzt zur Versteigerung anstehende Speedster stammt aus einer Privatsammlung und wurde in Deutschland komplett neu aufgebaut. Vom Restaurierungsprozess existiert eine umfangreiche Fotodokumentatio, die bei einem klassischen Porsche dieses Niveaus unverzichtbar ist. Die Fotos geben Einblick in die ausgeführten Arbeiten und zeigen, wie der Verlauf der Restaurierung war. Die Qualität der Ausführung zeigt sich in der Karosserie, der Lackierung, dem Interieur und der technischen Präsentation.
Das besondere Augenmerk lag auf der Gestaltung des Innenraum mit seinem eigenen Charakter. Die schwarz-grauen Schalensitze sind in einer Kombination aus Leder und Alcantara ausgeführt, mit roten Paspeln als auffälligem Detail. Dieser Akzent passt schön zur Farbe des Stoffdachs. Das einfache Armaturenbrett, die klassischen Rundinstrumente und das grosse Lenkrad verweisen auf die funktionale Auslegung des Speedsters. Alles ist übersichtlich angeordnet und auf den Fahrer fokussiert. Die tiefe Sitzposition verstärkt dabei den direkten Kontakt zum Fahrzeug und zur Strasse.
Leistungsstarker Motor
Im Heck ist ein 356 Super 90-Motor eingebaut, gekoppelt an ein Viergang-Schaltgetriebe. Der Super 90 wurde ursprünglich für die spätere 356-B-Generation des Porsche 356 entwickelt und gehört zu den kräftigeren Motorvarianten der Modellreihe. In Kombination mit dem geringen Gewicht des Speedsters sorgt dieses Triebwerk für ein besonders sportliches Fahrerlebnis.
Der luftgekühlte Vierzylinder-Boxermotor, das kompakte Fahrzeug und die direkte Lenkung prädestinieren den Wagen für kurvige Strassen und historische Rallyes. Der Super-90 verleiht diesem Pre-A einen Leistungsschub, ohne dass dadurch der unverkennbare Charakter des klassischen 356 verloren geht. Es bleibt ein puristischer Porsche mit einem authentischen Fahrgefühl.
Rallye-Historie
Der Porsche 356 verdiente sich in den 1950er-Jahren einen starken Ruf im internationalen Motorsport. Obwohl der Hubraum relativ bescheiden war, machten die geringen Maße, die zuverlässige Technik und die ausgezeichnete Gewichtsverteilung das Modell sehr konkurrenzfähig.
Deser Speedster hat gemäss seiner individuellen Geschichte an historischen Rallye-Veranstaltungen teilgenommen, darunter der Mille Miglia und der Targa Florio. Damit ist er nicht nur ein schön restauriertes Sammlerstück, sondern zugleich ein Porsche, der sportlich eingesetzt wurde. und werden kann.
Rallye-Ausrüstung
Die Zusatzscheinwerfer, die Schutzgitter für die Scheinwerfer und die Lederriemen auf der Fronthaube passen zu dem Rallye-Anspruch. Sie geben dem Wagen eine funktionale Ausstrahlung und unterstreichen, dass dieser Speedster mehr ist als ein offener Sportwagen für Sonnenschein-Ausfahrten.
Genau die Kombination aus Restaurierungsqualität und aktivem Einsatz gibt diesem Exemplar seine ganz eigene, unverwechselbare Geschichte. Ein Auto mit Rallye-Historie trägt sichtbare Spuren einer Welt, in der klassische Porsche nicht nur ausgestellt, sondern vor allem gefahren werden.
Rudge-Zentralverschlussräder
Eines der exklusivsten Details dieses Porsche sind die originalen Rudge-Räder mit Zentralverschluss (Knock-off). Sie werden nicht mit mehreren Radschrauben, sondern mit einer einzigen zentralen Radmutter befestigt. So lässt sich ein Rad schnell wechseln – eine Konstruktion, die direkt aus dem Motorsport stammt. Rudge-Räder kamen nur bei einer begrenzten Anzahl von Porsche 356 zum Einsatz und sind heute besonders selten.
Originale Exemplare sind daher unter Sammlern und Kennern sehr gesucht. Die dunkel ausgeführten Räder mit polierten Rändern passen gut zur schiefergrauen Karosserie. Sie verleihen dem Speedster eine kraftvolle, funktionale Erscheinung und sind eine wichtige Ergänzung der besonderen Konfiguration dieses Fahrzeugs.
Stoffdach und Hardtop
Neben dem roten Stoffdach wird zum Fahrzeug ein Hardtop mitgeliefert. Das Stoffdach bildet einen ausgeprägten Kontrast zur dunkelgrauen Lackierung und passt gut zu den roten Akzenten im Innenraum. Das vorhandene Hardtop verleiht dem Speedster dagegen eine völlig andere Ausstrahlung. Zudem erweitert es die praktischen Einsatzmöglichkeiten bei längeren Fahrten, Winter-Rallyes und Veranstaltungen unter wechselnden Wetterbedingungen.
Ein Hardtop ist bei einem frühen Speedster eine seltene und attraktive Ergänzung. Das Vorhandensein beider Dachvarianten komplettiert die Ausführung dieses Porsche zusätzlich.
Zum Sammeln und zum Fahren
Der 356 Pre-A Speedster ist ein anerkanntes Sammlerobjekt. Dennoch liegt der Charakter des Modells nicht allein in seiner Seltenheit oder seinem Wert, sondern in seiner Bestimmung, aktiv gefahren zu werden. Die tiefe Sitzposition, die direkte Lenkung und die einfache Bedienung sorgen für ein Fahrerlebnis, das sich stark von dem moderner Sportwagen unterscheidet. Alles fühlt sich mechanisch und ungefiltert an. Damit eignet sich der Wagen besonders für die Teilnahme an historischen Veranstaltungen und Rallyes.
Dieser Porsche Speedster von 1955 vereint damit mehrere Qualitäten: ein frühes Porsche-Design, eine besondere Ausführung, eine umfangreich dokumentierte Restaurierung und eine echte Rallye-Historie. Der Porsche wird derzeit über Route 66 Auctions angeboten. Auf der Auktionsseite sind alle Fotos, weitere Informationen und das aktuelle Gebot einsehbar.




































































