Die Tradition der industriellen Fertigung in Vrchlabí reicht bis ins Jahr 1864 zurück, als ein lokaler Unternehmer die Firma Ig. Th. Petera & Söhne, die sich auf die Fertigung von Kutschen und englischen Sattlerarbeiten spezialisierte, gründete. Die Werkstatt wandelte sich zu einer Fabrik, die 1908 erstmals ein Automobil herstellte und von da an als privat geführtes Unternehmen massgeschneiderte Karosserien fertigte. 1946 wurde Vrchlabí Teil des damaligen Staatsbetriebes AZNP (Automobilové závody, národní podnik), was den Beginn der Škoda Fahrzeugproduktion einläutete. Als ikonischstes Modell aus Vrchlabí gilt der Škoda 1203, dessen erste Exemplare 1968 vom Band rollten.
Vrchlabí heute: CO2-neutrale Produktion
2012 transformierte Škoda Auto das Werk Vrchlabí in eine Komponentenfertigung auf neustem Stand der Technologie und baute eine neue Produktionshalle, in der die Produktion von automatischen Direktschaltgetrieben des Typs DQ200 gestartet wurde.
Von den jährlich 690’000 in Vrchlabí produzierten Getrieben kommt rund die Hälfte in Škoda Fahrzeugen zum Einsatz, die übrigen in anderen Modellen der Volkswagen Gruppe. Im Oktober 2023 feierte der Standort, der seit 2020 CO2-neutral betrieben wird, das fünfmillionste Schaltwerk. Die CO2-neutrale Produktion erreichte Vrchlabí durch den Wechsel auf erneuerbare Energien und den Ausgleich der verbleibenden Emissionen durch Kompensationsmassnahmen sowie CO2-Zertifikate.
Langjähriger Erfindungsreichtum
Auf dem Gelände des heutigen Werks Kvasiny hatte František Karel Janeček eine Fabrik errichtet, in der ab 1934 die Karosserien des Java 700 hergestellt wurden. Der Standort wurde 1945 von Škoda Auto übernommen, sodass die Produktionslinien Modelle wie den 1101 “Tudor”, den Roadster Felicia und das 110 R Coupé hervorbrachten. Sowohl die Fertigung des Superb OHV und des Octavia Combi, als auch der Bau von Rennwagen wie der 200 RS erfolgte in Kvasiny.
2002 begann die Produktion der ersten modernen Superb-Generation, deren erstes Plug-in-Hybridmodell 2019 auf den Markt kam. Bis Juni 2024 liefen in Kvasiny seit der Aufnahme in die Volkswagen Gruppe im Jahr 1991 mehr als vier Millionen Škoda Fahrzeuge der unterschiedlichsten Baureihen vom Band, aktuell die SUV-Modelle Karoq und Kodiaq sowie der überarbeitete Octavia. Auch Kvasiny spielt bei den Nachhaltigkeitsinitiativen von Škoda Auto eine wichtige Rolle, denn derzeit stammen bis zu 90 Prozent des im Werk eingesetzten Stroms aus erneuerbaren Quellen.











































Kommentare