Seit 31 Jahren veranstaltet die Lebenshilfe Gießen e.V. eine Spendenaktion zu Gunsten von Menschen mit Behinderung. Als gemeinnütziges Unternehmen unterstützen wir über 3000 Menschen mit und ohne Behinderung dabei, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Mit rund 1800 engagierten Mitarbeitenden und neun Tochtergesellschaften sind wir in über 70 Einrichtungen und Diensten in Stadt und Landkreis Gießen aktiv. Unsere umfassenden Angebote reichen von Kinder- und Familienzentren über Jugendhilfe bis hin zu Bildungs-, Arbeits- und Freizeitmöglichkeiten sowie Beratungen für Menschen mit und ohne Behinderung.
Der Dank gilt den Spendern der automobilen Schmuckstücke. 15 attraktive Old- und Youngtimer warten bei der 31. Oldtimerspendenaktion neben vielen weiteren gespendeten Preisen auf glückliche Gewinner:
1. Preis: Mercedes-Benz 220 S Cabriolet
Der Mercedes Ponton hat mittlerweile schon längst Legendenstatus erreicht. Als dann 1955 auf der IAA in Frankfurt auch noch das Cabriolet vorgestellt wurde, war Mercedes mit diesem Modell in der Oberklasse auf der technischen Überholspur. Das Ponton Cabrio – der 220 S – war der erste Viersitzer mit einer selbsttragenden Karosserie und einem offenen Aufbau, ganz ohne Dachstreben, dank außergewöhnlich starker und verwindungssteifer Bodengruppe. Diese Konstruktion forderte allerdings auch ihren Tribut: Der 220 S bringt schon leer stolze 1450 Kilogramm auf die Waage.
Das Gewicht fällt im Alltag aber dank des 2,2 Liter großen 6-Zylindermoters vom Typ M180II mit 100 Pferdestärken nicht wirklich auf. Die Fahrleistungen erinnern an die der damaligen Tourenwagen. Von 0 auf 90 Km/h beschleunigt das Ponton Cabrio in rund 15 Sekunden, Schluss ist erst bei Tempo 160.
Zu Recht wird der 220 S als Vorreiter der später folgenden S-Klasse Cabriolets und SLs angesehen. Daran lässt auch der damalige Grundpreis in Höhe von 21.500 D-Mark keinen Zweifel.
Zum Vergleich: Ein VW Käfer kostete zur gleichen Zeit 3.750 D-Mark, die Ponton – Limousine gab es ab 12.500 D-Mark.
Dieses Exemplar aus dem Jahr 1956 besticht durch die tolle Farbkombination mit glanzschwarzem Lack und roter Lederausstattung und wartet auf viele schöne Ausfahrten.
Der Mercedes-Benz wurde von Manfred Langen gespendet.
2. Preis: Chevrolet Corvette C3 Targa
Die Chevrolet Corvette war in der 1950er Jahren die amerikanische Antwort auf die europäischen Sportwagen. Die Corvette C3 wurde im Herbst 1967 als dritte Generation eingeführt und war durchgängig von einem neuen Design – dem sogenannten Coke-Bottle-Design – geprägt. Angeblich hat dieses Design auch die deutschen Ingenieure bei der Entwicklung des Opel GT inspiriert, aber hier lässt sich vortrefflich darüber streiten, ob das tatsächlich so gewesen ist.
Unser Modell aus dem Jahr 1980 ist sogar mit einem Targadach ausgestattet, dem sogenannten T-Top mit den herausnehmbaren Dachhälften aus Glas, welche für ein cabrioähnliches Frischluftvergnügen sorgen…
Der rote Sportwagen ist mit dem klassischen 5,7-Liter Small-Block V8 Motor mit 190 PS und einem Automatikgetriebe ausgestattet, mit dem es sich vortrefflich „cruisen“ lässt.
Wer es darauf anlegt, kann den Flitzer aber auch in gut 8 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen, bei Bedarf rennt die Corvette sogar 200 km/h.
Aber angesichts des Fahrverhaltens (manche Autotester verglichen das Fahrverhalten mit einem Känguru) ist das entspannte Cruisen auf Landstraßen eher passend zum Charakter der Corvette C3. Die rote Innenausstattung passt mit den Ledersitzen perfekt zum klassischen roten Lackkleid der Corvette. Mit offenem Targadach bei schönem Wetter einfach dem bulligen V8-Sound lauschen, so lässt sich mit diesem „Sportwagen“ der klassische „american way of drive“ am besten genießen.
Die Corvette wurde von Stefan Schranz gespendet.
3. Preis: Mercedes 560 SEC
Der Mercedes 560 SEC (C126) war 1981 bei seiner Präsentation die Spitze des deutschen Automobilbaus. Der Slogan von Mercedes lautete damals: Das Beste oder nichts.
Im Zeitraum von 1981 bis Ende 1991 entstanden über 76.000 Mercedes S-Klasse-Coupés, welche es ausschließlich mit V8-Motoren und Automatikgetriebe gab. Den Einstieg bildete der 380 SEC mit 204 PS (später gab es noch den 420SEC mit bis zu 224 PS), darüber rangierte der 500 SEC mit 231 PS. Der 560 SEC war das Flaggschiff von Mercedes. Ein 5,6-Liter V8-Motor mit bis zu 279 PS (mit Kat) sorgte für Kraft im Überfluss und absolute Souveränität beim Fahren. Trotz des Leergewichts von 1760 Kg beschleunigte der 560er SEC in 7,2 Sekunden auf Tempo 100 und war maximal 240 Km/h schnell. Das hohe Drehmoment von 430 Nm sorgt für überlegene Fahrleistungen in allen Lebenslagen. Der Einstiegspreis für den Mercedes 560 SEC lag 1987 bei knapp 140.000 D-Mark.
In der Mercedes-Hierarchie war es Tradition, dass die Coupés über den Limousinen angesiedelt waren und zudem besser ausgestattet, aber auch teurer waren. So gab es ausschließlich Einzelsitze im Fond sowie zahlreiche elektrische Helfer für Fenster, Sitze, Spiegel und sogar Gurtreicher. Klimaanlage, Sitzheizung, Lederausstattung und elektrisches Schiebedach sind nur einige Extras, die unser 560er mit an Bord hat.
Mit gerade mal 169.000 Kilometern auf dem Tacho ist dieser Wagen aus dem Jahre 1989 gerade eingefahren und freut sich auch weitere Ausfahrten mit seinem neuen Besitzer. Mit seinen 510 Litern Kofferraumvolumen und seinem 90-Liter-Tank ist dieses Sportcoupé auch absolut reisetauglich. In dezentem Schwarz-metallic mit grauer Lederausstattung ist dieses Exemplar ein absoluter Understatement-Kraftprotz.
Das Mercedes-Coupé wurde von Hans-Peter Meyerhoff gespendet.
4. Preis: Citroën ID 19
Die ID19 ist – platt gesagt – eine abgespeckte Version der DS. Dabei ist die ID eigentlich eine der spektakulärsten Fahrzeuge von Citroen. Die Technik unter dem Blech stammt noch vom „Traction Avant“, und auch die Hydropneumatik hatte Citroën schon länger im Programm. Die Faszination der ID 19 liegt aber in der Kombination von Technik und Optik. Ein derart aufregendes Design gepaart mit absolutem Fahrkomfort gab es bis dahin in dieser Form noch nicht. Das Fahrwerk federt so weich, dass es oft mit einem Wasserbett auf Rädern verglichen wird.
Hinzu kommt die Wohnzimmerähnliche Innenausstattung: Einmal in den Polstern niedergelassen, möchte man gar nicht mehr aussteigen.
Die ID 19 ist auch als das „Fantomas“ – Auto bekannt… der französische Bösewicht fuhr in seinen gleichnamigen Filmen oft mit diesem typisch französischen Wagen – der bei Bedarf auch Flügel ausklappen konnte und davonflog. Sein Verfolger – Louis de Funès - blieb dann staunend zurück.
Dieses Modell hier stammt aus dem Jahre 1965 und ist mit dem 1,9-Liter Motor ausgestattet. Die 69 PS reichen aus, um die 4,81 Meter lange Sänfte auf bis zu 150 Km/h zu beschleunigen.
Der Citroën wurde von Kai Gladigau gespendet.
5. Preis: Porsche 944 S2 Cabrio
Der Porsche 944 wurde auf Basis des Porsche 924 entwickelt und wurde 1982 auf dem deutschen Markt eingeführt. Sowohl bei Preis als auch bei der Leistung war der 944 zwischen dem 924 als „Einstiegsporsche“ und dem klassischen 911er angesiedelt. Basismotor beim 944 war ein 2,5-Liter Vierzylindermotor mit 150 PS.
Unser 944 S2 Cabrio aus dem Jahr 1990 stammt ursprünglich aus des USA und ist mit dem großen 3 Liter Vierzylindermotor mit 211 PS ausgestattet, der mit seinem hohen Drehmoment von 280 Nm bei 4000/min über ausreichend Leistungsreserven in allen Lebenslagen verfügt. Zu dieser Zeit war dies der Reihenvierzylindermotor mit dem größten Hubraum in einem Serien-PKW, den es zu kaufen gab.
Kennzeichnend für dieses Modell ist die sogenannte „Transaxle-Bauweise“, der Motor sitzt leicht hinter der Vorderachse, das Getriebe und der Achsantrieb sitzt hingegen im Heck des Fahrzeugs. Dadurch konnte eine ausgewogene Gewichtsverteilung von 48:52 (Front:Heck) erreicht werden, was für ein ausgesprochen neutrales Fahrverhalten und gute Traktion sorgt.
Der Porsche 944 S2 Cabrio ist ein damit echter Sportwagen, mit dem man ganz entspannt mit geöffnetem Dach über die Landstraße cruisen kann, bei Bedarf aber auch sportlich unterwegs ist. Dank seiner 211 PS beschleunigt der Wagen in gut 7 Sekunden auf Tempo 100, der Vortrieb endet erst bei 240 Km/h. Damit war man 1989 auf jeden Fall im echten Sportwagensegment auf deutschen Straßen unterwegs, auch auf kurvigen Strecken.
Die Farbkombination mit dem dunkelblauen Lack und der beigefarbenen Lederausstattung ist auch heute noch genauso elegant und sportlich wie 1989.
Ausgestattet mit zahlreichen Extras wie Tempomat, Klimaanlage, elektrischen Ledersitzen und elektrischem Cabrioverdeck lässt dieser Wagen keine Komfortwünsche offen.
Den Porsche verdankt die Oldtimerspendenaktion Willibald Sehr.
6. Preis: Mercedes-Benz 230 C W123
Die Coupé-Variante des Mercedes W123 überzeugt noch heute mit gediegenem Auftritt und dezenter Eleganz. Von Vorne und von Weitem kann man das Coupé leicht mit der Limousine verwechseln, so dezent sind die optischen Veränderungen. Und das, obwohl die B-Säule fehlt und der Radstand verkürzt wurde, von den Hintertüren mal ganz abgesehen.
Der 230 C ist ein echter Klassiker. Er vereint Eleganz, Nutzwert und Raumgefühl, überzeugt aber gleichzeitig mit Robustheit, Zuverlässigkeit und Alltagstauglichkeit. Dieses Exemplar aus dem Jahr 1984 ist in edlem Silbermetallic lackiert, was den dezenten Auftritt noch einmal unterstreicht.
Der M115 – Vergasermotor hat 2,3 Liter Hubraum und holt aus den 4 Zylindern beeindruckende 109 PS. Gekoppelt an das 4-Gang-Automatikgetriebe sorgt das für kraftvolles und gleichzeitig entspanntes Vorankommen, wenn es sein muss bis zur Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h.
Der Mercedes wurde von Rames Kussebi gespendet.
7. Preis: MGB GT Roadster
Der 1962 präsentierte Roadster war das erste Modell der MGB – Reihe. Der Roadster ist ein reiner Zweisitzer, der dem Triumph TR4 oder auch dem Sunbeam Alpine in England dir Stirn bieten sollte. Der Roadster begeistert durch eine solide Technik und vor allem durch einen hohem Spaßfaktor.
Der Motor hat 1,8 Liter Hubraum und leistet 95 PS und ist gut für 170 Km/h Spitze.
Dieses Exemplar stammt aus dem Jahr 1965 und präsentiert sich in strahlendem Weiß lackiert und mit schwarzer Lederausstattung. Und für Deutschland hat er das Lenkrad auch auf der „richtigen“ Seite – nämlich links.
Die Speichenräder passen perfekt zu den Chromstoßstangen und den Türgriffen in gleicher Optik. So wie es sich für einen britischen Klassiker gehört.
Dieses Auto wartet geradezu auf schönes Wetter. Mit geöffnetem Verdeck auf der richtigen Straße macht dieser Wagen am meisten Spaß.
Den MGB hat Birgit Weiler gespendet.
8. Preis: Opel Kadett AL Super
Der Opel Kadett ist quasi der Grundstein einer automobilen Familientradition bei Opel, die bis zum heutigen Astra reicht. Ohne den 1962 vorgestellten Opel Kadett A wäre Opel heute sicher nicht so erfolgreich. 1957 erteilte die Konzernmutter GM Opel den Auftrag, einen „perfekten Anti-VW“ zu konstruieren, um den Erfolg des VW Käfer etwas entgegensetzen zu können.
Im Vergleich zu heutigen Fahrzeugen wirkt der Kadett A wie ein Kleinstwagen, zählte aber damals zur unteren Mittelklasse. Aber vier Erwachsene haben in der nicht einmal 4 Meter langen selbsttragenden Karosserie durchaus angemessen Platz.
Der 1,0-Liter Vierzylindermotor mit 47 Pferdchen hat mit dem gerade mal 670 Kilogramm leichten Wagen keine Mühe, wobei die damals zugesicherte „sportliche Gangart“ in Relation zu sehen ist. Dazu haben sicherlich auch die schmalen Reifen auf den kleinen 12 Zoll-Felgen beigetragen. Das vollsynchronisierte Viergang-Schaltgetriebe hat den Ganghebel nun nicht mehr am Lenkrad, sondern zwischen den Vordersitzen auf dem Wagenboden. Angetrieben werden die Hinterräder, die an einer Starrachse montiert waren, für die Verzögerung sorgen Trommelbremsen an allen 4 Rädern, auch aus der Höchstgeschwindigkeit von 130 Km/h.
Der Grundpreis betrug damals 5775 D-Mark für einen Opel Kadett AL, somit kostete die „L-Version“ ganze 450 D-Mark mehr als das Basismodell und verwöhnte den Fahrer mit mehr Komfort.
Dieses Exemplar aus dem Jahre 1965 hat eine Zweifarblackierung in weiß mit schwarzem Dach und ist sogar mit einem Schiebedach ausgestattet.
Unser Kadett AL Super war das Hochzeitsauto des Spenderpaares und wurde anlässlich der Silberhochzeit 2023 zurückgekauft um es danach der Lebenshilfe-Gießen e.V. zu spenden.
Der hübsche Kadett ist Michael Noll zu verdanken.
9. Preis: Renault 4 CV
Der Renault 4 CV ist ein klassischer viertüriger PKW aus Frankreich, der von 1946 bis 1961 gebaut wurde und quasi die französische Antwort auf den VW Käfer sein sollte. Da dieses Modell noch während und kurz nach dem zweiten Weltkrieg gebaut wurde, haben die Autobauer die Restposten der Tarnfarbe des früheren deutschen Afrikacorps verwendet. Die spezielle Form des 4 CV in Kombination mit dieser sandbeigen Tarnfarbe brachte dem Wagen in Frankreich den Spitznamen „Butterklumpen“ ein. In Deutschland ist der 4 VC als „Cremeschnittchen“ bekannt. Der Begriff stammt aus dem Saarland, wo bis 1959 eine Zollunion mit Frankreich bestand und der 4 CV 75% aller Neuzulassungen ausmachte. Das klingt auch viel Besser als „Butterklumpen“.
Wie der VW Käfer hat auch der 4VC einen Vierzylindermotor im Heck, allerdings Wassergekühlt und in Reihe. Im Gegensatz zum VW Käfer hat der 4 VC 4 Türen, die alle an der B-Säule befestigt sind. Damit hat der 4CV wie auch unser Topolino vordere „Selbstmördertüren“.
Der Vierzylinder im Heck dieses 1957 gebauten Modells holt aus seinen 747 ccm³ ganze 21 Pferdestärken, damit kann man den Wagen bis auf 100 Stundenkilometer beschleunigen.
Heute ist der 4 CV ein seltenes Fahrzeug auf deutschen Straßen geworden und wird immer wieder wegen seiner Form und seiner Selbstmördertüren bestaunt.
Das “Crèmeschnittchen” wurde von Bernd Beierbach gependet.
10. Preis: Fiat Topolino 500 A von 1938
Dieser 1938 gebaute Fiat 500 A Topolino war die italienische Antwort auf die DKW F1 und Morris Minor. Anfang der 1930er Jahre sollte Fiat ein kompaktes sowie sparsames Auto entwickeln, das die Verbreitung des Automobils insgesamt in Italien möglich machen sollte. Zwar heißt der Fiat „500“, der Vierzylinder hat jedoch 569 ccm Hubraum und mobilisierte ganze 13 Pferdestärken. Bei einem Leergewicht von 535 Kilogramm reichte das aus, um Problemlos im Stadtverkehr mitzuschwimmen und – wenn man es denn darauf anlegte – mit 85 Kilometern pro Stunde über die Straßen zu brausen.
Der Motor verfügt über eine damals technische Besonderheit: nämlich seitliche Ventile, die für den niedrigen Aufbau des Motors verantwortlich sind. Der erhöht hinter dem Motor montierte Kühler benötigte keine Pumpe, um das Wasser umzuwälzen, da er das Kühlerprinzip nutzte, bei dem wärmeres Wasser nach oben befördert wurde, das sich wieder abkühlte, während es durch den Kühler zurück in den Motor floss.
Der Name „Topolino“ bedeutet auf Deutsch „Mäuschen“, und die Kombination aus den seitlich abstehenden Kotflügeln mit den aufgesetzten Scheinwerfern erinnert von vorne tatsächlich an das klassische „Micky Maus – Gesicht“. Die hinten angeschlagenen „Selbstmördertüren“ und der Radstand von etwa 2 Metern sorgen für ein gutes Raumgefühl für 2 Personen, auf der Rückbank sitzt man lieber nur dann, wenn das große Faltdach geöffnet ist.
In seiner weinrot-schwarzen Lackierung ist dieser Kleinwagen ein Paradebeispiel früher italienischer Automobilbaukunst und zieht wo immer er steht und fährt alle Blicke auf sich.
Der Dank für den kleinen Fiat geht an Gottfried Lindenmayer.
11. Preis: BMW 318i Cabrio
Dieses BMW Cabrio aus dem Jahre 1994 gehört zu der beliebten Baureihe E36. Als Nachfolger des BMW E30 hatte der BMW E36 bei seinem Debut 1993 auf den Autosalon in Genf neben einer komplett neuen Optik auch viele technische Neuerungen. Spätere Modelle waren schon mit Airbags für Fahrer und Beifahrer ausgestattet, und auch dank ABS sorgte er neben der BMW-Slogan-typischen Fahrfreude auch für Fahrsicherheit. Gerade bei Cabrios ist auch ein Überschlag für die Insassen sehr gefährlich, weshalb BMW beim E36 Cabrio ein neues „Überrollschutzsystem“ verbaut hat, bei dem innerhalb weniger Millisekunden hinter den Fondsitzen angeordnete Schutzbügel herausschnellen. Dadurch konnte bei größtmöglicher Sicherheit auf einen feststehenden Bügel verzichtet werden.
Der 1,8-Liter Vierzylindermotor mobilisiert 115 muntere Pferde, mit denen das Cabrio absolut ausreichend motorisiert ist. 194 Km/h Spitze sind da schon respektabel.
Mit Platz für 4 Personen und 210 Litern Kofferraumvolumen lassen sich auch Tagesausflüge gut realisieren.
Auch die Ausstattung lässt kaum Wünsche offen: Ledersitze, Sitzheizung, elektrische Fensterheber, Metalliclackierung, Alufelgen und sogar eine nachgerüstete Klimaautomatik sind mit an Bord. Der BMW E36 Cabrio ist ein zeitloser Klassiker, der besonders in der Farbkombination mit scharzem Metalliclack, schwarzen Stoffverdeck und schwarzen Ledersitzen sehr edel und exklusiv wirkt. Vor allem aber auch, weil sich der Wagen im Originalzustand präsentiert und auf das oft verbaute „zeitgenössische Tuning“ – vor allem optisch – verzichtet.
Der BMW wurde von Tobias Hoffrecht gespendet.
12. Preis: Fiat Panda
Der Fiat Panda ist einer der coolsten Kleinwagen aus Italien. Er wurde in seiner ursprünglichen Form von 1980 bis 2003 gebaut und insgesamt über 4 Millionen Mal verkauft. Das macht ihn zu einem der erfolgreichsten Fiat überhaupt.
Das Design stammt von Giorgetto Giugiaro und wurde liebevoll als „Haushaltsgerät auf Rädern“ charakterisiert. Der Panda sollte wie eine Jeans sein: ein praktisches Kleidungsstück ohne jegliche Zierde. Den Panda gab es ausschließlich als Dreitürer mit großer Heckklappe, und Komfortextras sucht man hier vergeblich.
Der Motor mit 847 ccm³ leistet 34 PS und ist gut für 125 Km/h Spitze. Es darf nur nicht bergauf gehen und es dürfen keine Mitfahrer an Bord sein. Mittlerweile hat auch der Fiat Panda Kultstatus erreicht,
Dieses Exemplar stammt aus dem Jahr 1982 und präsentiert sich in nahezu neuwertigem Zustand. Er hat alles, was es zum Autofahren braucht, und gerade in den heutigen Zeiten, in denen die modernen Autos dem Fahrer das Fahren nahezu abnehmen, ist es eine erfrischende Erfahrung, mal ein puristisches Auto ohne elektronische Helferlein oder komfortable Extras zu fahren.
Diese selten gewordene “tolle Kiste” wurde von Wolfgang Schwanke gespendet.
13. Preis: VW Jetta I
1979 erweiterte Volkswagen mit dem Jetta seine Modellpalette um ein weiteres Modell, weil vor allem im nordamerikanischen Raum eher Limousinen als Schrägheckmodelle gefragt waren. Der Jetta war eine vom VW Golf abgeleitete kompakte Limousine, die sich sehr schnell den Spitznamen „Rucksackgolf“ eingehandelt hatte. Den Jetta gab es sowohl als 2- als auch als 4-Türer und hatte einen mit über 500 Litern geradezu üppigen Kofferraum. In der Folge wurde der Jetta das meistverkaufte europäische Auto in den USA, Mexiko und Kanada.
Da der Jetta von Beginn an ab Werk Hohlraumkonserviert war, ist der Wagen gut gegen Rost geschützt. Das merkt man auch bei diesem silber-metallic farbigen Modell aus dem Jahre 1982, welches sich nach 43 Jahren immer noch rostfrei präsentiert und mit nicht einmal 120.000 Kilometern gerade mal eingefahren ist. Mit dem verbauten Viergang-Schaltgetriebe ist eine Höchstgeschwindigkeit von 147 Km/h möglich, den Standardsprint auf 100 Stundenkilometern absolviert dieser Jetta in 15 Sekunden.
Der 1,3-Liter-Motor leistet 60 PS, mit denen man auch heute noch problemlos im Verkehr mitschwimmen kann. Dank des großen Kofferraums und ausreichend Platz für 4 Erwachsene ist er immer noch ein idealer, alltagstauglicher Reisewagen.
Den frühen Jetta verdankt die Spendenaktion Michael Dams.
14. Preis: Honda Goldwing GL 1100
„Warum kauft man sich mit ca. 55 Jahren eine alte Gold Wing Baujahr 1980 und das im Jahr 2019? Zu einem Zeitpunkt wo es deutlich modernere Motorräder gibt, mit ABS und mehr Power? Oder warum nicht eine moderne aktuelle Gold Wing mit Sitzheizung, 6 Zylinder und viel Schnick-Schnack?
Ich will´s erklären:
1974 wurde die erste Gold Wing in Deutschland von Honda präsentiert. Das war eine GL 1000. Damals war ich 9 Jahre alt und noch viel zu jung um überhaupt einen Motorradführerschein zu machen. Aber als die Maschine in einem exquisiten Kaufhaus in Stuttgart im Haupteingang präsentiert wurde und man sich für 5 DM draufsetzen und fotografieren lassen konnte, da begann die Liebe zu dieser Modellreihe. (siehe Foto; ich auf gelber GL1000).
Ab da war mir klar, ich mach den Motorradführerschein und kaufe mir dann mit 18 eine Gold Wing. Ein Original-Prospekt von 1980 durfte in der Sammlung natürlich nicht fehlen (siehe Bild). Nun denn, mit 16 Jahren dann das erste Leichtkraftrad, aber eine Mini Gold Wing gab´s nicht, so wurde es eine Suzuki GT80L (Chopper mit viel Chrom, also fast ne Gold Wing). Aber mir wurde dann auch klar, dass eine Gold Wing doch nicht ganz billig ist. Der Kaufpreis und Unterhalt, vor allem die Versicherungen damals 1982 waren sehr hoch. So wurden kleinere und billiger Maschine gekauft um Fahrerfahrung zu sammeln und Geld zu sparen.
Aufgrund von Beruf und Familie geriet dann die Gold Wing etwas in Vergessenheit. Aber irgendwie kreuzte sie immer meinen Weg. Und eines Tages stand eine Gebrauchte bei einem Honda-Händler. Da passierte es dann, sie wurde gekauft. Keine GL1000, aber eine GL1100 mit viel Chrom. Und so wurde diese poliert und geputzt und gefahren. Denn so ein Reisedampfer will bewegt werden. So waren viele Ausflüge in den Schwarzwald, Schwäbische Alb und in die Vogesen mit dabei (siehe Bild). Ohne Probleme 500km am Stück fahren ohne dass einem irgendwas weh tut. Bei Luftfederung fährt sie sich ja wie eine Citroën DS!“
Die Goldwing wurde on Matthias Wagner gespendet.
15. Preis: BMW R 1100 GS
„30 Jahre Spessartprinzessin oder „Ein Motorradleben ohne eine R 1100 GS ist möglich, aber sinnlos“
Mitte März 1994 stand ich in der BMW Niederlassung in Frankfurt und vereinbarte mit dem damaligen Verkaufsleiter (es gab nur einen Verkäufer nämlich Günter Bruder, mit dem ich mich heute noch treffe) eine Probefahrt.
Ein Termin war relativ schnell gefunden und ich durfte einen ganzen! Tag das Motorrad zur Probefahrt haben. Nach sechs Stunden und ca. 280 km war für mich die Sache klar: Dieses Mopped muss es sein, zumal noch ohne Kat und überhaupt die erste Vorführmaschine der neuen Vierventiler GS-Moppeds.
Am 10. Mai 1994 erfolgte die Anmeldung und ein Tag später habe ich mit einem Kumpel die erste Tour unternommen. Thema war die Ostgrenze von Passau über Hof und Dresden bis Rügen, mit einigen Abstechern nach Tschechien und Polen, was 1994 noch ein kleines „Abenteuer“ darstellte. Die Rückfahrt von Rügen machten wir an einem Tag, was mit der GS gut ging.
Darauf folgten in den weiteren Sommern unzählige Reisen quer durch Europa, wie z. B. Provence (insgesamt mehr als zwanzigmal), franz. Zentralmassiv, Ligurien, Pyrenäen mit Andorra, Spanien bis kurz vor Portugal, Dolomiten, Lozere, Livignio, Seealpen und Monaco, Korsika, England, Wales, Irland, Nordirland, Schottland, BeNeLux, Dänemark, Schweden, Italien, Elsaß, Toskana mit San Marino, bis kurz vor Sizilien, Slowenien, Griechenland, Korsika, Österreich, Schweiz und Lichtenstein und dank DENZELs grosser Alpenstrassenführer unzählige Pässe und Kammstraßen, wie z. B. Assietta-Kammstraße, Ligurische Grenzkamm- Höhenstraße, alter Tendepass, Brenner- Grenzkamm- Straße, Col de Restefond, Col de Parpaillon, La Bonette, Col de I’lseran, Col des Champs, Col de Cayolle, Col de Vars, Flüelapaß, Timmelsjoch, Gaviapaß, Via Mala, Mont Ventoux, Furkajoch, Turracher Höhe, Splügenpaß, Großer St. Bernhard und viele viele mehr.
Nach zwanzig Sommer und 200'000 km habe ich mir im Herbst 2013 ein/ neues gebrauchtes Ersatzmopped gekauft, diesmal eine R 1150 GS, und habe meine Spessartprizessin nur noch bei gutem Wetter aus der Garage geholt und bin mit Ihr noch viele Touren durch den Spessart gefahren.
Vor ein paar Jahren habe ich mich letztendlich entschieden, meine Prinzessin der Oldtimerspendenaktion zu spenden, und dies auch nach dreißig Jahren und einem Monat getan.
In den dreißig Jahren musste ich dreimal außerhalb der Inspektionen in die Werkstatt, einmal war ein Simmering der Telelever undicht, einmal musste eine Zylinderkopfdichtung ausgetauscht werden (Kulanz nach zwei Jahren) und einmal war der Simmering beim Getriebe undicht. Dabei habe ich noch die Kupplung erneuern lassen, wobei alle Arbeiten/ Inspektionen von ein und demselben „Schraubergott“ (1.000 Dank an Tipi) ausgeführt wurden.“
Horst Haenlein hat das BMW-Motorrad gespendet.
Was man sonst noch wissen muss ...
Weitere Informationen zur Spendenaktion gibt es auf der Website. Mitmachen kann jeder, bereits mit EUR 5.00 kann man helfen. Den Betrag kann man auch direkt überweisen auf das Spendenkonto bei der Sparkasse Gießen, IBAN DE38 5135 0025 0200 6260 00, BIC SKGIDE5FXXX, aber bitte Namen und Adresse nicht vergessen.
Die Spendenerlöse fließen in diesem Jahr in den Aufbau einer Tagesbetreuung für Senioren mit geistiger Behinderung, in den Umzug unserer inklusiven Kunstgalerie Atelier23 in barrierefreie Räume, in den weiteren Ausbau unseres Begegnungsladens PlusPunkt für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf und weitere inklusive Projekte der Lebenshilfe Gießen e.V.
Alle Infos gibt’s auf der Website der Spendenaktion, Aktionsende ist der 20. Januar 2026.























































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