Bild Kooperations-Partner
Angebot eines Partners

90 Jahre Mazda-Automobilbau: mit Innovation auch mal gegen den Strom

Erstellt am 22. Dezember 2021
, Leselänge 4min
Text:
Mazda
Fotos:
Mazda Motors Deutschland GmbH 
10
Bruno von Rotz 
1
Mazda K360 (1959) – Blick in die Produktion des praktischen Dreirads
Mazda R360 Coupé (1960) – knuffiges Kei-Car mit vier Sitzen
Mazda Carol 600 (1962) – eigenständiges Design
Mazda Cosmo Sport 110 S (1967) – das erste Serienauto mit Zweischeiben-Wankelmotor
Mazda R100 Coupé (1968) – Leichtbauwagen mit traditionell japanischen weit vorne an den Kotflügeln angebrachten Rückspiegeln
Mazda RX-7 (1978) – vor der Studie RX-500 und dem Cosmo Sport 110 S

Im Herbst 1931 begann der Serienstart des allerersten Mazda-Motorfahrzeugs, des Mazda-Go. Mit diesem dreirädrigen Pick-up vollendete der Unternehmenspatriarch Jujiro Matsuda damals die Transformation des 1920 in Hiroshima zunächst als Korkhersteller gegründeten Konzerns Toyo Kogyo zu einem technologisch führenden Automobilhersteller.

Der erste Mazda war damals ein kühner Gegenentwurf zu den in Japan damals allgegenwärtigen großen amerikanischen Trucks und schnell erfolgreich. Ein 358 cm3 kleiner, aber effizienter Einzylinder-Viertakter mit gerade einmal 7 kW/9 PS Leistung trieb das agile Fahrzeug mit bis zu 500 Kilogramm Nutzlast auf der Pritsche an. Schon 1932 ging der Mazda-Go in den Export nach China und seit 1936 genießt er in Japan als Green-Panel-Van absoluten Kultstatus.

Bild Mazda-Go (1931) – das agile Dreirad wurde von einem Einzylinder-Viertakter angetrieben.
Mazda-Go (1931) – das agile Dreirad wurde von einem Einzylinder-Viertakter angetrieben.

In signalgrüner Farbe setzte dieser Mazda einen fröhlichen Kontrapunkt gegen das triste Grau im fernöstlichen Straßenbild, zugleich symbolisierte die Lackierung die Effizienz des Viergang-Getriebes, das den Verbrauch um 20 Prozent reduzierte. Als Härtetest schickte Firmen-Gründer Matsuda dreirädrige Mazda-Go DC und KC 1936 auf Rekordfahrt über 2.700 Kilometer japanische Staub- und Rüttelpisten – und machte das von Experten unmöglich Geglaubte wahr: Die Pick-ups überstanden die Tortur, woraufhin sich nordamerikanische Händler um deren Vertriebsrechte bemühten.

Erste Schritte ins Ausland

Auch in Europa machten die praktischen Gefährte ab den späten 1950er Jahren Mazda bekannt, besonders in Griechenland und Portugal. Zur gleichen Zeit dominierte in Japan ein 30 Typen umfassendes Transporter-Programm den nationalen Dreirad-Nutzfahrzeugmarkt. Schon 1940 hatte Mazda seinen ersten Pkw, eine auf Fahrspaß ausgelegte Kompaktlimousine, für die Großserienproduktion konzipiert, der Zweite Weltkrieg machte dem Hersteller allerdings einen Strich durch die Rechnung.

Bild Mazda K360 (1959) – Blick in die Produktion des praktischen Dreirads
Mazda K360 (1959) – Blick in die Produktion des praktischen Dreirads

Umso spektakulärer geriet 1960 die Antithese zum japanischen Volksauto, wie es das Industrieministerium in Tokio förderte: das Mazda R360 Coupé war keine frugale Kei-Car-Limousine im Drei-Meter-Format, sondern ein vollwertiger Viersitzer in schicker Coupé-Form und mit technischen Delikatessen wie Leichtbaukonstruktion und dem ersten Viertaktmotor im Segment. Mazdas erster Serien-Pkw etablierte sich als rekordverdächtiger Bestseller mit zeitweise 65 Prozent Marktanteil im Kei-Car-Segment.

Ergänzt wurde das Modellangebot durch Kompakte wie den 1961 vorgestellten Carol und den 1963 folgenden Familia, der schon damals gegen das Nutzfahrzeug-Image des Kombis ankämpfte. In diesem Jahr feierte Mazda die Auslieferung des ein-millionsten Fahrzeugs, und auch der Ausbau eines Netzwerks internationaler Produktionsstätten, zu dem später etwa Thailand, Mexiko, China und die USA zählen sollten, hatte mit einer Werkseröffnung in Korea begonnen.

Bild Mazda Carol 600 (1962) – eigenständiges Design
Mazda Carol 600 (1962) – eigenständiges Design

Auch unter Druck geistreich

Trotzdem sah das japanische Industrieministerium MITI keinen Platz mehr vor für Mazda in einem Plan, der die japanische Automobilindustrie regulieren sollte. Es ging also ums Überleben und Unternehmenspräsident Tsuneji Matsuda, Adoptivsohn und seit 1951 Nachfolger von Mazda-Gründer Jujiro Matsuda, sah sich veranlasst, erneut Automobile zu entwickeln wie es sie noch nicht gab und die diesmal Japan endgültig als global führende Industrienation bekannt machen sollten.

So erwarb Tsuneji Matsuda 1961 in Deutschland von NSU eine Lizenz zur Nutzung des Kreiskolben-Motors. Die Mazda-Ingenieure lösten alle technischen Probleme dieses Triebwerks und entwickelten vollkommen neue Fahrzeugkonzepte, in denen der Kreiskolben-Motor seine Vorteile ausspielen konnte. Mit legendären Modellen wie dem Cosmo Sport 110 S von 1967 als weltweit erstem Serienauto mit Zwei-Scheiben-Kreiskolben-Motor, dem Leichtbau-Coupé R100 von 1968 oder den Typen RX-2 bis RX-5 als globalen Markenbotschaftern, sowie dem keilförmigen Sportwagen RX-7 von 1978 brachte Mazda den Kreiskolben-Motor als einziger Hersteller in Millionenauflage.

Bild Mazda RX-7 (1978) – vor der Studie RX-500 und dem Cosmo Sport 110 S
Mazda RX-7 (1978) – vor der Studie RX-500 und dem Cosmo Sport 110 S

Globaler Erfolg

Vor allem aber verankerte sich Mazda dank dieses technologischen Leuchtturmprojekts ab 1967 in Europa, ab 1970 in den USA und ab 1972 auch in Deutschland als anerkannter Hersteller zuverlässiger Fahrzeuge mit unkonventionellen Konzepten. Zu diesem Erfolg – 1972 erreichte die kumulierte Mazda-Produktion schon fünf Millionen Einheiten – trugen auch die konventionell motorisierten Modelle bei. Schon für seine ersten Exportmodelle kooperierte der expandierende Autobauer mit der italienischen Carrozzeria Bertone, eine Zusammenarbeit, die zukunftsweisende Designs wie jenes der eleganten Mittelklassereihe Luce von 1966 hervorbrachte.

1977 war es der erste Mazda 323, der mit großer Heckklappe die Idee der modernen Kompaktklasse adaptierte, aber gegen alle Erwartungen vorerst ohne Frontantrieb erhältlich war. Eine Entscheidung, die besonders in Amerika gut ankam, wo man den Wagen liebevoll als “Mazda GLC – Great Little Car” bezeichnete.

Bild Mazda 323 (1979) – einer der erfolgreichsten Kompaktwagen
Mazda 323 (1979) – einer der erfolgreichsten Kompaktwagen

Vier Jahre später war die Zeit auch beim Mazda 323 reif für den Vorderradantrieb, aber die allein in Deutschland insgesamt über 800.000 Mal verkaufte Modellreihe überraschte weiterhin, so etwa mit dem 323 F von 1989 als erstem viertürigen Coupé. Im Jahr 1995 knackte die Produktion des 323 die 10-Millionen-Marke, dies zeitgleich zur Auslieferung des 30-millionsten Mazda aus japanischer Produktion. Dagegen sorgte der Mazda 626 in der Mittelklasse für Stückzahlen und Schlagzeilen. „Der Deutsche aus Japan", wie Medien die mit Allradantrieb und Allradlenkung ausgestattete Limousine nannten, gewann als erster japanischer Wagen Vergleichstests gegen süddeutsche Premiummodelle.

Zu dieser Zeit feierte auch eine andere Fahrspaß-Ikone große Erfolge: Mit dem MX-5 hatte Mazda 1989 den Roadster reanimiert, als das Segment bereits ausgestorben war. Heute ist der meistverkaufte Vertreter seiner Gattung aller Zeiten längst Produktionsmillionär und wird mittlerweile in vierter Generation gefertigt.

Bild Der erste MX-5 brachte 1989 einen gewaltigen Stein ins Rollen...
Der erste MX-5 brachte 1989 einen gewaltigen Stein ins Rollen...

Bilder zu diesem News-Artikel

News Bild
News Bild
News Bild
News Bild
News Bild
News Bild
Keine Kommentare
Neuen Kommentar schreiben
Möchten Sie einen Kommentar schreiben und mitreden?
  • Ganz einfach! Sie müssen lediglich angemeldet sein, das ist kostenlos und in 1 min erledigt!
  • Sie haben bereits einen Benutzernamen für Zwischengas?
    Dann melden Sie sich an (Login).
  • Sie haben noch kein Profil bei Zwischengas? Die Registrierung ist kostenlos und geht ganz schnell.
Bild Kooperations-Partner
Angebot eines Partners
Angebot eines Partners
Loading...
Oha! Kostenlos Texte und Fotos sehen?
Zwischengas auf allen Geräten
Einfach hier anmelden:
Neu hier?
1x kostenlos registrieren und dauerhaft Inhalte freischalten!