Tausende Besucher waren angereist, um in St. Moritz einen der wohl optisch eindrücklichsten und lebendigsten Concours d'Elégance zu bestaunen. War es in den Wochen zuvor generell aussergewöhnlich warm im Oberengadin, schaltete das Wetter nun – einen Tag vor The I.C.E. – spontan und pflichtgemäss um auf Winter und Schneefall. Und der hatte es in sich.
The I.C.E. versinkt sprichwörtlich im Schnee
Bereits bis Freitagabend wurden 60 cm Neuschnee erreicht. Die Veranstalter, welche am Morgen alle Programmpunkte für Freitag absagten und auf den Folgetag verlegten, mussten am Abend die nächste Hiobsbotschaft verkünden: Auch für Samstag durften keine Fahrzeuge oder Besucher auf das Eis. Dieses war gemäss Experten vor Ort zwar tragfähig, aber bereits mit zu viel Wasser und noch mehr Neuschnee auf der Oberfläche denkbar ungeeignet für Mensch und Maschine. Man hätte zahlreiche der aufregenden und seltenen Fahrzeuge wohl nur mit Pistenfahrzeugen und bis zur Gürtellinie unsichtbar über das Rund ziehen können, was durchaus weniger würdevolle Instagram- und Carspotter-Videos hervorgebracht hätte, als in den Vorjahren.
Plan B im Unterdeck der Serletta-Parkgarage
Hier warteten Sie nun in Reih und Glied und faszinierten gleichwohl Tausende Besucher, die hier Schlange standen. Besondere Fahrzeuge wie Lamborghini Jarama, Zagato Aster, Ferrari 250 LM Spider oder Abarth 750 Record – vielfach nur für diesen Anlass mit Spikes ausgestattet – hätte man gerne in blitzender Sonne über das Eis driften sehen. Hier unten, im fahlen Neonlicht des kalten Unterdecks, half indes nur die Phantasie der Betrachter. Doch diese sahen selbst unter diesen Umständen überwiegend glücklich aus; sogar nachdem sie meist 30 Minuten am Einlass hatten warten müssen, damit das Parkdeck nicht wegen Überfüllung schliessen musste.
Nun war man in 30 bis 45 Minuten auch fertig, selbst mit einem intensiven Rundgang. Und was macht man dann noch so in St. Moritz? Teure VIP-Ticket-Inhaber wurden immerhin zu anderen aktuellen Sehenswürdigkeiten eingeschleust, etwa der sehenswerten Design- und Kunstaustellung NOMAD.
Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass es immer wichtig ist, Ehrfurcht zu haben vor der Natur und dem Wetter: Denn das macht sowieso, was es will – sogar dann, wenn die besonders Glücklichen oder Wohlhabenden ihre vierrädrigen Schätze in einem einmaligen Ambiente zur Schau stellen wollen. Dafür darf man den Teilnehmern trotzdem einmal Danke sagen – schon angesichts ihres teils sehr grossen Aufwands oder spezieller Anreiserisiken, wie in diesem Jahr.
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Concours unter Tage
Immerhin: da schöne Autos überall schön aussehen, hat man den ursprünglich überirdischen Concours d'Elegance ebenfalls im Untergeschoss abgehalten und mit gewohnter Professionalität die Sieger ermittelt. Diese waren:
- Kategorie "Barchettas on the Lake": einer von nur fünf für Rallye-Einsätze gebauten Talbot-Lago T26 GS von 1950
- Kategorie "Concept Cars & One Offs": der kantige Flügeltüren-Flachmann Aston Martin Bulldog, der schon 1980 über 300 km/h schnell war
- Kategorie "Icons on Wheels": ein Delage D8-120 S mit De-Villars-Karosserie, der 1938 erstmals auf dem Concours de l’Auto de Printemps gezeigt worden war. Der elegante Zweisitzer gewann beim The I.C.E. 2024 auch den Titel "Best of Show"
- Kategorie "Open Wheels": der 1962er Cooper-Maserati T81 von Jo Bonnier
- Kategorie "Racing Legends: der Ferrari 275 P, der 1963 und 1964 die 24 Stunden von Le Mans sowie 1964 die 12 Stunden von Sebring gewonnen hat
Eine gute Nachricht zum Schluss: Es geht das Gerücht, die Veranstalter haben eine Versicherung gegen wetterbedingten Ausfall abgeschlossen. Das stimmt alle Interessierten derzeit zuversichtlich, dass die Veranstaltung weiterleben kann – und es schürt Vorfreude auf The I.C.E. 2025.









































































































































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