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Bild (1/10): Das Abschlussfoto - Porsche Soundnacht 2018 (© Emanuel Zifreund, 2018)
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    8. Porsche Soundnacht 2018 - Konzert für vier bis zwölf Zylinder

    25. Oktober 2018
    Text:
    Emanuel Zifreund
    Fotos:
    Emanuel Zifreund 
    (116)
    Porsche Soundnacht 2018 
    (4)
     
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    Die Porsche Soundnacht, deren ursprüngliche Aufgabe die Vermarktung einer Sound CD des Porsche Museums war, ist in ihrer achten Auflage zu einem Großereignis geworden. Deutlich über 3000 Gäste hatten in der Porsche Arena Platz. Die Zeiten, in denen die nur 911 Karten schon nach wenigen Stunden verkauft waren, sind vorbei; jetzt wird ein größeres Publikum angesprochen.
Der schon fast familiäre Charakter der Veranstaltung, die vormals im Porsche Museum zelebriert wurde, geht dabei allerdings etwas verloren.

    Eröffnungszene der Porsche Soundnacht 2018
    © Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

    Durch den Abend führten der bekannte österreichische Hörfunk- und Fernsehmoderator Walter Zipser und die TV-Moderatorin und Motorsportlerin Lina van de Mars, die sich die Bälle gekonnt zuwarfen, sodass keine Langeweile aufkam.

Wer sich wunderte einen weißen Panamera auf die Bühne fahren zu sehen, konnte anschließend eine Tanzperformance zum Thema „70 Jahre Porsche“ erleben. Die Akteure erzeugten die Musik durch das Berühren von Sensoren, welche am Auto angebracht worden waren. Dies war vielleicht ein Ausblick in Richtung der nächsten 70 Jahre. Doch nun zu den automobilen Raritäten und den Zeitzeugen aus ihrer Zeit.  

    1) Porsche 356 Roadster

    (Herbert Linge – Walter Röhrl 
– Baujahr 1948, 4 Zylinder Boxermotor, 1131 ccm, 35 PS)

    Porsche 356 Roadster auf der Bahn- Porsche Soundnacht 2018
    © Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

    Das Modell, das wirklich die Nummer 1 trägt, wurde 1948 in Gmünd in Kärnten gebaut und erhielt die erste offizielle Zulassung am 8ten Juni 1948 in Klagenfurt.
Herbert Linge, einer der ersten Lehrlinge bei Porsche,  und später dann 20 Jahre Co-Pilot, Versuchsfahrer, Betriebsleiter der Porsche Entwicklungsabteilung, und auch beim Carrera-Cup engagiert erzählte, dass der Lehrlingsmeister großen Wert auf eine korrekte Ausführung des Lehrplanes und gute Ergebnisse in der Gewerbeschule legte, daher ging’s erst später ans Schrauben und Arbeiten an den Fahrzeugen und Motoren.



    Der wie neu dastehende Roadster wurde von Walter Röhrl auf die Bühne gefahren, ein originelles Bild, der große Rennfahrer in dem kleinen Auto. Das Auto, mit dem der Mythos begonnen habe zu fahren, mache schon etwas nervös, meinte er, und ein bisschen länger hätte es auch sein dürfen, aber mit etwas gutem Willen geht alles.

 Unglaublich was man damals 1948 mit den beschränkten Mitteln dieser Zeit geschaffen hat.
 Eine Alukarosserie auf einem Stahlgitterrohrrahmen, von Volkswagen stammte die Mechanik und der Motor mit überarbeiteten Zylinderköpfen & 10 PS mehr. Es muss ein echtes Erlebnis gewesen sein, ein solches Auto nur 3 Jahre nach dem großen Desaster auf der Straße zu sehen.
„Oldtimer sind inzwischen meine Lieblingsautos“ meinte Röhrl, „denn dort habe ich das Gefühl, das ich dazu beitragen kann, dass das Auto gut fährt.  Bei neueren normalen Autos kann ich dazu nichts mehr beitragen, das fährt fast von alleine. In meiner Garage steht auch ein 356er, aber nicht der, den ich als ersten Porsche hatte.

    “
Auch bei Herbert Linge steht noch ein „normaler 911er“ in der Garage, ein nach seinen Angaben „ziviler Targa“, der nach wie vor genutzt wird. 
Dem geräuschtechnisch gesehen eher friedlichen Mittelmotor folgte später ein deutlich lauterer Rennbolide.

    2) Porsche 804 Formel 1

    (Valentin Schäffer – Herbert Linge 
– Baujahr 1962, 8 Zylinder Boxermotor, 1494 ccm, 180 PS 
)

    Wir alle wissen, Porsche war auf der Langstrecke lange das Maß aller Dinge. Was weniger bekannt ist, die kurze Präsenz in der Formel 1 und die dortigen Erfolge, der nächste Wagen zeugt davon.
 Neben Valentin Schäffer, dem Rennmotorenentwickler, auch „Turbo Valentin“ genannt, kam auch Herbert Linge auf die Bühne, der legendäre Siege auf der Mille Miglia 1954 einfuhr und neben dem Gesamtsieg auf der Rom-Lüttich zahllose weitere Erfolge auf seinem Konto verbuchen konnte. Beide haben zusammen über die Jahre bei Porsche viel erlebt und geschaffen.

    „Damals musste man bei Null anfangen, auch die Materialien waren noch nicht so weit entwickelt wie heute. Damals hatten wir noch hunderte Stunden am Prüfstand verbracht, jeder war bestrebt, vorwärts zu kommen“ erzählte Schäffer.
„Ich kann mich nicht erinnern, dass nach uns ein Team in die Formel 1 eingestiegen ist und bereits im ersten Jahr Siege eingefahren hat. Wir haben dann später noch sehr viel größere Erfolge erzielt, weshalb die frühen Formel 1 Leistungen wohl etwas in Vergessenheit geraten sind.“
Herbert Linge erinnerte sich: „am Nürburgring waren damals Zeiten um neun Minuten eine magische Grenze und mit dem Achtzylinder wollten wir natürlich darunter kommen, aber es hat einen  Gurney gebraucht, um mit dem Auto unter neun Minuten zu kommen und Gurney hat ja dann auch den Meisterschaftslauf mit diesem Wagen gewonnen.“

    Porsche 804 Formel 1 auf der Bahn- Porsche Soundnacht 2018
    © Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

    Die Soundprobe des Achtzylinders kündigte Zipser als „Weihnachten für das Trommelfell“ an und das war nicht zu viel versprochen. Linge meinte dazu noch: „man muss sagen, die kleinsten machen den größten Krach. Man hatte ja damals Helme, die waren nicht besonders gut gepolstert, da hatte man eher eine Nussschale auf dem Kopf, die vor allem 
gut aussah. Man saß direkt vor diesem offenen Motor, auch das Gebläse war ja nicht ganz so leise und wenn man so eine oder zwei Stunden mit diesem Auto gefahren war, dann habe man danach gar nicht gewusst, ob man den Motor jetzt abgestellt hatte oder nicht und schon für einige Stunden so ein Brummen im Kopf gehabt …“

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    3) Porsche 917 KH (Kurzheck Renntaxi)

    (Hans Herrmann - Richard Attwood 
– Baujahr 1971, 12 Zylinder 180° V-Motor, 4999 ccm, 630 PS)

    Richard Attwood, zum ersten Mal bei der Soundnacht dabei, scherzte, er sei schon öfters in Stuttgart in der Fabrik gewesen, aber dass Porsche eine eigene Arena habe sei ihm neu. Es sähe so aus als ob die alles bekämen was sie wollten, das müsse etwas mit der Leistung zu tun haben, frotzelte er und erntete damit seinen ersten Publikumslacher.

    Porsche 917 KH (Kurzheck Renntaxi) - in der Garage- Porsche Soundnacht 2018
    © Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

    Hans Hermann erinnert sich: „es war ein grandioses Auto. Dazu muss ich sagen, 1969 verlor ich ganz knapp gegen Jacky Ickx, den wir nachher auch noch sehen werden, und der auf einem GT 40 anderthalb Sekunden vor mir ins Ziel gefahren war. Unglaublich, mit 1,5 Sekunden - damals wurde in Le Mans der Abstand beim Zieleinlauf in Rundenzahlen, nicht in Sekunden angegeben!
Da sagte Piech:“Wir brauchten ein Auto mit dem wir Gesamtsiege holen würden und das ist uns 1970 ja dann auch gelungen“.


    Dann wurde es Zeit den Wagen mit der ausgefallenen Lackierung zu präsentieren.
 Auf die Frage ob er das Auto noch einmal in einem Rennen bewegen wolle, meinte Richard Attwood: “In my mind, yes und vielleicht klappt es ja nächstes Jahr in Goodwood zum fünfzigsten Geburtstag des 917.“ Sicher ist er sich aber: „Das ist der schönste Motor, den ihr heute Abend hören könnt!“


    In einem der angesehensten Motorsport Magazine in England wurde der Wagen mit der auffälligen Lackierung zum Publikumsliebling gewählt, „the most famous and most glamourous sports car ever“. Dem ist nichts hinzuzufügen. 
Hans Hermann, von van de Mars nach „dem Komfort des Renners befragt“ meinte nur: „Als Rennfahrer nimmt man bei einem schnellen Auto alles in Kauf. Es war wahnsinnig heiß, es war eng und man darf nicht vergessen, wir fuhren 1970 im Training mit 384 km/h auf der Geraden (Applaus). Aber wir wollten ja 24 Stunden fahren und am Ende Sieger sein und haben daher die Getriebeübersetzung anders abgestimmt, aber da ging er immer noch 360 km/h“.

    Zipser resümierte:„Schön, dass wir dieses Mal soviel Platz haben, dass man die Autos auch mal in Bewegung sieht, das ist doch etwas ganz anderes als wenn man sie nur stehen sieht, aber das war im Porsche Museum nicht zu machen.“
Nach dem Soundcheck verließ der Wagen, der als „Renntaxi“ in Weissach eingesetzt wurde, das wohl schnellste Taxi der Welt, die Bühne unter tobendem Applaus. 




    4) Porsche 911 Carrera RSR Turbo 2.1

    (Manfred Schurti - Gijs van Lennep – 
Baujahr 1974, 6 Zylinder Boxermotor, 2142 ccm, 500 PS
)

    Porsche 911 Carrera RSR Turbo 2.1 - on Stage- Porsche Soundnacht 2018
    © Copyright / Fotograf: Porsche Soundnacht 2018

    Eine unglaubliche Karosserie, ein unglaubliches Fahrzeug, und tolle Piloten, die damals damit unterwegs gewesen waren. Wir freuten uns auf Gijs van Lennep, der unter anderem Europameister auf diesem Fahrzeug gewesen war, sowie aus Lichtenstein auf Manfred Schurti. 

Er meinte: „Es sei schon wirklich etwas ganz Besonderes gewesen mit diesem Auto fahren zu dürfen, vor allem für einen Lichtensteiner“ ,und auf seinen Geburtstag am 24.Dezember angesprochen, „es ist etwas eigenwillig das ganze Jahr über ein Christkind zu sein. Nur als Kind gibt es dann eben Weihnachten und Geburtstag an einem Tag mit nur einem Geschenk … und als Jugendlicher hat man ein bisschen Probleme mit Freundinnen eine Geburtstagsparty zu schmeißen, aber jetzt ist es so, dass ich immer einen Haufen Leute einlade und kein Mensch kommt. Der Schwabe würde sagen, so hodd halt jedr sei Päckle zom traga.“



    Gijs van Lennep, der LeMans Sieger von 1971 und 1976, erläuterte wie es zu dem schwarzen Heckspoiler des Wagens gekommen war. Der Turbo hatte den großen Flügel hinten und Dr. Fuhrmann habe anschliessend gesagt: „Das sieht nicht mehr so aus, wie ein normaler Straßen-Carrera, da müssen wir den Flügel schwarz lackieren, dann fällt das nicht mehr so auf.“
„Wobei das mit dem Straßenauto nur mit dem kleinen Unterschied stimmte, dass es im Rennauto hinten keine Sitze sondern einen 120 Liter Renntank gab. In der Serie lag der Tank vorne. Dort war der Serientank allerdings leer, ergab das eine völlig andere Straßenlage und daher wanderte der Tank nach hinten, auch wenn das zu einer Gewichtsverteilung von 70% hinten und 30% vorne führte.“

„Man musste allerdings lernen, diese ersten Turbos zu fahren. Das Turboloch war groß, wenn man Gas gab dauerte es lange, bevor der Turbolader richtig loslegte. Also musste man bei Meter 20 Gas geben, wenn man die Leistung bei Meter 50 brauchte, aber auch das kann man lernen.“ 

    Zu dem zweiten Platz in Le Mans und dem damals noch unerprobten Turbomotor befragt, erzählt der Rennfahrer: „Die Ingenieure bei Porsche sind so Klasse, die hatten einen Turbo- Motor gebaut, der beim ersten Rennen in Le Mans bis zum Ende durchfuhr. Wir hatten nur ein kleines Problem mit dem Getriebe, wir verloren den 5ten Gang.
Auf manchen Abschnitten konnten wir nur 230 km/h fahren, andere fuhren mit 300 dran vorbei, aber die haben dann 45 min an der Box gestanden und so wir sind Zweiter geworden.“ Das sind die Geschichten aus Le Mans, die das Publikum liebte.



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    5) Porsche 935/78 „Moby Dick“

    (Jacky Ickx - Norbert Singer
 – Baujahr 1978, 6 Zylinder Boxermotor, 3211 ccm, 750 PS

)

    Porsche 935/78 „Moby Dick“- on Stage- Porsche Soundnacht 2018
    © Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

    Zum ersten Mal auf einer Porsche Soundnacht war auch Jacky Ickx dabei, der Formel 1 Vizeweltmeister, 6-facher Le Mans Sieger und Dakarsieger. Begleitet von Roland Kussmaul, der als Porsche Renningenieur sich verantwortlich für 16 Porsche Gesamtsiege zeichnet. 
Nach einem enthusiastischen Publikumsapplaus auf seine zahllosen Siege angesprochen, bedankte sich Ickx bei Kussmaul und seinen Kollegen, „denn ohne das richtige Team, die richtigen Mechaniker und ohne engagierte Ingenieure you don’t win“ ,und es hatbe ihm Spaß gemacht, für Porsche zu fahren.


    Ans Publikum gerichtet meinte der Rennfahrer, „genießen Sie die Soundnacht hier, wenn wir erst alle elektrisch angetrieben fahren, macht es keinen Spaß mehr dem Antriebssurren zu lauschen“. 
Im Motorsport sei es ungerecht meinte er, „dass der Fahrer den Ruhm erntet und dem restlichen Team nur der Trost bleibt, dazu beigetragen zu haben. Aber auch sie waren phantastisch!“
 Kussmaul war verantwortlich für den „Moby Dick“ und viele andere Rennautos, ein großartiger Ingenieur, der an diesem Abend den verdienten Applaus dafür bekam.


    Und dann fuhr endlich der Porsche 935/78, genannt Moby Dick, in die Halle. JP Kraemer durfte „den Helden seiner Jugend“ pilotieren. 750 PS aus 3,2 Liter Hubraum, erzielt durch eine Bi-Turboaufladung, das war 1978 eine echte Hausnummer.
Auf die Frage, ob er den Wagen mitnehmen wolle oder dessen Platz eher im Museum sähe, meinte Jean Pierre: „Es gibt ja jetzt aktuell den 991/935, das wäre für mich wohl die attraktivere Variante.“

    Van de Mars interviewt JP Kraemer im Porsche 935/78 „Moby Dick“
    © Copyright / Fotograf: Porsche Soundnacht 2018

    Eine Aussage die nicht jeder im Publikum teilte.

 Angesprochen auf die doppelte Heckscheibe des 935 meinte Norbert Singer schmunzelnd: „Wir haben es bei der dritten Generation des 935 verstanden wie man das Reglement interpretieren kann (begeisterter Publikumsapplaus von denjenigen, die wussten, wie das gemeint war), dass hat sich über die Jahre 1976 bis 1978 dorthin entwickelt. Man hatte sich schon überlegt, wie der Nachfolger des Moby Dick aussehen könnte, sogar eine Variante mit Groundeffekt lief im Test.

    “
Dieser 935 Motor war für die nächsten 10 Jahre die Basis für die ganzen Porsche Rennmaschinen des 956 und des 962 geblieben.

 Jacky Ickx musste die Autos „ja nur fahren“, um die Regelauslegungen kümmerten sich andere. Die Inspirationen des Norbert Singer, welcher Desserts liebt, verdanke er auch seiner Frau und ihren hervorragenden Rouladen. Egal wie, wodurch und wobei er seine Einfälle hatte, durch sie wurde Renngeschichte geschrieben.



    Es handelt sich bei der Maschine um den ersten Vierventilmotor von Porsche, der im Rennbetrieb eingesetzt wurde, mit wassergekühltem Zylinderkopf, während die Zylinder noch luftgekühlt waren. Erst Mitte der achtziger Jahre kam dann die Vollwasserkühlung.

Auf den Topspeed des Wagens von 360 km/h angesprochen meine Ickx: „Das Auto ist eine Rakete, aber sie haben es mir für Le Mans nicht gegeben, es war zu schnell für mich. Ich habe ein anderes Auto bekommen.“
„Die besten Botschafter einer Marke“, meinte Ickx, „sind Ihre Fans, und davon war an diesem Abend die Halle voll. Und ohne die Fans aber auch ohne die Amateurfahrer gäbe es keine Rennen“, merkt er an.


-

    6) Porsche 959 Paris-Dakar

    (Peter Falk – Jacky Ickx –
 Baujahr 1986, 6 Zylinder Boxermotor, 2849 ccm, 400 PS)

    Porsche 959 Paris-Dakar in der Garage- Porsche Soundnacht 2018
    © Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

    
Nun ging es mit dem Porsche 959 Paris Dakar thematisch in die Wüste, mit dem langjährigen Rennleiter Peter Falk kam ein weiterer Zeitzeuge auf die Bühne.
Er sah die Grundlage des Mythos Porsche in der Tatsache begründet, dass fast jedes von Porsche konstruierte Auto auch beim Rennen eingesetzt wurde.

Doch wie kam es überhaupt zu dem „959 Paris Dakar“? Jacky hatte 1983 die Paris Dakar mit einem Mercedes G gewonnen und hatte gewusst, dass sich Porsche beim 911 mit dem Thema Allrad beschäftigte. „Wir hatten einen alten Prototypen und der Vorstandschef, Herr Bott, hatte einen 911 mit Allrad.“ Also fragte Jacky Ickx: „Können wir nicht nächstes Jahr mit drei Autos an der Paris Dakar teilnehmen?“ ,und bot an das mitzuorganisieren.


    Herr Bott war überrascht, rief die Herren Falk und Kussmaul zu sich und fragte sie: „Können wir innerhalb eines Jahres ein fertiges Paris-Dakar-Auto auf die Räder stellen, um da mitzufahren und zu gewinnen?“
Herr Kußmaul, zuständig für die Rallyeentwicklung, war ja nicht auf den Mund gefallen und antwortete fromm und frei: „Herr Bott, wenn wir Ihr Auto dazu als Versuchswagen bekommen, dann können wir das schaffen.“
Der Chef war „not amused“, es war ja schließlich sein Lieblingsauto, aber er meinte nach einer Weile: „Hier habt ihr den Schlüssel.“ Ohne diesen Schritt hätte es das Paris-Dakar-Auto wohl nie gegeben.
Die Paris Dakar war damals „reserviert“ für Land Rover, Toyota, Mitsubishi und andere Allrad- und Gelände erfahrene Marken und Porsche wurde zunächst belächelt bei dem Versuch mit einem Sportwagen ins Gelände zu ziehen.



    Moderatorin Lina Van de mars im Gespräch mit Jacky Ickx an der Soundnacht 2018
    © Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

    Schon früher war man mit dem 11er in der Wüste gewesen, mit 310l Benzin und zwei Reserverädern wurde es allerdings eng im 911er. Für den Fall, dass man doch mal liegen bliebe, wurden zusätzlich auch noch zwei Schlafsäcke eingepackt.
Angesprochen auf das gefahrene Tempo bei der Veranstaltung meinte Ickx: „230 km/h in the desert, I tell you, it’s really fast! “

Vanina Ickx fuhr den Wagen auf die Bühne und gab van de Mars Recht: „Die Kupplung des Wagens ist echt fies und härter als jedes Oberschenkeltraining im Fitnessstudio. Das Originalfahrzeug ist nach 30 Jahren immer noch ready to go“. Gefragt welches der Autos in denen ihr Vater gesiegt hatte, sie denn gerne mitnehmen würde, meinte sie, der 959 Paris-Dakar wäre für Fahrten in die Wüste ihre erste Wahl, Moby Dick sei aber mindestens genauso reizvoll.
 


    Vanina Ickx und Lina Van de Mars - Porsche Soundnacht 2018
    © Copyright / Fotograf: Porsche Soundnacht 2018

    In dem Wettbewerbsfahrzeug musste die Motorleistung des Wagens auf 400 PS reduziert werden, ein Zugeständnis an die schlechte Benzinqualität auf der Rallye.
„Die Wüste“, meinte Ickx, „sieht flach aus, hat aber Wellen wie ein Meer. Du fährst über 6 Dünen und meinst jedes Mal danach, ich hätte doch auf dem Gas bleiben sollen und bei der siebten Düne fährst Du voll und dahinter ist ein riesiges Loch“ …

Ähnliches war Porsche ein Jahr zuvor passiert, nur dass kein Loch sondern ein Felsen hinter der Düne kauerte und dem Auto die Vorderachse rausgerissen hatte …
Der damals dritte Wagen, pilotiert von Kussmaul, fuhr zwar in der Rallye mit, war aber ein Servicewagen, bestückt mit sovielen Ersatzteilen wie möglich. Trotz des immensen Fahrzeuggewichtes erreichte er das Ziel als Sechster, eine Leistung, die man gar nicht hoch genug einschätzen kann.

 „40.000 km ohne wesentliche Reparaturen, 800 km /Tag, das war schon eine Herausforderung, die es in sich hatte“ meinte Ickx. „Wir waren nur 18 Mann in der Truppe, 6 in den Autos, 6 im Servicetruck und 6 im Flieger und sind 14.000 km ohne Probleme gefahren, ohne größere Reparaturen. Wenn Du dann abends mit den anderen zusammensitzt und die Sterne anschaust, dann sind das nicht wie zuhause 3.500 Sterne, die Du siehst, sondern Du siehst 10.000 Sterne und dann wirst Du richtig nachdenklich. Wie klein ist eigentlich unser Platz auf diesem Planeten.“ Ickx sei ein Philosoph, kommentierte Peter Falk

.

    7) Porsche 962 C

    (Hans-Joachim Stuck - Derek Bell
 – Baujahr 1987, 6 Zylinder Bi-Turbomotor, 2994 ccm, 700 PS)


    Porsche 962 C - Soundcheck- Porsche Soundnacht 2018
    © Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

    „Wenn man sich dieses Auto neben heutigen Rennautos anschaut, muss man doch sagen, das ist das Geilste was es gibt, oder?“ Eröffnete Striezel Stuck unter Beifall das Gespräch. Sein Lieblingssport „Popometer zusammenkneifen“ war bei diesen Wagen und in Le Mans bei bis zu 380 km/h angebracht.
Stuck: „Das waren noch Autos für Männer, da gab’s keine Servolenkung und kein automatisches Playstation-Getriebe. Wenn Du in Le Mans über 360 km/h g‘fahrn bist, dann wurde aus dieser unterbrochenen Mittellinie ein durchgehender Strich und dann wusstest Du, jetzt bist‘ richtig schnell unterwegs“.


    Warum Porsche so oft in Le Mans gewonnen hat? „Weil die ein Auto für die Fahrer gebaut haben, da hat’s keine Flügel ab‘grissen, die sind angekommen, da musstest Du auf der Geraden nicht mit dem Lenkrad kämpfen wie bei anderen Autos“. Die Begeisterung für die Marke stand Striezel Stuck ins Gesicht geschrieben.

    
„Es gab“, meinte Stuck, „und gibt nichts Besseres als den 962 C. Die Kombination aus Leistung, Abtrieb, Reifenbreite, einfach genial. Danke dass ich damit fahren durfte.“
Dem hatte auch der zweifache Sportwagenmeister und fünffache Le Mans Sieger Derek Bell nichts hinzuzufügen.




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    8) Porsche 911 GT1

    (Norbert Singer, Stéphane Ortelli
 – Baujahr 1998, 6 Zylinder Turbo-Boxermotor, 3162 ccm, 550 PS)

    Porsche 911 GT1 - on Stage- Porsche Soundnacht 2018
    © Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

    Norbert Singer, der Magier der Aerodynamik, hatte mit Akribie das Zusammenspiel der einzelnen Teile des Wagens im Auge gehabt. „Wenn nicht alles am Auto miteinander harmoniert, dann funktioniert gar nichts“, meinte er. „Und wenn sich der Fahrer in dem Wagen nicht wohl fühlt, dann ist er auf Dauer nicht wirklich schnell.“

    Für Ortelli eines der schönsten Le Mans Fahrzeuge überhaupt. Man sah dies seinem Blick schon an. „Es war ein wirklich schnelles Auto, wenn ich richtig langsam damit fuhr, dann waren das 80 km/h. In der Porschekurve war es damals der schnellste Wagen überhaupt.“

    „Ich bin später schnellere Autos in Le Mans gefahren“, sagte Ortelli, „allerdings nicht mit diesem Komfort und diesem schönen Design, der GT1 ist das beste Le Mans Auto, das ich je gefahren bin. Ich bin dem damaligen Team um Norbert Singer sehr dankbar, dass sie mir so ein tolles Auto gebaut haben.

    Stéphane Ortelli und Andreas Seidl im Gespräch an der Porsche Soundnacht 2018
    © Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

    Der Wagen war das erste Porsche Kohlemonocoque, es waren bereits Kohlestoffbremsen im Einsatz und die optimierte Motronic war für den Verbrauch sehr wichtig, das hat alles sehr gut gepasst“ erinnerte sich Singer an frühere Zeiten.
„Was die Fahrzeugauslegung anging, sind wir auf der sicheren Seite geblieben. Manche meinen, das wichtigste in Le Mans wäre die lange Gerade. Stimmt nicht. Von Mulsanne zurück zur Box, da sind 2 ganz schnelle Kurven, die Porsche Schikane, die mit 240 km/h gehen. Wenn dort die Balance zwischen Widerstand und Abtrieb nicht passt, verliert man hier genau das, was man zuvor auf der Geraden gewonnen hat. Und da haben wir wohl die richtige Kombination erwischt.“


    9) Porsche 911 Carrera 2 Cup

    (Olaf Manthey
 – Baujahr 1993, 6 Zylinder Boxermotor, 3600 ccm, 275 PS)

    

Porsche war mit dem Carrera Cup Vorreiter für die unterschiedlichsten Markenpokale die später gefolgt sind. Gestartet 1993, die Formel 1 im Rahmenprogramm begleitend, wurde er zu einem der erfolgreichsten Markenpokale weltweit. Und der schnellste, denn obwohl Lamborghini und andere leistungsmäßig stärker antraten, erreichten sie das von Porsche vorgelegte Tempo nicht. 
Porsche blieb dabei immer seiner Linie treu, möglichst seriennah zu bleiben. 
„Das“, meinte Manthey, „ist ein einfaches Rezept, wenn man das richtige Grundprodukt hat. Mit dem 911er hat Porsche natürlich das richtige Werkzeug dazu in der Hand“.

    

Roland Kussmaul kam mit auf die Bühne. Angesprochen auf das leiseste Auto an diesem Abend, meint er nur: „Es ist ein Straßenauto, damit konnte der Auspuffsound nicht so werden wie er sollte. Aber der Auspuff hat sich gelohnt, denn heute fahren sicher 10'000 Porsche 964 mit dem lauten Auspuff rum.“