Nach vier Jahren Pause fand das Rossfeld-Bergfahren am vergangenen Wochenende endlich wieder statt. In seiner ereignisreichen Historie waren die letzten beiden Verschiebungen allerdings nicht die einzigen Ausfälle: Der Alpen Bergpreis 1962 fiel wegen Fehlplanungen und Terminüberschneidungen aus, das Rennen 1972 wurde wegen der Olympia-Rallye im selben Jahr verschoben. Im Windschatten der olympischen Spiele in München fand es als EM-Lauf gewertete Rallye statt, in deren Rahmen eine Sonderprüfung über das Rossfeld führte.
Röhrl verpasst Jubiläum
Rossfeld-Botschafter Walter Röhrl: "Bei der - leider verschobenen - Ausgabe 2020 hätte ich ein besonderes Jubiläum gefeiert: 1970 fuhr ich bei der internationalen ADAC Bavaria Rallye das erste Mal einen Porsche bei einer Rallye und das auf den Tag genau 50 Jahre später hätte ich am Rossfeld einen exakten Nachbau dieses Autos gefahren. Es hat nicht sollen sein und nun starte ich halt zwei Jahre später mit diesem Auto. Dafür aber kann ich dieses Jahr ein anderes Jubiläum feiern, welches aber leider damals schon vor der Sonderprüfung am Rossfeld ein bedauerliches Ende fand: 1972 fuhr ich beim Lauf der Olympia Rallye einen privaten Ford Capri. Ich lag auf dem zweiten Gesamtplatz und hatte nur noch eine Minute Rückstand auf den späteren Sieger, Bernard Darreiche in seiner Renault Alpine. Ein Motorschaden machte mir, München schon fast in Sichtweite, einen Strich durch die Rechnung. Trotz des unfreiwilligen Stops war dies aber der endgültige Start zu meiner Karriere, weil ich anschliessend bei Opel meinen ersten Werksvertrag unterschrieb."
Grosses Startfeld
154 Renn- und Rallye-Autos und rund 20 Motorräder standen am Start und fuhren, vor wiederum zahlreich erschienenem Publikum, insgesamt sechs Läufe auf der rund sechs Kilometer langen Strecke den Berg hoch. Das erste Bergrennen fand auf dieser über 548 Höhenmeter verlaufenden Strecke bereits 1958 statt. Der Streckenrekord von 2:39,35 wird von Christian Debias mit einem Ralt R1 F2 aus dem Jahr 1977 gehalten.
Audi Tradition schickte einen Audi 80 sowie einen Urquattro mit den beiden bekannten Fahrern Harald Demuth und Stig Blomqvist nach Berchtesgaden.
Lancia war mit der Fulvia, dem Delta, zwei Stratos sowie dem 037 am stärksten vertreten.
Auch Volkswagen sandte eine kleine Flotte zum Rossfeld.
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Besondere Einsitzer
Nach 61 Jahren brachte Tobias Aichele den Formel Junior Melkus-Wartburg zum Rossfeld-Rennen zurück. Im Rahmen des grössten Treffens von Formel Junior Rennwagen mit Zweitaktmotoren standen neun dieser laut knatternden und überaus wohlriechenden Fahrzeuge am Start.
Als Zeitzeuge war auch Kurt Ahrens zu Gast in Berchtesgaden, der im Formel Junior Rennen 1961 hinter Gerhard Mitter (Lotus Mitter-DKW) mit seinem Cooper Stanguellini den zweiten Platz belegte. In den Melkus mit der Startnummer 51 belegte Heinz Melkus selbst in diesem damals hochkarätig besetzten Starterfeld einen beachtlichen 4. Platz.
Der unbeugsame Hartmann
Bei vier Hartmann-DKW Rennwagen im Feld lohnt es sich doch ein Auge auf diesen Alfred Hartmann (12.8.1910 - 5.5.2001) aus der Lausitz zu werfen. Alfred Hartmann kam wie so viele über das Motorrad zum Motorsport. Mit einer Ladepumpen-DKW schaffte er 1937 in der damaligen Europa-Meisterschaft, die der heutigen Weltmeisterschaft gleichzusetzen ist, den hervorragenden 4. Platz. 1938 startete er bei Zuverlässigkeits- und Alpenfahrten - heute als Rallyes bekannt - mit einer DKW. Dann kam der zweite Weltkrieg, in dem er durch einen Granatsplitter den linken Arm verlor. Aber auch dies konnte ihn nicht hindern, wieder mit dem geliebten Sport weiter zu machen.
Einarmig startete er wieder zu Rallyes und Langstrecken-Wettbewerben. In den Wirren der Nachkriegszeit verschlug es Hartmann nach Berchtesgaden, wo er beim VW-Händler Hans Buchwinkler als Automobilverkäufer arbeitete. Hier baute er sich dann auch seine neue Existenz auf, wobei ihm die engen Verbindungen zu DKW zugute kamen.
In einem Auszug eines Sonderdruckes der "Automobil - Technik - Sport" von 1959 ist zu lesen: “Alfred Hartmann ist unter Motorsportlern eine bekannte Erscheinung. Er erfreut sich des Rufes eines besonders fairen Sportsmannes eines ausgezeichneten Fahrers trotz Verlust des linken Armes uns sein Können von hohen Graden auf dem Gebiet des Tunens von Zweitaktmotoren und im Bau von Sport- und Formel-Junior- Rennwagen. Das Können Hartmanns hat sich weit in der Welt herumgesprochen, Bestellungen kamen aus 18 Ländern für Motoren und Junior-Rennwagen, von Australien bis Canada… Rund 70 Renn-Motoren lieferte er weltweit aus.”
1958 begann er mit dem Bau eigener Formel Junior-Rennwagen. Er gründete den "Spezialbetrieb für Zweitakt-Hochleistungsmotoren", sowie die "Scuderia Hartmann Berchtesgaden". Seine ersten Rennwagen basierten auf dem DKW 3=6. Seine bekanntesten Fahrer waren Eberhard Mahle, Kurt Ahrens und Walter Schatz. Drei der rund 15 entstandenen Rennwagen zwischen 1959 und 1961 wurden ins ehemalige Jugoslawien geliefert, wo sie angeblich vom damaligen Staatspräsidenten Tito in einem eigenen Rennstall eingesetzt wurden.
1960 hörte Alfred Hartmann nach rund 200 Rennen mit dem Automobil-Rennsport auf und suchte sich ein neues Betätigungsfeld. Er trat seinen Betrieb 1963 an Georg Köppl ab und zog nach Innsbruck, wo er für die OMV zu arbeiten begann.
Enthusiasmus pur
Joachim Althammer ist der grosse Initiator des Bergpreises und schafft immer wieder eine einzigartige Veranstaltung auf die Räder zu stellen.
Nicht nur aus Freude an der Sache, sondern auch um die Region zu unterstützen.
Landrat Bernhard Kern dazu: "Das Schönste und Sinnvollste am Internationalen Edelweiss Bergpreis Rossfeld Berchtesgaden ist jedoch der Benefizgedanke – der komplette Reinerlös kommt Menschen mit Behinderung im Berchtesgadener Land zugute und hilft mit, deren Leben ein Stück weit zu erleichtern und zu verschönern.”














































































































































































































































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