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Bild (1/8): Fiat 8V (1952) - Front, Seite, links (© Zwischengas Archiv)
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Preisbereich MITTEL: € 5'001 bis 15'000
Jensen Healey (1972-1976)
Cabriolet, 140 PS, 1973 cm3
Preisbereich HOCH: € 15'001 bis 75'000
Mercedes-Benz 300 SE (W 112) (1961-1965)
Limousine, viertürig, 160 PS, 2996 cm3
Preisbereich HOCH: € 15'001 bis 75'000
Mercedes-Benz 300 SE (W 112) (1962-1967)
Coupé, 160 PS, 2996 cm3
Preisbereich SEHR HOCH: € 75'001 bis 250'000
Mercedes-Benz 300 SE (W 112) (1962-1967)
Cabriolet, 160 PS, 2996 cm3
Preisbereich HOCH: € 15'001 bis 75'000
Mercedes-Benz 300 d (W 189) (1957-1962)
Limousine, viertürig, 160 PS, 2996 cm3
 
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    Der Genfer Automobilsalon der Jahre 1952/62/72/82

    4. März 2012
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Bruno von Rotz 
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    Der Genfer Autosalon ist eine der wichtigsten Autoausstellungen in Europa und zieht wegen des frühen Datums, der zentralen Lage und der Charakteristiken des Schweizer Automarktes jedes Jahr eine grosse internationale Beteiligung und Besucher aus der ganzen Welt an. Immer wieder wurden am Genfer Salon Weltpremieren präsentiert, sei es Chrysler Airflow (1934), Fiat Otto Vu (V8) (1952), Jaguar E-Type (1961), Mercedes 230 SL (1963) oder Porsche 928 (1977).

    Aus Anlass des Genfer Automobilsalons von 2012 blicken wir 30, 40, 50 und 60 Jahre zurück, untersuchen das Umfeld der einzelnen Ausstellungen und zeigen einige der schönsten Exponate nochmals in bester Bildqualität.

    In diesem Übersichtsartikel werden die einzelnen Jahre kurz zusammengefasst. Detaillierte Berichte zu den einzelnen Austragungsjahren und insgesamt rund 400 Bilder der Jahre 1952/62/72/82 finden sich - zusammen mit den Hallenplänen - im Zwischengas-Archiv.

    Genfer Automobilsalon 1952 - Supersportwagen und zwei Pferde aus Frankreich

    Am 20. März 1952 öffnete der Genfer Automobilsalon für elf Tage seine Pforten für Autointeressierte aus aller Welt. Fast eine Viertelmillion folgte dem Aufruf und wer bis zum Schluss ausharrte, konnte sogar noch dem traditionellen “Schlusshupen” kurz vor Salonschluss beiwohnen.
    Eröffnet wurde der Salon mit dem üblichen Bankett, einem Defilé der neuen Personenwagenmodelle und einem Rundgang des Bundespräsidenten samt Entourage.

    Mit Sensationen rechnete man angesichts der Weltwirtschaftlage nicht, umso mehr überraschte Fiat mit seinem aerodynamisch ausgefeilten 8V (“Otto Vu”) die Salon-Besucher. 200 km/h waren zu jener Zeit eine fast unvorstellbare Höchstgeschwindigkeit.

    Erstmals in Genf präsentierte die spanische Firma Pegaso ihren reinrassigen Sportwagen, der es bezüglich Technik mit der obersten Liga aufnehmen konnte. Auch der erste Nachkriegs-Bugatti, der Typ 101C, wurde mit Spannung erwartet. Cisitalia war wieder auferstanden und präsentierte den 202 D. Ferrari zeigte gleich mehrere Modelle, vom 212 Inter bis zum 340 America.

    Auf grosses Interesse stiess der von Pininfarina eingekleidete Nash Healey, die Amerikaner waren mit 20,3% am Schweizer Gesamtmarkt aber auch sonst gut vertreten. Frankreichs Automobilindustrie zeigte erstmals ausserhalb Frankreich den Citroën 2 CV, sowie den Renault Frégate als Serienfahrzeug. Delahaye, Talbot, Samson und Rosengart zeigten verbesserte und teilweise auch neue Modelle.

    Nicht am Genfer Salon trat Volkswagen auf. Mercedes präsentierte zum ersten Mal den 300 S, ein Luxusfahrzeug in der Preisklasse eines hübschen Einfamilienhauses. DKW, IFA, Gutbrod, Goliath, Lloyd, Hansa oder Trippel waren genauso vertreten, wie Ford mit dem neuen Taunus 12 M oder Opel mit den unveränderten Modellen Kapitän und Olympia.

    Zum ersten Mal in Genf zu sehen war der Austin Seven, neu karossiert präsentierte sich der Austin A40 Somerset, während der Rover 75 ein neues Gesicht erhalten hatte. Auch die übrigen englischen Hersteller wie Morris, Daimler, Sunbeam, Vauxhall, Singer, Lagonda, Bristol, Hillman, Jaguar, Bentley oder Rolls Royce präsentierten Erneuertes und Verbessertes.

    88% der gezeigten Fahrzeuge entsprachen 1952 der sogenannten “Normalbauweise”, hatten also den Motor vorne, den Antrieb hinten. Nur 26% der Karosserien waren selbsttragend. Neue Trends waren spürbar, aber von einem dynamischen Fortschritt konnte man, gut sieben Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges, noch nicht sprechen. 

    Genfer Automobilsalon 1962 - sportlich elegante Neuheiten

    Im Zeichen des Aufschwungs und der schnell fortschreitenden Motorisierung fand der 32. Genfer Automobilsalon des Jahres 1962 statt. Um 18.5 % war der Markt in der Schweiz im Vorjahr gewachsen. 356’219 Personen besuchten den Salon, rund 25’000 mehr als im Vorjahr.

    Die grossen Neuheiten des Jahres 1962 waren fast ausnahmslos sportlicher-exklusiver Natur. Mercedes Benz zeigte den 300 SE als Coupé und Cabriolet. Eher bezahlbar war das erstmals gezeigte Simca 1000 Coupé, das erst im letzten Moment für den Salon fertig geworden war.

    Im Gegensatz zu heute war das Angebot der meisten Hersteller auf wenige Fahrzeugtypen konzentriert, entsprechend präsentierte man stolz kleinere oder grössere Verbesserungen an diesen Fahrzeugen, ob sie nun Panhard PL 17, Peugeot 403 oder VW 1200 hiessen.

    Erstmals in Genf zu sehen waren unter anderem der BMW 1500 (“die neue Klasse” und der VW 1500, eine Stufenhecklimousine auf Käferbasis. Mehr und mehr “en vogue” waren die Stationswagen, die sowohl für Arbeit als auch Freizeit nutzbar waren.

    Ein Fest der Formen boten die Spezialkarosserien. Pininfarina zeigte den bestechenden Ferrari Super Fast III, Vignale den Fiat “Glenn”, Bertone den Ferrari 250 GT, Graber den Alvis-Graber Super. Zu reden gab der “Asymmetrica” von Ghia und auch der Maserati Sebring, der als Prototyp gezeigt wurde.

    Im Zubehörsektor konnten die ersten Autotelefoneinrichtungen und ferngesteuerte Garagentore bewundert werden und die Autoradios wurden dank Transistorisierung kleiner und besser integrierbar.

    Genfer Automobilsalon 1972 - innovative Designstudien und neue Sportwagen

    Der Genfer Salon von 1972 fand angesichts einer drohenden Rezession statt, von welcher allerdings während der Ausstellung kaum etwas zu spüren war. 1’000 Anbieter zeigten ihre Produkte, 466’000 Besucher pendelten nach Genf, um sich die neuesten Fahrzeuge anzuschauen.

    Gleich zwei Weltpremieren gab es im Sportwagen-Segment zu bewundern, den Jensen-Healey mit 2-Liter-Lotus-Motor und den Dino 246 GTS, eine Targa-Version des bekannten Dino-Coupés mit 2,4-Liter-V6-Triebsatz.

    Mancher Salonbesucher sah auch den Renault R5, den neuen Ford Granada oder den Opel Rekord II zum ersten Mal, da sie zu diesem Zeitpunkt, obschon bereits anderswo präsentiert, noch nicht auf Schweizer Strassen fuhren.

    Ein ganzes Neuheitenfeuerwerk zündeten die italienischen Designfirmen. Bertone zeigte unter anderem den Citroën Camargue und den Prototypen Lancia Stratos HF. Pininfarina präsentierte den Fiat 124 Abarth als Basisgerät für den Rallye-Sport und eine “Berline 2 Porte +2” auf Basis des NSU Ro 80.  ItalDesign liess die Besucher angesichts des ultra-keilförmigen Maserati Boomerang staunen. Für fast noch mehr offene Mäuler aber sorgte die englische Firma Ogle, die den Sotheby Special auf Basis des Aston Martin V8 Coupé vorstellte.

    Während die Amerikaner auf ihren Ständen bereits die Zukunft in Form von Abgasentgiftung und Ende der Leistungsexzesse zeigten, entführten die eine ganze Reihe von Freizeitfahrzeughersteller die Salon-Besucher in die Welt der Buggies und Strandfahrzeuge.

    Genfer Automobilsalon 1982 - saubere, sparsame Autos in neuen Hallen

    Als am 4. März 1982 der Genfer Automobilsalon eröffnet wurde, musste sich mancher langjährige Besucher massiv umgewöhnen. Zum ersten Mal fand der Salon nicht mehr in den historischen Hallen im Grand Palais, sondern im neuen Ausstellungskomplex Palexpo beim Flughafen Cointrin statt. Der Umzug ermöglichte ein Grössenwachstum um 25% auf 40’000 Quadratmeter, bedeutete aber auch den Verlust der elegant fallenden Vorhänge, der städtischen Ambience und vieler liebgewonnener Eigenheiten der engen Verhältnisse im Grand Palais.

    Wie die meisten Autoausstellungen der Achtzigerjahre hatte auch der Genfer Salon im Jahr 1982 kaum Sensationen und weniger “richtige” Neuheiten zu bieten, also die Salons der Fünfziger- bis Siebzigerjahre.

    Trotzdem konnten die über 585’000 Besucher einigen Weltpremieren beiwohnen: Mitsubishi präsentierte den Starion Turbo, ein bezahlbares Coupé für vier Insassen. Bentley stellte den Mulsanne Turbo vor, Mercedes-Benz beeindruckte die Autowelt mit den Modellen 380 SEC und 500 SEC.

    Nach 17 Jahren Cabriolet-Abstinenz zeigte Porsche das 911 SC Cabrio, rot leuchtend und förmlich “Frühling” schreiend. Lamborghini zündete mit dem Countach LP 500 die nächste Leistungsstufe, während Monteverdi den auf der Mercedes-S-Klasse basierenden Tiara auf dem Stand hatte.

    Die Ausbeute an Sonderkarosserien und Prototypen war vergleichsweise schmal, die Autohersteller hatten in dieser Disziplin das Zepter übernommen. So konnte Ford gleich drei Konzeptfahrzeuge, darunter den Probe III als Vorboten des Sierra und die Ghia-Studie Quicksilver, ausstellen.

    In die Bresche sprangen die Karosserieveredler und Tuner, die ein vielfältiges Angebot an Verfeinerungen in allen Fahrzeugklassen anboten. Dabei stachen Cabriolet-Versionen auf Basis des BMW 635 CSI, Range Rover und Mercedes Benz 500 SEC heraus.

    Die Japaner setzten ihren Triumphzug fort, präsentierten einen Strauss von Neuheiten und lösten bei manchem europäischen Anbieter anti-japanische Initiativen aus, was durch Aufkleber “wer einen Europäer fährt, sichert Arbeitsplätze auch in der Schweiz” signalisiert wurde.

    Eine ausführliche Berichterstattung über die Genfer Automobilsalons der Jahre 1951/61/71/82 wurde bereits vor einem Jahr auf Zwischengas veröffentlicht.

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