Return to Glory! The Mercedes-Benz 300 SL Racing Car (Buchbesprechung)

Erstellt am 8. Februar 2014
, Leselänge 5min
Text:
Balz Schreier
Fotos:
Daimler AG 
8
Balz Schreier 
5
BB-Archiv 
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Archiv 
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Dieses auf 1500 Kopien limitierte Werk beschreibt alles rund um den Mercedes-Benz 300 SL Rennwagen, mit welchem Mercedes-Benz nicht nur die Podien der Mille Miglia und Carrera Panamericana stürmte sondern auch bei der Le Mans Premiere den Doppelsieg holte. Die mitreissenden Hintergrundinformationen gespickt mit etlichen Zitaten und Anekdoten machen das Foto reiche Buch zu einer spannenden Lektüre.

Warum das Buch überzeugt

Bereits nach den ersten Seiten wird einem sofort bewusst, das hier ein wahrer Kenner und Autor am Werk war. Dies überrascht nicht weiter, wenn man erfährt, dass Robert Ackerson sich bereits mit vorangehenden Büchern einen Namen gemacht hatte: die Werke über den W196 R Grand Prix Rennwagen oder den 300 SLR überzeugten mit fundiertem Wissen und technischen Hintergrundinformationen. So ist es auch in diesem Buch und es ist äusserst spannend, seinen Erzählungen und Analysen zu folgen.

Eine Spezialität des Buches sind gewiss auch die vielzähligen Verweise auf andere Bücher oder Zeitschriften, aus welchen der Autor Informationen zusammengetragen hatte.


Return to Glory! The Mercedes-Benz 300 SL Racing Car (Buchbesprechung)
Copyright / Fotograf: Balz Schreier

Von den Vorkriegszeiten bis zur Carrera Panamericana 1952

Die ersten Kapitel widmen sich den Anfängen von Mercedes-Benz im Motorsport. Der Leser wird zunächst in die 30er Jahre katapultiert, wo ausführlich der Werdegang des W-154 Grand Prix Rennwagens beschrieben ist. Kurze Portraits der damaligen Rennfahrer wie Hermann Lang, Rudi Caracciola, Karl Kling, Rudolf Uhlenhaut und natürlich Juan Manuel Fangio bereichern diese Kapitel. Mercedes-Benz zog sich 1939 aus dem Motorsport zurück und kam erst 1952 zurück.

Das dritte Kapitel beschreibt detailliert die Rückkehr von Mercedes in den Motorsport und wie die ersten drei 300 SL von Stuttgart nach Italien verfrachtet wurden. Interessant ist das zitierte Echo in der damaligen Presse, welches die drei 300 SL hinterliessen. Ebenso spannend sind aber auch die Kritiken über Rudi Caracciola, jener Mille Miglia Gewinner aus 1931, der damals in einem Mercedes-Benz SSKL den Sieg holte, der erneut, gut 20 Jahre später, im Alter von 51 Jahren am Start war. 

Der Rennverlauf der Mille Miglia 1952 ist im Buch sehr unterhaltend zusammengefasst und die Duelle mit den Gegnern lesen sich wie ein Krimi. Das wohl härteste Rennen jener Zeit war aber die Carrera Panamericana. Diesem einzigartigen Rennen wurde ein ganzes Kapitel gewidmet und zeigt unglaubliche Fotos.


Das Mercedes-Benz 300 SL Rennteam vor der Carrera Panamericana 1952 - (v.l.n.r.) Hermann Lang und Edwin Grupp, Hans Klenk und Karl Kling, John Fitch und Eugene Geiger
Copyright / Fotograf: Daimler AG

Rudi Caracciolas letztes Rennen – Das Buch erzählt viele Anekdoten

Nach der Mille Miglia, an der Mercedes-Benz mit dem 300 SL "nur" Platz 2 erreichte, fand am 18. Mai 1952 der Grand Prix von Bern für Sportwagen statt. Zum ersten Mal fuhr ein Mercedes 300 SL auf Platz 1, und damals gleich mit einem Dreifachsieg! Der vierte 300 SL wurde von Rudi Caracciola gefahren, der beim Start aus Reihe 2 sofort die Führung übernahm.

Das Buch zitiert viele Personen, die einige Details der Runden von Caracciola festhalten. So erfährt man von Caracciola selber, dass sein 300 SL bereits ab Runde 2 sehr unruhig war, wenn er das Bremspedal drückte. Er hoffte aber, das Rennen doch noch fertig fahren zu können, liess sämtliche Teamkollegen vorbeifahren, denn ein Boxenstopp bedeutete bei einem kurzen Rennen zu viel Rückstand.

In Runde 13 aber passierte das Unglück in der Forsthaus Kurve, wo die Boliden mit 160 km/h um die Kurve wetzten: die Bremse löste sich nicht mehr, ein Hinterrad blockierte und Caracciola krachte frontal in einen Baum, sein rechtes Bein wurde dabei zerquetscht.

Trotz Versagen der Technik brachte Caracciola dem 300 SL viel Respekt entgegen und betonte später noch einmal, dass der Gitterrohrramen seines 300SL unbeschädigt war. Der Unfall bedeutete gleichzeitig das Ende der Rennfahrerkarriere von Rudi Caracciola.


Mercedes 300 SL (1952) - Das Ende einer Karriere - Rudolf Caracciola prallt beim Preis von Bern 1952 in einen Baum und muss mit schweren Beinverletzungen geborgen werden (Dieses Foto ist nicht aus dem Buch)
Copyright / Fotograf: BB-Archiv

Premiere und Doppelsieg in Le Mans

Ein Meilenstein in Mercedes-Benz' Motorsportgeschichte ist gewiss ihre Premiere beim 24 Stunden Rennen von Le Mans. Noch nie zuvor startete ein Silberpfeil in der Sarthe und beim ersten Mal im Jahre 1952 sicherten sie sich gleich einen Doppelsieg. Das Rennen wird äusserst detailliert beschrieben, Stunde um Stunde. Natürlich geht das Buch auch auf die berühmten Luftbremsen ein, die dann aber beim Rennen doch nicht zum Einsatz kamen.


Le Mans 1952 - Auf dem Weg zum ersten Mercedes-Benz Doppelsieg
Copyright / Fotograf: Daimler AG

Glanz und Gloria am Nürburgring

1952 fand das Jubiläum «25 Jahre Nürburgring» statt, ein Festival mit mehreren unterschiedlichen Rennen. Eines davon war ein Sprintrennen mit 10 Runden auf der Nordschleife (ca. 280km). Mercedes-Benz brachte gleich vier 300 SL an den Start, aus Marketing strategischer Sicht war es Pflicht, die Rennwagen auch in Deutschland fahren zu lassen, damit Fans im Heimatland diese bisher erfolgreichen Rennwagen auch einmal live erleben durften! Die 300 SL wurden in die sogenannten Spyder Modelle umgewandelt, und es hat sich gelohnt, die Erfolge im Jahr 1952 konnten mit einem Vierfachsieg geziert werden.


Zum Sprint Rennen am Nürburgring 1952 über 228km wurden die 300SLs in Roadsters umgewandelt. Mit einem Vierfachsieg wurde der 300SL im Heimatland gefeiert.
Copyright / Fotograf: Daimler AG

Wunderbares Foto Archiv

Obwohl das Buch viele Fotos enthält, die den Text perfekt begleiten und ergänzen, wünscht sich der Leser vielleicht mehr Fotos, die man noch nie gesehen hat. Natürlich ist die Thematik des Buchs auf einen sehr engen Zeitraum beschränkt (1952) und man kann deshalb Verständnis aufbringen, dass es wohl nur wenige Fotoquellen gibt, die jenen Zeitraum so gut abdecken. Doch dass auschschliesslich Fotos aus dem Daimler Archiv verwendet wurden und keine anderen Quellen berücksichtigt werden konnten, finden wir ein bisschen schade.


Einer der ersten 300 SL (Chassis Nummer 194 010 00002/52) wurde durch Mercedes-Benz komplett restauriert und 2011 erstmals der Öffentlichkeit gezeigt
Copyright / Fotograf: Daimler AG

Für wen ist das Buch interessant?

Während das Buch ganz klar Enthusiasten des 300 SL anzieht, dürfte es aber auch Freunde des Langstreckensports ansprechen. Interessante Details über die Einsätze bei der Mille Miglia, der Carrera Panamericana und Le Mans beleuchten nicht nur Internes des Mercedes-Benz Teams sondern auch die Konkurrenz am Start und deren Fahrzeuge. Auch wird hin und wieder auf Spezifisches der Rennstrecke hingewiesen. 


Das Siegerfahrzeug der Carrera Panamericana 1952 steht heute im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart. Dieses Fahrzeug wurde damals von Karl Klingt und Hans Klenk gefahren.
Copyright / Fotograf: Daimler AG

Durch die starke Limitierung des Buches und des daraus resultierenden hohen Preises dürfte das Buch aber nicht jeden sofort zum Kauf animieren. Wer aber 300-SL-Fan ist oder noch keine Bücher über die Sportwagen-Rennen des Jahres 1952 hat, der sollte dieses Buch auf jeden Fall in Betracht ziehen.

Buch Informationen

  • Zu kaufen bei Amazon oder direkt bei Veloce Publishing
  • Autor: Robert Ackerson
  • Umfang: 144 Seiten
  • Verlag: Veloce Publishing (1. Dezember 2013)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 1845846176
  • ISBN-13: 978-1845846176
  • Größe: 25.6 x 25.6 x 1.8cm

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