Wenn es etwas über Mini-basierte Autos gibt, das Jeroen Booij noch nicht weiss, dann können wir sicher bald auf einen dritten Band spekulieren. Sein bisheriges Wissen aber ist in den ersten beiden Bänden, die unter dem Titel “Maximum Mini” und “Maximum Mini 2” erschienen sind, dokumentiert. Während der Band 1 sich vor allem mit den Sportwagen-Derivaten und einigen Freizeitfahrzeugen, die vielleicht zumindest teilweise noch etwas breiter bekannt sind, dann sind es im Band 2 nun ziemlich rare und selten gesehene Nutzfahrzeuge, Dreiräder, Sportwagen und Stadtautos.
Sie tragen Namen wie ABC Tricar, Alto Duo, Camaraotta, Elswick Envoy, Hustler, Jiffy, Mini Beaver, Phoenix, Sage oder Wildgoose und sie haben mit einem traditionellen Mini manchmal gerade noch den Motor gemeinsam. Allesamt aber sind sie kompakt und fast immer auch innovativ und kreativ.
Die Sage zum Saga - ein Beispiel
Ein typisches Beispiel aus “Maximum Mini 2” ist der “Saga”. Brian Diss baute das kompakte Coupé im Jahr 1965 mit der Idee, Bodykits zu verkaufen, die er in eigenen Formen aus Kunststoff herstellen konnte. Den Umgang mit Kunststoff und Formen hatte er bei Elva erlernt.
Doch es kam nie zu einer Produktion. Diss behielt den Wagen, der mit einem Mini-Motor und -Komponenten erbaut worden war einige Jahre und verkaufte ihn dann weiter. Ein Fahrlehrer kaufte den Sportwagen um 1971, baute einen stärkeren Motor ein und nahm 1975 an den Brighton Speed Trials mit, wo der Schalthebelknopf abfiel. Seither wechselte der Wagen einige Male den Besitzer, der aktuelle Aufenthaltsort ist unbekannt.
Booij strebt in seinem Buch nach Vollständigkeit, zeigt wenn immer möglich historisches und aktuelles Bildmaterial. Und dies nicht zu knapp. Dafür reist er um die halbe Welt. Als Autojournalist kann er dies oft auch mit anderen Aufgabenstellungen verbinden.
Und Willi Martinis Wurf - ein zweites Beispiel
Die meisten Mini-Derivate entstanden in den Commonwealth-Staaten, aber auch in Deutschland war man kreativ. Dort nämlich setzte Willi Martini in der Suche nach einer Alternative zum BMW-700-Fahrgestell eine Kunststoffkarosserie auf die Mini-Technik. Innert einer Woche entstand ein konkurrenzfähiger Sportwagen mit Mini 1275 cm3 Motor, für den sich sogar John Cooper interessierte. Aus der Serienproduktion wurde aber nichts und der einzige Martini Mini ACS wurde 1966 auf dem Nürburgring zerstört und nie mehr aufgebaut.
In “Maximum Mini 2” widmet Jeroen Booij einer ganzen Reihe dieser Prototypen zwei oder mehr Seiten und es ist überaus spannend die Ideen der Konstrukteure und das Ergebnis zu beobachten. Manche dieser Wagen sind überaus gut gelungen und einige tragen die Handschrift berühmter Designer, etwa eines gewissen William Towns, der nicht nur den Aston Martin Bulldog, sondern auch den TXC Tracer nach ähnlichen Ideen gestaltete.
Kurzweilig und informativ
Booijs Buch ist kurzweilig zu lesen und trägt auch durchaus zur Lockerung der Lachmuskulatur bei. Einige der Mini-Derivate sind ja auch gar obskur und ulkig. Das Buch ist übersichtlich gestaltet, reichhaltig bebildert und verpasst es auch nicht, die wichtigsten Fakten zu den einzelnen Fahrzeugen zu dokumentieren. Ein Quellennachweis und ein umfangreicher Index runden das Werk ab.
Mit Euro 48.50 ist das Buch “Maximum Mini 2” nicht billig, aber eine Alternative dazu gibt es kaum, wenn man umfassend zu Mini-Derivaten informiert werden will. Wer die beiden “Maximum Mini”-Bände (der erste Band ist weiterhin erhältlich, u.a. auch bei bmclassics.ch) auf www.jereonbooij.com gemeinsam bestellt, spart noch ein paar Euros.
Ach ja, den Fans sei noch gesagt, dass weitere Bände sicher folgen werden, denn Jeroen Booij führt inzwischen eine Liste von über 300 Mini-Derivaten, von denen noch nicht einmal die Hälfte mit Band 1 und 2 dokumentiert ist.
Bibliografische Angaben:
- Titel: Maximium Mini 2
- Autor: Jeroen Booij
- Sprache: Englisch
- Verlag: Booij Books
- Auflage: Erste Auflage Mai 2014
- Format: Gebunden, 26 x 26 x 1,9 cm
- Umfang: 128 Seiten, viele schwarzweise und farbige Abbildungen
- Preis: Euro 48.50
- Bestellen/kaufen: Online auf www.jeroenbooij.com oder im einschlägigen Buchhandel

















































































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