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Technik im Rennwagen (20): Honda RA 302 von 1968 – Brandbeschleuniger, luftgekühlt

Erstellt am 9. September 2022
, Leselänge 3min
Text:
Gerhard Schütz
Fotos:
Archiv Gerhard Schütz 
5
Morio / Public Domain / Wikipedia 
2
Archiv Zwischengas 
1
Honda RA 302 (1968) - Luftgekühlter Motor ohne Gebläse. Die Venturi-Luftzuführung ist rechts gut zu sehen
Honda RA 302 (1968) - Chassisausleger hinten für den V- 120-Grad-Motor
Honda RA 302 (1968) - Der V-8-Motor mit Luftkühlung ohne Lüfterrad, was für den Motorradbauer Honda nichts Fremdes war
Honda RA 302 (1968) - Pedalraum als Knautschzone..
Honda RA 302 (1968) - Der Chassisausleger im V des Motors und dahinter das Joch für die Aufhängung ist gut zu erkennen
Honda RA 302 (1968) - Der aufgesetzte Ölkühler wirkt etwas provisorisch. Man wollte die Front kühlerfrei bekommen

Die Jahre 1958-1978 waren die zwei kreativsten Jahrzehnte der Renntechnikgeschichte. Diese Serie porträtiert die innovativsten, zukunftsweisendsten wie auch  exotischsten Konstruktionen der Formel 1, der Indy Cars, der Sportwagen und der Can-Am und zeichnet so zugleich die bis heute nachwirkenden, grossen Entwicklungslinien nach. Die Serie startete mit Lotus, einem der wichtigsten Innovationstreiber dieser zwei Jahrzehnte. Und mit Lotus wird die Serie auch ins Ziel kommen. Dieses Mal dreht sich alles um einen ziemlich unglücklichen F1-Entwurf.

Bild Honda RA 302 (1968) - Luftgekühlter Motor ohne Gebläse. Die Venturi-Luftzuführung ist rechts gut zu sehen
Honda RA 302 (1968) - Luftgekühlter Motor ohne Gebläse. Die Venturi-Luftzuführung ist rechts gut zu sehen

Mit dem Typ RA 302 wollte Honda 1968 ein revolutionäres Konzept in der Formel 1 einführen. Aber es sollte ein abschreckendes Beispiel werden dafür, was geschieht, wenn man ein Fahrzeug mit vielen (auch zu vielen) grundlegenden Neuerungen ins Rennen schickt, bevor es ausgiebig erprobt wurde.

Extremer Leichtbau als Devise

Einer der Ausgangspunkte für die neue Konstruktion war die Tatsache, dass die bisherigen Honda-V-12-Wagen zu schwer waren.

Gewichtsersparnis war also das Credo. So wurde der V-12 durch einen mittragenden V-8 mit dem ungewöhnlichen Bankwinkel von 120 Grad ersetzt, der an einem obenliegenden Chassisausleger hinter dem Fahrer aufgehängt wurde.

Bild Honda RA 302 (1968) - Chassisausleger hinten für den V- 120-Grad-Motor
Honda RA 302 (1968) - Chassisausleger hinten für den V- 120-Grad-Motor

Statt der Wasserkühlung gab es eine spezielle Luftkühlung ohne Gebläse, die über Venturidüsen mit Lufteinlässen links und rechts des Fahrers funktionieren sollte.

Bild Honda RA 302 (1968) - Der V-8-Motor mit Luftkühlung ohne Lüfterrad, was für den Motorradbauer Honda nichts Fremdes war
Honda RA 302 (1968) - Der V-8-Motor mit Luftkühlung ohne Lüfterrad, was für den Motorradbauer Honda nichts Fremdes war

Und das Monocoque-Chassis wurde erstmals aus Magnesium gebaut, einem sehr leichten Material mit dem schweren Nachteil der leichten Brennbarkeit. Zu Gunsten einer besseren Gewichtsverteilung wurde der Fahrer so weit nach vorne geschoben, dass die Füsse vor der Vorderachse lagen.

Bild Honda RA 302 (1968) - Pedalraum als Knautschzone..
Honda RA 302 (1968) - Pedalraum als Knautschzone..

Die ersten Testfahrten mit dem erfahrenen und technikaffinen John Surtees verhiessen nichts Gutes. Das Fahrverhalten war unberechenbar, und der Motor überhitzte und verformte sich. Surtees forderte eindringlich, aus Sicherheitsgründen das Magnesium-Chassis durch eines aus  Leichtmetall zu ersetzen, bevor das Fahrzeug weiter erprobt würde, und weigerte sich, den Wagen in einem Rennen zu fahren.

Einsatz wider die Empfehlung von John Surtees

Honda aber, unter besonderem Druck des französischen Importeurs, wollte mit dem Wagen Werbung machen für seinen neuen Mittelklassewagen mit Quermotor, einer neuartigen Luftkühlung und Frontantrieb ( Honda 1300 ). Deshalb musste das Fahrzeug unbedingt eingesetzt werden.

Bild Honda RA 302 (1968) - Der Chassisausleger im V des Motors und dahinter das Joch für die Aufhängung ist gut zu erkennen
Honda RA 302 (1968) - Der Chassisausleger im V des Motors und dahinter das Joch für die Aufhängung ist gut zu erkennen

Für den Grand Prix von Frankreich auf der schwierigen, nürburgringähnlichen Strecke bei Rouen wurde der erfahrene Franzose Jo Schlesser engagiert. Soichiro Honda war persönlich zum Debüt seines neuen Wunderwagens gekommen, aber er brachte kein Glück: Nur 12 km nach dem Start crashte Schlesser tödlich, und der Wagen verbrannte vollständig.

Hier dürfte der damals oft gedankenlos verwendete Begriff des tragischen Unfalls fehl am Platz gewesen sein. Das war eine Katastrophe mit Ansage. Und der Unfall ist vielleicht das krasseste Beispiel dafür, wie in dieser Zeit der Fahrer für technische Extremlösungen oftmals als Versuchskaninchen auf Leben und Tod in Kauf genommen wurde.

Bild Honda RA 302 (1968) - Der aufgesetzte Ölkühler wirkt etwas provisorisch. Man wollte die Front kühlerfrei bekommen
Honda RA 302 (1968) - Der aufgesetzte Ölkühler wirkt etwas provisorisch. Man wollte die Front kühlerfrei bekommen
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Rückzug Ende Saison

Ein zweiter gebauter RA 302 wurde nie eingesetzt und blieb erhalten als Mahnmal für eine zwar faszinierende und extreme, aber risikoträchtige und unausgereifte Technik. Aber es war noch ein weiter Weg bis zu den heutigen, per Reglement und entsprechender Bauweise crashgesicherten Rennwagen.

Honda zog sich Ende Saison aus der Formel 1 zurück. Und auch dem luftgekühlten Mittelklasse- Fronttriebler war kein Erfolg beschieden und er wurde bald durch eine wassergekühlte Version ersetzt. Das sind die Risiken, die Innovationsfreudige in Kauf nahmen und Konservative (und Fahrer) fürchteten...

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Honda RA 302 (1968) - Luftgekühlter Motor ohne Gebläse. Die Venturi-Luftzuführung ist rechts gut zu sehen
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Honda RA 302 (1968) - Der aufgesetzte Ölkühler wirkt etwas provisorisch. Man wollte die Front kühlerfrei bekommen
Quelle:
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von ox******
13.09.2022 (22:30)
Antworten
Interessant, aber ich verstehe leider wirklich den Knackpunkt nicht:
Was war denn nun das Problem mit diesem Wagen? Was faszinierend, was extrem, was risikoträchtig und was die unausgereifte Technik?
Wie und warum kam es zu dem tragischen Unfall, inwiefern mit Ansage?
Der Autor verliert sich in dem Artikel komplett in Andeutungen .... echt schade!
von ge******
19.09.2022 (03:58)
Antworten
Der Meinung von OX kann ich mich nur anschließen.
Außer dass der Wagen nicht funktioniert hat, erfährt man Nichts
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