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Bild (1/3): Fiat 1100 S MM (1948) - wer guckt denn da um die Ecke? (© Daniel Reinhard, 1993)
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    Der Fiat 1100 S MM und seine Premiere bei der ersten Ennstal-Classic

    30. Juni 2017
    Text:
    Daniel Reinhard
    Fotos:
    Daniel Reinhard 
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    1993 fand die erste Ennstal-Classic statt. Dieses Jahr feiert sie vom 18. bis 22. Juli 2017 ein grosses Jubiläum und wird bereits ein Vierteljahrhundert alt. Unglaublich, wie doch die Zeit vergeht. Der Fiat 1100 S ist noch immer so präsent, als hätte er erst gestern den Stoderzinken erklommen.

    Fiat 1100 S MM (1948) - La Forza del Destino - Abbildung in der Auto Revue von 1993
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Vor 25 Jahren blieb noch reichlich Zeit auch für gestellte Bilder von einzelnen Autos. Im Auftrag der "Auto-Revue" unterwegs, entstand eine der wohl faszinierendsten Autogeschichten überhaupt. Noch heute nimmt sie in Erinnerung all jener, die schon vor 25 Jahren, in irgend einer Form, die Ennstal-Classic verfolgt haben, einen festen Platz ein.

    Das richtige Auto für die erste Ennstal

    Einer der wohl begnadetsten Schreiberlinge im Automobiljournalismus ist der Österreicher Herbert Völker. Vor die Aufgabe gestellt, den richtigen Wagen für die neue Rallye zu identifizieren schrieb er in der Auto-Revue Nummer 10/1993:

    “Die Frage nach dem passenden Auto für die erste Oldtimer-Rallye im Ennstal:

    Ich besprach die Lage mit meinen Turiner Freunden. Gefragt war ein Gerät, das die Stolzen, die Kenner und Könner überraschen sollte. Es sollte über die Massen rar sein. Es sollte weiters bescheiden auftreten, und zart, wie sein Fahrer, sein. Ein kleines demütiges Automobilchen. Es sollte aber auch den Geist der Sache treffen, das Heldenhafte. Die (natürlich) geteilte Windschutzscheibe sollte sich beschlagen nicht am Hecheln der Einsitzenden, sondern am heissen Atem der Geschichte. Es sollte irgendwas sein, wo Nuvolari in der Gruft zu Mantua an uns denken würde. «Aaaaah», sagte der Herr des Fiat-Museums, «dann lassen wir den Roten raus».

    Fiat 1100 S MM (1948) - erreichte die Plätze 2, 3 und 4 an der Mille Miglia 1948
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Der Rote wurde von 1947 bis 1950 als Wettbewerbs-Coupé in Serie (401 Stück) mit dem Namen Fiat 1100 S, gebaut. Die Karosserie entsprach in etwa der des Vorgängers 508 C des Mille-Miglia-Modells, die Motorleistung stieg aber um satte 10 PS auf 51 PS / 37,5 kW. Der Wagen erreichte damit max. 150 km/h.

    Der 1100 S stand am Anfang der grossen Coupé-Tradition von Fiat, die dann über den Otto-Vu zum Dino Coupé, zum 124 Abarth Rallye und all den Verkaufs-Heulern zwischen 850 Coupé und 128 Sport führte. Der 1100 S war der erste von allen, erfunden in der bittersten Nachkriegszeit, um zur MM 1947 anzutreten, daraus entwickelte sich die kleine Serie.

    Heute ist er eine wilde Krachmandel. 51 PS, immerhin, aus elfhundert Kubik. Seine Alu-Karosse darf als wertvoller Hinweis auf Audis jüngste Innovation verstanden werden, allerdings noch ohne Space-Frame, obwohl wir das Prinzip der Knotensteifigkeit auch hier zu erkennen glaubten. Gewicht 850kg.

    Fiat 1100 S MM (1948) - rennsportlich ausstaffiert
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Erlebnisse: Zündschlüsselchen drücken, Bernstein-Starterknopf ziehen, Choke-Zuzeln (Bernstein, claro) und Gas-Zupfen, aah, diese wunderbaren Explosionen, eine nach der anderen und dann alle miteinand. Die Umstehenden haben feuchte Augen vor Rührung. Wir winken. Taschentücher werden gezogen.

    Oder: Der Griff an die Bernsteinkugel des postautobusartigen Schalthebels. Das Raufschalten ist recht kommod, das Zwischengas beim Runterschalten passt eigentlich nie, Drei auf Zwei kracht ordentlich, und Zwei auf Eins ist körperlicher Schmerz, aber wir brauchen’s oft am Berg. Wir sollen nicht so gefühlsduselig sein, sagte Pepe, oder so ähnlich, denn er ist unheimlich heiser, und das auf italienisch.

    Oder: Der Griff ans Schalterchen für’s linke Wischer-Motörchen, und der Griff ans Schalterchen fürs rechte Wischer-Motörchen. Und wie sie brav tiiick-taaack machen, die kleinen Wixerln!

    Oder: Der Tritt auf die Bremse. Es ist ein wertneutraler Vorgang. Erst beim dritten Hinlatschen bemerkst du eine gewisse fragende Verwunderung des Fahrkörpers, danach ist Fading. Dies bedeutet, dass man dem Berg, also dem Berg an sich, mit Achtung entgegentritt. Rauf wegen des Einser-Reindrückens und Jaulens und Grammels, und runter wegen der ungebrochenen Lebenslust.”

    Die Ennstal-Classic führte 1993 über 27 Pässe, an zwei Stellen stand "23%", da fahren Holländer nicht einmal mit einem Quattro. Das muss man wissen, wenn man sich Völkers Schilderung zu Gemüte führt.

    Erfolg an der Mille Miglia

    Wir kommen nun zur unglaublichen Geschichte der Mille Miglia 1948, bei der unser kleines Armutschkerl von Elfhunderter mit vorn dabei war, nicht als Protagonist, aber in der tollen Rahmenhandlung für den letzten grossen Auftritt des legendärsten Rennfahrers aller Zeiten.

    Fiat 1100 S (1949) - an der Mille Miglia 1949
    © Copyright / Fotograf: Werk

    Die Fiat 1100 S des Jahrgangs 1948 belegten in der Gesamtwertung (hey: Gesamtwertung!) dieser Mille Miglia die Plätze 2, 3 und 4.

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    Der tragische Kampf des Nuvolari

    Völker weiss dazu natürlich eine Geschichte zu erzählen, nämlich jene vom Fliegenden Mantovaner:

    “1948 war Tazio Nuvolari 55 Jahre alt und schwer lungenkrank. Er hatte auch seinen zweiten Sohn verloren, und als er sich in der Nachkriegszeit noch einmal ans Lenkrad setzt, dann ist er einer, «der nichts mehr zu verlieren hat und an den Rennen die einzige Erfüllung seines Daseins findet, die ihm noch bleibt. Das alte Feuer flackert wieder auf, doch nicht die Leidenschaft ist der Funke, sondern die nackte Verzweiflung» (Rico Steinemann).

    Mit einer heroischen Mille Miglia 1947 auf dem kleinen Cisitalia hat Nuvolari die Italiener aufgerüttelt, im Jahr darauf ist er so krank, dass er die meiste Zeit in einem Kloster am Gardasee verbringt. Aber als Enzo Ferrari erfährt, dass Alfa Romeo dem Alten einen Wagen für die Mille Miglia geben will, bietet er selber einen Tipo 166 an. Gegen seinen früheren Dienstgeber Alfa ist ihm alles recht (als Ferrari später die Alfas im Grand Prix schlägt, wird er scheinheilig jammern: "Ich habe meine Mutter getötet.")

    Zehn Jahre nach seinen letzten grossen Siegen (GP Monza und Donington auf Auto Union) rafft sich Nuvolari also wieder auf, und wir müssen uns die unglaubliche Nachkriegsnot des gedemütigten Italiens vorstellen, wo die Menschen nichts anderes hatten als ihre alten Mythen und neuen Hoffnungen, und wie sie gierig drauf waren, Wunder zu erleben.

    Es muss so gewesen sein, dass ganz Italien an den Radioapparaten hing, abgesehen von den Millionen an der Strecke, die damals 1800 km lang war und so viele Städte wie möglich einbinden wollte: Brescia, Verona, Padua, Ravenna, Pesaro, Rom, Livorno, Pisa, Florenz, Bologna, Modena, Parma, Turin, Novara, Mailand, Bergamo und zurück nach Brescia.

    Nichts konnte dieser Stimmung mehr entgegenkommen als die Wiedergeburt des Wildesten und Tapfersten, und als Nuvolari tatsächlich in Führung ging (gegen Burschen wie Ascari auf Maserati, Taruffi auf Cisitalia und Cortese und Biondetti auf Ferrari), war Italien vollkommen aus dem Häusl.

    In der unendlich aufgeheizten Stimmung passiert folgendes:
    Unfall! Nuvolari kann weiterfahren, ohne linken Kotflügel und Verkleidung. Führung in Rom, Herausforderung des Schicksals, denn der Führende in Rom siegt niemals am Ende.

    Ohne Motorhaube! Der Wagen ist von dem Unfall so verzogen, dass die Haube nimmer passt, also lässt Nuvolari sie entfernen.

    Blutsturz! Er spuckt immer wieder Blut, im Radio schildern sie, wie Nuvolaris Taschentücher ausschauen.

    Er stürmt über die Pässe! Am Futa und Raticosa nimmt er ihnen nochmals Zeit ab, ist uneinholbar.

    Sitz gebrochen! Nuvolari schmeisst ihn weg, Bauern geben ihm einen Sack Orangen, darauf hockt er nun.

    Hinterer Federbolzen gebrochen! Das Auto schlingert wie wild durch die Gegend, trotzdem:
    35 Minuten Führung in Bologna! 28 Minuten in Modena! Der Ferrari ist unfahrbar! Nuvolari aber gibt nicht auf! Schliesslich: keine Bremsen mehr!

    Das Ende!

    Italien dreht das Radio ab. Mag gewinnen wer will.

    Es fehlt noch die Geschichte mit dem Priester. Eine Version besagt, dass Nuvolari in seinem zerlemperten Auto sass und ein Priester kam, um ihn zu trösten und zu versorgen.

    Die zweite, bessere, Version: Enzo Ferrari hatte Angst, Nuvolari könnte bis zum Tode weiterfahren und organisierte telefonisch einen Priester, der sich auf der Strasse entgegenstellte. Nuvolari musste anhalten, der Priester sagte: «Mein Sohn, du hast kein Recht, dein Leben wegzuwerfen.»

    Daraufhin beendete Tazio Nuvolari das letzte grosse Rennen seines Lebens."

    Was für eine Geschichte! Und geschildert von einem Meister seiner Zunft! Danke, Herbert Völker!

    In geordneten Bahnen

    Ganz so dramatisch lief die erste Ennstal Classic nicht ab. Aber der souveräne Sieger, der fliegende Regensburger Walter Röhrl im privaten Austin Healey ist heute (fast) genauso bedeutend wie der fliegende Mantovaner von damals.

    Fiat 1100 S MM (1948) - auf der Gebirgsstrecke will der Wagen eifrig geschaltet werden
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Karl Wendlinger im 300 SL als Sechster, schlug den Fiat 1100 S von Herbert Völker nur um ein paar zarte Zehntelsekunden.

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    ···
     
    Quelle:

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    af******:
    04.07.2017 (09:23)
    Sehr schöner Artikel über ein wunderbares Auto. Jedes Mal wenn ich im Centro Storico an der Via Chiabrera vor dem Wagen stehe, geht mir das Herz auf. Faszinierend, was die Fiat Ingenieure in einer Zeit der absoluten Mangelwirtschaft da auf die Räder gestellt haben.

    Man wünscht sich einen Hauch des damaligen Geistes in den heutigen Produkten der Turiner.

    Aber wer das Lancia Logo auf überdimensionierte, seelenlose amerikanische Plastikautos klebt oder den heiligen Abarth Skorpion auf einen japanischen Mainstreamroadster montiert, der hat leider viel über seine Gene und sein fantastisches Erbe vergessen.
    Antwort von to******
    04.07.2017 (22:41)
    Völlig einverstanden - und:
    Ein Voyager ist nun mal ein Chrysler und kein Lancia!
    219w105:
    04.07.2017 (12:32)
    Ich kann Ihnen in jedem Punkt nur zustimmen!
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