Nach so vielen Saisons verlief die Vorbereitung routiniert. Das Auto war die letzte Saison so gut, dass kaum was verändert wurde. Auch am Motor wurden nur Erhaltungsarbeiten ausgeführt, keine Suche nach zusätzlicher Leistung, die dann sofort Abstriche bei der Zuverlässigkeit nach sich gezogen hätte. Als Fahrer hatte ich mir vorgenommen, die einzelnen Rennen besser vorzubereiten. Dies geschah in erster Linie durch das Studium von eigenen Videos und auch von Aufnahmen meiner direkten Konkurrenten. Diese Arbeit war enorm wertvoll und führte unmittelbar zu besseren Ergebnissen.
Im April hatten wir zwei Testtage in Dijon gebucht. Es gab viel Fahrpraxis im Regen, aber keine Anhaltspunkte über das Fahrverhalten im Trockenen. Es war aber trotzdem schön, wieder im Rennwagen zu sitzen und nach der Winterpause zu fahren.
Hockenheim, Deutschland, 22–24. April
Die intensive Auseinandersetzung mit dem Fahrstil, der Linienwahl und dergleichen hat sich gelohnt. Ich war viel näher dran, fuhr bessere Zeiten und war somit auch vorne in der Qualifikation und den beiden ersten Rennen. Im Regen war es noch nicht das Gelbe vom Ei. Nebst den falschen Reifen hatte ich auch noch zwei Dreher, welche – ausser Positionverlust – aber keine weiteren Folgen hatte. Jedenfalls verliessen wir Hockenheim als erste Tabellenführer der neuen Saison.
Zandvoort, Niederlande, 28–29. Mai
Ein Höhepunkt in der Saison ist immer Zandvoort. Die Lage der Strecke an der Nordsee sowie der Kurs selbst machen die Rennen hier zu etwas Besonderem. Als eine der Hausstrecken unserer holländischen Konkurrenten wollten wir auch hier Stärke zeigen. Dies gelang mit dem Platz in der Qualifikation ordentlich und fand in zwei zweiten Plätzen in den beiden Rennen einen zufriedenstellenden Abschluss. Wir blieben vorn in der Meisterschaft.
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Maserati, Jaguar
Spa-Francorchamps, Belgien, 24–26. Juni
Ich hatte mir viel vorgenommen für diesen Anlass. Es wurde aber nicht viel aus den Vorsätzen. Ganz allgemein wurden von den meisten die Rundenzeiten der Vorjahre nicht erreicht. So musste auch ich mich mit dem vierten Platz in der Klasse begnügen. Mit über 40 Autos im Feld ging es entsprechen eng zur Sache. Der Kontakt zu den direkten Konkurrenten war gewährleistet, als dann doch in Kurve 9 die Strasse ausging und ich angeschoben wurde, was in einem Dreher ohne harten Kontakt endete. Mit nur 25 Minuten Renndauer kann kaum etwas aufgeholt werden, also blieb nur der fünfte Rang. Das zweite Rennen wurde im Regen gestartet. Nach zwei Runden Angewöhnung konnte ich viele Autos überholen und war am Schluss auf dem zweiten Rang klassiert.
Assen, Niederlande, 06–07. August
Wieder eine Hausstrecke der Holländer! Wieder hatte ich mir viel vorgenommen, weil ich im letzten Jahr hier nicht gut zurechtkam. Diesmal sollte dank des Studiums der Linien und Bremspunkte alles besser sein. Und wie war es besser! Qualifikation und die beiden Rennläufe konnte ich jeweils auf dem ersten Platz beenden; im zweiten Rennen sogar mit der schnellsten Rennrunde des ganzen Feldes. Welch ein Gefühl war das! Und auch die Tabellenführung war gefestigt.
Anneau du Rhin, Frankreich, 16–18. September
Zum zweiten Mal war die Strecke im Elsass in unserem Kalender. Bei uns Schweizern ist der Rheinring auch beliebt zum Testen, da er gut gelegen und nah ist. Viele Zuschauer aus dem persönlichen Umfeld wollten sehen, ob wir uns hier behaupten konnten. Wir waren also gefordert. Die Qualifikation verlief sehr gut, konnte ich doch die Klasse gewinnen. Die folgenden drei Rennen waren auch etwas für die Kondition, dauerten diese doch je 40 Minuten. Viele Zweikämpfe später konnte ich alle drei Rennen auf dem ersten Platz meiner Klasse beenden. Mit einem beruhigenden Vorsprung in der Meisterschaft konnte ich die letzten Rennen in Zolder vorbereiten.
Zolder, Belgien, 14–16. Oktober
Wir fuhren hier zum vierten Mal nach 2013, 2014 und 2016. Die Strecke war mir vom Rennen 2013 in guter Erinnerung. Für viele war sie hingegen neu, und die Wettervorhersage war nicht sehr vielversprechend. Im Qualifying war es nass. Entsprechend waren die Zeiten nicht so berauschend, auch weil der Belag recht rutschig war. Für mich sprang der vierte Rang heraus, was angesichts der geringen Abstände okay war. Es ging darum, den Kontakt zur Spitze zu halten und anzukommen. Die Bedingungen waren nicht ganz einfach: Teilweise war die Ideallinie fast trocken, aber viele Stellen im Wald trotzdem recht rutschig. Mein Plan gelang dann im ersten Rennen mit dem zweiten Platz ganz gut. Das zweite Rennen startete mit etwa den gleichen Vorgaben. Ich wollte den Polesetter unter Druck setzen, zu einem Fehler verleiten. Wir beide konnten uns vom Rest des Feldes etwas absetzen und unsere Runden drehen. Nacht etwa 20 Minuten hatte die Taktik Erfolg: Der Führende rutschte in der kleinen Schikane ins Kiesbett, und ich konnte die Führung übernehmen und den Rennlauf gewinnen.
Somit stand auch definitiv fest, dass ich die Meisterschaft mit 60 Punkten Vorsprung vor Detlef Walter im Warwick GT350 und Marcus Weidenbach im TR 6 gewonnen hatte.
Restaurant Kreuz Emmen, 4. November
Gegen 30 MG-Fahrer fanden sich an diesem Abend in Emmen ein. Wohl in erster Linie, um das neue vorläufige Stammlokal zu begutachten. Es war ein sehr gelungener Anlass mit tollen Gastgebern, die den Abend souverän meisterten, trotz der unüblich vielen Gäste. Hansjörg Suter liess es sich nicht nehmen, uns als Europameister zu feiern – etwas viel der Ehre, aber die Saison hat meine Frau Monika und mich trotzdem mit etwas Stolz erfüllt. Das Präsent von Marcus Bründler in Form eines signierten MGB-Modells war dann noch das Tüpfelchen auf dem i.
Ganz herzlichen Dank an den MG Car Club und an alle, die uns in irgendeiner Form über die Saison unterstützt haben. Die Vorbereitungen für 2023 laufen schon. Nach der Saison ist schliesslich vor der Saison.




















































































































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