Traditionell begann die Ransel Classics schon am Mittwoch vor Christi Himmelfahrt mit der Anreise der ersten Teilnehmer ins sonst so beschaulichen Taunus-Dörfchen Ransel. Die Starterliste hat sich nach anfänglichen kleineren Problemen mit der Registrierungssoftware doch schnell und bis zum Anschlag gefüllt. Am Ende waren – die Doppelstarter miteingerechnet – knapp über 180 Autos am Start. Diese verteilten sich wie üblich auf die Ranseler Hauptstrasse sowie zwei grössere Wiesen und zelebrierten zusammen mit lokalen Vereinen, der Feuerwehr und vielen Fans ein viertägiges Motorsport-Volksfest. Letztere konnten wieder bequem per Bus die Zuschauerpunkte anfahren.
Rückblickend hatte der RAC mit dem Wetter wahrlich "Sonne" gehabt. Das verlängerte Christi-Himmelfahrt-Wochenende bestand tatsächlich aus den einzigen vier Tage am Stück im Mai 2024, an den es nicht irgendwann geregnet hat. Trotzdem war manches Gemüt ein wenig verhangen, denn das Lorcher Motorsport-Urgestein Stefan Wacket, ein Gründungsmitglied des Rheingauer Automobilclubs (RAC) und vielfacher Starter am Ranseler Berg, hat leider im März seinen Kampf gegen die heimtückische Krankheit ALS verloren.
Reglement und Strecke
Die Eckdaten der "Grünen Hölle am Berg" von Lorch am Rhein hoch zum Ortsteil Ransel sind geblieben: 4,425 km mit über 50 Kurven. Davon wiederum auf mehreren 100 m Strecke mit abgesackter seitlicher Fahrbahndecke. Diese Passagen waren wie schon im letzten Jahr mit Baken abgesichert und dementsprechend nicht erneut worden.
Sportlich und organisatorisch ist ebenfalls alles beim Alten geblieben: Gefahren wird in zwei Modi. Beim Modus 1 muss man eine Mindestfahrzeitzeit von 3:20 Minuten und höchstens 6:30 Minuten einhalten. Im Modus 2 muss man lediglich unter 6:00 Minuten bleiben. Die über 180 Autos verteilten sich auf drei Startergruppen. Diese verschieben sich täglich um eine Gruppe, d. h. den Freitag eröffnet die 1. Startergruppe, den Samstag die 2. und den Sonntag dann die 3. Gruppe.
Um das Auflaufen auf langsamere Fahrzeuge zu vermeiden, starten die schnellsten immer zuerst, die langsamsten dann am Ende. Angepasst wird das bei jedem Wertungslauf neu. Der Freitag (nur ein freies Training) und der Samstag liefen relativ problemlos. Am Sonntag im ersten Pflichttrainingslauf gab es dann viele kleinere Unfälle oder Unterbrechungen wegen technischer Defekte. Der Lauf zog sich weit bis in den Mittag hinein. Die eigentlichen zwei Wertungsläufe konnten dann erst kurz nach 19:00 Uhr abgeschlossen werden.
Sieger nicht siegberechtigt
Absoluter Publikumsliebling war Christoph Nemec mit seinem "Race Bus", einem stark getunten VW T2 von 1972. Im Heck des rot-weissen Rennbusses arbeitet ein auf 2,4 Liter vergrösserter VW-Typ-4-Motor mit 139 PS.
Da jüngere Fahrzeuge ab Baujahr 1994 zwar in einer Gästeklasse (Startnummern 900 und höher) startberechtigt waren, jedoch nicht für den Gesamtsieg gewertet wurden, kam es zu dem Kuriosum, dass der mehrfache Ransel-Gewinner Maik Ellebrecht mit 0,34 Sekunden Zeitdifferenz zwar am gleichmässigsten gefahren war, am Ende aber doch nicht zum Sieger erklärt worden ist. Der Gesamtsieg ging stattdessen an Sebastian Kollmann in einem VW Polo von 1985 mit 0,55 Sekunden Differenz.
Mit lediglich einer Hundertstelsekunde mehr Differenz folgte Günter Valtinke in einem Mercedes-Benz 190 E 2.0 von 1991. Sven Schneider im 1985er VW Scirocco komplettierte das Podest. Es folgte Hans Schrumpf im 1977er Porsche 911 SC und schliesslich Dieter Specht in einem VW Golf von 1983.
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Zukunft ungewiss
Wie es mit der Ransel Classics im nächsten Jahr weitergeht, hängt am weiteren Verlauf oder dem Zustandekommen der Sanierungsarbeiten an der Strecke ab, mit denen im Sommer begonnen werden soll. Wer deutsche Baustellen kennt, weiss aber, wie lange diese dauern können. Hoffen wir das Beste. Der RAC und alle Ranseler hätten es nach der gelungenen zwölften Auflage 2024 allemal verdient.



































































































































































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