Rallye Monte Carlo 1925 - David gegen Goliath oder 9,121 Liter gegen 2,1 Liter
Zusammenfassung
1925 erhält die Rallye Monte Carlo ein neues Punktereglement und wer dieses am besten nutzt, gewinnt.
Geschätzte Lesedauer: 3min
Leseprobe (Beginn des Artikels)
Das neue Punktesystem für 1925 lässt sich leicht zusammenfassen: Je weiter weg von Monaco der Startort, je genauer das Einhalten der vorgeschriebenen Geschwindigkeit, je mehr Leute an Bord, umso eher winkt der Erfolg. Vergaserfabrikant François Repusseau scheint das Reglement gründlich zu studieren. Er holt seinen mächtigsten Wagen aus der Garage und macht sich auf Richtung Afrika. In Tunis nehmen im 9,121-Liter Renault 40CV sechs Beifahrer aus dem engsten Familienkreis Platz und über Oran – Tanger – Gibraltar – San Sebastian will er Monaco erreichen. Das Ehepaar Mertens kommt auf die gleiche Idee, startet aber nur zu zweit auf einem 2,1-Liter Lancia Lambda, wählt aber den etwas längeren Weg über Casablanca. Logisch – Repusseaus Familie samt dem minderjährigen Zögling garantiert bereits am Start 42 Punkte Vorsprung. Am 22. Januar früh treffen die Mertens am Ziel ein – Repusseau Stunden später. Das Duell muss sich nach einem Ruhetag auf der Zusatzschlaufe - der Regularitätsprüfung am Col de Braus entscheiden. Repusseau tut sich schwer. Alle engen Kurven bewältigt er nur mit mühevollem Vor- und Rückwärtsmanöverieren. Kunststück der Renault 40 CV besitzt einen Radstand von 3 Metern und 99 Zentimetern! Frau Mertens hingegen bringt den Lancia in einem Zug durch die Spitzkehren. Der Punktevorsprung des Vergaserfabrikanten schmilzt dahin. Punkt um Punkt, Passagier um Passagier. Doch er rettet sich mit 5,030 Punkten Vorsprung ins Ziel. Ein zusätzlicher Passagier hätte den Mertens den Sieg gebracht! Chancenlos beendet der bekannte Bugatti-Rennfahrer und spätere Rennleiter von Ettore Bugatti Ernest Friedrich die Rallye auf dem 13. Platz. P.S. Ein Trotzpflaster bleibt den beiden Mertens. Am fakultativen Bergrennen am Mont des Mules fährt Monsieur Mertens Tagesbestzeit, während sich seine Frau im Hotel von den Strapazen der Fahrt durch die nordafrikanische Wüste erholt. Am nächsten Tag wird sie ausgeruht zur Zusatzschlaufe über den Col de Braus starten.
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