Während auf dem Kontinent allerorts das Wasser in Strömen vom Himmel fiel, widersetzte sich ausgerechnet England dem Klischee von der dauernassen Schlechtwetterinsel. An beiden Tagen blieb es Trocken in Kent, was dem Brands Hatch Circuit viel Grip verlieh und spätmöglichstes Bremsen erlaubte.
Sports Car Legends (1) und Gentlemen Drivers
Der Samstag war hauptsächlich der Tag der Qualifikationsrunden, in denen die Startaufstellungen für die Hauptrennen am Sonntag festgelegt wurde. Zwei Klassen durften indes schon an Tag 1 um den Sieg fahren: die "Sports Car Legends" und die "Gentlemen Drivers".
Für das Sportwagenrennen 1 ging die Pole-Position an den McLaren M1B von Nigel Greensall und John Spiers. Der M1B war eindeutig das schnellste Auto im Feld, das Fahrer in meist nur auf drei Rädern durch die Kurve prügelten. Diesen Umgang machte der McLaren aber nicht lange mit und fiel mit technischem Defekt aus. Der Sieg ging an Paul Cope im March 75 S, gefolgt von James Claridge im Lola T296 sowie Guy Jeynes Ellis und Matt Manderson im seltenen GRD 74 S.
Die "Gentlemen Drivers" massen sich in 29 GT-Fahrzeugen bis Baujahr 1966 über eine Renndistanz von 80 Minuten. TVR Griffith, Lotus Elan, AC Cobra, Jaguar E-Type, Porsche 911 und Triumph TR3 waren hier unter anderem am Start. Das Rennen konnte wahlweise alleine oder in Zweier-Mannschaften bestritten werden. Wer alleine fuhr, musste statt des Fahrerwechsels einen Boxenstopp mit einer Mindeststandzeit von zehn Sekunden absolvieren.
Nach einigen harten Zweikämpfen im Zielkonflikt mit dem Versuch, möglichst Reifen und Bremsen zu schonen, hieß der Sieger schließlich Dan Eagling auf Ginetta G4R. Der zweite Platz ging an John Davison im TVR Griffith vor Roy Alderslade und Andrew Jordan im Shelby Cobra Daytona.
66/85 F1 Cars (1) und Sports Car Legends (2)
Auch am Sonntag war es trocken. Der Regen in der Nacht hatte allerdings für eine rutschige Strecke in den ersten Qualifikationsläufen gesorgt; vor allem bei den Tourenwagen der Gerry Marshall Trophy.
Das erste Rennen des Tages war das für Formel-1-Fahrzeuge der Jahrgänge 1966 bis '85. Das Feld beinhaltete eine vielfältige Mischung aus Tyrrel, McLaren, Shadow, Arrows, Williams, LEC und Fittipaldi. Der Tyrrell 011 von Matthew Wrigley stand auf der Pole Position, daneben der Williams FW07C des Japaners Yutaka Toriba. Zwanzig Minuten lang erschütterte das Hochdrehzahlgeschrei der historischen Formel-1-Wagen den sonntäglichen Frieden in Kent. Im gesamten Fahrerfeld wurde viel gekämpft. Nur an der Spitze endete das Renne so, wie es begonnen hatte: Wrigley sah die Zielflagge als erster, Toriba als Zweiter. Dritter wurde Simon Fish im Arrows A4.
Im zweiten Lauf der Sportwagen stand der March 75 von Paul Cope auf der Pole Position und neben ihm John Claridge im Lola T296. Cope führte das Rennen von Anfang bis Ende an; doch das Auto, das es zu beobachten galt, war wieder der McLaren M1B von Spiers/Greensall, der aufgrund von technischen Problemen im Qualifying aus der letzten Reihe gestartet war, aber nach nicht einmal einem Drittel des 40-minütigen Rennens schon auf dem zweiten Platz lag! Der Vorsprung, den Paul Cope aufgebaut hatte, war jedoch zu groß, und so endete das Rennen mit dem March auf Platz 1, dem McLaren auf Platz 2 und dem GRD auf Platz 3.
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Pre-66 Touring Cars und 66/85 F1 Cars (1)
Als Nächstes stand das Tourenwagenrennen für Fahrzeuge bis 1966 auf dem Programm. Das Feld von 28 Fahrzeugen bestand zu gleichen Teilen aus britischen und US-amerikanischen Marken – und einem BMW. Auf der Pole-Position stand der heiße Favorit Sam Tordoff im bekannten Ford Falcon Sprint mit der Startnummer 600 neben einem Ford Mustang von Spiers/Grensall. Dahinter befand sich ein Feld von Ford Mustang, Falcon und Cortinas, zahlreichen Minis von Austin und Morris sowie besagtem BMW 1800.
Während des 60-minütigen Rennens kam es wie üblich zu einigen Dellen in den Karosserien, zweirädrig-hart angefahrenen Randsteinen und viel Reifenqualm. Am Ende war es der Ford Falcon von Tordoff, der von der grünen bis zur schwarz-weiss karierten Flagge dominierte. den Kampf um den zweiten Platz entschied Michael Whitaker Jr. im feuerspuckenden Mustang für sich – weniger als eine Sekunde vor dem Mustang von Spiers/Greensall. Beachtlich im Feld der Hubraumriesen: Mini-Zauberer Nick Swift brachte seinen Cooper S auf Platz 6 ins Ziel!
Im zweiten Lauf der Formel-1-Wagen stand der McLaren MP4/1 von Steve Hartley auf Startposition 1, daneben der Arrows A4 von Simon Fish. Hartley kam gut weg und schien das Rennen zu dominieren, bis er in eine Kollision verwickelt wurde, die die rote Flagge nach sich zog. Nach dem Neustart erarbeitete sich Matthew Wrigley schnell einen Vorsprung, den er nicht mehr abgab und seinen zweiten Sieg an diesem Tag einfuhr. Der zweite Platz ging an Simon Fish im Arrows und der dritte an Mark Harrison auf Shadow DN9.
Gerry Marshall Trophy
Das letzte Rennen des Wochenendes war die Gerry Marshall Trophy des HRDC (Historic Racing Drivers Club), benannt nach dem englischen Tourenwagen-Ass aus den '70er- und '80er-Jahren. Das 26 Fahrzeuge umfassende Starterfeld bestand aus einer guten Mischung von Marken aus jenen beiden Jahrzehnten, darunter Ford Fiesta, Escort und Capri, Rover SD1, Alfa Romeo GTV, Volvo 242, Mazda RX-7 und dergleichen, von denen viele eine berühmte Lackierung vergangener Tage trugen.
Mike Whitaker Sr. startete im Rover SD1 von Patrick Motorsport aus der Pole-Position neben dem Hermetite-Capri von Spiers/Greensall. Das 45-minütige Rennen bot besonders intensiven Motorsport mit vielen Überholmanövern und Tür-an-Tür-Zweikämpfen. Nur zwei Sekunden trennten bei Rennende die ersten drei Autos, wobei der Sanyo-Rover von Whitaker-Junior den ersten Platz belegte, Spiers/Greensall im Capri den zweiten und Whitaker-Senior im Patrick-Rover den dritten Platz.
Damit war das Brands Hatch Masters Historic Festival ist vorbei. Die nächste Station des MHR-Zirkus ist Zandvoort. Verlassen wir also diese historische, grün-bewaldete Strecke – wir sehen uns wieder im Dünensand!


































































































































































































































































































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