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Bild (1/7): Apal Buggy C (1975) - der grüne Buggy passt zu Zürich wie ... (© Bruno von Rotz, 2017)
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    VW Apal Buggy - Urban Buggy-ing

    18. Mai 2017
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Bruno von Rotz 
    (63)
    Balz Schreier 
    (18)
    Erik Fuller - Courtesy RM Sotheby's 
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    Wenn die Sonne lacht und die Temperaturen über 20 Grad steigen, da sehnt sich manch einer nach einem Gefährt, das oben offen ist und vor allem viel Spass macht. Kaum ein Auto erfüllt diese beiden Kriterien ökonomischer als ein Buggy.

    Entstanden sind die Buggys natürlich in den USA, Bruce Meyers gilt als deren Schöpfer. Mitte der Sechzigerjahre sorgte er mit seinem Meyers Manx auf einem gekürzten Käfer-Chassis für Furore und schuf nicht nur einen Trend, sondern auch Horden von Nachahmern. Zu diesen gehörte auch die Firma Apal in Belgien, die Ende der Sechzigerjahre auf den Buggy-Boom aufsprang.

    Apal Auki Buggy am Genfer Automobilsalon 1972 - daneben ein Apal Buggy L (rechts) und ein Apal Jet (im Hintergrund) - Freizeitfahrzeuge und Buggies waren beliebt
    © Archiv Automobil Revue

    Kein Sandstrand verfügbar?

    Gedacht waren diese einfachen Fahrzeuge, die im Prinzip aus nichts mehr als einem Käfer-Fahrgestell, das man im Prinzip auch ohne Karosserie fahren konnte, und einer Plastik-Schale bestanden, für das schnelle Vorankommen auf Sand. Daher waren die Buggys auch in Kalifornien von Anfang an beliebt.

    Apal Buggy C (1975) - "roarr" oder so ähnlich - treffende Untermalung
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Hierzulande allerdings findet sich heutzutage kaum mehr ein Standstrand, an dem man sich mit einem Buggy vergnügen könnte, hat die Fahrzeuggattung damit (schon vor langer Zeit) ausgedient? Man wäre geneigt zu sagen, dass der moderne Autofahrer sich kaum mehr für ein ungeheiztes/ungekühltes Primitiv-Cabriolet ohne relevanten Wetterschutz begeistern könnte, doch das Gegenteil ist der Fall. Buggys besitzen eine treue Fan-Gemeinde und ein Selbstversuch bewies, dass man durchaus auch rationale Argumente für den knubbligen Fast-Geländewagen ins Feld führen kann.

    Übersichtlich

    Der Einstieg in einen offenen Buggy vollzieht sich überraschend bequem, eine gewisse Beweglichkeit vorausgesetzt. Man schwingt einfach ein Bein über die Seitenwand und lässt sich in den Sitz rutschen, während man sein zweites Bein nachzieht und einfädelt. Fertig, kein Türenöffnen und -schliessen, solange kein Allwetterverdeck montiert ist. Dazu später.

    Angebote von Zwischengas-Spezialisten
     

    Handzahm

    Schlüssel rein ins Zündschloss, kurzer Dreh und schon lässt sich deutlich im Heck der Vierzylinder-Boxermotor mit dem klassisch-luftigen Käfersound hören. Je nach montierter Auspuffanlage kann dies etwas leiser oder lauter sein.

    Apal Buggy C (1975) - Blick von oben
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Aus dem Handgelenk wird der erste Gang eingelegt und die Kupplung gelöst. Hierbei fühlen sich Käferfahrer wohler als Leute, die vom modernen Auto umsteigen, stehende Pedale erfordern eine gewisse Angewöhnung.

    Apal Buggy C (1975) - vom Fahrgefühl irgendwo zwischen VW Käfer und Formel V
    © Copyright / Fotograf: Balz Schreier

    Ohne Drama zieht der Buggy an und beschleunigt leichtfüssig, so als wäre deutlich mehr Leistung vorhanden als die rund 50 PS, die im Fahrzeugausweis stehen. Wenig Gewicht, sprich rund 650 kg, sind natürlich Voraussetzung für ein derartig flottes Temperament. Vom Fahrgefühl her liegt ein Buggy irgendwo zwischen VW Käfer und Formel-V, trotz geringer Leistung gibt sich der Strandkäfer dynamisch.

    Schon nach kurzer Zeit hat man alle vier Gänge durchgeschaltet und fährt vielleicht 80 km/h. Der Wind tobt durch das Cockpit, bei kalter Witterung wäre jetzt ein Nierengurt durchaus empfehlenswert.

    Ab in die Stadt

    Hohe Geschwindigkeiten sind allerdings nicht des Buggys Ding, 50 bis 60 km/h sind vielfach vergnüglicher als Tempobolzen bei Autobahn-Richtgeschwindigkeit. Damit entpuppt sich der aufgemotzte Käfer als ideales Stadtauto. Seine bescheidene und zuverlässige Natur lässt ihn an der Ampel nicht eingehen und bis 50 km/h kann der leichte Wagen locker mit dem heutigen Verkehrsangebot mithalten.

    Apal Buggy C (1975) - weit und breit kein Sandstrand zu sehen
    © Copyright / Fotograf: Balz Schreier

    Eine perfekte Rundumsicht und eine weitgehende Unempfindlichkeit gegenüber geschwindigkeitsreduzierenden Bodenwellen oder Bordsteinkanten lassen den Kleinen im Grossstadtdschungel schneller vorwärtskommen als ein McLaren P1.

    Praktisch ist er noch dazu. Er bietet (knappen) Platz für vier Personen und die Einkaufstasche kann man von aussen leicht auf die Hintersitze hieven.

    Apal Buggy C (1975) - fährt nicht mit Erdgas, ist aber trotzdem ganz schön grün
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Parkieren ist ein Kinderspiel, schliesslich ist der Buggy deutlich kürzer als ein Käfer, so etwa 3,9 Meter dürften es sein. Dazu kommt ein enger Wendekreis, der sich im Zusammenhang mit dem 2,15-Meter-Radstand fast schon von selber ergibt. Nur den dicken Hintern, der gefahrene Buggy ist immerhin rund 1,7 Meter breit, - schliesslich wollen die 255-er-Schlappen ja irgendwie untergebracht werden - sollte man nicht aus den Augen lassen.

    Ganz schön grün

    Beim fotografierten Buggy handelt es sich um einen Käfer, der wohl im ersten Halbjahr 1968 entstand und dann 1975 vermutlich mit einem “Apal Buggy C” (“C” für court, also kurz) Aufbau umgebaut wurde.

    Apal Buggy C (1975) - nur kurz vor dem Regen Unterschlupf finden
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    So wurde er wohl viele Jahre genutzt, bis ihn ein Enthusiast vor wenigen Jahren gründlich restaurierte und ihm dabei nicht nur ein neues Interieur, sondern auch eine auffällige Lackierung in einem hellgrünen  schillernden Farbton verpasste, welchen man sonst vor allem vom Ford Focus RS kennt. Accessoires wie der Rückspiegel in der Form eines Surfbretts oder der eigenartige Schalthebelknopf sorgen für zusätzliche Akzente. So ganz eindeutig lässt sich heute nicht mehr sagen, wieviel Buggy-C- und wieviel Jet-Elemente am grünen Freizeitmobil dran sind, der Mittelteil und das Heck deuten eher auf Jet, das Vorderteil auf klassische Buggy-Elemente hin.

    Lieber originell als original

    Eine Rarität ist der Apal Buggy sowieso nur bedingt, schliesslich fertigten die Kunststoff-Künstler rund um Edmond Péry zwischen 1969 und 1981 rund 5500 derartige Buggy-Schalen in zwei Längen. Neben dem “C” gab es auch noch den “L” für ungekürzte Käfer-Fahrgestelle und noch mehr Platz im Innern. Zudem gab es noch den "Jet", der etwas teurer war und eine spitzere Front sowie einen itegrierten Überrollbügel aufwies.

    Neu wurde ein fertig montierter Apal Buggy C mit VW-1300-Technik im Jahr 1972 ab 8950 Franken verkauft, während das Kit 4000 Franken kostete. Entschied er sich für den Bausatz, dann war natürlich der Phantasie des Erbauers kaum Grenzen gesetzt. Ob Farbgebung, Gestaltung des Innenraums oder Ausrüstung des Motors, die Freiheit war immens und kein Buggy sah wie der andere aus.

    Bis in die Achtzigerjahre reichte der Boom, dann schritten die Gesetzgeber ein und schlossen eine Gesetzeslücke nach der anderen, was die Freiheiten der Buggy-Bauer stark einschränkten und die Kosten erhöhten. Eine neue Zeit brach an. Der moderne Mensch wollte lieber ein wintertaugliches Ganzjahres-Cabriolet als ein rustikales Freizeitgefährt.

    Apal Buggy C (1975) - im Grossstadt-Dschungel
    © Copyright / Fotograf: Balz Schreier

    Doch dreissig Jahre später erfährt der Buggy eine zweite Jugend, als Zweit- oder Drittwagen wird er gehätschelt und weiter individualisiert. Original erhalten geblieben ist kaum ein damaliger Buggy, aber was bedeutet schon original für ein Fahrzeug, das es eigentlich gar nicht ab Stange gab?

    Daumen hoch

    Dass die Buggys heutzutage meist lange in trockenen Garagen auf ihren Einsatz warten, ist eigentlich genauso schade wie unnötig. Denn eine kurze Fahrt im Buggy durch die Stadt lässt die Mundwinkel nach oben fahren und selbst der BMW-1-er-Cabriolet-Fahrer, der in der Kolonne neben dem grellgrünen Buggy wartet, zeigt einen nach oben gerichteten Daumen. An Kreuzungen wird einem freundlich der Vortritt geschenkt, man bedankt sich mit einem herzlichen Lachen. Und alle sind zufrieden.

    Apal Buggy C (1975) - formlich noch nahe am Meyers Manx Original
    © Copyright / Fotograf: Balz Schreier

    Er ist ein Glücksspender, dieser Buggy, eigentlich sollte man von der Krankenkasse Beiträge dafür kriegen, denn andere Anti-Depressiva sind deutlich teurer und haben noch schädliche Nebenwirkungen dazu.

    Wetterfest?

    Nun, so ganz mithalten bezüglich Komfort kann der Apal mit modernen Autos natürlich nicht. Das spürt man spätestens dann, wenn es zu regnen beginnt. Die vorhandene Abdeckung schützt die Insassen vor nur begrenzt, hinten überhaupt nicht. Aber wozu auch. Nicht der Wagen, die Passagiere müssen halt wetterfest sein. Und notfalls trägt man halt, wie auf dem Fahrrad, eine wasserdichte Jacke, bis die Sonne wieder aufsteigt.

    Apal Buggy C (1975) - die Sonne lässt die Farben spielen
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Heizung? Kaum je in einem Buggy zu finden. Lüftungsanlage? Unnötig. Fensterheber, Zentralverriegelung, Assistenzsysteme? Fehlanzeige, komplett irrelevant. Dafür ist der Buggy eines der wenigen Fahrzeuge, bei denen man die Funktionsfähigkeit der vorderen Blinker hinter dem Lenkrad überwachen kann. Und notfalls mit Handzeichen abbiegen kann.

    Mehr Buggys braucht die Welt!

    Vielleicht wäre die Welt eine Bessere und der Ton im Strassenverkehr freundlicher, wenn mehr Leute einen Buggy fahren würden. Sie würden sich auch nicht auf Knautschzonen und Airbags verlassen, sondern umsichtiger fahren. Und sie würden einen Beitrag zur Ökologie leisten, denn schliesslich ist ein Buggy fast “unkapputbar”, gab einst einem Käfer-Chassis ein zweites Leben und lässt ein deutlich benzinsparenderes Cruisen zu als der VW Käfer selber.

    Apal Buggy C (1975) - der Buggy gibt sich unten und oben offen
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Noch ein Nachtrag: Warum eigentlich “Buggy”? Nun, in den USA nannte man den Käfer “Bug” und da war es zur Verkleinerungs-/Verniedlichungsform “Buggy” nicht mehr weit.

    Apal Buggy C (1975) - der Motor sitzt im Freien
    © Copyright / Fotograf: Balz Schreier

    Wir danken Mächler Automobile für die Gelegenheit zur ausgedehnten Probefahrt.

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    ···
     
    Quelle:

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    ch******:
    19.05.2017 (11:13)
    grüezi
    haben sie vergassen dass es Franke Buggy's aus Schaffhausen/Schweiz gab? hab ich übrigens bei Mächler gekauft. lass doch mal unsere Schweizer zu Ehren kommen ;-)
    fu******:
    23.05.2017 (19:53)
    Guten Abend
    Wobei in der Innerschweiz genau gesagt Buchs war die Firma ALBAR (Alois Barmetteler) ansässig, welche ausser Buggys auch anderer FAhrzeuge auf Käfer Basis as fertig Fahrzeuge und BAusätze anbot.
    aj******:
    23.05.2017 (21:44)
    Nicht zu vergessen es gab auch noch den Swiss Buggy aus Otelfingen, aufgebaut auf einem verkürzten Käferchassis.
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