Tatra 77 – Stromlinien-V8
Zusammenfassung
Er sieht von hinten aus wie ein Batmobil, er war teuer wie eine Immobilie und gleichzeitig schnell wie ein Rennsportwagen. Er konnte sechs Personen komfortabel und sparsam transportieren. Der Tatra 77 revolutionierte das Automobil und war trotzdem nicht erfolgreich. Dieser Fahrzeugbericht erzählt die Geschichte des Tatra 77 und zeigt ihn auf aktuellem und historischen Bildmaterial, sowie in der Verkaufsliteratur von damals.
Dieser Artikel enthält folgende Kapitel
- Die Stromlinien-Fans
- In gut einem Jahr entsteht ein komplett neues Fahrzeug
- Der innovative V8-Motor
- Überragende Aerodynamik
- Vorstellung in Prag, Berlin und Paris
- Schneller
- Sicherer
- Komfortabler
- Kontinuierliche Verbesserungen
- Wenige Überlebende
Geschätzte Lesedauer: 7min
Leseprobe (Beginn des Artikels)
In den Dreissigerjahren war die “Stromlinie” in aller Munde. Meist handelte es sich bei den besonders windschlüpfigen Automobilen um Einzelexemplare, bei Tatra aber baute man das erste Serienfahrzeug mit aerodynamisch optimierter Karosserie. Und man ging dabei deutlich weiter als die Konkurrenz und auch die Fahrzeuginsassen sowie die Sicherheit wurden dabei nicht vergessen. Tatra gehörte zu den ältesten Autobauer überhaupt, bereits 1898 entstand der erste Automobil in der Nesselsdorfer Wagenbau-Fabriks-Gesellschaft, die dann ab 1919 Tatra hiess. Hans Ledwinka hatte klare Vorstellungen vom idealen Fahrzeug. Es sollte dem Wind möglichst wenig Widerstand entgegensetzen und gleichzeitig in der Lage sein, fünf bis sechs Passagiere mit hohem Komfort und Geschwindigkeit transportieren können.
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Interessant wäre noch zu erfahren wie bei diesem Fahrzeug die Straßenlage war, vor allem auf kurvigen Strecken und das Fahrverhalten bei hohen Geschwindigkeiten denn ich vermute daß die Karosserieform bei hohen Geschwindigkeiten für Auftrieb gesorgt hat, vor allem vorne.
Was die geringe Motorleistung angeht sollte man berücksichtigen daß die Oktanzahl des Treibstoffs im Vergleich zu heute sehr niedrig war.
Als Vergleich: Der bis Mai 1945 in Deutschland übliche Flugzeugtreibstoff hatte nur 87 Oktan während die USA ab Ende 1944 Flugzeugtreibstoffe mit 130 bis 150 Oktan zur Verfügung hatten, allerdings ziemlich giftig und hochexplosiv.

Das Problem in Kurven war die Doppelgelenk-Pendelachse mitsamt dem Motor vollständig hinter der Hinterachse. Es soll Nachbesserungen mit Ausgleichsfeder geben, die verhinderte, dass bei Entlastung der Hinterachse die Räder zum Positiven Sturz zusammenklappten.
Aber die Fahreigenschaften lagen durchaus im Spiegel ihrer Zeit - und der Tatra 77 galt als ausgesprochen hochwertiges, langlebiges und höchst komfortables Auto.
Dieses ist mit Sicherheit nicht auf dem Genfer Salon 1938 aufgenommen worden. Zu sehen ist ein spätes T87-Vorfacelift-Modell (also 40er Jahre, max. 1948, da Ende 1947 das Facelift-Modell vorgestellt wurde [Bild 55, 79]) mit einem Nachkriegskennzeichen (für Morava/Okres Nový Jičín, also auch Kopřivnice), das von 1945 bis 1953 galt.
Im Hintergrund ist der NW Präsident zu sehen, der 1947 anlässlich des Jubiläums "50 Jahre Tatra-Automobile" an verschiedenen Orten zu sehen war. Daher könnte das Bild vom Genfer Salon 1947 stammen.

































































































































































































































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