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Peugeot 403 BD – nicht umwälzend, dafür selbstzündend

Erstellt am 28. September 2021
, Leselänge 10min
Text:
Bruno von Rotz
Fotos:
Daniel Reinhard 
46
Klaus D. Lehmann-Gräve 
1
Archiv 
71
Peugeot 403 BD (1965) - auf zum nächsten Weinberg
Peugeot 403 BD (1965) - komfortabel gefedert
Peugeot 403 BD (1965) - bei 50 km/h ist man meist schon im vierten Gang
Peugeot 403 BD (1965) - 4,47 m lange Limousine
Peugeot 403 BD (1965) - das Karosseriekleid wurde von Pinin Farina gestaltet
Peugeot 403 BD (1965) - dank Ponton-Form stand ein grosser Kofferraum zur Verfügung
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Schon Monate vor der Vorstellung hatten Gerüchte über einen kommenden grösseren Peugeot die Runde gemacht. Nachdem der Wagen auf dem Pariser Autosalon 1954 nicht gezeigt werden konnte, wollten die Verantwortlichen im Frühling 1955 nicht mehr länger warten und präsentierten den Wagen im April der Presse in Paris. Zu sehen war er auch auf dem Autosalon von Turin.

Bild Peugeot 403 (1955) - Präsentation in Turin, Italiens Präsident Luigi Einaudi und seine Frau Ida schauen sich den neuen Franzosen genauer an
Peugeot 403 (1955) - Präsentation in Turin, Italiens Präsident Luigi Einaudi und seine Frau Ida schauen sich den neuen Franzosen genauer an
Archiv Automobil Revue

Damit wurde er den potentiellen Kunden rund ein halbes Jahr vor dem Citroën DS 19 vorgestellt, der in vielen Punkte der Antipode des Peugeot 403 war.

Weg vom Eintypensystem

Bis 1955 hatte Peugeot seit Beginn der Fünfzigerjahre mit dem 1948 vorgestellten 203 auf ein Eintypensystem gesetzt.

Bild Peugeot 203 (1954) - sehr lehrreiches Ausstellungsmodell - Genfer Automobilsalon 1954
Peugeot 203 (1954) - sehr lehrreiches Ausstellungsmodell - Genfer Automobilsalon 1954
Archiv Automobil Revue

Der Peugeot 203, gebaut als viertürige Limousine, Cabriolet, Coupé und Kombi war mit fast 700’000 produzierten Exemplaren sehr erfolgreich und wurde immerhin über 12 Jahre lang gebaut, die letzten Exemplare im Jahr 1960.

Der Typ 403 war grösser und leistungsfähiger, sah aber vor allem deutlich moderner aus.

Setzen auf Bewährtes

Weil Peugeot wie die meisten anderen Autohersteller in der Nachkriegszeit finanziell nicht auf Rosen gebettet war und Rationalisierung ein zentrales Anliegen war, empfahl es sich, möglichst viele Teile sowohl im weiter gebauten Peugeot 203 und dem neuen 403 zu verwenden. Entsprechend nutzte der neue Viertürer weitgehend den Unterbau des 203. Dabei profitierte er von den mannigfaltigen Verbesserungen, die Peugeot dem kleineren Wagen über die Zeit hatte angedeihen lassen.

Bild Peugeot 403 (1955) - Aufbau der selbsttragenden Karosserie und des Fahrwerks
Peugeot 403 (1955) - Aufbau der selbsttragenden Karosserie und des Fahrwerks
Archiv Automobil Revue

Unter der selbsttragend ausgeführten Karosserie fand man entsprechend dieselbe Vorderradaufhängung mit Dreieckslenker und unterer Querblattfeder und die hintere Starrachse mit Schraubenfedern, Schubstreben und Panhardstab. Gelenkt wurde weiterhin mit Zahnstange, gebremst über vier Trommeln. Auch das Vierganggetriebe samt Kardanwelle im Schubrohr konnte übernommen werden. Der Radstand allerdings wuchs um acht Zentimeter auf 2,66 Meter.

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Viele Verbesserungen und italienisches Design

Von aussen freilich war dem Peugeot 403 die Verwandtschaft kaum anzusehen. In Zusammenarbeit mit Pinin Farina war eine elegante, aber keineswegs extrovierte Ponton-Karosserie entstanden, die vermutlich auch als Austin oder als Renault hätte in Produktion gehen können.

Bild Peugeot 403 (1955) - viertürige Limousine
Peugeot 403 (1955) - viertürige Limousine
Archiv Automobil Revue

Auf viel Chrom und Schmuck wurde verzichtet, dafür mit weit öffnenden Türen und einem grossen Kofferraum auf gute Alltagseigenschaften gezielt. 447 cm lang und 167 cm breit war die Limousine bei 151 cm Höhe.

Dank grossen Radhäusern betrug der Wendekreis nur 9,5 Meter und dank der selbstragenden Bauweise konnte das Werk ein Trockengewicht von 1025 kg nennen.

Im Innern sorgten breite Sitze und ein gepolstertes Armaturenbrett für Bequemlichkeit und Sicherheit. Liegesitze waren serienmässig, an die passive Sicherheit wurde an vielen Stellen gedacht. Das Zweispreichenlenkrad beispielsweise war aus plastischem Material hergestellt und der Hupring erlaubte die Dosierung des Doppelhorns in zwei Stufen.

Bild Peugeot 403 (1958) - Teswagen mit offenen Türen
Peugeot 403 (1958) - Teswagen mit offenen Türen
Archiv Automobil Revue

Die Ventilation und Durchlüftung wurde gegenüber dem Vorgänger deutlich verbessert und der Lärmpegel im Innern durch reichlichen Einsatz von Dämmmaterial gesenkt. Das Schiebedach war (beim Grand Luxe) serienmässig, als “Farben” gab es anfänglich Schwarz, Hellgrau und Graublau. Auch hier zeigte sich, dass man bei Peugeot kein auffälliges, sondern ein praktisches und “angenehmes” Auto bauen wollte. Entsprechend setzte auch die französische Zeitschrift “L’Auto Journal” den Titel “Pas de Révolution”, frei übersetzt “nichts Umwälzendes”.

Umfangreich modifizierter Motor

Hatte man sich bei der Fahrwerkstechnik weitgehend an die Vorgaben aus dem Peugeot 203 gehalten, zeigte sich der im 403 eingesetzte Motor als echte Weiterentwicklung. Der Hubraum war auf 1468 cm3 angewachsen, was durch erweiterte Bohrungen erreicht wurde. Die Kurbelwelle, die seitliche Nockenwelle und die über Stossstangen und Kipphebel angesteuerten Ventile behielt man bei. Die Ansaugleitungen wurden allerdings neu verlegt, um kürzere Wege für das Gemisch zu erreichen.

Bild Peugeot 403 (1959) - Blick unter die Motorhaube
Peugeot 403 (1959) - Blick unter die Motorhaube
Archiv Automobil Revue

Bei einer Verdichtung von 7:1 leistete der 1,5-Liter 58 SAE-PS bei 4900 Umdrehungen. Dies reichte gemäss Werksangaben für 130 km/h Spitze. Als Verbrauch nannte Peugeot 9,8 Liter bei konstant 85 km/h. Geschaltet wurde wie beim 203 am Lenkrad.

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Gute Noten

Als in hiesigen Zeitschriften endlich umfangreiche Testberichte zum Peugeot 403 erschienen, da waren die Autos schon lange häufig auf den Strassen zu beobachten. Werner Oswald leitete seinen Artikel für “Auto Motor und Sport” im Jahr 1958 denn auch bereits fast mit einer Schlussfolgerung ein:
“Die französische Automobilindustrie kann den doppelten Ruhm für sich in Anspruch nehmen, einmal mit dem Citroën DS 19 das unkonventionellste Serienautomobil der Welt zu bauen und zum anderen mit dem Peugeot 403 unter den unzähligen Modellen konventioneller Bauart eines der ausgewogensten, reifsten und am besten durchentwickelten.”

Die guten Qualitäten ergäbe sich als glückliche Kombination vieler, an sich nicht überragender Einzelelemente, schrieb Oswald. Der vollgetankte Wagen wog 1155 kg und beschleunigte in 22 Sekunden auf 100 km/h. Als Benzinverbrauch notierte der Testfahrer 9,2 Liter pro 100 km, als Preis DM 6950, respektive DM 7190 (inkl. Stahlschiebedach, dazu kamen auf Wunsch noch DM 200 für die Heizung und DM 85 für die vielgelobten Michelin-X-Reifen).

Fast alles wurde von Oswald als “hervorragend” beschrieben, Komfort, Fahrleistungen, Fahrverhalten und Verbrauch.

Die Automobil Revue unterzog den Peugeot 403 einer sechsmonatigen Langstreckenprüfung über 14’000 km. Dabei wurde ein Duchschnittsverbrauch von 9,8 Liter pro 100 km notiert. Die Schweizer Version lief offensichtlich etwas weniger schnell, begnügte sich mit 128 km/h Spitze und 26,3 Sekunden für den Spurt von 0 auf 100 km/h. Gelobt wurden der kerngesunde Motor, die reichhaltige Ausrüstung, der geringe Verbrauch, die sicheren Fahreigenschaften und die praktische Karosserie. Zusammenfassend wurde am Schluss notiert:
“Im gesamten erwies sich der Peugeot 403 als eine meisterhafte Leistung des modernen Automobilbaus. Neben seiner Fahrsicherheit und hervorragenden Wendigkeit, der Berücksichtigung der Bedürfnisse weitester Automobilistenkreise, dem bescheidenen Verbrauch und der guten Leistung hinterlässt vor allem die seriöse, solide Machart und das Fehlen jedes äusserlichen Schnickschnacks einen starken Eindruck. Seine Verbreitung und der von ihm ausgelöste Aufschwung der Produktion des Werkes beweist, dass sich eine wirkliche Leistung auch ohne Konzessionen an den sogenannten Publikumsgeschmack durchsetzen kann.”

Ausbau der Palette

Am Pariser Autosalon 1956 debütierten weitere Varianten des Peugeot 403.

Bild Peugeot 403 (1960) - als Cabriolet Grand Luxe
Peugeot 403 (1960) - als Cabriolet Grand Luxe
Archiv Automobil Revue

Vorgestellt wurde ein zweitüriges Cabriolet sowie die Kombiversionen “Familiale” und “Commerciale”, die sich den selben verlängerten Radstand von 290 cm teilten, sich aber bezüglich der Inneneinrichtung (Familiale mit zwei zusätzlichen Sitzen hinten) unterschieden.

Bild Peugeot 403 (1960) - als Limousine Familiale Grand Luxe
Peugeot 403 (1960) - als Limousine Familiale Grand Luxe
Archiv Automobil Revue

Dazu gesellte sich noch die Variante “Fourgonnette” ohne hintere Seitenfenster, aber mit grosser Ladefläche. Und für die Weinbauern wurde die Camionette Bachée als Pickup mit Planenverdeck angeboten.

Im Sommer 1960 wurde der 403 zum 403 B und erhielt das Vierganggetriebe vom 404, bereits früher hatte man zugunsten der Blinker auf Winker verzichtet. Und als Nachfolger des 1960 eingestellten 203 wurde ein 403 “Sept” mit 1,3-Liter-Motor verkauft.

Bild Peugeot 403 (1963) - einmal dunkel als Sparmodell "Sept", einmal hell als Berline Grand Luxe
Peugeot 403 (1963) - einmal dunkel als Sparmodell "Sept", einmal hell als Berline Grand Luxe
Archiv Automobil Revue

Mit dem Cabriolet hatte übrigens nicht nur eine leicht erhöhte Motorleistung Einzug gehalten, sondern 1957 auch der erste themostatisch gesteuerte Kühlerventilator, der mit etwas Verzögerung dann auch in der Limousine für einen reduzierten Benzinverbrauch sorgte.

Bild Peugeot 403 (1959) - nun mit thermostatisch gesteuertem Kühlventilator
Peugeot 403 (1959) - nun mit thermostatisch gesteuertem Kühlventilator
Archiv Automobil Revue

Das Cabriolet wurde dann mit seinem späten Auftritt in der Krimiserie "Columbo" vielleicht sogar der bekannteste Peugeot 403 überhaupt.

Auch ohne Kupplung …

Ab Frühjahr 1958 gab es den Peugeot 403 auch mit der automatischen Jaeger-Kupplung, welche das Kupplungspedal gegen Aufpreis überflüssig machte.

Bild Peugeot 403 (1959) - das Kupplungspedal fehlt bei der Variante mit elektomagnetischer Jaeger-Kupplung
Peugeot 403 (1959) - das Kupplungspedal fehlt bei der Variante mit elektomagnetischer Jaeger-Kupplung
Archiv Automobil Revue

Die elektromagnetische Kupplungsbetätigung wurde durch eine Berührung des Schalthebels ausgelöst und funktionierte gemäss damaligen Testberichten problemlos, zumal sie weder die Fahrleistungen noch den Verbrauch negativ beeinflusste.

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… und mit Dieselmotor

Der Senkung des Verbrauchs förderlich sollte allerdings vor allem eine weitere Innovation im Jahr 1960 sein, nämlich der Einbau eines 1,8-Liter-Dieselmotors in die Limousinen- und Kombivarianten des Peugeot 403.

Bild Peugeot 403 (1960) - der Dieselmotor von Indenor
Peugeot 403 (1960) - der Dieselmotor von Indenor
Archiv Automobil Revue

Weil Dieselmotoren damals ziemlich selten waren im Personenwagen, bemühte sich die Automobil Revue das Bauprinzip umfangreich zu erklären:

“Die nach dem Viertaktverfahren arbeitenden Benzin- und Dieselmotoren besitzen den gleichen Aufbau des mechanischen Teils mit Zylinderblock, Zylinderkopf, hängenden Ventilen, Kolben, Pleuelstangen, Kurbelwelle und Nockenwelle. Äusserlich unterscheidet sich der Dieselmotor vom Benzinmotor durch den Wegfall des Vergasers und der elektrischen Zündanlage. Der Dieselmotor saugt über den üblichen Luftfilter reine Luft an, die im Verbrennungsraum zwei- bis dreimal stärker verdichtet wird als das Benzin-Luftgemisch im Benzinmotor. Durch diese starke Verdichtung (Indenor-Motor 21:1, Peugeot-Benzinmotor 7,0 :1) wird die Luft auf rund 600 Grad Celsius erhitzt. Am Ende des Verdichtungshubes wird Rohöl in die heisse Kompressionsluft in feinster Zerstäubung eingespritzt, das sich mit einem gewissen Zündverzug entflammt. Durch die Verbrennung entsteht eine nochmalige Drucksteigerung, die über den Kolben und die Kurbelwelle zur mechanischen Arbeitsleistung führt.

Für das Einspritzen des Rohöls wird eine kleine Hochdruckpumpe verwendet, welche die Zylinder in der Reihenfolge ihrer Arbeitstakte über Einspritzdüsen versorgt. Die kleinen Treibstoffmengen und der nach Sekundenbruchteilen bestimmte Einspritzzeitpunkt stellt an die Konstruktion der Einspritzpumpe höchste Anforderungen. Während man beim Benzinmotor durch Variieren der Drosselklappenöffnung mit dem Gaspedal Drehzahl und Leistung reguliert, geschieht dies beim Dieselmotor durch Verändern der pro Zylinder eingespritzten Rohölmenge. Der Indenor-Diesel arbeitet mit einer Ricardo-Vorkammer, die auch von andern Motorenkonstrukteuren verwendet wird und deren Bezeichnung auf den Erfinder Bezug nimmt.”

Bild Peugeot 403 (1962) - Limousine Commerciale
Peugeot 403 (1962) - Limousine Commerciale
Archiv Automobil Revue

Im Test der AR überzeugte der Dieselmotor im Jahr 1960 in der 1285 kg schweren Commerciale-Variante mit Sparsamkeit, die ihn bereits nach 67’000 km Laufleistung kostengünstiger erscheinen liessen als die Benzinmotor-Version. 8,8 Liter schluckte der Kombi über 7650 km. Die Fahrleistungen lagen allerdings deutlich unter denen der normalen Version, 100 km/h wurden erst nach 38,5 Sekunden erreicht, als Höchstgeschwindigkeit wurden 102 km/h gemessen. Trotz geringer Vibrationen erzeugte der Motor relativ viel Lärm:
“Der Indenor-Diesel gibt seine sparsam entwickelte und ausdauernde Leistung unter beträchtlicher Geräuschentwicklung ab, die sich sowohl von Aussen wie im Innern der als Resonanzkörper wirkenden, grossräumigen und nur an den wichtigsten Stellen ausgepolsterten Karosserie bald als dumpfes Stampfen, bald als dem Gebrumm überlagertes helles Klingeln bemerkbar macht. Als wichtigste Massnahme gegen die Übertragung der Motorgeräusche wurde vor der Spritzwand unter der Haube eine Holzplatte mit Schaumgummiverkleidung eingebaut.”

Selbstversuch

Von aussen ist die Dieselvariante nicht von anderen Peugeot 403 zu unterscheiden, wenn man den zusätzlichen Schriftzug auf dem Heck übersieht. Im Innern allerdings gibt es ein paar spezielle Bedienungselemente, die den gefahrenen 403 BD vom 403 des Jahres 1965 unterscheiden.

Bild Peugeot 403 BD (1965) - Bedienungseinheit für den Diesel, man beachte "On marche"
Peugeot 403 BD (1965) - Bedienungseinheit für den Diesel, man beachte "On marche"
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Gestartet wird nach Zündschüsseldrehen mittels Zugriegel, welcher in der ersten Stufe die Vorglühung in Gang setzt. Bei kalter Witterung und kaltem Motor kann dies schon einmal 20 bis 40 Sekunden dauern. Mit der zweiten Zugstufe wird dann der Anlasser betätigt und der Motor setzt sich lautstark in Gang. Gestoppt wird er übrigens durch Zug an einem weiteren Zugriegel, der die Dieselförderpumpe abschaltet.

Bild Peugeot 403 BD (1965) - der erste Gang ist unten zum Fahrer hin angeordnet
Peugeot 403 BD (1965) - der erste Gang ist unten zum Fahrer hin angeordnet
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Nach dem Startvorgang unterscheidet sich der Diesel fahrerisch nur noch durch seine eigene Leistungscharakteristik (Höchstleistung von 50 DIN-PS bei 4000 Umdrehungen) und sein relativ schmales nutzbares Drehzahlband. Die Gänge sind relativ kurz übersetzt, bereits bei rund 50 km/h hat man bereits dreimal geschaltet.

Bild Peugeot 403 BD (1965) - mit dem Hebel am Lenkrad werden die vier Vorwärtsgänge und der Rückwärtsgang geschaltet
Peugeot 403 BD (1965) - mit dem Hebel am Lenkrad werden die vier Vorwärtsgänge und der Rückwärtsgang geschaltet
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Die Schaltarbeit am Lenkrad (!) selber geht leicht von der Hand, die Gänge 2 und 3 sind in der mittleren Eben übereinander angeordnet, der erste Gang befindet sich näher am Fahrer, unterhalb des Rückwärtsgangs. Der vierte Gang wird dann durch Drücken des Schalthebels nach vorne und oben angewählt. Auch die Pedalerie lässt sich leichtgängig bedienen, die Lenkarbeit geht ebenfalls leicht von der Hand.

Bild Peugeot 403 BD (1965) - komfortabel gefedert
Peugeot 403 BD (1965) - komfortabel gefedert
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Automatisch stellt sich ein gemütliches Fahrtempo ein, am wohlsten scheint sich die Limousine bei 70 bis 80 km/h zu fühlen. Dann fällt auch der eher rauhe Motorlauf weniger ins Gewicht.

Bild Peugeot 403 BD (1965) - das Karosseriekleid wurde von Pinin Farina gestaltet
Peugeot 403 BD (1965) - das Karosseriekleid wurde von Pinin Farina gestaltet
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Die Rundumsicht ist gut, der Fahrkomfort überzeugt, insgesamt ist der Diesel-403 unterhaltsam zu fahren, wenn er auch kein Kilometerfresser für die Autobahn ist.

Randerscheinung

Die meisten Käufer dürften damals der schnelleren Benzin-Version den Vorzug gegeben haben, daher ist ein 403 BD heute sicherlich zu einer echten Rarität geworden.

Bild Peugeot 403 BD (1965) - der Löwe als Kühlerfigur
Peugeot 403 BD (1965) - der Löwe als Kühlerfigur
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Die letzten Peugeot 403 wurden 1966 gebaut, insgesamt wurden 1,12 Millionen Autos verkauft. Über die ganze Produktionsdauer wurden nur geringe Sachen verändert, mal eine Kleinigkeit hier, mal ein Detail dort. Warum auch sollte man etwas ändern, was funktionierte und vom Kunden gerne gekauft wurde?

Wir danken der Oldtimer Galerie Toffen, die uns eine Probefahrt im Peugeot 403 BD von 1965 ermöglichte, welcher am 16. Oktober 2021 in Toffen versteigert wird.

Bilder zu diesem Artikel

Bild Peugeot 403 BD (1965) - komfortabel gefedert
Bild Peugeot 403 BD (1965) - im Zweifarbenkleid
Bild Peugeot 403 BD (1965) - grosses Zweispeichenlenkrad
Bild Peugeot 403 BD (1965) - robust gebauter 1,8-Liter-Dieselmotor
Bild Peugeot 403 BD (1965) - bei 50 km/h ist man meist schon im vierten Gang
Bild Peugeot 403 BD (1965) - 4,47 m lange Limousine
Bild Peugeot 403 BD (1965) - das Karosseriekleid wurde von Pinin Farina gestaltet
Bild Peugeot 403 BD (1965) - dank Ponton-Form stand ein grosser Kofferraum zur Verfügung
Bild Peugeot 403 BD (1965) - Radstand 2,66 Meter
Bild Peugeot 403 BD (1965) - Zweifarben-Lackierungen waren vermutlich eher selten
Bild Peugeot 403 BD (1965) - 1,67 Meter breit
Quelle:
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von kl******
30.09.2021 (08:15)
Antworten
Im Text steht: ...."bereits früher hatte man zugunsten der Winker auf Blinker verzichtet."

War es nicht eher umgekehrt? ;-)
Antwort vom Zwischengas Team (Chefredaktor)
30.09.2021 (08:42)
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ja, natürlich. Danke für den Hinweis! Ist korrigiert. Das kommt davon, wenn man schneller schreibt, als man denkt, oder umgekehrt.
Favicon
von Ru******
05.10.2021 (09:05)
Antworten
Danke für den Bericht des 403, der doch inzwischen als Oldie in D. reichlich vergessen ist (trotz Columbo). Im Artikelaufmacher steht "von ´56-´66", das ist richtigerweise "von ´55-´66". Und mit "extravierte" meinen Sie wohl "extrovertierte"? Genau das ist das Problem des 403, er war schon altbacken, als er 1955 herauskam. Solch eine Form hatte der FIAT 1400/1900 bereits lange 5 Jahre auf dem Markt! Der 403 wirkt eher, wie einer aus anno ´52 als einer von ´55. Auch der viel elegantere Volvo Amazon kam nur 1 1/4 Jahre später auf den Markt und dabei ist Volvo oder sind die Schweden keine in der Mode führende Nation. Bei Pininfarina lag dieser Designentwurf wohl schon eine längere Zeit in der Schublade herum. Nichts desto trotz ist dieser 403 eine total symapthische Angelegenheit und rundum gelungen in seinen Qualitäten und dadurch bedingt in seiner Ausstrahlung. Und damals in den 50er und früheren 60er Jahren quasi serienmäßig ein schönes, großes SSD zu haben, war etwas besonderes!
Antwort vom Zwischengas Team (Chefredaktor)
05.10.2021 (09:10)
Favicon
Danke für die Hinweise, wir haben die Fehler korrigiert.
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