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Bild (1/1): Packard One Eighty Darrin Convertible Victoria (1941) - man kann ihn sich auch gut als Film-Auto vorstellen (© Ryan Merrill - Courtesy Auctions America, 2017)
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    Packard One Eighty Darrin Convertible Victoria - Hollywood-Glanz und Pariser Eleganz

    Erstellt am 30. April 2017
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Daniel Reinhard 
    (1)
    Ryan Merrill - Courtesy Auctions America 
    (22)
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    Thomas Banacek kannte nicht nur eine Vielzahl an (erfundenen) polnischen Sprichwörtern, er hatte auch einen erlesenen Autogeschmack. Der Versicherungsdetektiv in der gleichnamigen US-Fernsehserie der frühen Siebzigerjahre fuhr einen Packard One Eighty Darrin Convertible Victoria mit Jahrgang 1941 und damit den Wagen, den in den frühen Vierzigerjahre viele Hollywood-Stars ihr Eigen nannten.

    Thomas Banacek im schwarzen Packard One Eighty Darrin Convertible Victoria von 1941

    Zu verdanken war der elegante Wagen dem Designer Howard Darrin.

    Pariser Charme

    Howard “Dutch” Darrin war eigentlich mehr als ein Designer, er war ein Ingenieur und Erfinder mit einer artistischen Ader. Geboren wurde er in New Jersey, doch verbrachte er einen Teil der Zwanziger- und Dreissigerjahre in Frankreich, wo er unter anderem zusammen mit Thomas Hibbard, später auch mit einem Bankier namens Fernandez Luxus-Automobile karossierte. Mitte der Dreissigerjahre aber fiel der Absatz von teuren Fahrzeugen in sich zusammen und Darrin zog nach Amerika zurück und nutzte dort seinen angesagten französisch-europäischen Stil (und Akzent) sofort zu Geschäftszwecken.

    Mit Unterstützung des Jensen-Imorteurs Percy Morgan gründete er eine Karosseriefirma in Los Angeles und begann seine eigenen Aufbauten auf Chassis unterschiedlicher Hersteller zu fertigen. Er stellte Mitarbeiter ein und brachte sich bei der Holywood-Schickeria ins Gespräch. Dick Powell, einer der Warner Bros Stars, kaufte ihm 1937 einen Ford Sport Phaeton ab, Chester Morris, einer der führenden Leute bei RKO, bestellte dann ein ähnliches Auto, aber auf dem Fahrgestell des Packard One-Twenty. Es folgte ein Aubau auf dem Chassis eines Rolls-Royce Phantom II von 1933, weitere Spezialkarosserien folgten.

    Das Geschäft wuchs und “Darrin of Paris” zog immer wieder in grössere und besser repräsentierende Räumlichkeiten. In jener Zeit entstanden insgesamt 16 Darrin-Packards, davon 14  Victorias, eine viertürige Limousine und ein Sedanca Coupé. Sie wurden auf Basis von kompletten Fahrzeugen gebaut, die Darrin für rund 1100 amerikanische Dollar von einem Händler kaufte. Die Front der eingekauften Coupés wurde weitgehend serienmässig belassen, die Türen entfernt, das Dach abgeschnitten. Die hinteren Kotflügel wurden modifiziert, unter das Cabriolet-Dach kam ein stützendes Eschenholz-Gerüst. Auch das Interieur konnte weitgehend übernommen werden, wurde aber nobler tapeziert und bezogen. Innert zwei Wochen konnte am Schluss ein derartiger Umbau fertiggestellt werden, rund 3200 bis 3300 USD erhielt Darrin dafür, die Endkunden zahlten natürlich noch einiges mehr, etwa drei- bis viermal soviel wie der Standart-Packard 120 vom Band.

    Der Playboy Darrin rüstete natürlich seine Freunde und Bekannten mit derartigen Cabriolets aus, unter anderem Clark Cable, Errol Flynn und Rosalind Russell. Clark Gables Wagen beispielsweise wirkte auf die Passanten wie ein Auto vom Mars, es war anderen Fahrzeugen jener Zeit designmässig um Jahre voraus, nicht zuletzt wirkte auch das gelbe Leder-Interieur und das ähnlich einem Flugzeug ausstaffierte Armaturenbrett reichlich futuristisch. Gable jedenfalls sah sich gezwungen, den Wagen nicht mehr zu benutzen, nachdem sich ständig Schlangen hinter ihm bildeten und an Kreuzungen wildfremde Leute in sein Auto hüpften.

    Downsizing bei Packard

    Den Packard One-Twenty war ein wichtiges Auto für den Prestige-Hersteller. Mit diesem Modell schaffte man einen tieferen Einstieg in die Marke Packard, im Bestreben während der Weltwirtschaftskrise zu überleben. Mit dem neuen Typ führte Packard 1935 auch die vordere Einzelradaufhängung, genannt “Safe-T-Flex” ein. Das Fahrgestell entsprach ansonsten Packards-Gepflogenheiten, es gab also einen stabilen Rahmen, der durch X-Traversen verstärkt war. Hinten waren die Räder ein einer blattgefederten Starrachse aufgehängt. Die Trommelbremsen wurden über eine Hydraulik angesteuert.

    Packard One Twenty (1936) - Fahrgestell
    © Zwischengas Archiv

    Als Motor diente ein neuentwickelter Reihen-Achtzylinder mit Leichtmetall-Zylinderkopf und Kolben. Mit einem Hubraum von 4,2 Litern gelangten 110 PS zum synchronisierten Dreiganggetriebe.

    Packard Eight (1938) - der Reihen-Achtzylinder
    © Zwischengas Archiv

    Ab Werk gab es den 120 als viertürigen Sedan/Touring-/Club-/ Sedan, als zweitüriges Business Coupe, als Convertible Coupe und als Touring oder Sport Coupe ab 980 USD.

    Packard One Twenty (1936) - als Werks-Sport-Coupé
    © Zwischengas Archiv

    Mit dem Packard Six, einer Sechszylinder-Variante, eingeführt im Jahr 1937, präsentierte man ein noch günstigeres Modell, während man den 120 etwas höher einstufte. Im Jahr 1938 wurde der 120 durch den Packard Eight, der parallel zum Packard Six gebaut wurde, ersetzt, nur um 1939 mit synchronisiertem Vierganggetriebe wieder zurückzukehren. Insgesamt über 175’000 One-Twenty oder 120 wurden in den unterschiedlichsten Varianten während der sieben Jahre Bauzeit verkauft.

    Packard Eight (1938) - Fahrgestell des Achtzylinder-Modells
    © Zwischengas Archiv

    Oberhalb der Baureihe 120 wurde der 180 eingeführt, der offiziell Custom Super Eight One-Eighty hiess und als Nachfolger des Packard Eight gesehen werden kann. Technisch war der 180 eng verwandt mit den übrigen Modellen, der Achtzylinder aber lieferte 160 PS aus 5830 cm3. Mit Klimaanlage und elektrischen Fensterhebern war der Packard 180 seiner Zeit voraus.

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    Auto Zürich 2019

    Von der Spezialkarosserie

    Howard Darrin liebäugelte schon seit einiger Zeit damit, seine Fahrzeugdesigns bei Packard als Teil des offiziellen Modellprogramms produzieren zu lassen. Erste Gespräche aber fruchteten nichts. So liess Darrin seinen Mitarbeiter Art Fitzpatrick einen Packard-Darrin nach Detroit zum Händler-Meeting fahren. Leider hatten Fitzpatrick und sein Kollege unterwegs einen Unfall, als ein Betrunkener ihnen in die Seite fuhr. Weil der Wagen aber noch funktionierte, brachten ihn die beiden trotzdem ans Ziel und parkten die beschädigte Seite eng an eine Wand. Auch so sorgte der elegante Wagen bei den Händlern für Aufregung, aber Packard-Boss Alvan Macauley war noch nicht überzeugt.

    Als aber die Presse wegen der Schauspieler die Darrins Autos fuhren, voll von Berichten darüber waren, kam Macauley nicht mehr darum herum, den umtriebigen Designer, der kaum je selber zeichnete, ernstzunehmen. Ein Vertrag wurde geschlossen und Darrins Modelle in den Packard-Katalog von 1940 aufgenommen.

    Packard One Eighty Darrin Convertible Victoria (1941) - selbst mit Faltdach flache Silhouette
    © Copyright / Fotograf: Ryan Merrill - Courtesy Auctions America

    … zur Serienvariante

    Packard war gemäss Vertrag für die Herstellung und den Vertrieb der Darrin-Packards verantwortlich, während Darrin selber einen Betrag pro Wagen zugesprochen erhielt und die Werbung steuerte, sowie die Produktion überwachen sollte. Drei Modelle waren vorgesehen: Der bereits populäre Victoria Convertible, ein Limousinen-Cabriolet und eine exklusive viertürige Sportlimousine.

    Packard One Eighty Darrin Convertible Victoria (1941) - schon gestalteter Heckabschluss
    © Copyright / Fotograf: Ryan Merrill - Courtesy Auctions America

    Der Bau der Darrin-Packards wurde zunächst von Auburn übernommen, während Darrin sich um die Promotion kümmerte und beispielsweise einen Packard Darrin vor von Showgrössen frequentierten Hotels und Restaurants parken liess. Darrin-Packards wurden für USD 3800 (120) bis 6300 verkauft, je nach Chassis und Modell. Das tat der Nachfrage aber keinen Abbruch, das Problem lag eher darin, dass die Produktion sich nicht so entwickelt wie erwartet. Der Bau musste schliesslich von Connersville nach Cincinnati verlegt werden. Inzwischen hatten sich auch die Packard-Modelle etwas gewandelt, die Scheinwerfer wurden nun in die Kotflügel integriert, eine Anpassung, die natürlich auch bei den Packard-Darrin-Modellen übernommen wurde.

    Packard One Eighty Darrin Convertible Victoria (1941) - Front entspricht der Serie
    © Copyright / Fotograf: Ryan Merrill - Courtesy Auctions America
    SC75

    Nur eine kurze Episode

    Bis 1942 entstanden so 114 Packard-Darrins, 35 davon entstanden 1941 in Cincinnati, 15 weitere im Jahr darauf. 1942 sollte dann eigentlich der Packard Clipper, dessen Design Darrin massgeblich beeinflusst hatte, der grosse Verkaufsrennen von Packard werden, doch der Kriegseintritt und die damit verbundene Auftragsverlagerung stoppte den Bau ziviler Fahrzeuge.

    Einer von 35

    Es sollen gerade einmal 35 Victoria Convertibles gebaut worden sein im Jahr 1941, einer davon, ihn zeigen auch die Bilder dieses Artikels, kommt nun am 11. bis 13. Mai 2017 in Auburn (Indiana) in den USA unter den Hammer . Auctions America hat als Schätzpreis USD 375’000 bis 425’000 angesetzt, was gegenüber dem letzten Mal, als der Wagen 2011 in Monterey verkauft wurde, immerhin fast ein hundertprozentiger Aufschlag ist.

    Howard Darrin selber erhielt übrigens die Lorbeeren für seinen Beitrag zum Packard Clipper nicht, blieb aber dem Automobil noch eine Weile treu und zeichnete unter anderen einige der Kaiser Fahrzeuge und auch das Cabriolet Kaiser-Darrin mit den revolutionären Schiebetüren.

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    ···
     
    Quelle:

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