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Bild (1/1): Maserati A6G/54 2000 Frua Spider (1956) - unverkennbar ein Maserati (© Bonhams, 2017)
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    Bella rossa bianca – Der Maserati A6G/54 Spider aus dem Jahr 1956 von Pietro Frua

    3. August 2017
    Text:
    Stefan Dierkes
    Fotos:
    Bonhams 
    (17)
    Trevisio, Turin (I) - Archiv Roberto Rigoli, Turin (I) 
    (2)
    Stefan Dierkes, Vaihingen an der Enz 
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    Archiv - Courtesy Bonhams 
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    Am 18. August 2017 wird bei der Bonhams Quail Lodge Auktion der erste der zehn gebauten Maserati A6G/54 Spider von Pietro Frua versteigert. Er könnte das teuerste jemals verkaufte Fahrzeug des berühmten Karosseriebauers werden.

    Maserati A6G/54 2000 Frua Spider (1956) - in Bewegung
    © Copyright / Fotograf: Bonhams

    Modellgeschichte

    Maserati nahm einen langen Anlauf, um neben Rennwagen auch in die Produktion von Seriensportwagen einzusteigen. Das erste, von 1946 bis 1950 gebaute Modell 1500 Gran Sport (Tipo A6, wobei A für den Firmenmitgründer Alfieri und 6 für die Zylinderzahl steht) erwies sich mit seinem 65 PS 1,5-Liter-Motor als zu schwach und wurde in nur 61 Exemplaren mit – bis auf ein Zagato Coupé – Pinin Farina Coupé-Karosserie gebaut.

    Von 1951 bis 1953 folgte der auf 2 Liter Hubraum aufgebohrte A6G 2000 (G für Grauguss; ital. Ghisa) mit 100 PS, von dem 16 Fahrzeuge davon 9 Pinin Farina Coupés, 5 Frua Spider, 1 Frua Coupé und 1 Vignale Coupé gebaut wurden.

    Maserati A6G 2000/54 Gran Sport (1956) - Motor der schnellen Zweiliter-Maserati-Sportwagen
    © Zwischengas Archiv

    Doch erst das Modelljahr 1954 brachte mit dem A6G 2000/54 (oder kurz A6G/54) und dem auf 120–125 PS erstarkten Motor die Anerkennung der Sportwagenfahrer. Die Karosserien stammten, nachdem Pinin Farina inzwischen exklusiv für Ferrari karossierte, nun von Allemano (21 Coupés), Zagato (20 Coupés, 1 Spider) und Frua. Nach der 1. Karosserieserie für den A6G 2000 ab 1950 kann bei den ab 1954 gebauten Frua-Karosserien eine 2. Serie mit kurzer Front („Shortnose“; 4 Coupés) und ab Ende 1956 eine 3. Serie mit langem Frontüberhang („Longnose“; 2 Coupés, 10 Spider) unterschieden werden.

    Zusätzlich baute Frua in seiner 2. Serie noch 3 Spider auf Basis des A6GCS/53-Rennchassis mit verkürztem Radstand: ein Exemplar (#2054) mit A6GCS/53-Motor mit Trockensumpfschmierung und Zahnradsteuerung und die anderen beiden (#2109, #2110) mit A6G/54-Motor mit Druckumlaufschmierung und kettengetriebenen Nockenwellen.

    Die A6G Longnose-Spider

    Die zehn in den Jahren 1956 bis 1957 ausgelieferten Longnose-Spider der dritten Frua-Karosserieserie des A6G zählen heute zu den schönsten, begehrtesten und teuersten Kreationen des Turiner Karosseriebauers Pietro Frua.

    Maserati A6G 54 Spider (1956) - ein Meisterwerk der Eleganz von Pietro Frua
    © Zwischengas Archiv

    Maserati lieferte die Fahrzeuge von Oktober 1956 bis Juli 1957 im Monatsabstand an Kunden in Frankreich und in die USA aus. Der kalifornische Maserati-Händler Charles L. Rezzaghi (Mille Miglia Motors) in San Francisco verkaufte alleine sechs, wenn nicht sogar acht der zehn gebauten Spider an seine zahlungskräftige Klientel. Der 10,450 $ teure Wagen muss damals zum Inbegriff des Dolce Vita in der High Society des Sonnenstaats gezählt haben.

    Maserati A6G/54 2000 Frua Spider (1956) - aufgenommen nach der Fertigstellung
    © Copyright / Fotograf: Trevisio, Turin (I) - Archiv Roberto Rigoli, Turin (I)

    Da der Bau in der Carrozzeria Frua jeweils 3 bis 4 Monate dauerte, dürften sich bis zu vier Fahrzeuge gleichzeitig in Pietro Fruas Werkstatt befunden haben.

    Alle Fahrzeuge existieren noch heute. Zuletzt wurde die Chassisnummer 2191 mit falscher Farbkombination (Weiß mit schwarzem Streifen und schwarzem Leder, statt original Weiß mit rotem Streifen und rotem Leder) vom Auktionshaus Gooding & Company im August 2016 für 3,3 Millionen Dollar versteigert und wurde so zum teuersten jemals verkauften Frua-Fahrzeug.

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    Fahrgestell #2180 und seine Entstehung

    Der erste ausgelieferte Longnose-Spider hatte die Chassis-Nummer 2180. Die Carrozzeria Frua hatte das Fahrgestell von Maserati im Mai 1956 erhalten und mit der fertigen Karosserie drei Monate später im August 1956 zurückgeliefert. Die italienische Automobilzeitschrift Quattoruote zeigte das neue Modell in ihrem Januar-Heft 1957 und schrieb dazu:

    „Dies ist die letzte Ausgabe des ‚2-Liter‘ Maserati Gran Turismo karossiert von Frua, hier dargestellt in der Version ‚Cabriolet‘ aber auch mit einem festen Dach erhältlich.
    Produziert in kleinen Stückzahlen, kostet es etwa viereinhalb Millionen Lira und ist vor allem für den Export nach Amerika bestimmt. Wie bekannt ist der Maserati ‚2 Liter G.T.‘ vom bekannten Motorsport-Modell abgeleitet und hat einen Reihen-6-Zylinder-Motor mit 140 hp montiert. Er kann eine Höchstgeschwindigkeit von über 200 km/h erreichen; der Verbrauch variiert zwischen 13 und 16 Liter pro 100 Kilometer.“

    Maserati A6G/54 2000 Frua Spider (1956) - Interieur in Rot und Weiss
    © Copyright / Fotograf: Bonhams

    Auf den Bildern ist erkennbar, dass dieser erste rot lackierte Wagen im Gegensatz zu den anderen neun Fahrzeugen noch ein ungepolstertes, wie die Außenhaut rot lackiertes Blecharmaturenbrett aufwies. Die Motorhaube zierte ein breiter, von Zierleisten eingerahmter, elfenbeinweiß (ital. avorio) lackierter Streifen. Passend dazu waren die Innenausstattung in elfenbeinweißem Leder ausgeführt. Das Verdeck war ebenfalls Elfenbeinweiß.

    Fahrgestell #2180 und seine Geschichte

    Chassisnummer 2180 wurde laut den Unterlagen im Maserati-Archiv am 12. Oktober 1956 über den französischen Händler Simone & Thepenier in Paris (F) an einen Kunden namens Cavet in Venezuela ausgeliefert. Das Schicksal des Wagens während der darauffolgenden zwanzig Jahre ist unbekannt.

    Erst Mitte der 1970er-Jahre tauchte der Wagen mit einem Ford 4,7-Liter-V8-Motor (289 CID High Performance „HiPo“) und Ford-Getriebe bestückt bei Thomas Dailey im US-Bundesstaat West Virginia auf, der den zu diesem Zeitpunkt einfarbig dunkelblau lackierten mit schwarzer Innenausstattung versehenen Spider am 16. Juni 1978 an den ebenfalls in West Virginia lebenden Louis C. Rader weiterverkaufte.

    Mr. Rader ließ den Wagen restaurieren und rot lackieren. Er veräusserte ihn schließlich nach 12 Jahren 1990 an die beiden Co-Besitzer Dana Beall aus West Virginia und Mick Brackett aus dem Nachbarstaat Kentucky. Diese starteten eine weitere Restaurierung, verkauften das nicht fertiggestellte Projekt jedoch schließlich im Mai 1999 an den bekannten Maserati-Sammler und ehemaligen Präsidenten des Shell Mineralölkonzerns John F. Bookout aus Houston in Texas.

    Nach Fortsetzung der Restaurierung in den USA entschied sich Bookout schließlich, diese von November 2004 bis April 2008 in Italien bei der bekannten Carrozzeria AutoSport bei Modena unter der koordinierenden Aufsicht des Maserati-Experten und Enkel des gleichnamigen Maserati-Besitzers Aldolfo Orsi vollenden zu lassen.

    Maserati A6G/54 2000 Frua Spider (1956) - gekonnte Linienführung von Pietro Frua
    © Copyright / Fotograf: Bonhams

    Neben vielen fehlenden Teilen wurden dabei auch die Innenausstattung komplett neu angefertigt und der passende Motor des Maserati A6G/54 Allemano Coupés 2146 eingebaut.

    Preisgekrönt

    Mit berechtigtem Stolz präsentierten John F. Bookout und Adolfo Orsi das frisch restaurierte Fahrzeug beim Concorso d´Eleganza Villa d´Este im April 2008 und gewannen prompt den 1. Preis in der Klasse „Riviera Cruising – Post-War European Cabriolets“.

    Maserati A6G/54 2000 Frua Spider (1956) - 2008 am Concorso d'Eleganza Villa d'Este, am Steuer John F. Bookout
    © Copyright / Fotograf: Stefan Dierkes, Vaihingen an der Enz

    Zurück in den USA wurde der Wagen im Juni 2008 in Bookouts Heimatstadt beim Classy Chassis Concours d´Elegance in Houston präsentiert. Die vielleicht größte Ehre für den Frua-Spider war jedoch seine Präsentation im Rahmen der Sonderschau „100 Jahre Maserati“ im Museo Enzo Ferrari in Modena von September 2014 bis April 2015.

    Nach 18 Jahren erstmals wieder auf dem freien Markt

    Der heute 94-jährige Bookout trennt sich nun nach 18 Jahren von seinem Longnose-Frua-Spider 2180. Bonhams bietet ihn am 18. August 2017 auf der Quail Lodge Auktion im Rahmen des kalifornischen Monterey-Wochenendes mit einem nicht unrealistischen Schätzwert von USD 3,2 bis 3,6 Millionen (entspricht rund EUR 2,7 bis 3,1 Millionen oder CHF 3 bis 3,4 Millionen) an. Es könnte das teuerste Frua-Fahrzeug aller Zeiten werden!

    Weitere Informationen

     

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    ···
     
    Quelle:

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    Stefan Dierkes:
    19.08.2017 (20:55)
    Nichr verkauft!
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