Citroën XM - Schwebendes Verfahren
Zusammenfassung
Für Citroën sollte der XM zu Beginn der Neunzigerjahre die Eintrittskarte in die Oberklasse sein. Das Experiment scheiterte und der große Citroën wurde ein Flop. Heute steht er auf dem Sprung zur begehrenswerten Rarität. Dieser Artikel erzählt seine Geschichte und zeigt ihn auf aktuellem und historischem Bildmaterial.
Dieser Artikel enthält folgende Kapitel
- Bertones Schöpfung
- Neue Besen kehren gut
- Weiterentwickelte Hydraulik
- Motoren aus der Mottenkiste
- Schluß mit lustig
- Klassiker mit Niveau
- Technische Daten
Geschätzte Lesedauer: 8min
Leseprobe (Beginn des Artikels)
Die erste Begegnung des Autors mit dem Citroën XM ist aus heutiger Sicht irgendwie symptomatisch für den Lebenslauf des Nachfolgers des legendären CX. Gleich nach der Präsentation 1990 trieb eine Mischung aus jugendlicher Neugier und Automobilen Enthusiasmus den Verfasser für ein Wochenende hinter das Steuer des Vorführ XM. Doch der Freude über das Probefahrtwochenende mit dem extravaganten Franzosen folgte schnell die Ernüchterung. Das Spiel an dem Höhenregler und der damit einhergehenden Belastung der Hydraulikanlage hatte Folgen. Der Keilriemen der Hochdruckpumpe streikte und der XM verharrte ausgerechnet im Tiefniveau in einem Hamburger Parkhaus mit seinen steilen Rampen. Der große Citroën am Boden und das gleich zu Beginn seiner Karriere. Ein Tiefschlag, von dem sich der Hoffnungsträger nie wirklich erholen sollte.
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Ein Freund hatte ihn als V6 neu Anfang der 90er: ich hab mich sehr wohl drin gefühlt, das war damals für mich Fahren auf einer neuen Ebene übrigens kein Vergleich zu dem Nachfolger C5 - Hängebauchschwein - hässlich innen wie außen.
ein Mitsubishi Pajero und ein Citroen XM. Freunde aus California hatten den gemietet. Es gab keine Probleme mit den Autos und die Erfahrung mit dem XM bewog unseren Freund, einen in die USA zu holen. Ein Jahr später begann die Servolenkung an allen Ecken zu tropfen. Reparatur in den USA unmöglich. Ich fragte beim hiesigen Citroen-Händler nach. Nicht mehr lieferbar. Den Preis konnte er mir noch nennen. Mit Versand/Zoll in die USA hätte das zwischen EUR 6 und 7.000,-- gekostet. Der Einbau wäre dann noch hinzugekommen. Nachfrage bei unabhängigen Händlern erfolglos.
Die Ersatzteilpolitik einiger Hersteller ist alles andere als kundenfreundlich. Vielmehr soll man "die alte Kiste" wegwerfen und gefälligst neue Autos kaufen. Wachstum mit allen Mitteln! Deshalb halte ich es für illusorisch, Autos von solchen Firmen zu erhalten. Nur wer alles selbst repariert, evtl. Teile nachfertigen kann, Geld keine Rolle spielt, könnte es probieren. Schade, ich hätte mir neben dem Thema 3.0 V6 auch einen XM gekauft, aber so ist es ein SAAB 9000 CSE geworden, der ja eine Gemeinschaftsproduktion mit dem Thema und Croma war. Ersatzteilprobleme gibt es (noch) nicht.

Nicht so "besonders" war der leider sehr konventionell gewordene XM Break, der tatsächlich nicht die einmaligen Eigenschaften seines Vorgängers CX Break aufwies.
Ich schraubte nebenher in den 80er Jahren an vielen verschiedenen Fahrzeugen und war auch an einem Schrotthandel beteiligt. Ein Kunde, schon jahrelang im Besitz eines Citroen CX 2400 GTI, wollte 1989 nach einer TÜV-Prüfung sein Fahrzeug entsorgen. Optisch eigentlich noch ganz in Ordnung, nagte der Rost unter diesem Fahrzeug. Ein Kostenvoranschlag bei Citroen mit etwa 8.000 DM übertraf den Fahrzeugwert. Ich übernahm das Fahrzeug (kostenlos), meldete es ab und fing an es nach und nach wieder in einen guten Zustand zu versetzen. Nach ca. einem Jahr, war es dann soweit. Ich verpasste dem Auto noch eine Neulackierung und stellte es bei der DEKRA vor. TÜV-Bescheinigung ohne Mängel. Das Fahrzeug verfügte über eine Anhängerkupplung, in Fachkreisen auch Reibachhaken genannt. Wie gemacht für meine Zwecke. Nach einer kurzen Gewöhnungsphase, der Citroen war mit mit keinem herkömmlichen Fahrzeug vergleichbar, wurde der Fahrbetrieb aufgenommen. Die Technik des Citroen erwies sich als vollkommen zuverlässig. Nur zweimal musste ich die kleine Hydraulikpumpe austauschen. Hatte das Glück, immer früh genug den Verschleiss zu bemerken. Der Austausch dieser Pumpe war in etwa 10 Minuten erledigt. Das Hydrauliksystem musste noch nicht einmal entlüftet werden. Die Pumpen hatte ich mir schon als Autoverwerter zur Seite gelegt. Der Benzinverbrauch lag bei normaler Fahrweise und Anhängerbetrieb bei etwa 12 Liter Super. Auch die TÜV-Vorführung, 1992, verlief ohne nennenswerte Mängel. Der Prüfer suchte vergeblich nach der Fahrgestellnummer. Diese sollte sich wohl im rechten Kotflügel befinden. Leider war diese nun meinen Schweissarbeiten zum Opfer gefallen. Mit der Bemerkung: "Na ja, wer klaut denn ein solches Auto", war glücklicherweise dieser Fall erledigt. Hinzu kam noch: Die Handbremse war komplett ohne Wirkung. Mein Hinweis, die Handbremse wirkt auf die Vorderräder, wirkte erst mit Ungläubigkeit und dann mit Verlegenheit. Ein weiterer Kostenpunkt waren die Reifen. Die Größe 185 HR 14 war wohl ziemlich selten und auch nicht von allen Reifenherstellern erhältlich. Ein Schnäppchen von Firestone entpuppte sich schnell als Fehlkauf. Bereits nach etwa 15.000 km war ein neuer Reifenwechsel fällig. Die beste Alternative war Michelin. Zwar ziemlich teuer, aber auch langlebiger als andere Fabrikate.
Fazit: Ein einfach anderes Auto. Eigenwillig, mit wenigen Vergleichsmöglichkeiten. Dieses Aussergewöhnliche wurde leider bei vielen Tests und Vorstellungen als Minuspunkt aufgezählt. Ein weiterer Vorteil war der Lupentacho. Gut erkennbar im Blickwinkel des Fahrers. Meine damalige Ehefrau, eine lausige Beifahrerin, konnte vom Beifahrersitz niicht mehr erkennen, wie schnell ich fuhr. Das ersparte mir viele Diskusionen. Wnn man sich an die Eigenarten der Bedienung gewöhnt hatte: Fahren wie Gott in Frankreich.
Ende 1993 habe ich das Fahrzeug für wenig Geld (300 DM) verkauft. Neue Reifen wären fällig gewesen und der Rost befiel jetzt auch die Karosserie. Ich nannte es einfach Straßenkrebs.
Übrigens: Nachfolgefahrzeug war ein Citroen CX 2,5 D turbo II, Baujahr 1988.
zu den Motoren : den 2,1 TD12 und den V6 mit 190Ps ( ES9J4) fahre ich seit Jahren im Xantia - und bin von Leistung / Verbrauch / Haltbarkeit einfach nur begeistert !
Das deutsche ZF-Automatik-Getriebe (4HP20) wurde allerdings nur für eine Lebensdauer von 180.000km konzipiert... Längere Laufzeiten sind nur möglich, wenn man - gegen die Wartungsvorgaben - das Getriebeöl alle 80.000 km wechselt. Ich habe so schon über 300.000 km erreicht :-)
Aber mit dem Design des C5 und der Aufgabe der unschlagbaren Hydropneumatik ist für mich das Ende meiner Citroen Neukäufe beschlossen - leider....
























































































































































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