Alfa Romeo TZ3 Stradale Zagato – wenn Mario Andretti ein Auto wäre

Erstellt am 3. April 2020
, Leselänge 3min
Text:
Daniel Koch
Fotos:
Daniel Reinhard 
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Darin Schnabel - Courtesy of RM Sotheby's 
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Bruno von Rotz 
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Chrysler / FCA Group 
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Archiv 
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Der Italo-Amerikaner Mario Andretti ist einer der erfolgreichsten und vielseitigsten Rennfahrer der amerikanischen Geschichte. Neben vielen weiteren Erfolgen gewann er 1969 das Indy 500 Rennen, und krönte 1978 seine Karriere mit der Fahrer-Weltmeisterschaft der Formel 1 auf dem legendären Lotus 78, der die Wing Car Ära in der Königsklasse des Moƒtorsports begründete. Auch der Alfa Romeo TZ3 Stradale Zagato ist ein Italiener mit amerikanischen Zutaten, obwohl er nicht so bekannt sein dürfte wie Mario…


Alfa Romeo TZ3 (2011) - an der Rallye Historique Schloss Bensberg Classics 2016
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

US-Motoren in europäischen Fahrzeugen

Britische Sportwagen mit grossen V8-Motoren aus den USA gab es schon viele, die Cobra von Carroll Shelby etwa, oder den Jensen Interceptor, um nur zwei davon zu nennen. Aber auch viele Italiener griffen gerne zu grossvolumigem von jenseits des Atlantiks wie etwa De Tomaso, Bizzarini, oder Iso.

Richtig schräg war es allerdings, einen Alfa Romeo, also ein Auto einer Marke, die einige der besten Motoren der Geschichte baute, mit amerikanischen Motoren auszurüsten. Überhaupt ist es kaum zu verstehen, warum Alfa Romeo diesem Ansinnen von Zagato zustimmte. Das war wohl nur möglich wegen der sich abzeichnenden Fusion von Chrysler und Fiat im Jahr 2009.


Alfa Romeo TZ3 (2011) - an der Rallye Historique Schloss Bensberg Classics 2016
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Mehrheitsfähig?

Es ist bekannt, dass die Designschmiede von Zagato keine Automobile entwirft, welche die Mehrheit der durchschnittlichen Autokäufer als "klassisch schön" bezeichnet. Vielmehr polarisiert Zagato oft, ist laut, und bisweilen auch schräg. Zum hundertjährigen Jubiläum von Alfa Romeo im Jahr 2010 erschuf die Designschmiede aus der Lombardei einen Sportwagen, der seinesgleichen sucht.


Alfa Romeo TZ3 Stradale Zagato (2010) - Double Bubble Dach, typisch Zagato
Copyright / Fotograf: Darin Schnabel - Courtesy of RM Sotheby's
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Vorbild aus der Vergangenheit

Der TZ3 zitiert viele Designmerkmale des 1963 vorgestellten "Giulia TZ", nimmt aber auch Elemente von neueren Sportwagen auf. Hat nun Bristol beim Design des Hecks des Fighters (der auch vom Viper-Motor befeuert wurde) auf den Hintern des Alfa TZ aus den Sechzigerjahren geschaut, oder Zagato auf den Fighter? Der Blick durch das Glas im Heck erinnert auch an den Lamborghini Espada, den Maserati Khamsin oder den TVR Tasmin.


Alfa Romeo TZ3 Stradale Zagato (2010) - Ausgefallenes Design am Heck
Copyright / Fotograf: Darin Schnabel - Courtesy of RM Sotheby's

Unterschiedlicher könnten die Antriebe kaum sein

Der "Giulia TZ" von 1963, vom früheren Ferrari-Ingenieur Carlo Chiti für "Autodelta" entwickelt, wurde von einem 1570 ccm kleinen Vierzylindermotor angetrieben. Das Zagato-Zitat von 2010 bekam den gewaltigen Vortrieb vom Zehnzylindermotor mit 8.4 Liter Hubraum aus dem Dodge Viper.


Alfa Romeo Giulia TZ (1964) - das strömungsgünstige Kammheck
Archiv Automobil Revue

Den Karbon-Massanzug zog Zagato über einen Gitterrohrrahmen, unter dem die Technik des amerikanischen Supersportwagens steckte. Das Interieur entsprach weitgehend dem der Viper – der TZ3 war vor allem von aussen betrachtet ein Spektakel.

Viper-Technik

Unter der Zagato-Haut verbargen sich Chassis und Technik der Viper ACR-X von Dodge. Das zweifach einstellbare Fahrwerk wurde ebenfalls übernommen und auch die Masse des TZ3 von 1.91 Meter Breite und knapp 4.50 Meter Länge waren fast identlisch mit der Viper.


Dodge Viper ACR (2010) - Rennsport für die Strasse
Copyright / Fotograf: Chrysler / FCA Group

Italienisch-amerikanische Freundschaft

Andrea Zagato sagte damals: "Dank der Partnerschaft der Fiat-Gruppe und Chrysler/Dodge durfte ich den ersten amerikanischen Alfa Romeo entwickeln".


Alfa Romeo TZ3 (2011) - Andrea Zagato mit seinem Coupé an der Rallye Historique Schloss Bensberg Classics 2016
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Die 600 PS wurden bei 6100 U/min auf die Kurbelwelle gewuchtet und mit über 700 Newtonmeter bei 5000 U/min war in jedem der sechs Gänge mehr als ausreichend Leistung vorhanden. Die Fahrleistungen dürften ähnlich spektakulär gewesen sein wie bei der Viper, die eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 300 km/h erreichte und von null auf 100 km/h in unter vier Sekunden beschleunigte. Die Stop Tech/Brembo-Bremsanlage sorgte dafür, dass der TZ3 wieder sicher zum Stehen kam.


Alfa Romeo TZ3 Stradale Zagato (2010) - Viper-Herz im TZ3
Copyright / Fotograf: Darin Schnabel - Courtesy of RM Sotheby's

Der Kaufpreis betrug 2010 über eine halbe Million Euro. Die Kunden, die sich einen der neun gebauten TZ3 kaufen durften, wurden von Zagato handverlesen. So erstaunt es nicht, dass der Italo-Amerikaner heute ein gesuchter Exot ist, falls denn einmal einer angeboten wird.

Das porträtierte Fahrzeug mit nur rund 200 Meilen auf der Uhr wird von RM/Sotheby's an der "Elkhart Collection Auction" versteigert, die am 23. und 24. Oktober 2020 stattfinden soll.

Bilder zu diesem Artikel

Quelle:
von ma******
09.04.2020 (11:27)
Antworten
Superschönes Auto. Mit Technik, die sicher problemlos ist. Für mich ein schöner Traum.
von jv******
07.04.2020 (17:27)
Antworten
Da bin ich einer Meinung mit fl******. Fast 15 Jahre habe ich verschiedene Chrysler-Modelle gefahren. Aber mit dem Zusammengehen mit Fiat war meine Liebe zu US-Cars vorbei. Chrysler und Jeep mit Fiat-Technik ein Graus !
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