Am 31. Januar 2024 versteigerte RM/Sotheby’s im Herzen von Paris und während der Rétromobile-Woche 72 Automobile, ein Motorrad, ein Kinderauto und ein Windkanalmodell. Letzteres konnte für sage und schreibe EUR 660’000 oder für mehr als das Doppelte des Schätzwerts verkauft werden, aber es war halt auch ein Ferrari FXX-K Evo. Aber sogar ein paar Utensilien zum Ferrari Monza SP1/SP2 (z.B. Helme) wurden für EUR 30’000 versilbert. Das liess Grosses erhoffen für die angebotenen Autos.
Der Wert der Fahrzeuge lag über EUR 55 Millionen. Pro Auto (oder Motorrad) wurden im Schnitt ca. EUR 758’425 erwartet. 56 Prozent der Fahrzeuge wurden ohne Mindestpreis angeboten und selbst teure Autos kamen teilweise ohne Limit unter den Hammer.
Die Veranstaltung im stilvollen Salles du Carrousel im Louvre Palace war gut besucht und dauerte rund vier Stunden.
Ferrari mit Abstand am stärksten vertreten
23 Ferrari und 16 Porsche machten zusammen mehr als die Hälfte das Pariser Angebots von RM aus. Die Ferrari waren im Schnitt 37 Jahre alt, die Schätzwerte erreichten im Schnitt 90 % des gemittelten Estimates und 78 % der Ferrari fanden schliesslich für durchschnittlich EUR 1,033 Millionen einen neuen Besitzer.
Die 16 relativ jungen Porsche (Altersdurchschnit 29 Jahre) mussten etwas mehr Federn lassen, fünf davon, darunter der Rennwagen 962C, blieben stehen, der Rest wurde für durchschnittlich EUR 313’261 verkauft.
Von den vier im Schnitt 82-jährigen Rolls-Royce konnten dagegen alle vermittelt werden.
Alle übrigen Marken waren maximal mit zwei Fahrzeugen vertreten.
Der Short Wheel Base überstrahlte alle
Das gelbe Ferrari Rennsportcoupé war schon im Vorfeld klar der Star der Versteigerung und der Ferrari 250 GT SWB Berlinetta Competizione aus dem Jahr 1960 enttäuschte nicht. EUR 10,158 Millionen (CHF 9,447 Millionen) investierte der siegreiche Bieter schliesslich.
Chassisnummer 1773 GT kann 14 Podium-Ankünfte bei über 20 Rennen in der Zeit vorweisen, darunter ein fünfter Rang in seiner Klasse bei den 12 Stunden von Sebring.
Die Restaurierung soll fast eine Million USD gekostet haben und natürlich lag ein Ferrari Classique Red Book vor.
Auch das zweitteuerste Auto war ein klassischer Ferrari, nämlich ein 275 GTB/6C mit Alukarosserie aus dem Jahr 1966. Hier wurden EUR 3,211 Millionen (CHF 2,987 Millionen) bezahlt.
- Wartung, Reparatur & Pflege
- Reinigung & Pflege
- Allgemeine Wartung
- Karosserie / Metall / Kunststoff
- Restaurierung & Projekte
- Ersatzteile
- und weitere ...
Vorkriegsautos schlugen sich wacker
Mit rund einem Sechstel der Autos waren die Vorkriegsfahrzeuge durchaus präsent bei RM in Paris. Sie konnten alle bis auf einen Avions Voisin C25 ‘Clariere’ von 1935 verkauft werden.
Die Höchstgebote wichen aber teilweise sehr deutlich von den Schätzungen ab. Ein Rolls-Royce 40/50 HP Silver Ghost Tourer by Rothschild et Fils von 1920 etwa wurde für EUR 218’500 (CHF 203’205 verkauft, erwartet waren EUR 350’000 bis 450’000.
Auch ein Hispano Suiza J12 von 1934 und ein Bugatti Type 40 von 1926 wurden deutlich günstiger abgegeben als erwartet.
Dafür konnte aber ein Rolls-Royce Phantom II Continental Berline by Fernandez et Darrin aus dem Jahr 1933 und ein weiterer Hispano-Suiza H6 Torpédo von Duvivier aus dem Jahr 1919 überzeugen, sie liessen sich sogar teurer verkaufen als vorausgesagt.
Gerade bei den Vorkriegswagen konnte man beobachten, wie wählerisch das Publikum war.
20 fast neue Fahrzeuge
Mit mehr als einem Viertel der Autos waren die ganz jungen Fahrzeuge ab 2005 stark vertreten.
Sie sorgten denn auch für hohe Preise, auch wenn die Estimates nicht ganz erreicht wurden. Der rare Maserati MC12 Versione Corsa von 2007 fand für EUR 3,043 Millionen (CHF 2,83 Millionen) einen neuen Besitzer, für einen Koenigsegg Regera von 2021 zahlte der Käufer EUR 2,424 Millionen (CHF 2,254 Millionen). Und ein McLaren P1 ging für EUR 1,02 Millionen (CHF 946’275) in neue Hände über.
Allerdings blieben auch einige junge Autos stehen, so etwa ein Porsche 911 GT” von 1996, ein Ferrari Enzo von 2003 und die mit hohen Schätzwerten angekündigten Ferrari LaFerrari und Lamborghini Centenario LP770-4 Roadster. Auch ein Porsche 918 aus dem Jahr 2014 und ein Bugatti Chiron von 2017 erhielten einen Zuschlag.
Superklassiker immer noch gefragt
Etwas im Schatten des SWB fanden eine ganze Reihe weiterer Ferrari neue Besitzer, so etwa ein 250 GT Coupé von 1956, ein Dino 246 GTS von 1973 für eindrückliche EUR 635’000 (CHF 590’550) ...
... und damit sogar teuerer als ein 365 GTB/4 Daytona von 1971, der für EUR 533’750 (CHF 496’388) ging. Wer hätte dies vor 30 15 Jahren vorausgesagt?
Ein BMW M1 von 1980 wurde für EUR 522’500 (CHF 485’925) und der Porsche 911 Turbo 3.6 aus dem Jahr 1993 (aus der 964-er-Serie) wurde für mehr als das Doppelte des Schätzwerts für EUR 511’250 (CH 475’463) verkauft.
Für einen Ferrari 250 GTE 2+2 von 1963 musste man EUR 387’500 (CHF 360’375) bezahlen und damit nur ein bisschen mehr als für den Fiat 500 als Spiaggina Boano aus dem Jahr 1958, der mit EUR 370’625 (CHF 344’681) sogar noch teurer war als der schon hohe Schätzwert.
Dabei handelte es sich um eines von vermutlich zwei gebauten Strandwagen mit wenig eindrücklichen Fahrleistungen und ziemlich unbequemen Sitzen. Aber das Faktum, dass der Wagen unrestauriert war und einst Gianni Agnelli gehörte machte dann wohl den Unterschied.
Auch günstige Autos?
Einige Autos erzielten deutlich tiefere Preise als erwartet.
So konnte man einen Ferrari 365 GT 2+2 alias Queen Mary aus dem Jahr 1969 für EUR 175’375 (CHF 163’099) haben, während ein Rolls-Royce Camargue von 1981 gerade einmal EUR 54’625 (CHF 50’801) kostete.
Für EUR 126’500 (CHF 117’645) konnte man sich einen Porsche 911 S 2.4 aus dem Jahr 1973 zulegen, für EUR 86’250 (CHF 80’213) einen Ferrari 348 Spider aus dem Jahr 1993.
Zwar noch günstig, aber doch teurer als erwartet fand der Jeep Wagoneer von 1965 einen neuen Besitzer, der bereit war EUR 46’000 (CHF 42’780) dafür zu bezahlen. Und ein Ferrari 328 GTB kostete gar EUR 120’750 (CHF 112’298) statt der geschätzten EUR 70’000 bis 90’000.
Kein Interesse an Flachbauten?
Überraschenderweise war die Nachfrage für zwei Porsche mit flacher Schnauze gering.
Weder für den 928 GT von 1989 noch für den 911 Turbo von 1986 gingen genügend grosse Angebote ein.
Die Verkaufsquote am 31. Januar 2024 betrug 82 %, insgesamt konnten EUR 34,44 Millionen umgesetzt werden, ein durchaus ansehnliches Ergebnis für die doch relativ angespannte Situation in Paris mit den streikenden Bauern in ihren Traktoren rundum die französische Hauptstadt.
Angebotene und verkaufte Fahrzeuge
Die folgende Tabelle listet alle angebotenen und verkauften Fahrzeuge mit Schätzpreisen, Höchstgeboten und Verkaufspreisen. Die Preis-Umrechnung erfolgte zum am Auktionstag gültigen Tageskurs. Alle Angaben ohne Gewähr.
| Lot | Fahrzeug | Jahr | EUR Est von | EUR Est bis | EUR HG | EUR VP | CHF VP | % Est | S |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 104 | Bimota Tesi H2 Carbon | 2022 | 50'000 | 80'000 | 30'000 | 36'000 | 33'480 | -44.62%
|
V |
| 105 | Jeep Wagoneer | 1965 | 30'000 | 40'000 | 40'000 | 46'000 | 42'780 | +31.43%
|
V |
| 106 | Alfa Romeo SZ | 1991 | 55'000 | 75'000 | 60'000 | 69'000 | 64'170 | +6.15%
|
V |
| 107 | Packard Deluxe Eight | 1929 | 40'000 | 60'000 | 42'500 | 48'875 | 45'453 | -2.25%
|
V |
| 108 | Ferrari 348 Spider | 1993 | 90'000 | 110'000 | 75'000 | 86'250 | 80'212 | -13.75%
|
V |
| 109 | Porsche 911 S 2.4 Coupé | 1973 | 130'000 | 170'000 | 110'000 | 126'500 | 117'645 | -15.67%
|
V |
| 110 | Ferrari 365 GT 2+2 by Pininfarina | 1969 | 200'000 | 250'000 | 152'500 | 175'375 | 163'098 | -22.06%
|
V |
Möchten Sie alle Auktions-Ergebnisse sehen?
Alle Angaben ohne Gewähr
Legende: Spalte S = Status (V = Verkauft, N = Nicht verkauft, Z = Zurückgezogen, U = Unter Vorbehalt)
Est = Estimate/Schätzwert, HG = Höchstgebot, VP = Verkaufspreis































































































































































































































































_RM.jpg)






































































Kommentare