Ballungsgebiete mit grossen Menschenmassen brachten schon früh Fahrräder, Motorräder und Autos in die Städte. Parkplätze und später Parkhäuser, Lichtsignale und Verkehrsschilder, 30er-Zonen und Fahrverbote wurden geschaffen.
Der Verkehr nahm immer stärker zu und heute ist man soweit, dass man die Autos wieder aus den Innenstädten verbannen will und baut dazu die geschaffenen Parkplätze wieder ab. Park and Ride ist heute das Motto, oder der öffentliche Verkehr wird propagiert. Rund um die Städte bilden sich tagtäglich Staus und eine sinnvolle Verkehrsstrategie wird immer schwieriger.
Verkehrsentwicklung über 190 Jahre
Die neue Ausstellung im Pantheon in Muttenz zeigt die erwähnten Entwicklungen anschaulich am Beispiel der Stadt Basel von 1833 - 2022. Von der Pferdekutsche über Fahrräder aller Art, Motorräder bis hin zum Elektroauto sind all die Fahrzeuge des Individualverkehrs aus rund zwei Jahrhunderten zu bestaunen.
Ergänzt werden die Exponate durch altes Filmmaterial, viele Dokumente und Bilder aus den Stadt- und Polizeiarchiven. Alte Fahrrad- und Auto-Kontrollschilder zeigen deren Entwicklung und Veränderungen auf. Ein Schriftstück aus dem Staatsarchiv Basel-Stadt aus dem Jahre 1898 dokumentiert die ersten Automobilbesitzer.
Selbst die verschiedenen Fahrbahnoberflächen, vom 15. Jahrhundert bis 1910 werden an eindrücklichen Modell-Beispielen aufgezeigt.
Verschiedenste Zapfsäulen, sowie Münzautomaten für Parkgebühren werfen einen Blick auf vergangene Zeiten, als vieles noch mechanisch und nicht digitalisiert war. Erinnerungen werden wach, wenn der Polizist die Verkehrsteilnehmer fast wie der Pfarrer seine Schäfchen von der Kanzel aus auf den rechten Weg führt.
Ein Moment der Reflektion
Wir bewegen uns heute täglich völlig gedankenlos im riesigen System des Strassenverkehrs. Immer und überall überwacht und dauernd mit einem Fuss im Gefängnis. Als Folge von Unfällen, Umweltschäden und kleineren und grösseren Tragödien entstand ein Gesetz nach dem anderen und völlig unabhängig vom gesunden Menschenverstand werden wir heute in korrekte Bahnen gezwungen.
Wann und wie all die ineinandergreifenden Elemente entstanden, erfunden, erprobt und auch in Basel eingeführt wurden zeigt diese Ausstellung: Die Verkehrssignale, Fussgängerstreifen, Velowege, Autobahnen, Tankstellen(shops), Garagen, Parkhäuser, Parkautomaten, Blaue Zonen, Motorfahrzeugkontrolle, Fahrprüfungen und -ausweise, Pannendienste, Unfälle, Haftpflicht und Vollkasko, Velohelme, Tempolimits, Fahrzeugsteuern, Nummernschilder, Vignetten, Winter- und Sommerpneus, Navis, Dashcams etc., sie alle zeigen, wie sich die Mobilität im Laufe von 100 Jahren verändert hat.
Laut historischen Quellen beklagt man sich seit dem 19. Jahrhundert über die zunehmende Verkehrsdichte, Lärm und Gestank, aber auch über ständig wachsende Vorschriften. Andererseits war und ist das «auto-mobile», also das eigenhändige Fahren mit seiner Geschwindigkeit enorm faszinierend. Der Individualverkehr ist Voraussetzung und Folge einer florierenden Wirtschaft, gilt als Zeichen des Wohlstandes und erscheint vielen als Inbegriff von Freiheit.
«Leidenschaft Kompetenz Qualität»
8627 Grüningen, Schweiz
- Wartung, Reparatur & Pflege
- Auspuff
- Reifen
- Autoglas
- Kaufberatung & Expertise
- Autohandel (Oldtimer & Youngtimer)
- und weitere ...
Unterhaltend und lehrreich für die ganzen Familie
Die Verkehrsgeschichten werden so erzählt, dass für Grosseltern, Eltern, Kinder und Schüler etwas Interessantes drin liegt. Aber auch für Fahrzeug- und Stadtnostalgiker oder für Motorisierungskritiker/innen ist gesorgt. Die können z.B. feststellen, dass Basel schon einmal schweizerische Pionierstadt für Velowege war, nämlich zwischen 1928 und 1946 – und zwar damals aufgrund des vereinten Drucks der Auto- und Veloverbände, weil man glaubte, durch getrennte Fahrbahnen die ständig steigenden Unfallzahlen reduzieren zu können. Erst im Wirtschaftsboom der 1950er und 1960er Jahre hat Basel die autogerechte Stadt geplant, aber Gottseidank nie vollständig realisiert.
Die Ausstellung soll zum Schmunzeln wie zum Nachdenken anregen und dabei einen geschichtlichen Rückblick bieten.
Die Sonderschau “Unterwegs auf eigenen Rädern - Basler Verkehrsgeschichte(n) 1833-2022” ist ab sofort bis am 16. Oktober 2022 für das Publikum geöffnet.
Weitere Informationen (auch zu Öffnungszeiten und Eintrittspreisen) gibt es auf der Website des Pantheon Basel .











































































































































































Kommentare