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Bild (1/28): Aldo Brovarone - Zeichner einiger der schönsten Autos aller Zeiten (© Daniel Reinhard, 2017)
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  • Aldo Brovarone - Design-Magier hinter dem Label Pininfarina

    Erstellt am 1. Dezember 2017
    Text:
    Thomas Suter und Axel Marx
    Fotos:
    Archiv Aldo Brovarone (Repro Daniel Reinhard) 
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    Daniel Reinhard 
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    Turin, (Welt-) Stadt des Auto-Designs. Ein warmer Herbsttag im Oktober 2017, sonnig, aber etwas dunstig, eher Nachwirkungen des Nebels als von Umweltverschmutzung. Die Alpenkette, die Turin einrahmt, ist unscharf sichtbar. Ein distinguierter älterer Herr, akkurat gekleidet, verlässt am Morgen seine Stadt-Wohnung in einem unscheinbaren Quartier und macht sich auf zu einem ausgedehnten Spaziergang. Anschliessend erledigt er, wie jeden Tag, die nötigen Einkäufe.

    Aldo Brovarone liebt auch Fluzgeuge
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Nach dem Mittagessen legt er sich etwas zur Ruhe, um danach den Nachmittag mit Malen oder Schreiben zu verbringen.

    Der Mann hinter einigen der einflussreichsten Designs der Fünfziger- und Sechzigerjahre

    Auf seinen täglichen Spaziergängen durch Turin bleibt er unerkannt. Kein Mensch dreht den Kopf nach ihm. Kein Mensch weiss, dass es sich um denjenigen Designer handelt, der wahren Meisterwerken zur Geburt verhalf. Aus seiner Feder stammt beispielsweise das Design für den Maserati A6GCS, den Ferrari 500 Superfast oder die Ikone Dino 246 GT! Der Name des Designers: Aldo Brovarone, 91-jährig und massgeblicher Mitgestalter von nahezu 50 Jahren automobilem Design! Und dies notabene als reiner Autodidakt – ohne ein Designstudium!

    Aldo Brovarone erklärt die spezielle Gestaltung der C-Säule am Lancia PF 200
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Sein Name blieb jahrelang unter Verschluss. Seine Entwürfe wurden unter dem Label „Pininfarina“ veröffentlicht, im Rampenlicht standen Battista und Sergio Pininfarina. Lange Jahre wussten nur Insider, dass hinter den Entwürfen Aldo Brovarone oder Tom Tjaarda, Leonardo Fioravanti, Paolo Martin und weitere Designer standen. Bis Mitte der Sechzigerjahre waren nur gerade Brovarone und etwas später Fioravanti bei Pininfarina beschäftigt, „dann folgten noch vier, fünf weitere Mitarbeiter“, wie er ausführt.

    Statt Berufspilot technischer Zeichner

    Dabei hatte Aldo Brovarone mit Design eigentlich gar nichts am Hut. Mit Jahrgang 1926 und seiner Herkunft aus der Nähe von Biella (Piemont) war eine Karriere in der lokalen Tuchindustrie vorprogrammiert. Eigentlich wollte Brovarone, beeindruckt von den dunkelblauen Uniformen, zwar Berufspilot werden, es verschlug ihn dann aber in ein technisches und kaufmännisches Hochschulstudium („Studi tecnico-commerciali“).

    Weder aus der Piloten-Laufbahn noch aus einem universitären Abschluss wurde etwas: Gegen Kriegsende geriet er in deutsche Kriegsgefangenschaft und musste im besetzten Polen ein Leben als Landarbeiter fristen. „Ich habe zwei Jahre meines Lebens verloren und wollte nach der Kriegsgefangenschaft nur noch weg aus Europa“, blickt er zurück. Verwandte in Argentinien verschafften dem jungen Brovarone einen Job als technischen Zeichner bei einem Kühlschrank-Hersteller in Buenos Aires.

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    Per Zufall in die Autoindustrie

    Seine Karriere kam ab 1949 richtig ins Rollen. Der Aldo Brovarone lernte in Argentinien Italiener kennen, die einen Draht zu Piero Dusio hatten. Der hielt gerade Ausschau nach einer Alternative zu Italien, um einen Teil seiner schwer verschuldeten Marke „Cisitalia“ zu retten. Das Portfolio, das Brovarone für das Vorstellungsgespräch mit Dusio zusammenstellte, war die Eintrittskarte zum neuen Job. Die Aufgabe: „Gestalten Sie einen Verkaufsprospekt für das neue Auto und entwerfen Sie auch gleichzeitig das neue Modell...!“

    Die Arbeiten mit AutoAR
    © Copyright / Fotograf: Archiv Aldo Brovarone (Repro Daniel Reinhard)

    Es war die Stunde der neuen argentinischen Automarke „AutoAR“. Die Gründung der Firma passte ausgezeichnet ins Industrialisierungsprogramm von Staatschef Juan Peron. Und Piero Dusio, Industrieller aus Italien, reich geworden als Uniformausstatter der italienischen Diktatur unter Benito Mussolini, konnte dem Druck der Gläubiger in seinem Heimatstaat entfliehen und sich in Argentinien neu aufstellen. Den alten Stab mit Ferdinand Porsche, Rudolph Hruska, Carlo Abarth und Tullio Abbate brachte er gleich mit.

    Vom Prospekt zum fertigen Auto

    Als Vorlage für das Auto diente die Prospekt-Animation von Aldo Brovarone. „Es ging wirklich darum, ein Auto zu bauen, das demjenigen im Prospekt möglichst nahe kommen sollte“, schmunzelt der Piemonteser. Peron erhielt von den Amerikanern viele Jeep-Teile und um die Achsen und Motoren herum wurde schliesslich der erste AutoAR gebaut, eine viertürige Berlina, der noch ein Pick-Up folgte. Brovarone verfeinerte das Design der Berlina zu einem zweitürigen Coupé, das dann aber nie in Serie ging.

    Erinnerungen an Bravarones Zeit in Argentinien
    © Copyright / Fotograf: Archiv Aldo Brovarone (Repro Daniel Reinhard)

    Das Projekt AutoAR kam nicht richtig zum Laufen. Bereits 1952 war nach 3000 produzierten Modellen Schluss – die Produktion wurde eingestellt und die Italiener kehrten nach Italien zurück, im Schlepptau Brovarone.

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    Schneller Aufstieg

    Nach seiner Rückkehr ging es für ihn Schlag auf Schlag weiter mit seiner Designer-Karriere. Bei Cisitalia war er für das Design des Modelles 33 DF Volo Radente verantwortlich, eine erste Duftmarke seines formidablen Könnens.

    Cisitalia 33 DF Volo Radente (1953) - Entwurf des Serienmodells
    © Copyright / Fotograf: Archiv Aldo Brovarone (Repro Daniel Reinhard)

    Zwei Jahre bevor Pininfarina mit dem Alfa Romeo 1900 Coupé eine ähnliche Lösung mit einer gewölbten Heckscheibe zeichnete, implementierte sie Brovarone bereits im Cisitalia. Wer hat da wohl wem abgeschaut...?

    Aldo Brovarone an der Arbeit
    © Copyright / Fotograf: Archiv Aldo Brovarone (Repro Daniel Reinhard)

    Apropos Pininfarina: Carlo Dusio, der Sohn Piero Dusios, knüpfte für Brovarone 1953 Kontakte zur Turiner Edelschmiede (die damals noch „Farina“ hiess). Und es klappte! Der Piemontese hatte seine Lebensstelle gefunden und er blieb dort bis zu seiner Pensionierung 1988.

    Vielzahl an Entwürfen

    Aldo Brovarone prägte in dieser Zeit die Hochblüte italienischen Designs entscheidend mit – weder vorher und vor allem nicht nach 1988 entstand (vielleicht mit Ausnahme einiger Giugiaro-Entwürfe) eine solche Dichte an Design-Ikonen. Sein Erstling bei Pininfarina war der Maserati A6GCS. Dann nahm er sich des Entwurfs für den Ferrari 375 America an, einer Sonderanfertigung für den Fiat-Chef Gianni Agnelli.

    Ferrari 375 America Coupé (1953) - der elegante Ferrari für Agnelli, im Entwurf mit hinterem Seitenfenster
    © Copyright / Fotograf: Archiv Aldo Brovarone (Repro Daniel Reinhard)

    Battista Pininfarina kehrte 1952 gerade von einer Reise in die USA zurück, brachte Bilder von amerikanischen Autos mit, die vielfach eine Finne auf den Kotflügeln hatten, und meinte: „Wir machen sie aufs Dach.“ So entstand dieses Sondermodell für Agnelli – mit einer zusätzlichen Besonderheit: Brovarone zeichnete vor der C-Säule noch ein kleines Seitenfenster.

    Ferrari 375 America Coupé (1953) - die fertige Ausführung musste auf das hintere Seitenfenster verzichten
    © Copyright / Fotograf: Archiv Aldo Brovarone (Repro Daniel Reinhard)

    Und genau dieses Seitenfenster wäre es gewesen, das dem Ferrari einen viel filigraneren und auch dynamischeren Ausdruck gegeben hätte.

    Wenig Einfluss auf die Umsetzung bei Pininfarina

    Für die Ausführung wurde dieses Seitenfenster dann schnöde weggelassen, die C-Säule erscheint viel massiver, schwerfälliger und dominanter und die Harmonie der Seitenansicht war im Eimer. Angesprochen darauf, wie weit Aldo Brovarone die Entwürfe bis zum Volumenmodell oder zur Vor-Serie begleiten konnte, meinte er: „Gar nicht!“

    Aus dem Album Aldo Brovarones - u.a. Maserati A6GCS Pininfarina
    © Copyright / Fotograf: Archiv Aldo Brovarone (Repro Daniel Reinhard)

    Die Pininfarina-Designer arbeiteten ihre Entwürfe aus, in die weiteren Prozesse wurden sie nicht integriert. Die Verbindungen zu den Herstellern liefen ausschliesslich über Battista und später über Sergio Pininfarina.

    Auf die Frage, wie die Zusammenarbeit mit Enzo Ferrari war, schmunzelte Brovarone und antwortete: „Ich habe ihn nie persönlich kennengelernt.“

    Man muss sich das vorstellen: Da werden sensationelle Entwürfe für einen Ferrari 375 America, einen Ferrari Superfast 400 oder die Design-Ikone Dino 246 schlechthin gezeichnet – und eine Bekanntschaft mit Enzo Ferrari kam über die Jahre nie zustande...

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    Nicht nur Ferraris

    Bei Pininfarina war es eisernes Prinzip, dass die Aussenkontakte ausschliesslich und nur über die Firmeninhaber gepflegt wurden – obwohl weder Battista noch Sergio Pininfarina jemals selber ein Auto gezeichnet haben. „Man muss aber neidlos anerkennen, dass beide ein gutes Gespür für den Markt hatten und auch in der Lage waren, ein sehr präzises Anforderungsprofil zu jedem einzelnen Auftrag zu formulieren, der dann von uns Designern umgesetzt wurde“, erklärte Brovarone.

    Die Arbeiten von Aldo Brovarone beschränkten sich nicht ausschliesslich auf Ferrari-Modelle. Zwischendurch zeichnete er eine neue Front für ein Lancia Cabriolet, das als Unikat für Brigitte Bardot bestimmt war.

    Entwurf und fertiger Prototyp des Alfa Romeo 6C 3000 CM Superflow
    © Copyright / Fotograf: Archiv Aldo Brovarone (Repro Daniel Reinhard)

    1956 entwickelte er für Alfa Romeo den „Superflow“. In seinem Entwurf hat er die Vorderräder mit Plexiglas abgedeckt. „Das war als Hommage an die Auto-Union-Rennwagen gedacht, die das in den Dreissigerjahren hatten, damit der Pilot immer den Zustand der Bereifung sehen konnte“, führt Brovarone aus.

    Für den Prototypen, so bedauert er, wurden die Räder dann konform in die Karosserie integriert, die Plexi-Abdeckung entfiel. In Serie ging der „Superflow“ nie, dafür stand auf dem Genfer Salon 1966 ein Alfa-Romeo-Spider mit dem Namen „Duetto“, der unzählige Stilelemente des „Superflows“ aufwies: Plexiabdeckungen der Scheinwerfer, die horizontale, zwischen Vorder- und Hinterrad verlaufende Sicke und das abfallende Heck wurden von der Studie übernommen.

    Designwettbewerbe unter Kollegen

    Wie vom Auto Union für den „Superflow“,übernahm Brovarone Stilelemente eines Rennwagens beim Design des Ferrari 400 Superfast. „Mir gefiel die Öffnung in der Front des Formel-1-Rennwagens von Vanwall. Ich übernahm die Idee und formulierte sie für den Ferrari neu“, erzählte Brovarone. Die Öffnung zeichnete er erst etwas spitziger, musste sie dann aber nach dem Kommentar Battista Pininfarinas („dies ist nicht Ferrari-like“) etwas runder gestalten.

    Ferrari Superfast II (1960) - Entwurf
    © Copyright / Fotograf: Archiv Aldo Brovarone (Repro Daniel Reinhard)

    Exemplarisch kann an diesem Modell das Arbeiten bei Pininfarina dokumentiert werden. Intern wurde ein Wettbewerb zwischen Brovarone und Leonardo veranstaltet, dadurch konnte das Niveau für die Designentwürfe immer hochgehalten werden. „Der Druck, gute Arbeit zu leisten, war gross, man wollte natürlich immer vor den andern sein“, blickt er zurück. Design-Höchstleistungen, die den Weltruhm von Pininfarina begründeten.

    Dino Berlinetta Speciale

    Mitte der Sechzigerjahre folgte eine der zahlreichen Sternstunden in Brovarones Karriere. Zuerst zeichnete er ein Mittelmotor-Coupé auf der Basis von Ludovico Scarfiottis Bergrennwagen, den „Dino Berlinetta Speciale“ – ein Auto, das nach Pininfarina ein „Rennfeeling und kein Familienfeeling erzeugen sollte“, wie sich Brovarone erinnert. Das Unikat wurde dann weiter entwickelt zum Serienfahrzeug Dino 206 GT, etwas später dann zum Dino 246 GT.

    Ferrari Dino Berlinetta Speciale (1965) - der finale Entwurf
    © Copyright / Fotograf: Archiv Aldo Brovarone (Repro Daniel Reinhard)

    Weil es ein preisgünstigeres Modell mit einem 6-Zylinder- anstelle eines üblichen 12-Zylinder-Motors war, wollte Enzo Ferrari nicht, dass es seinen Namen trägt... Zum Vergleich: Ein Dino kostete CHF 45‘000, ein Porsche 911 T CHF 27‘500, ein Alfa Romeo Giulia 1600 CHF 12‘000; dies zum Thema preisgünstig!!!

    Auch Brot- und Butter-Autos

    Zwischendurch bewegte sich Brovarone aber problemlos auch in den Niederungen profaner „Brot-und-Butter-Autos“. Für Peugeot half er mit, den 504 auf die Welt zu bringen. Als das Modell im September 1968 vorgestellt wurde, staunte er aber nicht schlecht: „In meinem Entwurf war die Seitenlinie bis zum Heck aufsteigend. Den Peugeot-Verantwortlichen gefiel das offensichtlich nicht und sie coupierten kurzerhand das Heck“, schmunzelt er heute.

    Peugeot 504 (1967) - Entwurf für den späteren Peugeot 504
    © Copyright / Fotograf: Archiv Aldo Brovarone (Repro Daniel Reinhard)

    Ein weiteres berühmtes Modell stammt ebenfalls aus seiner Feder: Das Lancia Gamma Coupé. Den Pininfarina-internen Design-Wettkampf gewann er mit den Argumenten: „Lancia ist nichts sportives, sondern etwas Elegantes!“

    Lancia Gamma Coupé (1975) - der mittlere Entwurf (von Brovarone) wurde in Serienform gebracht
    © Copyright / Fotograf: Archiv Aldo Brovarone (Repro Daniel Reinhard)

    Brovarone ist nicht nur stolz, dass „sein“ Entwurf das Rennen machte, er weist auch auf ein wichtiges Detail hin: „Mein Entwurf ist das erste Auto, dessen vordere und hintere Stossstange in die Karosserie integriert sind.“

    Zum Abschluss der Ferrari F40

    Brovarone hat seine Karriere in Europa mit Design-Ikonen (Cisitalia und Maserati) fulminant gestartet – auch sein letztes Modell sollte ein Meilenstein werden: Der Ferrari F40 war sein letzter Entwurf, bevor er in die Pension eintrat. Erste Studien von Scaglietti mit plumper Frontgestaltung und einem Heckflügel, der, so das Zitat von Brovarone, „wie ein Büchergestell aussah“, wurden von ihm in die ultimative Form gebracht.

    Ferrari F40 (1985) - so sollte der F40 ursprünglich aussehen
    © Copyright / Fotograf: Archiv Aldo Brovarone (Repro Daniel Reinhard)

    Der Ferrari sah dann nach der Überarbeitung durch den Piemontesen aus wie eine sprungbereite, dynamische Wildkatze – vorne geduckt, mit einer Öffnung in der Schnauze (Vanwall lässt grüssen) und mit einem keilförmigen Anstieg zum Heck mit sauber integriertem Heckspoiler. Ausserdem wies er seitliche Lufteinlässe auf, wie weiland der 246er Dino.

    Ferrari F40 (1987) - nach Aldo Brovarones Eingriffen sah der F40 so aus
    © Copyright / Fotograf: Archiv Aldo Brovarone (Repro Daniel Reinhard)

    Heute ist es nahezu unvorstellbar, was die Design-Akteure der damaligen Zeit vollbracht haben. Alles wurde von Hand gezeichnet, es gab kein CAD, welches die Arbeit unterstützte, jeder musste ein unglaubliches, räumliches Vorstellungsvermögen mitbringen. „Ich könnte heute noch sagen, von wem welche Zeichnung stammt“, schmunzelt Aldo Brovarone und fährt weiter, „denn jeder Designer hatte seine personifizierte Art zu zeichnen.“

    Das Elektroauto als Chance

    Obwohl die Volumetrien der heutigen Automodelle einander sehr ähnlich sind, bestreitet Brovarone einen Einheitsbrei. „Die Leute meinen, alles sei gleich, dies stimmt aber nicht.“ Eine grosse Chance, wieder grössere Abwechslung ins Design zu bringen, sieht er im Elektro-Auto. „Ich bin gespannt, mit welchen neuen, innovativen Lösungen die Designer kommen“, blickt er in die Zukunft.

    Aldo Brovarone wie er leibt und lebt
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Designs anderer Leute für den Autoalltag

    Und nein – von seinen Design-Ikonen hat er persönlich nie ein Modell besessen, die Begründung ist kurz: „Zu teuer“, lacht er. Sein erstes eigenes Auto war, wie es sich damals für einen Italiener gehörte, ein Fiat Topolino. Dem folgte ein Fiat 1100, dann entdeckte er mit einer Giulia Berlina und einem GT Coupé die Mailänder Marke Alfa Romeo. Nach einem VW Beetle Convertible folgte die Vernunft mit Mercedes 190, Mercedes 180 und einem Mercedes 180 Kompressor, den er immer noch besitzt. Erst neulich hat er seinen Fahrausweis wieder um zwei Jahre verlängert...!!!

    Fahrzeugdesigns von Brovarone (Ausschnitt)

    Fahrzeug Jahr Kommentar
    AutoAR 1949  
    Cisitalia 33 DF Volo Radente 1953  
    Maserati A6GCS 1953 Spezialkarosserie
    Ferrari 375 America (Agnelli) 1955 Spezialkarosserie
    Lancia Aurelia B52 PF 200 Coupé 1956 Prototyp/Show Car
    Alfa Romeo 6C 3000 CM Superflow 1956 Prototyp/Show Car
    Ferrari Superfast II (400 Superamerica) 1960 Spezialkarosserie
    Ferrari 400 Superamerica Series II 1961  
    Ferrari 500 Superfast 1964  
    Alfa Romeo Giulia 1600 Sport Tubolare 1965 Prototyp/Show Car
    Dino Berlinetta Speciale 1965 Prototyp/Show Car
    Ferrari 365P Berlinetta Speciale 1966 Prototyp/Show Car
    Dino 206 GT 1967  
    Peugeot 504 1968  
    Ferrari 365 GT 2+2 1968  
    Dino 246 GT 1969  
    Peugeot 604 1975  
    Lancia Gamma Coupé 1977  
    Ferrari F40 1987  

     

    Kurz-Steckbrief

    Aldo Brovarone, geboren am 24. Juni 1926, wohnhaft in Turin, verheiratet, 1 Sohn, 3 Enkel, bei Pininfarina von 1953 bis 1983, nachher eigenes Design-Studio in Turin, heute “Studio Torino“.

    Die offizielle Webseite des Studio Torino enthält einen umfangreichen Lebenslauf des Designers.

    Dieser Artikel erschien im aktuellen Zwischengas Jahresmagazin 2018 auf Seite 134.

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