Auf Basis des Audi 100 Avant (C3) entwickelte Audi im Herbst 1989 in Zusammenarbeit mit der in Kulmbach ansässigen Pöhlmann KG die erste Generation des Audi duo, die im März 1990 auf dem Genfer Automobilsalon erstmals zu sehen war.
Ein Audi 100 Avant quattro mit Fünfzylinder-Einspritzmotor und 100 kW / 136 PS Leistung wurde an der Hinterachse mit einem 12,6 PS starken Gleichstrom-Elektromotor versehen, und demonstrierte so die Machbarkeit von Hybridfahrzeugen, die sich auf kurzen Fahrstrecken abgasfrei fortbewegen können.
Der Elektroantrieb deckte seinen Energiebedarf aus einem 181 kg schweren 64,8 Volt Nickel-Cadmium-Akkusatz mit 8,4 kWh Kapazität, der sich über haushaltsübliche 220 Volt innerhalb von zehn Stunden wieder vollständig aufladen ließ.
Die Automobil Revue schrieb anlässlich der Pressevorstellung im Dezember 1989:
“Mit dem 2,3-Liter-Fünfzylinder-Benzinmotor mit 100 kW (136 PS) ist der 100 Avant duo auch für lange Etappen mit grosser Zuladung angemessen motorisiert. Erheblich gemächlicher geht es mit Elektroantrieb voran, wenn auch die Fahrleistungen für den innerstädtischen Bereich und für Wohnzonen gerade noch als ausreichend bezeichnet werden können: der Gleichstrommotor bringt das 1740 kg schwere Fahrzeug auf maximal 50 km/ h, und die Beschleunigung von 0 bis 30 km/h beträgt 8 s; die Reichweite wird mit 30 km angegeben, wobei eine Aufladung der Batterie während des Fahrens mit Benzinmotor vorgesehen ist. Da Nickel-Cadmium- Batterien hohe Ladeströme vertragen, beträgt die Aufladedauer mit einem entsprechend starken Ladegerät nur rund 45 Minuten. Als Batterie-Lebensdauer nennt Audi übrigens 10 Jahre.
Eine vollautomatische Regelung für das bedarfsgerechte Einschalten des richtigen Antriebsaggregats ist beim Audi duo nicht vorgesehen. Ebenso wurde von der Möglichkeit, für Extremsituationen beide Motoren synchronisiert gemeinsam laufenzulassen und damit einen originellen Allradantrieb für niedrige Geschwindigkeitsbereiche zur Verfügung zu haben, nicht Gebrauch gemacht. Ob eine derartige Ausweitung des Konzepts (sie ist natürlich nicht gratis zu haben) zu einem späteren Zeitpunkt verwirklicht wird?
Mit dem Zündschlüssel wird entweder der Verbrennungsmotor gestartet oder – nachdem der Schalthebel in Leerlaufstellung gebracht wurde – durch Drücken der «E»-Taste der Elektroantrieb aktiviert. Mit Elektroantrieb fährt sich das Auto wie mit einer Automatik; weil es keine Getriebeschaltung gibt, muss der Fahrer nur das Gaspedal betätigen. Eine Anzeige informiert ständig über den Ladezustand der Batterie. Beim Fahren mit Elektroantrieb übernimmt ein zusätzlicher kleiner Elektromotor die Versorgung der Hydraulik, so dass Servolenkung, Bremsservo und ABS wie üblich funktionieren.
Ein nicht zu unterschätzendes Plus des duo-Systems ist überdies die verbesserte Betriebssicherheit des Fahrzeugs: Bei Ausfall eines Motors kann das Fahrzeug mit dem zweiten, völlig unabhängig davon funktionierenden Antriebssystem betrieben werden. ”
Man rechnete damals mit einem Verkaufspreis von CHF 65’000 bis 70’000 (zu jener Zeit etwa DM 72’500 bis 78’000) für das “verblüffend einfache Audi-Hybridsystem”.
Im Jahr 1990 ermittelte man die Messwerte für den Audi duo bei der Automobil Revue und kam in 16,7 Sekunden von 100 km/h (Benzinmotor), respektive in 23,2 Sekunden auf 50 km/h (elektrisch. Als Gesamttestverbrauch wurden damals 11,8 Liter pro 100 km angegeben.
Das Fazit lautete nach der Testfahrt:
“Audi macht sich den Entscheid, ob das «Zwei-in-Eins»-Auto in Produktion gehen soll, verständlicherweise nicht leicht, zumal noch keine genauen Preisvorstellungen existieren (ob die rund 20 000 Franken Mehrkosten, von denen im früheren Beitrag über den duo die Rede war, der Wirklichkeit nahekommen, ist völlig offen). Ein rasches «Ja» zum duo wäre zum heutigen Zeitpunkt ohne Frage ein erhebliches wirtschaftliches Wagnis, anderseits existiert in Form von grossen Fuhrparkhaltern wie Gemeinden, Stadtbetrieben, Taxiunternehmen usw. schon heute ein ansehnliches Potential von möglichen Käufern. Unsere Fahrerprobung hat jedenfalls gezeigt, dass vor dem Beginn einer allfälligen Serienproduktion noch Verbesserungen punkto Antrittsvermögen des Elektromotors vorgenommen werden müssten. Davon abgesehen, scheint aber das Konzept schon heute erstaunlich ausgereift – sofern der Wagen bestimmungsgemäss eingesetzt wird.”
Das war übrigens nicht Audis letzter Hybrid-Prototyp, weitere entstanden in den Neunzigerjahren.





































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