Neues Ausstellungsprogramm im Erwin Hymer Museum „Freiheit im Kleinformat – Von Knutschkugeln, Mäuschen und tollen Kisten“

Erstellt am 2. Juni 2020
, Leselänge 3min
Text:
Erwin Hymer Museum
Fotos:
Erwin Hymer Museum 
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Zahlreiche knuffige Klein- und Kleinstwagen sind in das Erwin Hymer Museum im oberschwäbischen Bad Waldsee eingezogen. Ergänzt von den Kleinstwohnanhängern, die von den Winzlingen gezogen werden konnten, widmet sich das Museum zur Kultur- und Technikgeschichte des Caravanings in seinem neuen Ausstellungsprogramm „Freiheit im Kleinformat – Von Knutschkugeln, Mäuschen und tollen Kisten“ dem besonderen Gefühl der neuen Freiheit, das diese Fahrzeuge in ihren stolzen Besitzern auslösten, wenn sie mit ihnen unterwegs waren.

Hundert Jahre Automobilgeschichte in einem Haus

Nicht nur weltbekannte Vertreter der Wirtschaftswunderzeit, wie eine fronttürige BMW Isetta mit einem winzigen Piccolo-Anhänger, ein Goggoroller mit Seitenwagen neben einem schicken Goggomobil, das einen Dethleffs Camper zieht oder zwei der bis heute millionenfach gebauten Fiat 500 zusammen mit speziell für diese entwickelte kleine Wohnwagen, zeigt das Museum. Die beiden ältesten Exponate stammen aus den goldenen 1920er Jahren: Der Hanomag „Kommissbrot“ und der BMW Dixi 3/15 waren zwar klein und nicht stark motorisiert, aber ermöglichten auch einer kleinen Familie mit gutem Einkommen den Besitz eines Automobils.


„Freiheit im Kleinformat – Von Knutschkugeln, Mäuschen und tollen Kisten“ im Erwin Hymer Museum - Glas Goggo Roller (1951) - Ein sehr seltenes Gefährt und somit eines der kleinen Highlights der Ausstellung.
Copyright / Fotograf: Erwin Hymer Museum

Umrahmt von einem Alpenpanorama sind die erfindungsreichen Entwicklungen der unmittelbaren Nachkriegszeit wie der Messerschmitt Kabinenroller ausgestellt, ein dreirädriges Vehikel zwischen Motorroller und Auto mit zwei hintereinander liegenden Sitzen und Plexiglashaube, die für den Spitznamen „Schneewittchensarg“ sorgte. Den so kuriosen wie genialen Zündapp Janus mit Front- und Hecktür ergänzten die Ausstellungsmacher mit einem Zündapp Motorrad DE200 von 1938, ein Beispiel für die vielen Motorräder, die die Deutschen bis Beginn der 1950er Jahre mobil machten, bevor der Rollerboom einsetzte.


„Freiheit im Kleinformat – Von Knutschkugeln, Mäuschen und tollen Kisten“ im Erwin Hymer Museum - Hanomag Komissbrot (1928) - Eines von vielen ausgestellten Exponaten.
Copyright / Fotograf: Erwin Hymer Museum

Roller und Knutschkugeln

Rollerfans finden nicht nur eine Vespa Faro Basso sondern auch einen Vespa 400 – einen kaum bekannten Kleinwagen von Piaggio – in der Ausstellung. Wer sich fragt, wie es in der ehemaligen DDR um Knutschkugeln bestellt war, findet im „Ostsee“-Bereich des Museums zwei kleine Knutschkugel-Wohnwagen, die dafür sorgten, dass auch Trabi-Fahrer mit Caravan unterwegs sein konnten. Kleinstwagen wie in der Bundesrepublik gab es nicht.

Außergewöhnlich sind auch der dreirädrige englische Bond Minicar und der winzige französische Mochet, die zeigen, was außerhalb Deutschlands und Italiens an kleinen Automobilen auf den Straßen unterwegs war. Ein Fiat Panda Junior von 1984 mit zur Liegefläche wandelbaren Sitzen vor der Atlantikkulisse der Ausstellung erinnert an Jugendzeiten, als mit dem ersten eigenen Auto Spontantrips ans Meer den Sommer zum Abenteuer werden ließen. Abenteuer lassen sich sicherlich auch mit dem Exponat aus gegenwärtigen Zeiten erleben, einem modernen Teardrop-Caravan aus der Türkei mit kleiner Küche im Heck.


„Freiheit im Kleinformat – Von Knutschkugeln, Mäuschen und tollen Kisten“ im Erwin Hymer Museum - Bond Minicar (1959) - Die Ausstellung beschränkt sich nicht nur auf zwei oder vier Räder.
Copyright / Fotograf: Erwin Hymer Museum

Viele interessante Details

„Bei jedem einzelnen Fahrzeug lassen sich interessante Details entdecken, sie sprühen vor Kreativität und Erfindergeist. Manchmal wurde das Automobil sogar ganz neu gedacht, um ein motorisiertes Fortbewegungsmittel mit Wind- und Wetterschutz für alle anbieten zu können. Die Recherche für dieses Ausstellungsprogramm blieb dadurch immer wahnsinnig spannend.“, so Museumsdirektorin Susanne Hinzen und die Ausstellungsmacher Andreas Krattenmacher, Markus Böhm und Isabell Heinzelmann.


Neues Ausstellungsprogramm im Erwin Hymer Museum „Freiheit im Kleinformat – Von Knutschkugeln, Mäuschen und tollen Kisten“ - Die Ausstellungsmacher.
Copyright / Fotograf: Erwin Hymer Museum

Exponate spielerisch entdecken

Das Museumsteam hat zudem spannende Mitmach- und Erlebnisstationen gestaltet und gebaut, die die ganze Familie die Freiheit des Automobils im Kleinformat entdecken lassen: Die Fotostation „Alle an Bord im Goggomobil“, ein lustiges Geschicklichkeitsspiel, das die „Fußfertigkeiten“ an den Pedalen herausfordert und ein das Gedächtnis forderndes Kleinwagen-Quiz ergänzen die Exponate.


Neues Ausstellungsprogramm im Erwin Hymer Museum „Freiheit im Kleinformat – Von Knutschkugeln, Mäuschen und tollen Kisten“ - Für die kleinen Gäste gibt es viele Unterhaltungsmöglichkeiten - unter anderem dieses Pedalspiel.
Copyright / Fotograf: Erwin Hymer Museum

Tragen von Masken nicht nötig

Das Ausstellungs-Programm „Freiheit im Kleinformat“ findet in der Ausstellung statt und ist für die ganze Familie geeignet. Kinder und Jugendliche haben freien Eintritt. Das Tagesticket für Erwachsene kostet 11,50 €. Schüler, Studenten und Auszubildende über 18 Jahre zahlen einen ermäßigten Preis. Ausstellung, Museumsshop und Restaurant Caravano sind täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis 21 Uhr. Die großzügige Museums- und Ausstellungsarchitektur bietet gute Voraussetzungen zur Einhaltung des Abstandsgebots, das Tragen einer Maske ist nicht notwendig.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu den Öffnungszeiten, der Anfahrt, etc. finden Sie auf der Website des Erwin Hymer Museums.

Bilder zu diesem News-Artikel

von bo******
10.06.2020 (07:40)
Antworten
Ein in jeder Beziehung empfehlenswertes, top-modernes Museum. Nicht nur für Camping-Freunde. War schon zwei Mal mit meinen Enkeln dort. Auch die fanden es cool.
von wo******
09.06.2020 (11:06)
Antworten
Schöner Bericht, aber bei der Bildunterschrift des Hanomag 2/10 PS (Komissbrot genannt) hat sich ein Fehler eingeschlichen, dieser wird fälschlicherweise als Hanomag Dixi bezeichnet.
Antwort vom Zwischengas Team (Chefredaktor)
09.06.2020 (11:08)
Danke für den Hinweis, wir haben dies korrigiert.
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