Das erste Škoda-Nachkriegsmodell ‚made in Mladá Boleslav‘ war im Frühjahr 1946 der Škoda 1101. Aufgrund seiner zweitürigen, geschlossenen Karosserie wurde er bald als ‚Tudor‘ bekannt. Das Fahrzeug zeichnete sich durch seine Zuverlässigkeit, Kraftstoffeffizienz und seinen Komfort aus und war in mehr als 70 Ländern ein Erfolg. Das Škoda-Museum widmet diesem legendären Modell vom 20. Januar bis zum 21. Mai 2026 eine Sonderausstellung.
Das allererste Serienmodell des Škoda 1101 rollte am Montag, 6. Mai 1946, im Werk Mladá Boleslav vom Band. Er folgte auf die erfolgreichen Modelle Rapid und Popular, die Ende der 1930er Jahre für einen Produktions- und Verkaufsboom bei Škoda gesorgt hatten. In der schwierigen Nachkriegszeit überzeugte der 1101 durch seine robuste Bauweise, Zuverlässigkeit, die niedrigen Betriebskosten und seinen Fahrkomfort selbst auf schlechten Straßen. So fand er Kunden in Europa, Australien, Asien und Afrika.
Modernes Design und viele Varianten
Der Škoda 1101, eine viersitzige zweitürige Limousine mit etwas mehr als vier Metern Länge, verfügte über ein Rohrrahmenchassis mit Einzelradaufhängung an allen Rädern. Angetrieben wurde er von einem 1089 ccm großen OHV-Vierzylindermotor mit 32 PS (23,6 kW). Er erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h und verbrauchte im Durchschnitt 8,0 l/100 km – für seine Zeit sehr sparsam.
Ab 1948 wurde der modernisierte 1102 produziert. Neben einem anderen Kühlergrill und Stoßstangen bot er optional einen Viergang-Schalthebel an der Lenksäule anstelle des am Boden montierten Hebels. Bis 1952, als die Produktion des Škoda 1101/1102 eingestellt wurde, waren insgesamt 66’904 Zivilfahrzeuge gebaut worden. Neben der gängigsten zweitürigen Karosserieform gab es weitere Versionen, darunter eine viertürige Limousine, einen eleganten Roadster und das Tudor-Cabriolet mit versenkbarem Stoffverdeck. Das universelle Design ermöglichte auch praktische Lieferwagen, Krankenwagen und Kombimodelle. Darüber hinaus wurden mehr als viertausend Derivate für Sicherheitskräfte entwickelt, die als Škoda 1101 VO (militärisch offen) und Škoda 1101 P (Notfall) bezeichnet wurden.
Erfolg auf globalen Märkten und im Motorsport
Mehr als 65 Prozent der Škoda 1101/1102 gingen in den Export. Bis 1951 wurden sie in 76 Ländern verkauft, wobei Polen, die Niederlande, Belgien und Westdeutschland zu den wichtigsten Märkten gehörten . Der Tudor gelangte auch in weiter entfernte Länder wie Australien, Kanada, Indien, Marokko, Kenia und Südafrika.




























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