In vergangenen Jahrzehnten wurden Automobile typischerweise an grossen Autoausstellungen präsentiert und viele dieser Anlässe fanden im ersten Quartal des Jahres statt. So ergibt es sich, dass einige der berühmtesten Mercedes-Benz Modelle nun runde Geburtstage feiern können, z.B. der 500 K (W 29), der 300 SL (W 198), der 190 SL (W 121) und der SLK (R 171).
Vor 90 Jahren - Vorstellung des Mercedes-Benz 500 K in Berlin
Mercedes-Benz stellt den 500 K (W 29) als leistungsstarken und sportlichen Reisewagen der Spitzenklasse vom 8. bis 18. März 1934 auf der Internationalen Automobil- und Motorrad-Ausstellung (IAMA) in Berlin vor. Das Fahrzeug mit Achtzylinder-Kompressormotor leistet 74 kW (100 PS) und mit zugeschaltetem Kompressor 188 kW (160 PS). Der 500 K richtet sich an jene anspruchsvollen Kunden, die Ende der 1920er-Jahre die großvolumigen und leistungsstarken Fahrzeuge der Mercedes-Benz S-Reihe begeistert haben.
Er zeichnet sich technisch unter anderem durch sein modernes Fahrwerk mit Trapezlenkervorderachse und hinterer Pendelachse aus sowie durch eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Dieses Tempo entspricht der wichtigen Marke von 100 mph. Es erreichen damals nur wenige sportliche Serienfahrzeuge. Vom Mercedes-Benz 500 K entstehen bis 1936 insgesamt 354 Exemplare, viele davon mit aufwendig individualisierten Karosserien. Heute gehört das sportliche Luxusautomobil zu den begehrtesten Klassikern der Marke.
Vor 70 Jahren - Präsentation von 190 SL und 300 SL in New York
Zwei neue Sportwagen präsentiert Mercedes-Benz vom 6. bis 14. Februar 1954 auf der International Motor Sports Show in New York. Der Supersportwagen 300 SL „Gullwing“ (W 198) und der sportliche Reisewagen 190 SL (W 121) begeistern das Publikum. Beide gehen zurück auf einen Impuls von Maximilian E. Hoffman, Mercedes-Benz Importeur für den Osten der USA. Das Design von Friedrich Geiger etabliert das SL-Gesicht sportlicher Mercedes-Benz Serienfahrzeuge.
Der 300 SL mit seinen charakteristischen Flügeltüren ist abgeleitet vom gleichnamigen Rennsportwagen (W 194) des Jahres 1952. Er kommt noch 1954 auf den Markt und wird zu einem ikonischen Sportwagen des Jahrhunderts. Der kompakte Roadster 190 SL, in New York als Vorserienmodell präsentiert, folgt 1955. Er wird zum besonders erfolgreichen Modell auf dem nordamerikanischen Markt: Bis 1960 macht der 190 SL fast 18 Prozent aller in die USA gelieferten Mercedes-Benz Personenwagen aus. Damit bestätigt sich die Einschätzung von Maximilian E. Hoffman: Er schlägt 1953 vor, die Marke solle die Faszination der luxuriösen Sportlichkeit in einen kompakten Roadster übertragen. Die Technik erhält der 190 SL von den „Ponton“-Limousinen der oberen Mittelklasse (W 120). Auch der 1957 präsentierte 300 SL Roadster (W 198) geht auf Hoffmans Impuls zurück.
Vor 70 Jahren - Vorstellung des Mercedes-Benz 220 in Genf
Die neuen „Ponton“-Sechszylinderlimousinen feiern Premiere auf dem 24. Genfer Auto-Salon (11. bis 21. März 1954). Die Oberklassefahrzeuge der Baureihen W 180, W 105 und W 128 setzen mit moderner Technik Maßstäbe in ihrem Segment. Bereits im Jahr zuvor sind die Vierzylindermodelle der Baureihe W 120 mit 170 Millimeter kürzerem Radstand auf den Markt gekommen. Allen Fahrzeugen zugrunde liegt ein ausgefeiltes Gleichteilekonzept, um effizient ein umfassendes Pkw-Programm bieten zu können.
Der Mercedes-Benz 220 zeichnet sich durch einen selbsttragenden Aufbau in Pontonform aus, dem sogenannten „Three Box Design“. Dabei geht die Passagierzelle vorn und hinten in nahezu kubisch ausgelegte Fahrzeugbereiche über. Die Kotflügel sind voll in die Karosserie integriert. Gegenüber dem gleichnamigen Vorgänger der Baureihe W 187 ist der Mercedes-Benz 220 „Ponton“ leichter und strömungsgünstiger. Während die vordere Doppelquerlenkerachse mit Fahrschemelkonzept vom W 120 stammt, ist die Hinterachse eine Neukonstruktion: Erstmals kommt in einem serienmäßigen Mercedes-Benz Personenwagen die für den Formel-1-Rennwagen W 196 entwickelte Eingelenkpendelachse mit tief liegendem Drehpunkt zum Einsatz. Sie steigert erheblich Fahrsicherheit und Komfort.
Vor 20 Jahren - Vorstellung des erneuerten SLK in Genf
Der SLK der Baureihe R 171 wird auf dem Genfer Auto-Salon vom 4. bis 14. März 2004 der Öffentlichkeit präsentiert. Zunächst kommen die Typen SLK 200 und SLK 350 auf den Markt. Ende des Jahres folgt als Spitzenmodell der 265 kW (360 PS) starke SLK 55 AMG – als erster SLK mit V8-Motor. Die Baureihe R 171 führt das erfolgreiche Konzept des ersten SLK der Baureihe R 170 als kompakter und handlicher Sportwagen fort. Eines ihrer Hauptmerkmale: das Variodach aus Stahl. Innerhalb weniger Sekunden wird aus dem Roadster ein Coupé.
Zu den technischen Neuerungen der Baureihe R 171 gehört die innovative Kopfraumheizung AIRSCARF, die Mercedes-Benz im SLK auf den Markt bringt. Eine neue Mechanik vergrößert das Kofferraumvolumen bei offenem Dach: Die Heckscheibe dreht sich beim Schließen um die Querachse, sodass ihre Wölbung im abgelegten Zustand nach oben zeigt. Premiere haben im SLK 350 auch die neuen V6-Motoren mit Vierventiltechnik und Einzelzündung.











































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