Am 25. August 2026 beginnt eine Roadtrip ganz eigener Art: Robert Krickl Junior und Senior wollen von St.Pölten in Niederösterreich nach Monte-Carlo fahren. Satte 1000 Kilometer in einem Avis Typ 2/3 von 1925. Nicht irgendein altes Auto, sondern ein Wagen der Marke Avis, die 1921 gegründet wurde und ab 1924 in Brunn am Gebirge als Flugzeuge und Autos baute.
Krick Junior entdeckte vor fünf Jahren in einer Scheune das letzte bekannte Exemplar, den "Fund meines Lebens“ wie der Heimatforscher sagt. Mit wissenschaftlicher Betreuung wurde der Wagen bei Craftlab in Pitten (AT) restauriert und schaffte es 2025 sogar auf die jährliche Sonderbriefmarke der "Auto"-Serie der Österreichischen Post. Ende des Jahres wurde der Avis Typ 2/3 im Museum für Geschichte in Niederösterreich ausgestellt – anstelle einer ehemaligen Staatslimousine.
Bei diesem Avis handelt es sich um den meistgebauten Kleinwagen 4/20 PS mit Boxermotor, von dem es mehrere Typen gab. Da die Produktion bereits 1928 eingestellt wurde, kann es nur eine Kleinserie gegeben haben. Die wenigen Exemplare fielen mit ihrer Gemischtbauweise und in den Wirren des Weltkriegs dem Zahn der zeit zum Opfer. Onsofern ist dieser Avis ein Glücksfall der Geschichte.
Wie es seinerzeit modern war, wollte Avis bei einem Rennen reüssieren und damit Käufer anlocken. Deshalb schickten das Unternehmen am 19. Januar 1926 eine Werksmannschaft zur Rallye Monte-Carlo, die seit 1911 stets im Winter ausgetragen wurde. Dabei war den Österreichern durchaus bewusst, dass ihrem Kleinwagen ein Kampf David gegen Goliath bevorstand. Vor allen die Engländer entwickelten zu jener Zeit einen Monster-Rekordwagen nach dem anderen.
Doch zum Showdown sollte es gar nicht kommen: Meterhoher Schnee auf Strassen und Alpenpässen machten eine Fahrt bis nach Monaco unmöglich. Mehr als ein Achtungserfolg für die bis dahin überwundene Strecke zur Winterszeit war es letztlich nicht, einen Avis sah man im Fürstentum auch in den folgenden Jahren nicht mehr, weil die Marke Avis schnell verschwunden war.
Die misslungene Anreise nach Monaco hat Avis-Entdecker Robert Krick inspiriert, diese Fahrt noch einmal zu wiederholen. Durch vier Länder über die Alpen bis ans Mittelmeer, allerdings ohne Schnee. Zwar findet im Sommer weder die originale noch die historische Rallye Monte-Carlo statt, doch man will um der Ehre willen in Monaco Flagge zeigen.
"Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: wir halten unser Wort und werden die 'nationale Schuld' begleichen: es war versprochen, dass ein 'Avis' in Monte Carlo fährt und es wird ein 'Avis' in Monte Carlo fahren – zwar 100 Jahre später als geplant, aber besser spät als nie“, sagt Robert Krickl, Projekt-Initiator, Wissenschaftler und Inhaber des Avis Type 2/3, den er gern einen "rollenden Zeitzeugen“ nennt.
Erster Fahrer am Lenkrad auf der historischen Tour: Robert Krickl Senior, Ingenieur, Präsident des Dachverbands für Historisches Fahrzeugwesen und professioneller Organisator von Oldtimer-Rallyes. Zweiter Fahrer ist der Sohn, der sogar das Schild mit der Startnummer ‚44’ von damals rekonstruieren liess.
Krickl Junior erklärt, warum sie sich diesem Projekt stellen: "Wegen der strahlenden Symbolkraft: Das Auto und die Aktion zeigen, dass Zeitgeschichte wertvoll ist, dass man nicht vergessen darf scheinbar Alltägliches für die Nachwelt zu erhalten und nicht zuletzt dass sich ein Blick in die Geschichte lohnt um zu erkennen, dass man trotz ungünstiger äußerer Umstände etwas in der Welt bewegen kann.“


































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