Rund 2,1 Millionen ADO16 wurden zwischen 1962 und 1975 gebaut. ADO16? Die war eine Baureihe der British Motor Company, die unter den verschiedensten Markennamen – Austin, Authi, Morris, MG, Innocenti, Riley, Wolseley und Vanden Plas – und in verschiedenen Karosserievarianten – zweitürig, viertürig, Kombi – verkauft wurde.
Bei einer derartig grossen Stückzahl könnte man erwarten, dass sie auch heute als Oldtimer omnipräsent sind, doch sind diese äusserst praktischen und geräumigen Kompaktwagen weitgehend von unseren Strassen verschwunden.
Enthusiasten und Fans halten ihre Fahne aber noch, einer von ihnen ist Christian Rutishauser, der die Sonderschau in der “autobau erlebniswelt” ins Leben gerufen hat. Rutishauser sammelt selber besondere und ausgefallene ADO16-Varianten seit rund zehn Jahren und hat sich dabei nicht nur ein umfassendes Wissen, sondern auch ein beträchtliches Netzwerk in der ADO16-Szene aufgebaut. Weil er seine Erfahrungen weitergeben möchte und die Autos wieder einem grösseren Publikumskreis näher bringen möchte, insbesondere aber den Nachwuchs für diese einfach zu wartenden und durchaus alltagstauglichen Autos begeistern möchte, ging er auf Fredy Lienhard zu und präsentierte ihm die Idee einer Sonderausstellung.
Dieser hat selber gute Erinnerungen an den ADO16, startete er doch seine Rennkarriere mit einem Austin 1100 Speedwell. Es folgte eine intensive rund halbjährige Vorbereitungsphase und am 30. Mai 2024 schliesslich konnte die Sonderschau im “Classic Salon” des Autobaus eröffnet werden.
Ein Baumuster, viele Ausführungen
In der Autobau-Sonderschau sind gut ein Dutzend ADO16-Varianten ausgestellt.
Neben den gängigeren Modellen wie Austin 1100 oder Morris 1300 GT gibt es auch ganz besondere Raritäten zu betrachten wie den Innocenti IM 3S, den Authi aus Spanien, die Luxusvarianten von Vanden Plas oder die auf spezifische Kundenkreise zugeschnittenen Versionen von Riley, Wolseley oder MG.
Fast schon eine Weltpremiere sind zwei Autos, die es so gar nicht gab ab Werk, nämlich ein Austin 1100 mit grosser Heckklappe (vom MGB GT) und einen MG 1100 als Kombi.
Nicht nur Autos
Christian Rutishauser geht es bei der Sonderausstellung nicht nur um die Autos. Viele Informations-Plakate, aber auch die Beschriftungen zu den Fahrzeugen, erklären die Umstände und das Umfeld der Fahrzeuge. So wurde sogar eine kleine (kostenlose) Broschüre gestaltet, die den ADO16 im internationalen Konkurrenzumfeld einbettet.
Und in der einen Ecke werden Technik und Restaurierungsthemen dokumentiert und gezeigt. Nicht unerwähnt sollten die vielen Werbeillustrationen, Werksbilder und Zeitdokumente, die um die Fahrzeuge herum Zeitgeist atmen.
Vor allem auch Geschichten
Es seien die Geschichten und Umfelder der Autos, die ihn besonders interessieren würden, erzählte Christian Rutishauser bie der Eröffnung der Sonderschau. Bei vielen seiner Autos lernte er die Vorbesitzer kennen, erfuhr von ihren Reisen und Hintergründen zum Auto. Dies sei für ihn unglaublich bereichernd und interessant.
Natürlich hätte Rutishauser auch andere Autos sammeln können, doch der ADO16 hat es ihm eben seit seiner Kindheit angetan. Offenbar fuhren Freundinnen seiner Mutter verschiedene ADO16-Varianten und im Fond dieser Fahrzeuge sei es immer am lustigsten gewesen, während der den Onkel, der einen Käfer besass, einfach nicht gemocht habe.
Lohnender Besuch
Man sollte sich etwas Zeit nehmen, wenn man die Sonderschau, die bis zum 31. August 2024 dauert und zudem von einigen Spezialveranstaltungen begleitet wird, im Untergeschoss des Autobaus besucht. Christian Rutishauser und sein Team haben sich viel Mühe gegeben, nicht nur die Autos selber, sondern auch die Umfelder, die Konzerngeschichte, von von einzelnen Herstellern wie Austin, Daimler, Riley oder Triumph schliesslich zu British Leyland führte, oder das Badge-Engineering umfassend zu dokumentieren.
Wer sich noch mehr interessiert, kann auch eine eigens für die Sonderschau konzipierte Dokumentationsmappe kaufen, deren Hülle an den Serviceheft-Umschlag “The 1100 Companion” erinnert.
So kann man zusammenfassend sagen, dass die ADO16-Sonderschau zwar nicht gross, aber auf jeden Fall grossartig gelungen ist.
Weitere Informationen zum Museum und zu den Öffnungszeiten gibt es auf der Website des Autobaus .
















































































































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