Sicherlich ist es Zufall, dass der 30. Emil Frey Oldtimer-Grand-Prix Safenwil gleichzeitig mit der Pebble-Beach-/Monterey-Woche in Kalifornien über die Bühne ging. Parallelen zwischen den beiden Anässen gibt es aber durchaus. So wird das Auftreten schöner Klassiker auch in Amerika mit Runden auf der Rennstrecke (Laguna Seca) begleitet, und es geht an beiden Ort darum, dem anspruchsvollen Publikum etwas zu bieten.
Trotzdem sind die Unterschiede zwischen Safenwil und Monterey natürlich enorm. Während es in den USA hauptsächlich darum zu gehen scheint, viel Geld zu verdienen und die unterschiedlichsten Produkte an den möglichst elitären Klassiker-Liebhaber zu bringen, dabei möglichst mit Superlativen um sich zu werfen und Rekorde über Rekorde zu feiern, findet im Aargau (zwischen Olten und Zürich) eher Oldtimer-Basisdemokratie statt.
Praktisch jeder, der ein altes Auto oder Motorrad hat, darf mitmachen, und die Zuschauer müssen weder für das Parken noch für das Zuschauen bezahlen. Auch kaufen müssen sie nichts, aber sie dürfen sich natürlich eine Bratwurst und ein Getränk zu humanen Konditionen leisten.
Autos und Motorräder
Zu sehen gab’s am 20. August 2022 einiges. Vier Motorrad-Gruppen und vier Auto-Felder stellten sich abwechslungsweise beim Vorstart bereit, um danach vier oder fünf Runden auf dem Rundkurs auf dem grossen Emil-Frey-Firmengelände zu absolvieren.
Am Mittag kamen dann noch die Autos der drei Sternfahrten-Klassen “Royal”, “Genuss” und “Mittelalter” dazu, die vorher über unterschiedliche Routen nach Safenwil gefunden hatten.
Ergänzt wurden die weit über 100 Fahrzeuge noch durch eine Gruppe Suzuki Swift aus dem Suzuki Swiss Racing Cup und die Gruppe “Fuchsschwanz Trophy”, die sich aus Mofas der unterschiedlichsten Bauweisen und Motorleistungen (!) zusammensetzte.
Kein Rennen
Natürlich beherzten die Demofahrer die Vorgabe “Safety first” der Rennleitung und übertrieben es nicht auf dem teilweise feuchten Rundkurs. Mit rund 600 Metern und vergleichsweise vielen Kurven und kurzen Geraden wurden Tempo-Exzesse genauso unterbunden wie mit den verschiedenen Fahrbahnoberflächen und einer kleinen Steigungspassage mit besonders engen Wendungen (“petit Susten”). Da hätte es die vielen aufgemalten “20 km/h”-Schilder auf der Strasse gar nicht gebraucht …
Trotzdem kamen die Zuschauer, von denen es vor allem am Morgen sicherlich noch einige mehr hätte haben dürfen, voll auf ihre Rechnung. Als “fahrendes Museum” überzeugten die mannigfaltigen Modelle der verschiedensten Hersteller von Alfa Romeo bis Wolseley durchaus.
Sie durften auch ein wenig stinken, ohne dass die Besucher gleich die Nase gerümpft hätten. Und alleine schon der schöne Sechszylinder-Sound des Wolseley Hornet Special 6 von 1934, einmal mehr gefahren von Andy Siegenthaler, war eine Reise nach Safenwil wert.
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Raritäten in Fahrt
Dass es auch in Safenwil exklusive Raritäten zu bewundern gab, dafür seinen hier einige Beispiele erwähnt.
Einen Bugatti T59 Monoposto von 1936 sieht man nämlich genauso wenig jeden Tag wie einen Humber Sceptre von 1964, einen Datsun 510 aus dem Jahr 1970 oder ein Glas 1300 GT Coupé von 1966.
Auch ein Fiat-Abarth Monomille von 1964 oder ein Saab 95 Kombi von 1962 mit Zweitaktmotor sieht man schon seit vielen Jahren nicht mehr im Strassenverkehr.
Und auch bei den Motorrädern gab’s manches Zweirad, ob nun von AJS, BSA, Indian oder Laverda, welche man eben nur an solchen Veranstaltungen zu bewundern kriegt.
Treue Teilnehmer
Mancher Teilnehmer hat an fast allen bisherigen 30 Oldtimer-Grand-Prix Safenwil teilgenommen, so etwa Andy Siegenthaler.
Einer aber war jedes Mal dabei, Hans Bolliger. Das BMW-Kneeler-Gespann von 1930 konnte er zwar dieses Mal nicht mitbringen, dafür zeigte er, dass auch ein Motorcross-Gespann zügig um einen asphaltierten Rundkurs bewegt werden kann.
Entsprechend wurde der Dauergast von Sprecher Daniel Mauerhofer denn auch gefeiert, und auch vom Publikum erhielt er Applaus.
Nicht zu heiss
So ganz im Einklang mit den Ambitionen des Veranstalter war der Wettergott nicht. Aber zumindest regnete es nur zu Randzeiten und über den Mittag, während die “Rennläufe” grossteils im Trockenen stattfinden durften.
Das Publikum ertrug die Niederschläge stoisch und nutzte die Zeit, um die Neuwagenausstellungen von rund einem Dutzend Marken zu bestaunen. Zudem gab’s rund um die Rundstrecke viele Stände, an denen einiges fürs Oldtimer-Hobby angeboten wurde. Auch Einblicke in die verschiedenen Betriebe und ins Museum von Emil Frey Classics waren möglich.
So hatte am Schluss des Tages jeder Besucher und Teilnehmer viele Eindrücke gesammelt, die sicher noch lange in Erinnerung bleiben. Dass trotzdem der eine oder andere Beobachter meinte, dass man bei früheren Durchführungen doch auch schon mehr zu sehen gekriegt habe, lag wohl nicht zuletzt auch an der grossen Konkurrenz, der sich der Oldtimer-Grand-Prix am 20. August 2022 stellen musste, darunter das Bergrennen Ollon-Villars und der historische Bergspring Walzenhausen-Lachen, aber auch das Burn Out in Mollis und natürlich, wie erwähnt, der Pebble Beach Concours d’Elégance.
P.S. Wer mehr Fahrzeugbilder von Oldtimer-Grand-Prix Safenwil anschauen möchte, sei auf die beiden Bildergalerien mit Automobilen und Motorrädern hingewiesen.
























































































































































































































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