Bereits zum dritten Mal wurde der Concorso d’Eleganza Italiauto am 7. Mai 2017 im idyllischen Kloster St. Urban in Pfaffnau abgehalten. Und bereits zum dritten Male in Folge regnete es. Die Wetterprognosen hatten nichts Besseres verheissen, aber Organisator Urs Vogel hoffte bis zuletzt, dass Petrus für einmal Mitleid haben würde mit den schönen Klassikern italienischer Herkunft, die sich um Concorso angemeldet hatten.
Doch es sollte nicht sein. “Jetzt verschieben wir”, meinte Vogel denn auch etwas verärgert und auch betrübt, denn schliesslich fehlten wegen des Wetters über ein Drittel der erwarteten Autos.
Trotzdem gekommen
Ein Kränzlein winden musste man dafür den Besitzern jener raren Italiener, die die Reise nach St. Urban trotzdem in Angriff nahmen und dabei auch ein Nasswerden nicht scheuten. So kam etwa der attraktive Alfa Romeo 6C 2500 Spyder Corsa Tipo 256 von 1939 offen angefahren, über ein Dach verfügt der flache Vorkriegsportwagen sowieso nicht.
Auch im Fiat 501 von 1926, dem ältesten Teilnehmerfahrzeug, wurde es sicherlich zumindest feucht, Scheibenfenster fehlen hier nämlich komplett.
Im Trockenen geblieben
Auch die Zuschauer kamen weniger zahlreich nach St. Urban als erwartet. Und sie hätten auf einige angemeldete, aber nicht eingetroffene Klassiker verzichten müssen, darunter Lancia Flaminia Sport Zagato, Alfa Romeo Giulia Spider, Ferrari 400i, Fiat 131 Abarth Stradale, Alfa Romeo Giulia TI Super, Fiat 850 Familiare, Alfa Romeo 1900 C Cabriolet, Ferrari 365 GTC 4 Michelotti Beach Car oder Alfa Romeo Giulietta SS, um einige Beispiele zu nennen.
Wasserperlen auf den eleganten Karosserien
Trotz der fehlenden Fahrzeuge durfte sich das Angebot im Klostergarten sehen lassen. Und dass Regen schön macht, zeigte sich an den abperlenden Regentropfen auf dem gepflegten Lack. Besonders gut vertreten waren Fahrzeuge aus der Küche von Carlo Abarth. Sowohl frühe Fiat-500-Derivate waren auf dem Platz, als auch das berühmte Coupé Record Monza, das rare Cabriolet von Allemano und ein späteres Examplar auf Fiat 850-Coupé-Basis.
Auch waren die Fahrzeuge, denen der Karosseriebauer Zagato seinen Stempel aufgedrückt hatte, gut vertreten, u.a. mit einem Alfa Romeo Giulietta SZ, einem Lancia Flavia Sport und einem Alfa Romeo Junior Zagato.
Von der Marke Lancia konnte nebst anderen eine rare Politiker-Limousine des Typs Artena IV von 1940 und ein Appia Vignale Cabriolet von 1960 bewundert werden.
Und auch die Sportwagen-Freunde kamen auf ihre Rechnung, gab es doch den weissen Lamborghini Countach LP 400 S von 1979 zu sehen, den Ferruccio Lamborghini einst selbst gefahren haben soll.
errari war nicht nur mit einem 275 GTB von 1966 vertreten, sondern gleich durch einen ganzen Club mit grossteils neueren Fahrzeugen, die ausserhalb des Concours in einer Sonderausstellung gezeigt wurden. Formlich überzeugte auch der gezeigte Ferrari 330 P4, bei dem es sich aber - offen deklariert - um eine Replika mit Achtzylindermotor handelte.
Natürlich kamen auch die einstigen Brot-und-Butter-Autos nicht zu kurz, so versammelten sich in St. Urban diverse Fiat 500 und 600, Alfa Romeo Giulia, Fiat 128 und so weiter.
Viele Preisträger
Die Chancen auf einen der dreizehn vergebenen Pokale erhöhte sich für die Teilnehmer natürlich wegen der geringeren Beteiligung. Auch die Jury hatte etwas weniger Arbeit, die dafür aber im nassen Schuhwerk geleistet werden musste.
Am Nachmittag wurden die Preise dann feierlich übergeben, sie gingen an folgende Wagen:
| Kategorie | Nr. | Fahrzeug | Jahrgang |
|---|---|---|---|
| A | 20 | Lancia Artena IV Serie Ministeriale | 1940 |
| B | 1 | Fiat 600 D | 1963 |
| C | 48 | Alfa Romeo Giulietta Sprint Zagato | 1960 |
| D | 37 | Fiat-Abarth 1300/124 Coupé | 1969 |
| E | 45 | Lombardi Grand Prix | 1972 |
| F | 64 | Fiat 130 Berlina 3200 | 1974 |
| G | 27 | Maserati Mistral | 1966 |
| H | 51 | Lamborghini Countach LP 400S | 1979 |
| I | 39 | Lancia Appia Cabriolet | 1960 |
| J | 38 | Alfa Romeo Spider 2000 | 1975 |
| K | 42 | Fiat-Abarth Record Monza | 1959 |
| L | 49 | Ferrari 275 GTB | 1966 |
Zumindest für diese hatte sich die Anreise also sicherlich gelohnt!
Der Schönste mit dem springenden Pferd
Zum “Best of Show” wurde von der Jury der Ferrari 275 GTB von 1966 gewählt, eine klassische Schönheit und natürlich in sehr gutem Zustand präsentiert. In Zeiten, da diese Autos im deutlich siebenstelligen Bereich gehandelt werden, muss es besonders geschätzt werden, dass sich der Besitzer vom schlechten Wetter nicht von einer Teilnahme abhalten liess.
Auch er aber hätte sich sicherlich Sonnenschein und das angekündigte Picknick im Klostergarten gewünscht, doch daraus wurde leider nichts. Hoffen wir also, dass es im Jahr 2018 endlich klappt damit, wenn die Vogel-Equipe zum 11. Italiauto einlädt.









































































































































































































































































































































































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