Die sechste Ausgabe der Schönheitskonkurrenz Lugano Elegance endete am Samstag-Abend den 23. Mai 2026, auf der Piazza Riforma in Lugano und schloss damit drei wunderbare Veranstaltungstage ab. Bei aussergewöhnlichen Wetterbedingungen konnten einige der bedeutendsten Automobile der Welt am Luganersee gezeigt werden.
Die Ausgabe 2026 umfasste einmal mehr über ein Jahrhundert Automobilgeschichte und präsentierte Fahrzeuge aus den Jahren 1911 bis 2025 in fünf Wertungsklassen, bewertet von einem internationalen Expertengremium aus sechs Juroren sowie Nachwuchs-Beobachtern des CPT Biasca.
Die Bewertung umfasste die Kriterien: Originalität, Zustand, historische Bedeutung und ästhetische Harmonie. Nachwuchsbeobachter des CPT Biasca begleiteten die Jury und unterstützten die Juroren während des gesamten Bewertungsprozesses. Ihre Teilnahme spiegelt das Engagement der Veranstaltung für Bildung und lokale Gemeinschaft wieder.
Best of Show ATS 2500 GTS
Als „Best-of-Show“ wurde der ATS 2500 GTS von 1964 auf der Bühne prämiert. Als seltener und historisch bedeutsamer Gran Turismo der kurzlebigen Marke ATS überzeugte das Fahrzeug durch die Reinheit seiner Linien und seinen aussergewöhnlichen Erhaltungszustand. Die Entscheidung der Jury fiel einstimmig.
Der ATS 2500 GTS steht für eines der faszinierendsten Kapitel der italienischen Automobilgeschichte: ein aus reinem Ehrgeiz geborenes Projekt, das mit aussergewöhnlichem technischen Anspruch realisiert wurde und mit einer verschwindend kleiner Stückzahl endete. Seine Auszeichnung als Best of Show beim Lugano Elegance unterstreicht das Bestreben der Veranstaltung, automobile Bedeutung ebenso zu würdigen wie deren Schönheit.
Die kleine Firma ATS wurde 1962 in Bologna gegründet. Diverse unzufriedene Manager und Ingenieure, darunter Carlo Chiti und Giotto Bizzarrini, verliessen 1961 Ferrari und stellten sich gegen Enzo Ferrari. Der 2500 GTS, dessen Aluminium-Karosserie von Franco Scaglione gezeichnet wurde, gehörte zu den ersten Mittelmotor-Straßenwagen überhaupt und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von fast 257 km/h.
Insgesamt wurden nur zwölf Fahrzeuge fertiggestellt, bevor das Unternehmen bereits Konkurs anmelden musste. Chassis 2008 ist die Rennversion mit Aluminiumkarosserie, eines von nur zwei gebauten Exemplaren. Es wurde über zwei Jahre in Connecticut restauriert und 2024 am Concorso d'Eleganza Villa d'Este vorgefahren.
IONNYK Most Photogenic Award ür Squire 1½ Litre Corsica
Der IONNYK Most Photogenic Award wurde dem Squire 1½ Litre Corsica von 1937 verliehen. Als aussergewöhnlich seltenes Beispiel britischer Vorkriegs-Karosseriebaukunst zählt der Squire zu den begehrtesten Automobilen der Zwischenkriegszeit — entstanden in kleinster Stückzahl bei einer Marke, deren Ambitionen stets die kommerziellen Möglichkeiten übertrafen. IONNYK, Partner des Lugano Elegance 2026, vergab die Auszeichnung an das fotogenste Fahrzeug des gesamten Teilnehmerfeldes.
Adrian Squire gründete das gleichnamige Unternehmen mit seinen jungen 21 Jahren, mit dem Ziel, den besten kleinen Sportwagen der Welt zu bauen. Das Ergebnis war außergewöhnlich: ein aufgeladener 1,5-Liter-Anzani-Doppelnockenwellenmotor, hydraulische Bremsen von beispielloser Größe und ein Chassis, das teurer war als ein zeitgenössischer Bentley.
Nur neun Fahrzeuge wurden fertiggestellt, bevor das Unternehmen 1936 scheiterte und Insolvenz anmelden musste. Die übrigen Chassis wurden verkauft und von unabhängigen Karosseriebauern, darunter Corsica aus London, karossiert.
Das gezeigte Exemplar von 1937 mit der Corsica-Karosserie zählt zu den seltensten Sportwagen der Vorkriegszeit.
Ehrenfahrzeug KRIT Racer
Das Ehrenfahrzeug, präsentiert von der PKB Private Bank als Hauptpartner, war der KRIT Racer von 1911. Als eines der frühesten Fahrzeuge im historischen Spektrum der Veranstaltung verkörpert der KRIT Racer das Messingzeitalter des Automobils in seiner elementarsten Form: mechanischer Erfindungsreichtum, Wettkampfgeist und eine Offenheit zur Strasse, die dem geschlossenen Automobil weit vorausging.
KRIT aus Detroit baute zwischen 1909 und 1914 nur wenige hundert Fahrzeuge, und dies ist der einzige Rennwagen, den sie je produzierten. Der ursprüngliche Vierzylinder wurde später durch einen 10-Liter-Curtiss-OXX-6-Flugzeug-V8-Motor aus dem Jahr 1916 ersetzt, der mit seinen 100 PS den Wagen auf über 160 km/h beschleunigen konnte.
2005 wurde er in erbärmlichem Zustand aus Amerika nach Großbritannien gebracht und 18 Jahre lang restauriert. Heute nimmt er regelmässig an Rennen auf britischen Rennstrecken teil, darunter auch in Goodwood.
Klassensieger
- Klasse 1 Vorkrieg: Rolls Royce Phantom ll 1930
- Klasse 2 Nachkrieg 1945-1960: Ferrari 212 1952
- Klasse 3 Nachkrieg ll 1961-1979: ATS 2500 GTS 1964
- Klasse 4 Youngtimer 1980-2000: Rolls Royce Silver Shadow ll 1979
- Klasse 5 Rarissima: Alfa Romeo 8C Doppiacoda Zagato 2025






























































































































































































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