Die 31. Ennstal-Classic ist “gegessen” und sie war mit Sicherheit eine der absolut härtesten überhaupt. Vor allem die starke Vorkriegsfraktion mit 33 Autos hatte mit den Wetterkapriolen schwer zu kämpfen. Sonnenschein, Nebel, Nieselregen, Starkregen, Hagel, Sturmböen, sowie Gewitter mit Blitz und Donner von der ärgsten Sorte.
Die Wechselwirkung der Gefühle änderte sich nicht täglich, auch nicht stündlich, sondern fast schon von Minute zu Minute. Dach auf, Dach zu, Dach auf … Und gab’s kein Dach, dann hiess es nass, trocken, nass und so weiter und so fort …
Seriensieger
Die grossen Sieger der diesjährigen Ausgabe hiessen einmal mehr Helmut Schramke und Peter Umfahrer, die mit ihrem schwarzen Jaguar XK 150 von 1960 nach 2003, 2006 und 2012 zum vierten Mal die Ennstal-Classic für sich entscheiden konnten.
Auf Platz zwei landeten Sebastian Klackl und Nicola Kovacic-Klackl mit dem Mini 1000 MKll von 1969 und der letzte Podestplatz ging an Peter Schlöggl und Wolfgang Artacker im Alfa Romeo Spider Veloce 1750 von 1970.
Vor dem Porsche Design GP im Zentrum von Gröbming gab die Zwischenwertung Klarheit, nachdem die frühmorgendliche Stoderzinken-Bergprüfung noch einmal alles über den Haufen geworfen hatte. Der Vorsprung der beiden Vortage von Schramke/Umfahrer reichte aber aus, um die Führung zu behaupten, wenn auch nur noch knapp. Die am Vorabend zweitplatzierten Vater-Tochter Besatzung Kunz/Kunz fielen aber vom zweiten auf den vierten Rang zurück und übergab den Platz an den Alfa Spider von Schöggl/Artacker.
Wetterwechsel ohne Ende
Und einmal mehr änderte sich das Wetter pünktlich zur allerletzten Sonderprüfung. Der Regen bekam Gröbming wieder fest in den Griff. Einmal mehr erschwerte Bedingungen mit angelaufenen Scheiben, nassen Roadbooks und beschlagenen Brillen.
Wie es sich für eine Oldtimer-Rallye der Sonderklasse gehört, blieb es spannend bis zum Schluss, als die Top-Ten der Vortage in umgekehrter Reihenfolge sich schliesslich, notabene wieder bei strahlendem Sonnenschein, auf ihre Punktejagd machten.
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Showlaufen
Auch dieses Jahr defilierten wieder viele automobile Raritäten beim Porsche Design GP. Allen voran der legendäre Porsche 356 mit der Nummer 1 aus dem Jahre 1948 mit Wolfgang Porsche am Steuer. Angetrieben mit E-Fuel, genauso wie auch der Austin A35 von 1957 mit der schweizerisch-österreichischen Besatzung Bruno Flückiger und Caroline Hoi, welche die komplette Rallye mit dem E-Fuel völlig problemlos bestritten.
Der Treibstoff stammte aus dem Hause von Horag-Racing, wo der Kraftstoff durch Markus Hotz in Zusammenarbeit mit Mario Illien und Fredy Lienhard entwickelt worden war.
Es gibt also offenbar auch noch andere Technologien neben der Elektrizität, die am Ende auch funktioniert und hoffentlich unser Hobby mit den Verbrennern weiterleben lassen.
Aston Martin neben Porsche
Ganz im Interesse der Erfolge von Aston Martin in der diesjährigen Formel 1 mit dem Spanier Fernando Alonso, gab es neben den ganzen Porsches auch das "Aston Martin Tribute", bei welchem vom Vorkriegs-Modell B3 232 S (1933) über den Le Mans DB3S (1953), bis hin zum Vantage V8 N24 (2008) mehrere hochkarätige Fahrzeuge zu bestaunen waren.
Und Prominenz
Der norwegische Ski-Rentner Aksel Lund Svindal steuerte mit Gröbmings Bürgermeister den Porsche 911L, erst auf den Stoderzinken, dann durch die steirische Ortschaft.
Die Autogrammstunde mit Svindal, Stuck und Lietz wurde komplett überrannt und liessen die drei kaum mit Schreiben nachkommen.
Schwerstarbeit
Das Organisations-Team rund um die Ennstal-Classic leistete einmal mehr einen ganz tollen Job, obwohl es auch dieses Jahr, infolge der ganzen Wetterkapriolen, doch sicher so Einiges an Improvisation nötig machte.
Die üblichen, immer zahlreichen österreichischen Fans am Streckenrand waren infolge der chaotischen Wetterlage in diesem Jahr etwas weniger präsent.
Ein Lob gilt aber auch allen steirischen Forstarbeiter, die in Kürze sämtliche Strassen, selbst die kleinsten aller kleinen Nebenstrassen, von den umgestürzten Bäumen freiräumten, so dass die komplett geplante Route völlig normal befahren werden konnte, führte diese doch beim Prolog vom Donnerstag über 423 und beim Marathon am Freitag über 476 Kilometer.
Von den 197 Autos von 1924 bis 1972, die am Start stranden, beendeten rund 190 das letzte grosse Abenteuer in Österreich.
Die Teilnehmerzahl wurde dieses Jahr etwas eingeschränkt um den Qualitätsstandard in der Streckenführung und dem Fahrerlebnis zu gewährleisten. in der Zeitmessung wurde aufgestockt, denn diese war neben den herkömmlichen Lichtschrankenprüfungen erstmals GPS-gesteuert.
Ein Blick zurück
Stefan Pabeschitz schrieb im “Roadbook", dem Ennstal-Classdic-Magazin, unter dem Titel "Was sind schon 30 Jahre?" treffend: "In noch einmal 30 Jahren werden viele, die bis dato am Heute kein gutes Haar gelassen haben, auch soweit sein, mit Rückspiegel- und zugleich Tunnel-Blick das Jahr 2023 zu silifizieren - mit gleich dünner Realitätsquote wie wir das jetzt mit unserer Vergangenheit betreiben. 2053 wird es dann vielleicht heissen "Also, so ein ID.3 mit echter Lithium-Ionen Batterie, das war schon was!" Wenn ja, ist zwar jetzt schon Präventiv-Beileid gerechtfertigt, das Lamento könnte aber viel dramatischer, nämlich so lauten: "Das war damals noch was - selbst Auto fahren!"
Aus dem Cockpit eines Klassikers lässt sich der ganze History-Repeating-Strudel sowieso relativ lässig betrachten. Ob wir unsere Autos als Zeitmaschinen oder Fluchtwagen nutzen, muss jeder selbst entscheiden. Aber reden wir einfach in 30 Jahren weiter - dann sind wir garantiert viel schlauer."


































































































































































































































































































































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