Ein rundes Jubiläum ist ein guter Zeitpunkt, ein Buch über ein Auto, respektive eine ganze Baureihe herauszugeben. 2025 wird der BMW Dreier 50 Jahre alt. Was einst mit dem E21 begann hat sich über sieben Generationen bis heute als Ertragsstütze von BMW gehalten.
Und, man könnte sich kaum einen besseren Autoren als Halwart Schrader vorstellen, um diese Geschichte zu dokumentieren, denn schliesslich war er dem Hause BMW immer verbunden, seit er bereits in den Sechzigerjahren das Kundenmagazin “BMW Journal” betreuten durfte. In seinem Vorwort erklärt Schrader, dass er praktisch mit jeder Dreiergeneration Fahrerfahrungen machten durfte. Unterstützt wurde Schrader bei diesem Buch durch Joachim Hack.
Sieben Generationen in 50 Jahren
Das Buch widmet jeder Dreier-Generation seit 1975 mindestens 16 Seiten, den jüngeren eher etwas mehr als den älteren.
Eingeleitet aber wird die Generationen-Dokumentation durch eine Herleitung, wie es denn überhaupt zum Dreier gekommen war und welche Rolle der 02er oder seine Vorgänger gespielt haben. Das ist spannend zu lesen und Schrader schöpft hier aus dem vollen.
Der erste Dreier, intern E21 genannt, war eine komplette Neukonstruktion. Anfänglich gab es ihn ausschliesslich als Vierzylinder, doch bald ergänzten die turbinenartig laufenden Reihensechser das Motorprogramm am oberen Ende.
Auf den E21 folgte der E30, der wiederum vom E36 abgelöst wurde, der schliesslich dem E46 Platz machen musste. Damit wären die Oldtimer und Youngtimer eigentlich abgedeckt, aber die Dreier-Erfolgsgeschichte ging natürlich mit E90, F30 und G20 weiter.
Die Ausnahme-Dreier
Separat behandelt werden die verschiedenen Generationen des M3, den es ab Baureihe E30 zu kaufen gab.
Sie haben heute Kultstatus, da reichen 33 Seiten nur knapp für die Beschreibung der verschiedenen Varianten, von denen es jeweils einige gab.
Erfolgreich auch im Rennsport
Die Dreier waren auch im Rennsport erfolgreich, angefangen beim Gruppe-5-320 der E21-Baureihe, über den berühmten M3 E30 bis in die M3- und M4-Modelle der Neuzeit. Neben der Rennstrecke wurden schnelle Dreier auch im Rallye-Sport eingesetzt.
Ein eigenes Kapitel mit 39 Seiten widmet sich dem Rennsport
Jenseits des Dreiers
Und dann gab es noch verwandte Fahrzeugtypen, die vom Dreier direkt oder indirekt profitierten.
Auch sie sind dokumentiert, teilweise wie der Z1 oder Z4 als Abschnitte innerhalb anderer Kapitel, teilweise wie Z3 oder X3 mit umfangreichen eigenen Kapiteln.
Nicht unbedingt ein Nachschlagewerk
Wer schnell ein paar Zahlen sucht oder über einen bestimmtes Bauexemplar mehr wissen möchte, der wird mit dem vorliegenden Buch wohl nicht ganz glücklich. Wie so oft fehlt ein Schlagwortverzeichnis und auch eine Zusammenstellung von technischen Daten und Produktionsvolumina wurde nicht integriert.
Verpasst hat man auch eine Chance, welche die über 50 Jahre gelaufene Entwicklung von sieben Dreiergenerationen eigentlich geboten hätte, nämlich die Unterschiede der Generationen z.B. anhand des 320, den es immer gab, übersichtlich in Tabelle und grafisch darzustellen. Es wäre doch spannend gewesen, nachzuvollziehen, wie das Gewicht des Dreiers fast stetig zunahm, wie die Dimensionen wuchsen und die Motoren sparsamer wurden.
Auch wünscht man sich als Leser ab und zu etwas mehr Einheitlichkeit zwischen dem Kapiteln und vielleicht noch etwas mehr Struktur?
Umfangreiches Bildmaterial
Nicht gespart wurde an den Fotos und Illustrationen, fast 600 davon wurden zusammengetragen. Sie stammen weitgehend aus Werksbeständen und gottseidank hat man nicht versucht, die früheren Schwarzweissbilder durch moderne Farbbilder zu ersetzen.
Auch zeitgenössische Werbeillustrationen und Ausschnitte aus Testberichten fehlen nicht.
Facelift Plus
Zugegeben, ganz neu ist dieses Buch nicht, man könnte es wie die immer wieder aufgefrischten Dreier als Facelift und Modernisierung sehen, denn schon 2006 erschien in der Reihe “Schrader-Typen-Chronik” ein Überblick über die 3er-Reihe (1975-1994), 2015 gab es bereits einen direkten Vorgänger des nun vorliegenden Buchs, allerdings nur mit 240 anstatt jetzt 272 Seiten.
Die stetige Auffrischung hat sicherlich geholfen, den Titel populär zu halten. Mit EUR 39.90 ist das Werk kein Schnäppchen, aber wer keinen der Vorgänger im Buchregal hat und an der ganzen Geschichte der 3er-Entwicklung interessiert ist, der kommt an diesem Buch eigentlich nicht vorbei. Und wie beim modernen Automobil kommen für den einen oder anderen Interessenten halt auch Features oder eben Inhalte mit, die man eigentlich vielleicht gar nicht wollte, schliesslich interessiert sich nicht jeder 3er-Enthusiast für den X3, wie eng die Beziehung dazu auch sein mag. Aber wer weiss, vielleicht ist man gerade über diese Ergänzungen in einigen Jahren froh, genauso wie auch ein Stauassistent oder ein Notfallwarnsystem einmal nützlich werden kann.
Bibliografische Angaben
- Titel: BMW 3er - Die Geschichte eines Welterfolgs
- Autor/Editor: Halwart Schrader (und Joachim Hack)
- Sprache: Deutsch
- Verlag: Motorbuch Verlag
- Auflage: 1. Auflage
- Format: Gebunden, 230 x 265 mm
- Umfang: 272 Seiten, 593 Illustrationen/Fotos
- Preis: EUR 39.90
- ISBN: 978-3-613-04682-5
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