Technik im Rennwagen (31): Ferrari 312 B – Die letzte Zigarre
Zusammenfassung
Stark angefangen und stark nachgelassen – auf diese simple Formel lässt sich die Karriere des Ferrari 312 B herunterbrechen. Während er in der ersten Saison 1970 noch ganz vorne mitfuhr und den WM-Titel nur knapp verpasste, entfernte er sich im Laufe der Jahre immer weiter von der Konkurrenz – nur dummerweise in die falsche Richtung. Dieser Artikel aus der Serie "Technik im Rennwagen" schildert die Entwicklung des Rennwagens, dem selbst zwar der grosse Erfolg verwehrt blieb, der aber die Weichen für zukünftige WM-Titel stellte.
Dieser Artikel enthält folgende Kapitel
- Der Motor
- Der Wagen
- Erfolgssaison 1970
- Evolutions-Leidensweg 1971–1973
- Wieder in Richtung Erfolg
Geschätzte Lesedauer: 10min
Leseprobe (Beginn des Artikels)
Ferrari hatte von 1961 bis 1965, in den Jahren der 1,5-Liter-Formel, zwei Fahrerweltmeisterschaften gewonnen: 1961 mit Phil Hill auf dem Typ 156 und 1964 mit John Surtees im Typ 158. Dagegen waren die ersten vier Jahre der Dreiliter-Formel ab 1966 für das Traditionshaus mehr als enttäuschend: keine Meisterschaft und nur ein einziger Sieg (Jacky Ickx im Regenrennen von Rouen 1968). So konnte es nicht weitergehen. Wenngleich niemand damals ahnen konnte, dass noch viel üblere Zeiten kommen würden: 1980 bis 1999 etwa, die Zeit zwischen WM-Titeln von Jody Scheckter und Michael Schumacher; und seit dem WM-Sieg von Kimi Räikkönen 2007 sind nun auch schon wieder 16 Jahre vergangen... Cheftechniker Mauro Forghieri war langsam in Nöten, und als er 1969 auf Enzo Ferraris Anordnung hin in Modena ein eigenes Büro bezog, war nicht ganz klar, ob das jetzt eine Chance für einen wirklichen Neuanfang oder eine Verbannung war. Zum Glück war es ersteres, wie sich 1970 mit dem Typ 312 B herausstellen sollte.
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Bilder zu diesem Artikel

Bild 45 zeigt einen frühen 312 B von 1970 (Chassis #002), der 1971 in Kyalami (WM-GP) und Ontario (kein WM-GP) unter Andretti siegte und in Monaco (nicht qualifiziert/DNQ) letztmalig eingesetzt wurde.
Ergänzend, die Evolutionsstufen, Einsatzjahre und entsprechenden Chassis-Nummern der jeweiligen Generation:
312 B, 1970–1971, Chassis #001, 002, 003, 004
312 B2, 1971–1973, Chassis #005, 006, 007 (nur 1971-1972)
312 B2/B, 1972–1973, Chassis #008
312 B3 aka "Spazzaneve"/"Schneepflug", 1972 (Studie, kein Renneinsatz), Chassis #009
312 B2/B3, 1973-1974, Chassis #010, 011, 012
312 B3, 1974-1975, Chassis #014, 015 (nur 1974), 016 (nur 1974)
312 B3, 1975, Chassis #020 (letzter B3-Einsatz in Kyalami'75 als Laudas T-car)
Auf der Teststrecke konnte Forghieri noch immer festlegen, woran es lag und wo es herkam, wenn das Auto nicht genau so klang wie es sollte. Die Gruppe alter Männer, die das machten, war selig es tun zu dürfen.







































































































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