Hermann Lang – schnell auf zwei, drei und vier Rädern
Zusammenfassung
Hermann Lang (6. April 1909 - 19. Oktober 1987) gehört zu den Ausnahmetalenten, die auf zwei, drei und vier Rädern schnell waren und die gefährlichen Autorennen der Dreissiger- bis Fünfzigerjahre unversehrt überlebten. Als Fahrer von Mercedes-Benz wurde er 1939 Europameister in der Grand-Prix-Klasse und siegte 1952 bei den 24 Stunden von Le Mans (zusammen mit Fritz Riess). Er beendete seine Karriere zum richtigen Zeitpunkt. Dieser Artikel blickt auf das interessante Leben des Hermann Lang zurück und zeigt ihn auf vielen historischen Fotoaufnahmen.
Dieser Artikel enthält folgende Kapitel
- Ein Name, wie ihn viele tragen
- Träume werden wahr
- Karriere mit dem Seitenwagen
- Auch als Rennmechaniker schnell
- Endlich hinterm Lenkrad eines Rennwagens
- Erfolge und Tragödien
- Rekordzeit auf dem Nürburgring
- Rücktritt zum richtigen Zeitpunkt
- Vom Rennsport zum Kundendienst
Geschätzte Lesedauer: 8min
Leseprobe (Beginn des Artikels)
“Das ist er”, der Wirt eines Kemptener Hotels zeigte auf einen älteren Herrn, der in einer Ecke der Gaststube sein Abendbrot verzehrte. Die angesprochenen Stammtischbrüder drehten sich wie auf ein Kommando nach dem Essenden um, der sich, bestürzt darüber, plötzlich im Mittelpunkt des Interesses zu stehen, etwas tiefer über seine Vespermahlzeit beugte. Später fasste er seinen Eindruck von der Szene in einem Wort zusammen: "Peinlich!" Es handelte sich um Hermann Lang, seit 1955 Aussendienstinspektor bei Daimler-Benz, der in diesem Augenblick bereits rüstig auf den Zeitpunkt seiner Pensionierung - den 1.5.1974 - zumarschierte. Gab es irgendwo zwischen Flensburg und Berchtesgaden Unklarheiten darüber, ob ein aufgetretener Schaden Garantiefall sei oder nicht, wurde Herr Lang wie eine Feuerwehr in Marsch gesetzt, flankiert von ein bis zwei Mechanikern. Er regelte die Angelegenheit mit schwäbischer Gewissenhaftigkeit, setzte sich wieder in seinen 230er und rollte gen Stuttgart zurück, unauffällig, sich dem Verkehrsfluss anpassend, denn "Mir fahret g’müatlich", 30’000 bis 40’000 km im Jahr, und immer unfallfrei.
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Tazio Nuvolari z.B. sagte nach dem Eifelrennen 1939 über Hermann Lang sinngemäß daß dieser noch gar nicht alle seine Fähigkeiten gezeigt habe.
Was nun die im Artikel angesprochene Wette anbelangt kann Hermann Lang selbige 1939 aber nicht mit Rosemeyer abgeschlossen haben denn der war ja im Januar 1938 tödlich verunglückt.
Sicher hat Lang mit jemand anderem gewettet.
Weil ich einiges an Schriftverkehr zwischen Alfred Neubauer und Hermann Lang aus dem Jahr 1954 kenne bin ich der Meinung, daß Langs Entscheidung für seinen Rücktritt tatsächlich erst nach dem Training zum GP von Italien erfolgt ist als Hans Hermann etwas schneller war.
Auch war der Umgang von Neubauer bzw. Mercedes-Benz mit Hermann Lang zu dem Zeitpunkt angesichts der Verdienste Hermann Langs für Mercedes nicht angemessen.
Man hätte ihm zumindest fürs Avusrennen 1954 ein letztes Mal einen Stromlinien-W 196 anbieten können.
Ich selber wollte Hermann Lang in einem ganz anderen Zusammenhang über seine Tätigkeit als Flugmotoren-Ingenieur während des Kriegs befragen aber leider war dann seine Krebs-Erkrankung so weit fortgeschritten daß das nicht mehr möglich war.
Viele die mit Hermann Lang zu tun hatten haben mir unisono bestätigt daß er eine feiner Mensch war, bescheiden und ohne Star-Allüren.
Im Februar 1939 hätte er für Mercedes die Rekordfahrten auf der Reichsautobahn bei Dessau bestreiten sollen, Neubauer hatte es ihm fest versprochen aber dann machte es Carraciola und Lang war nur Statist bzw. "Reserve-Fahrer", gut sichtbar auf etlichen Fotos von damals.
Vielleicht war diese Zurückstellung mit ein Grund, es in der Saison 1939 allen zu zeigen was dann ja auch geklappt hat.
Dabei blieb er ein fairer Sportsmann als er im Tripolis-Rennen 1939 Caracciola noch leicht hätte überrunden und in gewisser Weise demütigen können es aber doch nicht getan hat.
Schade daß ich ihn seinerzeit nicht schon 1986 kontaktiert habe.
Er hätte sicher viele interessante Dinge erzählen können.
Danke nochmals und herzliche Grüße auch.
das war alles zuviel für ihn, wie mir sein Betreuer und Freund von damals, heute selbst 88 jährig, einmal anvertraute. Von da an wollte er nicht mehr so richtig mit dem "Audozeugs" in Verbindung gebracht werden, war er doch auch schon 77 jährig....
1 tag nach dem Tode von Elvis Pre Juli 1977. fuhr Hrmann Lang in Montreux auf dem
Mercedes Formel wagen zum 50 Järigen Jubiläum den Grand Prix.
Fangio und De Grafenried fuhren den maseratti. Auch Stirling Moss auf dem 300 SLR war dabei. Lang fuhr wie wenn er nie aufgehört hatte. Ich konnte lange mit Ihm sprechen vor und nach dem rennen. Das war ein grosses Erlebnis.
Ansonsten ein schöner Artikel.
Tatsächlich hatte der W154 m.E. eine ganz andere Frontpartie, wie man in den beiden darunter angeordneten Bildern sehen kann.
Ich war lange der selben Meinung.
Aber, es gab keinen offiziellen Europameister 1939
Und dann habe ich auch schon die Meinung gelesen, wenn es einen gegeben hätte, dann wäre es H.P. Müller auf Auto Union gewesen.
Übrigens eine interessante Überlegung, H.P. Müller wäre dann der einzige mit einem Vorkriegs-Auto-Europameister-Titel und einigen Nachkriegs-Motorradweltmeister-Titeln, zzgl. etlichen Motorrad-Weltrekorden







































































































































































































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