Auf der traditionsreichen Rennstrecke Spa-Francorchamps fand vom 22. bis 24. Mai 2026 die Spa Classic statt. Die Veranstaltung wurde im Rahmen der Le Mans Classic Series ausgetragen und lockte zahlreiche historische Rennfahrzeuge diverser Epochen und Fahrzeugklassen in die Ardennen. Ergänzt wurde das Programm durch historische Straßenfahrzeuge vieler Clubs, die das Fahrerlager und die Strecke mit Leben füllten. Nach einem Wetterumschwung zum Veranstaltungsbeginn präsentierte sich das Wochenende von seiner besten Seite: Drei Tage Sonnenschein, warme Temperaturen und trockene Streckenbedingungen sorgten für ideale Voraussetzungen für Fahrer, Teams und Zuschauer.
Insgesamt standen neun Rennserien auf dem Programm. Zwischen Trainings-, Qualifikations- und Rennsitzungen gab es Club-Sessions, bei denen historische Straßenfahrzeuge auf der Strecke präsentiert wurden. Die ersten Rennen begannen am Samstagnachmittag und dauerten bis in die späten Abendstunden. Der Samstag erwies sich als besucherstärkster Tag, denn einige Rennserien absolvierten ihre einzigen Wertungsläufe an diesem Tag.
Rennen bis in die Dämmerung
Zu den Höhepunkten der Veranstaltung zählte das zweistündige Rennen der „Sixties Endurance“ am Samstagabend, das bis in die einsetzende Dämmerung führte. Das Starterfeld bestand aus Shelby Cobra, Jaguar E-Type, Lotus Elan und Porsche 911. Hinzu kamen seltenere Fahrzeuge wie ein Ferrari 275 GTB, Bizzarrini 5300 GT, Shelby Mustang GT350 und Alfa Romeo Giulia Sprint GTA. Nach 39 Runden sicherten sich Maxime Guenat und Guillaume Mahe im Shelby Cobra Daytona Coupé mit der Startnummer 1 den Gesamtsieg. Die Plätze zwei und drei gingen an James Thorpe und Jonathan Mitchell beziehungsweise Lee Mowle und Phil Keen, die jeweils einen Jaguar E-Type 3.8 von 1965 pilotierten. Insgesamt wurden 41 Fahrzeuge bei einsetzender Dunkelheit gewertet.
Gentlemen Challenge und Endurance Racing
Die Rennserie „The Gentlemen Challenge“ absolvierte zwei Läufe über jeweils 45 Minuten. Beide Rennen wurden von Luc-Pierre Verquin auf einem Lister Knobbly Chevrolet von 1958 mit der Startnummer 17 gewonnen. Im ersten Lauf am Samstag absolvierte er elf Runden, im zweiten Rennen am Sonntag zwölf Runden. Das Feld umfasste unter anderem drei Ferrari 250 GT SWB sowie den aus der Sixties Endurance bekannten Ferrari 275 GTB. Ergänzt wurde das Starterfeld durch Fahrzeuge von Porsche, Bizzarrini, Lotus, Morgan, TVR, MG und weiteren Herstellern.
Für das einstündige Rennen der „Classic Endurance Racing 1“ qualifizierten sich 52 Fahrzeuge. Das Feld war geprägt von Lola T70, verschiedenen Chevron-Modellen, Porsche 911 und mehreren Ford GT40. Den Sieg sicherten sich Jan Magnussen und Chris Ward auf einem Lola T70 Mk.3B GT von 1969 mit der Startnummer 70. Nach 21 Runden führten sie ein beeindruckendes Lola-Aufgebot an – die ersten sechs Plätze gingen allesamt an Lola-Modelle. Auf Rang sieben wurde ein Porsche 908/03 aus dem Jahr 1971 klassiert.
Auch die „Classic Endurance Racing 2“ wurde über 60 Minuten ausgetragen. Neben Lola-, Porsche-935- und Chevron-Modellen waren außergewöhnliche Fahrzeuge am Start. Dazu gehörten unter anderem ein Lotus Esprit Gr.5 von 1979, ein Lancia Beta Montecarlo Turbo Gr.5 von 1981, ein BMW M1 Procar, ein Ferrari 512 BBLM, ein Ford Capri Zakspeed Turbo von 1981 sowie ein Aston Martin DBS V8 RHAM/1. Erneut waren Jan Magnussen und Chris Ward erfolgreich. Diesmal gewannen sie auf einem Lola T292 mit der Startnummer 70.
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Heritage Touring Cup
Beim „Heritage Touring Cup 1“ siegte Yves Scemama auf einem Ford Capri RS 3100 Cologne von 1973 nach 18 Runden. Das Starterfeld bestand unter anderem aus Ford Capri und Ford Escort sowie einigen BMW 3.0 CSL. Ergänzt wurde es durch Fahrzeuge wie BMW 635 CSi Gr.2, BMW 2002 TI, BMW 323i und Chevrolet Camaro Z28.
Im „Heritage Touring Cup 2“ setzte sich Sam Adriaans auf einem BMW M3 E30 mit der Startnummer 11 durch und gewann nach 14 Runden. Rang zwei belegten Richard Meins und der ehemalige Tourenwagen- und GT-Pilot Rob Huff im Jaguar XJS Serie 1 von 1985. Neben BMW M3 E30 waren auch BMW 635 CSi, BMW E28 528i, Rover Vitesse, Volvo 240 Turbo und Ford Sierra RS500 vertreten.
Moderne Klassiker
Neben den klassischen Rennfahrzeugen bot die Spa Classic mehreren jüngeren GT-Rennserien eine Bühne. In der „Endurance Racing Legends 2 GT2“ waren etliche Porsche vertreten. Ergänzt wurde das Feld durch Ferrari F430, Aston Martin V8 Vantage GT2 und Aston Martin V12 Vantage GT3. Zu den Exoten zählten ein Mosler MT900 R von 2009 sowie ein Toyota Supra GT2 von 2004. Die „Endurance Racing Legends 1 – LMP-GT1“ kombinierte Prototypen und GT1-Fahrzeuge in zwei Rennen. Beide Läufe gewann Olivier Galant auf einem Panoz LMP-1 Roadster S von 1999. Der offene Prototyp mit seiner extrem langen Frontpartie sorgte nicht nur optisch für Aufsehen, sondern begeisterte auch akustisch. Die Vielfalt an Motorenkonzepten und Fahrzeugtypen schuf eine beeindruckende Klangkulisse.
GT3 Revival
Eine eigene Rennserie war den GT3-Fahrzeugen der ersten Generation gewidmet. Das Feld der „GT3 Revival“ umfasste unter anderem Audi R8, Mercedes-Benz SLS AMG GT3, Porsche 997 GT3 R, Corvette Callaway Z06R, Ferrari 458 GT3, Aston Martin V12 Vantage GT3 sowie einen Nissan GT-R Nismo GT3. Besonders hervorzuheben waren die seltenen Ford GT Matech GT3. Einer dieser Wagen wird in der aktuellen Saison von Lindsay Brewer und Celia Martin pilotiert. Martin war bis 2025 Teil des Fahreraufgebots der Iron Dames in internationalen GT3-Meisterschaften.
Über die Einbindung vergleichsweise moderner GT-Fahrzeuge in historische Motorsportveranstaltungen lässt sich unter Puristen diskutieren. Dennoch besitzen diese Fahrzeuge eine große Anziehungskraft. Mit einem Alter von inzwischen teilweise mehr als 20 Jahren haben viele von ihnen bereits ihren Platz im historischen Motorsport gefunden. Ersatzteilversorgung sowie die Betreuung der technisch anspruchsvollen Fahrzeuge erfordern einen erheblichen organisatorischen und finanziellen Aufwand. Für mehrere Rennserien der Peter-Auto-Meisterschaften geht es als Nächstes nach Dijon, bevor mit der Le Mans Classic der Höhepunkt der Saison folgt.












































































































































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