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Rallye Monte Carlo 1929 - Nordeuropa eingeschneit – der Balkan unpassierbar

Erstellt am 20. Januar 2011
, Leselänge 3min
Text:
Bernhard Brägger
Fotos:
Archiv 
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90 Teams gemeldet, 65 gestartet  24 im Ziel, die Durchschnittsgeschwindigkeit auf 40 km/h erhöht, Caracciola  und Burggaller verunfallt, Nordeuropa eingeschneit, der Balkan unpassierbar, 9 Stunden für 130 Kilometer, Pferde und Ochsen vorgespannt …. So steht es in den Januarausgaben vieler  Zeitungen – oft auf den Titelblättern.

Bereits auf der Anfahrt zu den Startorten im Norden stecken 23 Wagen hoffnungslos im Schnee fest. Da bleiben nur noch 67 und kontinuierlich verringert sich die Zahl. Rudolf Caracciola – Werksfahrer bei Mercedes-Benz und Ernst-Günther Burggaller - erfolgreicher Privatfahrer auf Bugatti – werden in ihrem Wanderer W 11 vor Paderborn auf der rutschigen Strasse von den zu dicht aufgeschlossenen Brüdern Birnholz abgeschossen. Alle werden vom nachfolgenden Hans Joachim Bernet - ebenfalls auf einem Wanderer - ins Krankenhaus gebracht. Einzig Caracciola kann die Fahrt in der „Ambulanz“ Bernets weiterfahren – ausser Konkurrenz.

Aber auch der letztjährige Sieger Bignan wird in einem Schneesturm bei Belgrad „verweht“ und mit ihm viele weitere unbekannte Sternfahrer, trotz ersten Nebellampen, beheizten Windschutzscheiben und Schneeketten. Auch Belgien meldet unpassierbare Strassen und der Französische Jura wartet wie so oft mit ergiebigen Schneefällen auf.

24 erreichen doch noch das Ziel. Es sind jene, die improvisieren können, die auch bei Schneefall hohe Geschwindigkeiten einhalten, die Ehrgeizigen, jene, die die Nase vorn haben, jene die wissen, wie ein eingeschneites Gebirge zu umfahren ist, die bärenstarken Schneeschaufler, die Glücksritter. Einer von ihnen ist der Dr. Sprenger Van Eijk und seine Equipe auf dem amerikanischen Graham Paige, 4,718 ccm, grossvolumig und schwer. Als einziger entrinnt er der Schneehölle im Norden und gewinnt knapp vor Ingenieur Szimick auf dem ungarischen Weiss Manfred, 750 ccm, kleinvolumig und leicht. Zwei Frauen schaffen es diesmal anzukommen: Lucy Schell, ihr Sohn wird später Grand Prix-Fahrer und Kitty Brunell - beide auf Talbot. Kity Brunell ist mit einem Profifotografen als Beifahrer unterwegs.

P.S. Obwohl die Organisatoren 1929 die kleinvolumigen Tourenwagen wieder benachteiligen - die Einteilung in „Voiturettes“ und  „Voitures“ ist wieder gestrichen - kommt es zu einer kleinen Sensation im wahrsten Sinne des Wortes. Der Magyar Victor Szmick startet in Bukarest auf einem ungarischen Wagen, hergestellt als Nebenprodukt der ehemaligen Waffenschmiede Weiss Manfred in Budapest. Seine Daten: 750 ccm, 4-Zylinder, 3 Gänge, 70 km/h schnell, 600 kg schwer, 2 Türen, 5 Plätze. Wahrlich keine Daten um die westeuropäische Automobilindustrie zu beeindrucken. Ausser der Sieger Sprenger Van Eijk müssen sich alle dem Ungarn und seinem geschickten Fahrer und Ingenieur Szmick beugen.

Quelle:
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