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Der Citroën DS 19 an der Rallye Monte Carlo 1965

Erstellt am 9. Februar 2011
, Leselänge 3min
Text:
Bernhard Brägger
Fotos:
BB-Archiv 
4

Um es vorweg zu nehmen, die Rallye Monte Carlo 1965 war eine der schwierigsten aller Zeiten. Zwischen St. Claude und Chambéry wütete ein infernalischer Schneesturm und auch über die drei Pässe Granier, Cucheron und Porte im Chartreuse-Gebirge herrschten schwierigste Bedingungen. Ein äusserst dichter Schneefall brachte die Strasse beinahe zum Verschwinden und verursachte jede Menge Ausflüge in den Tiefschnee. Zahlreich waren auch die Ausfälle wegen Ueberschreitens der einstündigen Toleranz auf die  vorgeschriebene Gesamtzeit.

Sechs Citroën DS 19 waren in Minsk gestartet, fünf erreichten Champéry. Einer fehlte. Joly/Nicol mit der Startnummer 85. „Getarnt“ als Aufnahmewagen für das Französische Fernsehen, vollgestopft mit Kameras und ihr Zubehör.  Zwei Filmoperateure nahmen Platz auf den Rücksitzen! Ueberrolkäfig war noch ein Fremdwort im Rallyesport. Ausser zusätzlichen Lampen und Reifen mit hunderten von Spikes gab es bei den DS 19 kaum erwähnenswerte Verbesserungen für den harten Rallyeeinsatz zu beobachten.

Nach der gemeinsamen Strecke Champéry – Monaco konnte sich Citroën für die letzte Etappe Monaco – Monaco noch berichtigte Hoffnungen auf den Gesamtsieg machen oder mindestens die Markenwertung zu gewinnen. Bianchi/Demortier als zweite, Neyret/Terramorsi als dritte, Verrier/Pasquier als neunte, Ogier/Ervoz als dreizehnte und die Frauen Pointet/Houilloni als  sechzehnte. Zu bemerken ist, dass die in Minsk gestarteten noch knapp vor den Schneestürmen den Jura und die Chartreuse passieren konnten und somit ohne spezielle Schwierigkeiten die Sternfahrt in Chambéry beenden konnten. Als nach der „Nacht der langen Messer“ von den ursprünglich 237 gestarteten noch 22 das Ziel in Monaco erreichten, gab es bei Citroën doch etwas lange Gesichter. Urteilen Sie selber:

Lucien Bianchi/Jean Demortier gerieten mit abgewetzten Reifen von der Strasse und musste aufgeben. Weshalb es zu diesem Unfall kam, ist nicht  mehr genau zu eruieren. Jedenfalls standen die Serviceleute nicht am abgemachten Platz in Sospel  – Kommissäre hätten sie weggewiesen!  Davon wusste Bianchi scheinbar nichts, irrte in Sospel herum, fand den Service nicht  und entschied den Col de Turini mit den abgefahrenen Reifen zu überqueren. Kurze Zeit später kam das Aus für den vielseitigen, belgischen Rennfahrer mit italienischer Wurzeln.

Jean Claude Ogier/Georges Servoz belegten am Schluss den zwölften, die Frauen Lucette Pointet/Francoise Houillon den 25. Rang . Bessere Rangierungen hatten sich die beiden Equipen auf der 2. Etappe - der  Anfahrt nach Monaco - selber vermasselt. Der Repoter der AR: „In der zweiten Etappe versuchte Jean Claude Ogier die Zeit wieder auszugleichen, die er durch die Strasse blockierende  Wagen verloren hatte. Seine Anstrengungen endeten mit einem “tète-à-queue”. Lucette Pointet, die Ogier allzu vertrauensvoll folgte, rammte dessen Wagen. In der Folge erreichten die beiden Gap mit einigen Minuten Verspätung, was aber genügte, bei Lucette Pointet die Aussichten auf die Coupe des Dames zum Schwinden zu bringen.

Henri Marang/Paul Coltelloni – Coltelloni war Sieger der Rallye Monte Carlo 1959 – stürzten kurz nach der Zeitkontrolle von Puget-Théniers mit ihrem privaten DS 19 einen Abhang hinunter und müssen hospitalisiert werden. Zum Glück erwiesen sich die Verletzungen nicht allzu schwer.

Robert Neyret/Jacques Terramorsi fuhren eine unauffällige Rallye und klassierten sich nach dem Ausfall von Bianchi/Demortier als beste Citroën-Equipe. Für den schrecklich untersteuernden DS 19 war der siebte Platz umringt von Cooper S, Porsche 904 GTS, Sunbeam Tiger, Porsche 911 oder Ford Cortina Lotus ein hervorragendes Ergebnis.

Guy Verrier/Bernard Pasquier klassierten sich ebenfalls unter den 22 in Monte Carlo eingetroffenen Fahrzeuge. Citroën musste sich den Markenpreis „Charles Faroux“  von Saab in der letzten Nacht  wegschnappen lassen. Saab klassierte fünf vom Typ 96 S innerhalb der  zeitlichen Toleranzgrenze von 60 Minuten.

Und zum Schluss noch dies: Gewonnen haben die Rallye Monte Carlo vom 16.–23. Januar 1965 Timo Makinen/Paul Easter auf BMC Cooper S, vor Eugen Böhringer/Rolf Wütherich auf Porsche 904 GTS und Pat Moss-Carlsson/Elisabeth Nyström auf Saab 96 Sport.

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